Das Leipziger Ordnungsamt hat allein in dieser Woche in mehr als 3.000 Fällen die Einhaltung der Corona-Schutz-Verordnung kontrolliert. Bereits in den Wochen zuvor gab es zahlreiche Kontrollen, aus denen 58 Bußgeldbescheide resultierten. Während Friseure ab 4. Mai wieder öffnen dürfen, wiesen heute Kommunen, Zoos, Gaststätten und Hotels auf ihre Probleme hin. Die L-IZ fasst zusammen, was am Freitag, den 24. April 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.

Das Leipziger Ordnungsamt kontrolliert intensiv, ob sich die Menschen an die seit Montag geltende Corona-Schutz-Verordnung halten. Bis einschließlich Donnerstag haben nach eigenen Angaben etwa 150 Mitarbeiter/-innen mehr als 3.200 Kontrollen und 431 Maßnahmen durchgeführt. Als „Maßnahme“ bezeichnet das Ordnungsamt Platzverweise und schriftliche Anzeigen.

Zudem hat das Ordnungsamt bis zum Ende der vergangenen Woche 58 Bußgeldbescheide erlassen. Das verhängte Bußgeld beträgt im Schnitt rund 150 Euro. „Aufklärung und Information“ haben laut Ordnungsamt „in aller Regel“ Vorrang vor Platzverweisen und Anzeigen.

Kommunen fordern Rettungsschirm

Die Stadtkasse darf sich also bislang über knapp 9.000 Euro an Bußgeldern freuen. Die riesige Lücke, die unter anderem durch wegbrechende Einnahmen aus der Gewerbesteuern entsteht, wird das nicht im Ansatz stopfen. Die Kommunen fordern deshalb einen „Rettungsschirm“ des Freistaates in Höhe von 1,5 Milliarden Euro. (via MDR)

Bereits jetzt laufen die Diskussionen darüber, welche Einrichtungen ab Anfang Mai als Nächstes wieder öffnen dürfen. Einen halbwegs normalen Schulalltag wird es wohl nicht geben, wie Ministerpräsident Michael Kretschmer am Donnerstagabend in der Talksendung von Markus Lanz mitteilte.

Der Leipziger Zoo sprach heute in einer Pressemitteilung davon, dass es „erste Anzeichen“ dafür gebe, dass er ab 4. Mai wieder öffnen dürfe. „Das Datum steht im Raum, aber bislang gibt es keine verbindlichen Vorgaben und keine geltenden Beschlüsse“, lässt sich Zoodirektor Jörg Junhold zitieren. Pro Woche entgehen dem Zoo nach eigenen Angaben Einnahmen in Höhe von einer Million Euro.

Friseure dürfen wieder öffnen

Klar ist bereits jetzt, dass ab dem 4. Mai die Friseurgeschäfte wieder öffnen dürfen – allerdings unter strengen Auflagen. Alle Personen müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen, sich die Hände desinfizieren und Kontaktdaten hinterlassen. Zudem ist vorgeschrieben, bei jeder Kundin und jedem Kunden die Haare zu waschen. Einige Dienstleistungen wie Rasieren und Wimpernfärben sind nicht erlaubt.

Was heute außerdem wichtig war: In vielen Städten haben Gastronomen und Hoteliers mit leeren Stühlen und Betten im öffentlichen Raum dafür demonstriert, ihre Einrichtungen schrittweise wieder zu öffnen. Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) erhielt einen entsprechenden Forderungskatalog. Wir berichten hier über die Aktion in Leipzig.

„Leere Stühle“ auch in Leipzig: Geisterhaftes „Festmahl“ auf dem Augustusplatz

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