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Liveticker (Fortsetzung) „Querdenken“ in Leipzig aufgelöst: Mit Verlaub, Herr Polizeipräsident … + Videos

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    Seit 15:35 Uhr ist die um 13 Uhr gestartete „Querdenken“-Kundgebung an diesem Samstag, 7. November 2020 in Leipzig offiziell beendet. Die Begründung seitens der Stadt Leipzig dafür war und ist der überwiegende maskenlose Auftritt der Teilnehmer/-innen auf dem Augustusplatz trotz mehrfacher polizeilicher Aufforderungen, das zu ändern. Die meisten „Querdenker“ begeben sich weitgehend ruhig und langsam Richtung Hauptbahnhof und haben so noch eine Minivariante ihres gewünschten „Rundganges auf dem Ring“. Doch an manchen Stellen gibt es robuste Polizeieinsätze.

    21 Uhr: Abschied für heute aus dem Liveticker

    Wir möchten uns für heute aus dem Ticker verabschieden. Der Helikopter kreist zwar noch über dem Bahnhof, die feiernde „Querdenker“-Truppe trommelt sich noch ein wenig aus unserer Stadt heraus und die Polizei begleitet sie dabei wie ein Filmteam des MDR, doch wir sind nun fertig.

    In mehrerlei Hinsicht.

    Was bereits vor Wochen begann, gestern bis heute Nacht 3 Uhr lief und nahtlos in den „Tag der ,Querdenker‘“ mündete, endet vorerst mit diesen Zeilen. Wir werden sacken lassen (und dazu Anfragen formulieren, darüber schreiben, weitergehen), was wir heute noch alles verstanden haben, auch was nicht und was nie.

    Wichtig ist für den Moment nur, dass Luise, Sabine, Tilly, Birthe, Petra, Antonia, Tom und René, die heute für uns und damit für die Leser unserer Zeitung seit früh auf den Beinen waren, Großes im Angesicht von Ansteckungsgefahren, Aggressionen und einem ziemlichen Topf voll selbstgewisser Verbohrtheit und pubertärem Geschwätz geleistet haben. Und alle wieder heil zurück sind – so Covid19 will, gilt dies auch in einer Woche noch.

    Ich denke, ich schreibe im Namen aller, wenn ich uns ausdrücklich wünsche, dieses Maß an überzeugtem Irrwitz nicht häufiger erleben zu müssen. Die ganzen Nachfragen, ob es uns gut geht inklusive.

    Wenn also die Videos und Vorort-Eindrücke beeindruckt haben – dann geht der Dank an alle genannten.

    Die Dresche für die Texte wie auch diesen nehme gern ich entgegen, auch für die Sprüche auf Twitter. Ich habe genug Freude daran gehabt, mit meinen Kolleg/-innen zusammenzuarbeiten, mir ist Dank egal. Wer zu den Honoraren aller Genannten beitragen möchte, kann das hier mit einem freiwilligen Betrag tun. Oder ein Abo abschließen und uns nachhaltig unterstützen.

    Zum Abschied gibt es noch ein Video, welches zeigt, wie es „Querdenker“ mit der Satire und vor allem der Provokation – welche sie selbst so mustergültig beherrschen – umgeht, wenn es sie betrifft.

    Danke also auch an alle Gegendemonstranten heute und in dem Fall an die PARTEI für ihren Mut und die Entschlossenheit, auch zu lachen, wenn der Tag selbst ein trauriger sein mag.

    Die Satire-Aktion der PARTEI am 7. November 2020

    Nachtrag 21:10 Uhr – Mit Verlaub, Herr Polizeipräsident …

    Der Leipziger Polizeipräsident Torsten Schultze wird um 21:15 Uhr vor der Dimitroffstraße ein kurzes Zwischenfazit insbesondere zum Einsatzgeschehen am Hauptbahnhof und zum Aufzug, der über den Ring gelaufen ist, ziehen.

    Mit Verlaub Herr Schultze, Sie können uns zumindest heute mal kreuzweise. Morgen oder übermorgen senden wir Ihnen gern unsere Fragen zu dieser Leistung im Rückspiegel einer kapitalen Gerichtsentscheidung, die Sie und ihre Kollegen genauso ausbaden mussten, wie die ganze Stadt Leipzig. Und welche Sie noch verschärft haben.

    Leider hat dabei im Angesicht des Einsatzverlaufes auch der Glaube, dass Sie der richtige Polizeipräsident für Leipzig sind, Schaden genommen. Gerade jetzt, wo diese Zeilen fertig sind, sollen Polizeifahrzeuge in Leipzig-Connewitz angegriffen worden sein. Es brennen mal wieder ein paar Mülltonnen und bei Ihnen macht es „Tatütata“.

    Jetzt fahren da drei Wasserwerfer und ein Räumpanzer zusammen mit mindestens zwei Hundertschaften und Hunden auf. Wir fragen uns, wo diese heute tagsüber waren – beim Tanken?

    Zusammenfassend betrachtet – Es ist alles geschehen, wovor wir gewarnt haben. Lassen Sie es uns so sagen: Wo der Rechtsstaat versagt, wie heute gegenüber den „Querdenkern“, befördert er selbst Gewalt und muss am Ende mit dem Gelächter seiner Feinde leben – in diesem Fall die „Querdenker“, die gerade aus ihrer Netzparty gar nicht mehr herausfinden.

    Hier ein paar Impressionen zum Schluss.

    20:08 Uhr: Nur nach Hause, nach Hause gehn wir nicht …

    Was sich zur Stunde in Leipzigs Zentrum abspielt, ist – in Pandemiezeiten gar nicht – sonst kaum vorstellbar. Auf eine Räumungsansage am Augustusplatz hin haben sich die rund 1.000 bis 2.000 fidelen Party-Mäuse von „Querdenken“ gesagt: ach hier dürfen wir nicht bleiben, sonst zahlen wir 500 Euro Bußgeld (ach iwo, nicht bei dieser Polizei hier) – gut, gehn wir in die City.

    Was bereits am Morgen mit einem fatalen Urteil des Oberverwaltungsgerichts Bautzen begann, nimmt einen blamablen Zieleinlauf. Die Polizei wird zum Begleiter und Beschützer der zunehmend Alkohol konsumierenden Revolutionäre. Zwar filmt sie die bunte Truppe aus eher Schlägertypen vorn und kreischenden Frauen dahinter, aber so ein bisschen Feiern geht schon mal.

    Und während die „Querdenker“ ein bisschen „Einer, einer geht noch rein“ spielen, ahnt, wer schon einmal ein Oktoberfest besucht hat, wie wichtig die klar fixierten Schlusszeiten sind. Hier scheint heute Happy Hour und „Wollen mer se reinlasse“ kombiniert mit Open End zu laufen. Freiviren für alle und der staunende Beobachter bekommt vom Kopfschütteln ein leichtes Schwindelgefühl.

    Mal sehen, ob die Beamten nicht am Ende einstimmen, wenn es heißt „wir versaufen unser Oma ihr klein Häuschen“. Man weiß ja nie, wo einen so eine richtig gute Sause so hinbringt? Dass der Kater am Morgen danach bei dieser Party ein übler wird, steht hingegen fest.

    Zum Reinschauen, wie heute Revolution geht

    Video: L-IZ.de

    19:30 Uhr: Party auf dem Augustusplatz

    Zurück auf dem Augustusplatz und mit "Oh wie ist das schön" noch ein bisschen den Sieg feiern. Foto: L-IZ.de
    Zurück auf dem Augustusplatz und mit „Oh wie ist das schön“ noch ein bisschen den Sieg feiern. Foto: L-IZ.de

    Die „Querdenker“ sind zurück und feiern auf dem Augustusplatz ihren Sieg über „Das System“, die „Diktatur“ oder noch schlimmeres, was sie heute besiegt haben. Ein bisschen Volksfest- und Fußballstimmung kommt auf, als einige mit „Oh, wie ist das schön …“ auf den Augustusplatz zurückkehren. Was uns wieder zu einer weiteren Erklärung für das „Querdenken“-Phänomen zurückbringt.

    Neben den diversen Kenntnissen, die tagtäglich Youtube-Unis vermitteln, ist es eben auch das gesellige Gefühl des Zusammenseins, was nicht nur Pegida in Dresden seit Jahren zu einer gemeinsamen Wandergruppe gemacht hat. Auch hier schwingt ein wenig von dieser Mischung aus totaler Überzeugtheit (im Glauben) und Freizeit-Event mit.

    Es wäre vielleicht sogar ein wenig zum Schmunzeln, wenn das infernalische Gebrüll „Freiheit“ im Video ertönt – wenn es nicht mitten im Lockdown wäre. Selten sagt man als Leipziger so etwas über Gäste der Stadt – aber es wäre schön, wenn sie nun wieder gehen würden.

    Die Polizei hat nun begonnen, die Anwesenden zu filmen und das Ordnungsamt sei nun auch bald wieder vor Ort. Wo sie waren, weiß man nicht, aber vielleicht passiert heute ja noch etwas anderes als die Corona-Party von „Querdenken“.

    „Oh, wie ist das schön“ und „Fraihait“ auf dem Augustusplatz

    Video: L-IZ.de

    „Querdenken“ beim Marsch über den Ring

    Video: L-IZ.de

    18:30 Uhr: Ratlose Polizei

    Ein Sprecher der PD Leipzig erläutert aktuell die Situation. Vor dem Primark an der „Blechbüchse“ am Goerdelerring sagt er: „Wir sind genauso ratlos wie alle anderen, wir wissen nicht, was jetzt geplant ist.“ Zynischerweise könnte man sagen, dass dies schon den ganzen Tag so gewesen scheint.

    Fassen wir zusammen. Allerspätestens mit dem „Wink“ vom Versammlungsanmelder Nils Wehner gegen 15:50 Uhr auf der Bühne des Augustusplatzes, doch wohl schon viel eher – durch die wochenlange Kampagne der „Querdenker“, laufen nun einige Tausend von ihnen über den ersehnten Ring.

    Da normalerweise zirka 250 bis 300 Menschen zu den Leipziger „Querdenken“-Demonstrationen kamen, darf man also durchaus noch einmal das Wort „Pandemie-Zirkus auf Reisen“ in den Mund nehmen. Erst nach Berlin, nun nach Leipzig zur „Großdemo“ (das übliche Gefecht um die Zahlen hat auch schon wieder begonnen – ob es nun 20.000 oder 30.000 waren).

    In jedem Fall waren es bereits laut Polizei Sachsen 20.000 und damit „4.000 mehr als geplant“, so Polizeisprecher Olaf Hoppe soeben auf Twitter in einem Videostatement. Fragt sich jetzt bloß, wo die Scheinbegrenzung auf 16.000 Teilnehmer/-innen am OVG herkam und warum die Oberverwaltungsrichter/-innen auf diesen Unsinn eingegangen sind? Ganz zu schweigen vom Kippen der Auflage, die ganze Sache an der Neuen Messe zu machen.

    Auflagen übrigens, die man nicht durchsetzen kann oder will, sind letztlich wie das viel zu lange Warten auf das Einhalten der Maskenpflicht heute, unsinnige Drohungen ohne Konsequenz. Das wird haften bleiben.

    Die Polizei wird nun nicht mehr maßgeblich eingreifen, „Querdenken“ hat alles erreicht, was die Organisatoren erreichen wollten. Und „die (R)Evolution“ ist jetzt also eine schwäbisch-bayrische Aktion in Leipzig, mit einigen sächsischen Fäusten durchgeboxt und wegbereitet durch Richter am Oberverwaltungsgericht in Bautzen.

    Deutet man die vorherigen, heutigen und ganz aktuellen Reaktionen in den sozialen Netzen und diversen anderen Wegen, dann fragt sich die Mehrheit in Leipzig eigentlich nur noch, wie es so weit in Coronazeiten überhaupt kommen konnte.

    Grade (18:47 Uhr) erfolgte eine Durchsage im „Querdenker“-Zug auf der Höhe der Thomaskirche: „Wir danken der Polizei, dass sie diesen Marsch möglich gemacht hat.“ Auf ihrem Weg sprechen sie nun sogar andere Menschen an und fordern sie auf, ihre Masken abzunehmen.

    18:10 Uhr: Markus Haintz fühlt den „Wind of change“

    18:15 Uhr „Querdenken“ auf dem Weg Richtung Goerdelerring. Foto: L-IZ.de

    Während sich aktuell mehrere hundert, darunter schwer gewaltbereite Neonazis vor dem Hauptbahnhof bewegen, jubelt „Querdenken“-Rechtsanwalt Markus Haintz auf seinem Telegram-Kanal vom „Wind of change“ und frohlockt „diese Bilder wollen wir sehen“ und postet Kerzen auf den Schienen der LVB am Wintergartenhochhaus.

    So verschieden ist der Tag heute in der Wahrnehmung. Auf Twitter beginnen derzeit die ersten Rücktrittforderungen gegen Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU), die Richterschaft am Oberverwaltungsgericht in Bautzen und noch einiger mehr.

    Der (weitere) Durchbruch einer Polizeikette am Hauptbahnhof

    „Querdenken“ auf dem Goerdelerring in Leipzig (18:20 Uhr)

    Videos: L-IZ.de

    17:50 Uhr: Tumulte am Hauptbahnhof zwischen 16 und 17 Uhr

    Zirka zehn Mal versuchte die Polizei, die Menge mit Durchsagen zum langsamen Abgang Richtung Hauptbahnhof zu bewegen, doch diese wollte unbedingt auf dem Ring laufen. Im entscheidenden Moment werden zwischen 16 und 17 Uhr Polizeikräfte am Hauptbahnhof abgezogen, offenbar um am Leuschnerplatz die Kollegen zu verstärken.

    Während es dort ruhig blieb, brechen daraufhin Tumulte am Hauptbahnhof aus, die Menge bricht durch, in einem Video vom „Jüdisches Forum“ auf Twitter ist zu sehen, wie ein Journalist von mehreren Personen attackiert und beinahe zusammengeschlagen wird.

    Das Video zeigt die Zeit am Beginn der Eskalation bis zum Durchbruch. Bis jetzt (18 Uhr) halten die Auseinandersetzungen nach einer erneuten Schließung des Ringes durch die Polizei auf Höhe Hauptbahnhof an, erneut werden Polizeiketten durchbrochen und es gibt Scharmützel zwischen Polizeibeamten und „Querdenken“-Demonstranten. Diese wollen sich offensichtlich ihren Gang über den Ring „freikämpfen“.

    Die Sequenzen vom Hauptbahnhof, Höhe Wintergartenhochhaus

    Video: L-IZ.de

    17:05 Uhr: Am Leuschnerplatz

    Was oder wie auch immer sich die Einsatzleitung der Polizei bei diesem Chaos gedacht hat, kann man später betrachten. Nun aber treffen am Wilhelm-Leuschner-Platz (gemäßigtere) „Querdenken“-Teilnehmer/-innen bei ihrem Versuch, unter dem vor dem heutigen Tag ausgiebig besprochenen, komplett schrägen 1989er Vergleich, über den Leipziger Ring zu spazieren, auf Widerstand.

    Es kommt einem tatsächlich so vor, als ob hier einige Schwaben, Bayern und andere unbedingt mal „Wende“ spielen wollen, während sie Lieder singend über den Ring wandeln. Interessant ist auch, dass hier massive Polizeikräfte vor Ort sind, wo es zu verbalen Auseinandersetzungen kommt, während ihre Kollegen am Hauptbahnhof in der Unterzahl sind und gerade „überrannt“ wurden, wie eine Außenkollegin der L-IZ.de mitteilte (das Video folgt).

    Nachtrag: die Stimmung am Leuschnerplatz bleibt friedlich, während sich die Lage am Hauptbahnhof nicht beruhigt. Aktuell sind mehrere Polizeieinheiten dahin unterwegs.

    Video: L-IZ.de

    16:45 Uhr: Katz und Maus

    Während sich die „Querdenker“ nur widerwillig Richtung Bahnhof begeben, ist eine Gruppierung Neonazis (siehe Ticker Teil 1) ein wenig aus dem Blickfeld verschwunden. Wohin sie sind, kann derzeit niemand sagen. Dafür konzentriert sich die Polizei im Bereich Wilhelm-Leuschner-Platz und Stadtzentrum zunehmend auf den Gegenprotest, welcher dort aus Autonomen und normalem Gegenprotest versammelt ist. Man will hier verhindern, dass die Coronaleugner noch auf dem Leipziger Ring marschieren.

    Auch am Leipziger Hauptbahnhof soll es einige Zusammenstöße gegeben haben, wir gehen dem nach. Einige unserer Außenreporter/-innen (!) mussten sich ein wenig zurückziehen, da die Lagen zunehmend unübersichtlich werden. Insbesondere im Bereich Richtung Hauptbahnhof gibt es gehörigen Druck auf die Einsatzbeamten, da eine Masse an „Querdenkern“ den Gang um den Ring offenbar erzwingen wollen.

    Soeben (16:57 Uhr) soll es hier zu einer Art „Durchbruch“ gekommen sein, es werden Böller geworfen. Vermutlich ist nun klar, wo sich die Rechtsradikalen aufhalten dürften – genau hier. An der rechten Seite des Hauptbahnhofes kommt es zu Auseinandersetzungen, die Polizei soll teilweise „umzingelt“ sein.

    „Querdenken“ beim (maskenlosen) Abgang vom Augustusplatz

    Video: L-IZ.de

    Gegenprotest am Leuschnerplatz unter starkem Polizeiaufgebot

    Video: L-IZ.de / Am Leuschnerplatz haben sich Gegendemonstranten versammelt, die verhindern wollen, dass doch noch ein „Querdenken“-Gang über den Ring stattfindet.

    Zum Liveticker (Teil 1): Querdenker in Leipzig – Polizei löst Versammlung auf + Videos

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      26 KOMMENTARE

      1. @André: Seit wann ist Dummheit eine Krankheit? Und wer entscheidet, was dumm ist und was nicht? Jeder für sich (oder eben jede Gruppe für sich). Klar hält sich jeder für den Klügsten – Teilnehmer an einer Querdenker-Demo halten sich für ebenso klug und sie, André, für dumm, wie sie, André, sich für klug und die Teilnehmer an einer Querdenker-Demo für dumm halten. Unter Umständen kann es übrigens ebenso dumm sein, alle Hakenschlägerei und Herumwinderei der Politik klaglos mitzumachen, wie es auch dumm sein kann, sich eben nicht an die Coronaregeln zu halten (Abstand halten ist nun wirklich kein Problem! Aber wissen wir eigentlich, wieviel Abstand effizient ist? Beachten sie, André, bspw. die Windrichtung, wenn sie von jemandem Abstand halten? Ist kaum erforscht, könnte aber zielführend sein. Sehen sie: reines stoisches Abstandhalten ohne nachzudenken könnte unter Umständen auch dumm sein).

      2. @André: das ist eigentlich wurst, ob sich von denen jemand infiziert hat oder krank wird. Es ist auch irrelevant, ob jemand von denen an Corona stirbt (ich selbst wünsche es keinen und sorge mich eher, da ich in den Videos und auf den Fotos der Demos auch viele ältere Menschen sehe). Von Belang ist theoretisch doch, dass sie unter Umständen andere anstecken. Was aber möglicherweise inzwischen sowieso keine Relevanz mehr hat, weil sich so ein einmal begonnenes Infektionsgeschehen (ausgelöst durch viele Dinge, u.a. Urlaubsreisen! Hat mich schon im Sommer gewundert, dass man Auslandsreisen erlaubt hat) nur sehr schwer wieder aufhalten lässt.

        Anderen Schlechtes zu wünschen, macht schlechtes Karma und wenn hier jemand Christ ist, dem steht das auch nicht gut an.

        Klar kann man wen doof finden und sein Tun für blöd erachten, aber jemanden den Tod zu wünschen, sorry, das hat keine Art.

      3. Warum gibt es eigentlich noch keinen Impfstoff gegen Dummheit? Die Krankheit gibt es schon seit Menschengedenken und trotzdem hat man da noch nichts entwickelt….

      4. @Lutz 70: die Strobl-Lösung ist kontraproduktiv. Warum?

        Betreffende Menschen werden sich dann einfach nicht (mehr) testen lassen und auch Ärzte meiden.

        Es würde dann nur Zufallsfälle betreffen, die man symbolisch in den Corona-Knast steckt – soll dann abschrecken.

        Nun, das mit der Abschreckung hat aber noch nie funktioniert, man hat auch hier in Deutschland jahrhundertelang Menschen auf alle erdenklichsten Arten und Weisen vom Leben zum Tode befördert und zur Schau gestellt, sei es komplett verwesend oder in Einzelteilen. Alles zur Abschreckung. Hat aber nie funktioniert, die Menschen ließen sich nie von sowas abschrecken. Auch nicht von irgendeinem Corona-Zwangslager.

        Tja, nun gesetzt den Fall man macht das trotzdem mit dem Coronaquarantäne-Zwangslager. Und? Ein widerspenstiger Max Müller kommt da rein, und alle anderen, die sich nicht haben testen lassen (bewusst oder unbewusst) rennen draußen noch herum und infizieren weiter.

        Nun könnten sie sagen, dann müsse man Massentests machen.

        Tja, dafür haben wir aber gar nicht die Kapazitäten.

        Also bliebe es bei reiner Symbolpolitik, welche zudem Ressourcen und Energien bündelt, welche aber an anderer Stelle (bspw. bei der Risikogruppe und auf den Intensivstationen!) dringend benötigt werden.

        Übrigens sehen glücklicherweise auch Politiker dies so, dass eine solche Maßnahme a) sinnlos ist, b) das Vertrauen der Bürger in die Regierung untergräbt (wenn man zu solchen Lösungen greift, werden die Querdenker sich über Zulauf freuen!) und c) mit den Grundrechten kollidiert.

        https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/kritik-an-strobl-vorstoss-zur-einweisung-von-quarantaene-verweigerern-100.html

      5. Also ich dachte ja, nach all den Gewaltaufrufen usw. würde es zu Straßenschlachten etc. kommen. Das ist ja dann alles doch noch vergleichsweise glimpflich abgelaufen. Achtung: vergleichsweise – natürlich finde ich diese ganze Wander-Demonstriererei in dieser Form derzeit kontraproduktiv für alle.

        Bedrohlich finde ich v.a. das eigenartige Verhalten der Polizei etc. Nicht sehr vertrauenserweckend, aber leider eigentlich nicht mal mehr überraschend. Hat ja schon Tradition quasi.

        @Leolo: theoretisch eine spannende Frage, aber da das Infektionsgeschehen europaweit explodiert, wird diese Veranstaltung vielleicht gar nicht mehr ins Gewicht fallen.

        Egal ob Staaten, die schon vorher einen Lockdown gemacht haben oder später, Staaten, in denen es Unruhen gab oder alles friedlich blieb, egal ob Ausgangssperre, Maskenpflicht an frischer Luft oder was weiß ich: egal was Mensch tut, es hat dann wohl doch keine Wirkung (außer wenn sich Staaten rechtzeitig hermetisch abschotten nach außen und nach innen Massentests usw. machen).

        In Österreich bspw. gab es meines Wissens gar keine Demos, und von Querdenkern aus Österreich hört man nichts (gibt es dort vielleicht so auch gar nicht?), dennoch steigen dort die Infektionszahlen laut der Medienberichte wie sonstwas.

        Somit ist es möglich, dass der Zug, die Infektionszahlen verlangsamen zu wollen, schon vor Wochen, in mancher Hinsicht Monaten, schon lange abgefahren ist, es vielleicht auch nie wirklich möglich war (weil die Abschottung etc. die europäischen Länder wirtschaftlich lahm legen würde usw. usf. Wirtschaft bedeutet eben dann doch auch Lebensmittelversorgung usw. und da ist kein europäisches Land wirklich autark, auch nicht in Bezug auf medinzinische Produkte).

        Wenn durch diese eine Demo an frischer Luft nun ein paar Leute mehr infiziert worden sind, fällt das wahrscheinlich gar nicht mehr ins Gewicht.

      6. Naja Kathrin, wenn die Corona-Leugner konsequent wären, würden sie sich ja nicht behandeln lassen.
        Man kann ja schließlich nicht an etwas erkranken, was es laut derem Weltbild nicht gibt.

      7. Michael Freitag,
        ich selber habe 10 Jahre lang in solchen „Massen, oderSammelunterkünfte“ namens Hotel beruflich gelebt. So schlimm ist es eigentlich nicht. Und dem Virus ist es egal.
        Ob Demo oder sonst was, die Quarantäne Regeln sollten trotzdem eingehalten werden.
        Vielleicht müssen wir wirklich die Quarantäne Verweigerer wegsperren, wie von Hr. Ströbele in B-W gefordert. Mal sehen wo die Reise hingeht.

      8. Liebe L-<IZ, das Löschen geht schon in Ordnung.
        @ Lutz: es ist wohl doch ein Unterschied, ob ich irgendwo sein MUSS, auf engstem Raum, und von dort "ausbreche" um etwas mehr Abstand halten zu können, oder ob ich mich freiwillig in den Zug setze und ins dickste Demogetümmel begebe.
        Mir ist schon klar, dass kein Arzt fragen wird, ob ein Leugner oder ein Informierter vor ihm sitzt, er muss ihn halt behandeln. Aber ich bleib dabei: Leugner nicht behandeln. Die können ja ihre Infektion leugnen. Corona gibts nicht. Am schärfsten sind die Typen, die behaupten, dass es Viren nicht gibt. Da freut sich jede Grippewelle

      9. Ich weiß, man soll nicht spotten, aber die Demo hat auch ihr Gutes – für die Virologen: die könnten daraus ein herrliches Modell entwickeln bzw. ihre mathematischen Infektionsmodelle verbessern. Einfach das Infektionsgeschehen der kommenden Wochen verfolgen und dann entsprechend berechnen. Das gibt neue Erkenntnisse zu den Verbreitungswegen, zur Ansteckungsgefahr usw. Als Grundlage bzw. Korrelat für die Modellentwicklung lassen sich die Zahlen der Trump-Wahlkampfverstaltungen in den USA nehmen. Da betrug die Steigerung der Ansteckung im Schnitt 250 pro 100.000. Bei 18 Veranstaltungen waren das 30.000 Fälle und 700 Tote. Allerdings basieren die amerikanischen Rechnungen nicht auf tatsächlichen Nachverfolgungen, sondern auf mathematischen Vergleichsmodellen mit anderen Bundestaaten. Da könnten wir hierzulande an den Amerikanern empirisch vorbeiziehen 🙂

      10. Kathrin, prima Idee und die Asylbewerber aus Markranstädt die sich laut LVZ v. 7.11. nicht an ihre Quarantäne gehalten haben mit in den Flieger….. Dünnes Eis

      11. Das, was da derzeit „um den Ring“ läuft oder laufen will, sind keine Querdenker. Das sind Null-Denker, Null-Checker.
        Die Demo wurde aufgelöst, sie wurden mehrfach aufgefordert heimzugehen. Wer jetzt noch dort „Demo spielt“ begeht Landfriedensbruch. Und das gehört sofort zur Anzeige gebracht.
        Hm, geht ja nicht. Sind ja keine Linken. Bei Linken geht sowas ja immer fix, da finden sich auch immer Richter, die sowas schnell und mit aller zur Verfügung stehenden gesetzlichen Härte bestrafen. Bei Null-Checkern und Rechten ist man da ja nicht so schnell.

      12. Liebe Kathrin. So sehr wir die Wut verstehen, so sehr wollen wir nicht, dass wir in echte Aggressionen verfallen. Wir haben Deinen Kommentar ausnahmsweise gelöscht und hoffen auf Verständnis. Dein M.F.

      13. Ich befürchte, keiner wird Verantwortung übernehmen, weil keiner davon wissen konnte und jeder alles getan hat, was möglich war.
        Also alles ok, – nicht!

      14. 45 000 Teilnehmer berichtet die Initiative Durchgezählt.
        Müßten die Infektionszahlen ja durch die Decke gehen.

      15. Mein politisches Engagement beschränkt sich sonst darauf als Wahlhelfer tätig zu sein.

        Aber ich bin so wütend, dass ich jetzt sogar eine Petition an den Landtag geschrieben habe.

      16. Heute hat unser demokratischer Rechtsstaat hier in unserer Stadt komplett das Gesicht verloren. Gesetze gelten offenbar noch bei Sonnenschein. Der (un)verantwortliche Innenminister sollte in Zukunft viel Zeit haben, darüber nachzudenken.

      17. Naja, überrascht sind wir doch jetzt hier alle nicht, oder? Das haben alle vergangenen Demos zum Thema in S, M, DD, B etc. bereits angedeutet. Überfordert kann man eigentlich mittlerweile auch nicht mehr sein . . theoretisch zumindest.
        Immerhin hat man 3x nett um anlegen des MNS gebeten . . . kann man halt nix machen . . war ein Versuch wert. Da wird ja bei jeder Ruhestörung härter durchgegriffen.
        Wasserwerfer zielen bekanntlich nur nach links und zudem will man sicherlich nicht riskieren, dass sich die „Kollegen“ auf der anderen Seite dann erkälten und man vielleicht noch deren Dienst übernehmen muss.
        Hat Sachsen nicht mal so einen fancy Panzer für/gegen Demoeinsätze angeschafft? Steht der gerade beim TÜV, oder was?

        Traurige, wütende, frustrierte und müde Grüße in meine Heimatstadt, danke an alle die sich dagegen gestellt haben und natürlich auch an alle die darüber berichten!

      18. Wenn sich jetzt noch mehr Menschen radikalisieren, braucht sich die Politik nicht wundern.

        Den Corona-Leugnern wird ja straffrei freie Hand gelassen und der „Normalbürger“ soll alle möglichen Auflagen einhalten.

      19. Wenn es diesen Leuten wirklich um sachliche Auseinandersetzungen und um die Grundrechte gehen würde, hätten sie mit MNS und Abstand demonstriert. Das sie die Friedliche Revolution zu ihren Zwecken missbrauchen wollen, ist das allerletzte.

      20. Warum läßt man das zu? Will man sich damit gemein machen? Die Ausrede, man hätte zu wenig Polizeikräfte vor Ort kanns ja wohl nicht sein, das war doch Eskalation mit Ansage. Genau wie erwartet.

        Komplettes Versagen auf ganzer Linie.

      21. Ich bin entsetzt, dass der Staat jetzt vollends kapituliert und den Mob über den Ring ziehen lässt.

        Hier wird tatenlos gegen alle Auflagen verstoßen, dass muss unbedingt Konsequenzen nach sich ziehen!

      22. Wozu hat man die Wasserwerfer nach Leipzig verlegt, wenn sie in dieser Situation nicht zum Einsatz kommen? Anders kann die Polizei der Lage doch nicht mehr Herr werden.

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