Ich träume davon, dass alles gut wird. Okay, das klingt jetzt ziemlich pathetisch, aber es stimmt auch irgendwie. Denn neben der Corona-Pandemie, die ihre nächste Ehrenrunde durch Deutschland dreht und dabei täglich hunderte Menschen das Leben kostet, gibt es da leider noch ein anderes, viel größeres Problem: die Klimakrise.

All das, was in den letzten zwei Jahren in den Hintergrund verschwand, ist nicht einfach weg. Nach wie vor werden jedes Jahr Temperaturrekorde gebrochen, immer größere Flächen verwüstet, überschwemmt oder sie brennen einfach komplett ab. Seit mindestens 50 Jahren sind die Auswirkungen des menschgemachten Klimawandels bekannt und die Voraussagen der Wissenschaftler/-innen werden Jahr für Jahr von der Realität übertroffen.

Ich könnte auch sagen, dass ich mir eine gute Zukunft wünsche – wegen Fridays for Future und so – aber das tue ich nicht. Denn während es bei mir vielleicht tatsächlich um meine Zukunft auf diesem Planeten geht und ich die Klimaveränderungen erst in ein paar Jahren so richtig am eigenen Leib zu spüren bekomme, ergeht es Menschen des globalen Südens anders. Denn bereits seit Jahrhunderten werden die Menschen und Lebensräume dort vor Ort von Menschen aus dem globalen Norden ausgebeutet.

Mit Klimaschutz allein ist es nicht getan, die Klimakrise ist eine Frage der Gerechtigkeit. Denn verschiedene Länder sind unterschiedlich stark von ihr betroffen – und für sie verantwortlich oder nicht. Die Länder, die jetzt besonders unter den Folgen der Erderhitzung leiden, sind nur für einen Bruchteil des CO2-Ausstoßes verantwortlich. Auch haben die größten Verursacher/-innen die meisten Mittel und Ressourcen, um sich gegen die Klimakrise abzusichern und exportieren ihre Anteile an der Klimazerstörung in andere Teile der Welt.

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Die letzte LZ des Jahres 021, Nr. 97 Titelblatt. Foto: Screen LZ

Ich wünsche mir, dass die Verursacher/-innen ihre Verantwortung endlich wahrnehmen und Klimapolitik sozial und ökologisch gerecht machen! Ich wünsche mir, dass Deutschland endlich seine globale Verantwortung übernimmt. Und ich wünsche mir, dass klimagerechte Politik endlich die Regel ist, nicht die Ausnahme. Der Wandel zu einem sozial und ökologisch gerechten System wirkt ungreifbar weit entfernt, dabei ist jede Maßnahme für sich ein Schritt in die richtige Richtung.

Von der Abkehr von fossilen Brennstoffen über nachhaltige Landwirtschaft bis hin zur Überwindung des kapitalistischen Wirtschaftssystems. Die Liste der Möglichkeiten ist lang, sie müssen nur umgesetzt werden.

Das ist nicht von heute auf morgen getan und ich weiß, dass es ein langer Prozess sein wird. Aber wir brauchen den Wandel in eine klimagerechte Zukunft dringender, als den meisten bewusst ist. Ich hoffe, dass mein Traum möglichst bald in Erfüllung geht.

Mehr aktuelle Träume auf L-IZ.de, in der Coronakrise 2021 und aus den letzten Jahren

„Wenn Leipziger/-innen träumen: Gerechtes Klima?“ erschien erstmals am 17. Dezember 2021 in der aktuellen Printausgabe der Leipziger Zeitung (LZ). Unsere Nummer 97 der LZ finden Sie neben Großmärkten und Presseshops unter anderem bei diesen Szenehändlern.

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