Gründe für Wohnungslosigkeit sind vielfältig, doch fast alle Betroffenen teilen sich bestimmte Probleme, zum Beispiel fehlenden Zugang zu Sportangeboten. Ein Team von Straßensozialarbeiter*innen möchte das ändern und einmal monatlich Boxtherapie für wohnungslose Frauen anbieten. Nötig sind dafür 300 Euro aus dem Stadtbezirksbudget.
Einen entsprechenden Antrag hat das Projekt „Safe – Straßensozialarbeit für Erwachsene“ im Stadtbezirksbeirat Mitte eingereicht. Von März bis Dezember ist ein Termin pro Monat mit jeweils sechs bis acht Teilnehmerinnen geplant.
In Gesprächen mit betroffenen Frauen sei klar geworden, dass es einen hohen Bedarf an sporttherapeutischen Angeboten gebe, schreibt „Safe“ in seinem Antrag. Bislang seien die Angebote der Wohnungslosenhilfe aber „sehr männerdominiert“. Deshalb möchte man einen Raum etablieren, in dem „Frauen sich miteinander vernetzen und ohne jede Angst bewegen können“.
Boxtherapie sei besonders geeignet, um Aggressionen, Ohnmachtsgefühle und Stress zu regulieren und abzubauen. „Das geplante Angebot verbindet Bewegung, Körperwahrnehmung und sozialarbeiterische Begleitung.“
Die beantragten 300 Euro werden für Material benötigt, darunter ein Boxsack, ein Reflexball und ein Schlagpolster. Weitere Kosten entstehen nicht: Räume der Diakonie können kostenlos genutzt werden und die Öffentlichkeitsarbeit übernimmt das Suchtzentrum, also der Träger von „Safe“.
Alle zehn Stadtbezirksbeiräte in Leipzig verfügen über ein eigenes Budget von jeweils 55.000 Euro pro Jahr. Damit sollen kleinere Projekte umgesetzt werden, die einen konkreten Bezug zum Stadtbezirk haben. Sowohl einzelne Personen als auch Vereine und Initiativen können Geld beantragen.
Möglicherweise entscheidet der Stadtbezirksbeirat schon in der kommenden Woche über den Antrag von „Safe“. Die nächste Sitzung ist für den 19. Februar geplant.
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