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Der Kampf um Olympia-Tickets bei den Slalomkanuten beginnt

Erstmals kämpfen die Slalomkanuten des Deutschen Kanu-Verbands (DKV) bereits ein Jahr vor den Olympischen Spielen um die Startplätze für Tokio 2020. Los geht es am 27. April in Markkleeberg. Jeweils nur ein Boot pro Disziplin (C1 und K1 der Damen und Herren) kann sich für Olympia qualifizieren.

Entsprechend „fokussiert und bewusst haben sich die Sportlerinnen und Sportler auf diese Saison vorbereitet“, sagt Cheftrainer Michael Trummer. „Das Training in den Wintermonaten haben wir deutlich intensiviert.“ Die Spannung im Team ist enorm, bedingt durch die hohe Leistungsdichte. „Das haben wir im Training gemerkt, letztlich sind alle Konkurrenten. Der Druck ist natürlich immens.“

Dieses starke Team ist das Ergebnis aus acht Jahren Arbeit: „Wir haben jetzt ein gestandenes Team.“ So wird es beispielsweise im Einer-Canadier der Herren eng zwischen Sideris Tasiadis (KSA Augsburg) und Franz Anton (LKC Leipzig). Mit dem Weltmeistertitel auf der ehemaligen Olympia-Strecke im brasilianischen Rio de Janeiro im vorigen Jahr hat Anton ein Achtungszeichen gesetzt.

Genauso spannend werden die Ausscheide bei den Kajak-Herren zwischen Hannes Aigner (AKV Augsburg) und Sebastian Schubert (KR Hamm) sowie bei den Kajak-Damen zwischen Ricarda Funk (KSV Bad Kreuznach) und Jasmin Schornberg (KR Hamm) zu erwarten sein, die sich alle auf einem ähnlichen Leistungsniveau befinden. Erfahrung spielt eine große Rolle im Kanuslalom, trotzdem: Jeder muss sich erst einmal qualifizieren. Und auch die Jüngeren wittern ihre Chance.

Die Olympia-Qualifikation wird in nationalen und internationalen Wettkämpfen nach internen Punktesystemen ausgetragen und endet mit den Weltmeisterschaften im spanischen La Seu de Urgel am 29. September. Dann stehen die Olympia-Teilnehmer fest. „Sie können sich dann voll auf die Vorbereitung für Olympia konzentrieren“, sagt Trummer. So steht bereits im Oktober dieses Jahres die Olympia-Strecke in Tokio zum Training zur Verfügung. Weitere Trainingsmöglichkeiten gibt es im November und dann noch einmal im März und April. „Da wir mit den Olympia-Qualifikationsrennen bereits im September fertig sind und nicht erst im Mai des Olympia-Jahres, können wir uns optimal auf die Strecke in Tokio vorbereiten“, sagt Trummer.

Olympia-Qualifikationsrennen starten am 27. April

Der Start der insgesamt vier nationalen Qualifikationsrennen ist in diesem Jahr im Kanupark Markkleeberg vom 27. bis 28. April. An den zwei Qualifikationsläufen nehmen rund 180 Athletinnen und Athleten der Altersklassen ab 15 Jahren teil. Die Läufe beginnen samstags und sonntags jeweils 9 Uhr mit den Halbfinals und 14.30 Uhr mit den Finals.

Wettkampfende ist etwa 16.30 Uhr. Mit am Start ist die gesamte Nationalmannschaft aus dem Jahr 2018. Alle konnten sich gut vorbereiten, lediglich Elena Apel (KSA Augsburg im C1) und Tim Maxeiner (WKV Wiesbaden im K1) hatten vor zwei Wochen aufgrund leichter Verletzungen das Training entsprechend anpassen müssen.

Neben den ersten Punkten für die Olympia-Tickets geht es bei den nationalen Wettkämpfen in Markkleeberg und Augsburg auch um die Teilnahme an der Weltcup-Serie sowie die Startplätze für die Weltmeisterschaften in La Seu d’Urgell und die Europameisterschaften im französischen Pau. Bei den Europameisterschaften und Weltmeisterschaften können in jeder olympischen Disziplin drei Boote starten. Bei Olympia jeweils nur eins.

„Der Fokus liegt in dieser Saison ganz klar auf der Qualifikation für Olympia und nicht auf dem Gesamtweltcup“, sagt Trummer. „Während wir in den vergangenen Jahren immer an allen Weltcups teilnahmen, lassen wir dieses Jahr den dritten Weltcup und das Finale aus.“ Und die Teilnahme am zweiten Weltcup im slowakischen Bratislava ist den Athleten freigestellt. „Wer noch Bedarf an internationalen Wettkampfläufen hat, wird teilnehmen. Die meisten werden dann schon regenerieren und sich auf den Weltcup in Markkleeberg und die WM vorbereiten“, sagt Trummer.

Alle Nationalmannschaften stehen am 5. Mai fest

Die Rennen drei und vier des nationalen Ausscheides finden bereits eine Woche später, vom 4. bis 5. Mai im Eiskanal Augsburg statt. Danach stehen alle Nationalteams fest – auch die Junioren- und U23-Nationalmannschaften. Gleichzeitig werden die ersten Punkte aus der Gesamtwertung der vier Qualifikationsrennen für ein Olympia-Ticket gesammelt.

Als weitere drei Qualifikationswettkämpfe gelten der erste Weltcup im englischen London-Lee Valley vom 14. bis 16. Juni, der vierte Weltcup in Markkleeberg vom 30. August bis 1. September sowie die Weltmeisterschaften in La Seu de Urgel vom 25. bis 29. September. Das schlechteste Ergebnis wird gestrichen.

Nationalmannschaft 2018:

Kajak Herren:
Hannes Aigner (AKV Augsburg)Tim Maxeiner (WKV Wiesbaden)
Sebastian Schubert (KR Hamm)

Kajak Damen:
Lisa Fritsche (BSV Halle)
Ricarda Funk (KSV Bad Kreuznach)
Jasmin Schornberg (KR Hamm)

Canadier Herren:
Franz Anton (LKC Leipzig)
Sideris Tasiadis (KSA Augsburg)
Lennard Tuchscherer (LKC Leipzig)

Canadier Damen:
Elena Apel (KSA Augsburg)
Andrea Herzog (SG Kanu Meißen)
Lena Stöcklin (LKC Leipzig)

Wettkampfkalender:

1. Teil Qualifikation zur Nationalmannschaft 2019 27.04.-28.04. Markkleeberg Rennen 1 + 2
2. Teil Qualifikation zur Nationalmannschaft 2019 04.05.-05.05. Augsburg Rennen 3 + 4
(Gesamtwertung zählt als 1. Teil der Olympia-Qualifikation)
Europameisterschaften 30.05.-02.06. Pau, FRA  
Weltcup 1 14.06.-16.06. London Lee Valley, GBR 2. Teil der Olympia-Qualifikation
Weltcup 2 21.06. – 23.06. Bratislava, SVK nicht im Fokus des A-Teams, Teile des A-Teams können teilnehmen
Weltcup 3 28.06. – 30.06. Tacen, SLO nicht im Fokus des A-Teams
Weltcup 4 30.08. – 01.09. Markkleeberg 3. Teil der Olympia-Qualifikation
Weltcup 5 (Finale) 06.09. – 08.09. Prag, CZE WM der nicht-olymp. Disziplinen C2mix und

Boatercross; nicht im Fokus des A-Teams

Deutsche Meisterschaften 13.07. – 14.07. Hohenlimburg nicht im Fokus des A-Teams
Weltmeisterschaften 24.09. – 29.09. La Seu d’Urgell, SPA 4. und letzter Teil der Olympia-Qualifikation
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Grafik: IHK zu Leipzig

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Prozess gegen „Das Wunder von Mals“: Auch dem Geschäftsführer des Oekom Verlags droht wegen „übler Nachrede“ eine Anklage
Alexander Schiebel. Foto: Jörg Farys, Oekom Verlag

Foto: Jörg Farys, Oekom Verlag

Für alle LeserDer Oekom Verlag hatte 2017 schon den richtigen Riecher, als er Alexander Schiebels Buch „Das Wunder von Mals“ mit dem Untertitel versah: „Wie ein Dorf der Agrarindustrie die Stirn bietet“. Auch wenn es jetzt ein Südtiroler Landesrat und 1.600 Südtiroler Obstbauern zu sein scheinen, die neben Alexander Schiebel auch Karl Bär, Agrarreferent im Umweltinstitut München, vor Gericht gezerrt haben. Nun wollen sie auch noch Oekom-Verleger Jacob Radloff anklagen lassen. Deutlicher kann die ach so stille Agarindustrie gar nicht zeigen, wie sehr ihr dieser Münchner Verlag ein Dorn im Auge ist.