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Zum fünften Mal in Folge: Universität Leipzig begrüßt mehr als 7.000 Studienanfänger

Das Immatrikulationsverfahren läuft noch, doch schon jetzt lässt sich sagen: Zum fünften Mal in Folge nehmen mehr als 7000 junge Menschen ein Studium an der Universität Leipzig auf. Fast 36 Prozent von ihnen - und damit mehr als je zuvor - stammen aus dem Westen Deutschlands, 11 Prozent aus dem Ausland. Die Zahl der Bewerber lag bei rund 44.500. Dies ist der zweithöchste Wert in der Geschichte der traditionsreichen Hochschule. Auch in den Bereichen Forschung und Wissenstransfer kann die Universität Leipzig Erfolge vermelden. So machte sie im Förderranking der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Rangliste der 40 bewilligungsstärksten Hochschulen, den größten Sprung - sie kletterte um sieben Plätze auf Rang 31.

„Die Zahlen sprechen für sich. Wir sind eine sehr attraktive und in vielen Bereichen erfolgreiche Universität – und wir freuen uns riesig, erneut so viele junge Menschen bei uns begrüßen zu dürfen. Wir fühlen uns dadurch bestätigt und zugleich angespornt und motiviert“, sagte Rektorin Prof. Dr. Beate Schücking anlässlich der heutigen Jahrespressekonferenz der Hochschule, an der sie selbst aufgrund eines Termins mit mehreren Staatssekretären nicht teilnehmen konnte.

Die meisten Bewerbungen verzeichneten erneut das Fach Psychologie und die Lehramtsstudiengänge. Bei den Bewerbern pro Platz folgen auf die Psychologie die Kommunikations- und Medien- sowie die Kulturwissenschaften. An der Spitze der Studienanfänger-Tabelle steht der Studiengang Rechtswissenschaft, gefolgt vom Lehramt an Gymnasien und der Medizin.

„Natürlich hat das Lehramtsstudium, für das wir wieder mehr als 1000 neue Studierende immatrikuliert haben, bei uns eine immense Bedeutung, das ist auch politisch so gewollt und vom Freistaat durch eine Sonderfinanzierung unterstützt“, sagte Prof. Dr. Thomas Hofsäss, Prorektor für Bildung und Internationales. Generell sei es wichtig, die Qualität des Studiums auf einem hohen Niveau halten zu können. „Viele Beratungsangebote und ein intensiver Austausch über Lehr- und Lernkulturen helfen dabei enorm“.

Die endgültigen Immatrikulationszahlen werden erst in einigen Wochen feststehen. Wie in den Vorjahren werden noch zahlreiche Nachzügler in die Statistik eingehen, die ihren Studienplatz zwar angenommen, aber noch nicht alle nötigen Unterlagen eingereicht oder ihren Semesterbeitrag noch nicht bezahlt haben. Momentan beträgt die Gesamtzahl der Studierenden an der Alma mater Lipsiensis knapp 28.500. Davon sind mehr als 3.400 (rund 12 Prozent) Ausländer, was in etwa der im Vorjahr gesetzten Bestmarke entspricht. „Das freut mich natürlich besonders“, sagte Thomas Hofsäss. „Im Bereich Internationalisierung hatten wir zudem erst vor wenigen Wochen mit unseren Anträgen in Förderprogrammen für internationale Studiengänge gleich mehrere Erfolge feiern können.“ Unter anderem wurden vom Deutschen Akademischen Austauschdienst alle fünf Anträge der Universität Leipzig für Studiengänge mit Doppelabschluss bewilligt.

Forschung: „Heiße Eisen im Feuer“

Prof. Dr. Matthias Schwarz, Prorektor für Forschung und Nachwuchsförderung, wies darauf hin, dass die Universität Leipzig auch im Forschungsbereich sehr gut unterwegs sei. Im jüngsten „DFG-Förderatlas“, der Rangliste der durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft geförderten Projekte, kletterte sie um sieben Plätze auf Rang 31. Sie warb dazu im Zeitraum von 2011 bis 2013 bei der DFG 85,3 Millionen Euro ein.

„Auf diesem Erfolgsweg schreiten wir weiter voran“, sagte Schwarz. „Zuletzt durften wir uns über DFG-Zusagen in Millionenhöhe für ein Projekt zu chemischen Mikrolaboratorien und eine Kollegforschergruppe zu Säkularitäten und den Grenzen der Religion freuen. Zudem wurde der Sonderforschungsbereich ‚Polymere unter Zwangsbedingungen‘ verlängert, den die Universitäten Halle-Wittenberg und Leipzig gemeinsam betreiben. Und wir haben weitere heiße Eisen im Feuer.“

Zwei neue Sonderforschungsbereiche stünden in Aussicht, ein weiterer könnte verlängert werden, ein internationales Graduiertenkolleg dazukommen. „Es ist klar zu sehen, dass wir mit der Bündelung unserer Forschungsstärken, die wir im vergangenen Jahr vollzogen haben, goldrichtig liegen“, so Schwarz. Mit ihren Forschungsprofilbereichen habe die Universität wissenschaftliche Wachstumskerne identifiziert, um die sich Exzellenz aus der Universität und von außeruniversitären Forschungspartnern versammele. Die Profilbereiche sind in drei strategische Forschungsfelder gebündelt: veränderte Ordnungen in einer globalisierten Welt, intelligente Methoden und Materialien sowie nachhaltige Grundlagen für Leben und Gesundheit. Prorektor Schwarz zeigte sich überzeugt davon, dass die Universität Leipzig in der kommenden Runde der Exzellenzinitiative erfolgreich abschneiden könne: „Wir sind gut gerüstet.“

Natürlich habe es in diesem Jahr auch einen Rückschlag gegeben: Das Translationszentrum für Regenerative Medizin (TRM) werde vom Bund nicht weitergefördert. „Das war eine schlechte Nachricht, und die Situation ist nach wie vor schwierig. Aber wir kommen voran. Die regenerative Medizin wird weiterhin eine wichtige Rolle an der Universität Leipzig spielen, ebenso die Überführung von Forschungsergebnissen in die klinische Anwendung, das ist klar“, sagte Matthias Schwarz dazu. Das in enger Zusammenarbeit mit der Medizinischen Fakultät erarbeitete Verstetigungskonzept mit einer Fokussierung auf die Gebiete Herz-Kreislauf, Bindegewebe und Leber wolle die Universität nun zügig umsetzen. „Wir konnten dafür mit dem Herzzentrum einen sehr interessanten und starken Partner finden. Wir haben zudem eine neue Ordnung für das TRM beschlossen, auch wurde ein neues Direktorium gewählt. Und aus dem sächsischen Wissenschaftsministerium gibt es positive Signale für eine Unterstützung.“ Von ehemals 132 TRM-Mitarbeitern konnten 30 weiterbeschäftigt werden, knapp 50 weitere haben im Umfeld der Universität neue Jobs gefunden.

Transfer: „Glänzende Bilanz“

Prof. Dr. Thomas Lenk, Prorektor für Entwicklung und Transfer, äußerte sich zur Zusammenarbeit in der Wissenschaftsregion Leipzig, die stetig besser werde. „Die wichtigsten Akteure in Sachen Wissens- und Technologietransfer sind inzwischen sehr gut vernetzt. Und wir sind in diesem Jahr einen weiteren wichtigen Schritt gegangen, indem wir genauso wie unsere Partnerhochschulen Halle-Wittenberg und Jena Mitglied in der Europäischen Metropolregion geworden sind.“ In diesem Verbund engagieren sich strukturbestimmende Unternehmen, Städte und Landkreise, Kammern und Verbände sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit dem gemeinsamen Ziel einer nachhaltigen Entwicklung und Vermarktung der Wirtschafts-, Wissenschafts- und Kulturregion Mitteldeutschland.

Lenk verwies zudem auf „die glänzende Gründungsbilanz“. Über die unter anderem von der Universität Leipzig getragene Selbstmanagementinitiative Leipzig (SMILE) kamen seit 2006 bereits mehr als 350 Ausgründungen zustande, davon 235 aus der Universität selbst. Von den 111 gegründeten Personen- und Kapitalgesellschaften konnten rund 70 Prozent am Markt bestehen. „Nicht umsonst darf sich die Universität Leipzig laut Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft zu Deutschlands gründungsstärksten Hochschulen zählen. Im Gründungsradar stehen wir in der Kategorie Gründungen mit Wissenstransfer auf dem zweiten Rang“, sagte Prorektor Lenk.

Flüchtlingshilfe: Zahlreiche Initiativen von Studierenden und Mitarbeitern

Im Rahmen der Jahrespressekonferenz dankte die Kanzlerin der Universität, Prof. Dr. Birgit Dräger, allen Studierenden und Mitarbeitern für ihr großes Engagement bei der Flüchtlingshilfe. „Besonderer Dank gebührt zudem den Angehörigen der Sportwissenschaftlichen Fakultät, die viel Verständnis aufbringen für die Sondersituation rund um die Ernst-Grube-Halle.“ In der Sporthalle wird von der Landesdirektion Sachsen seit August eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge betrieben. „Damit steht für die betroffene Fakultät eine essentielle Grundlage für die Lehre und Ausbildung der Studenten nicht zur Verfügung. Das ist keine einfache Situation“, betonte Dräger. „Einerseits möchten wir weiterhin gerne helfen, die Situation der Flüchtlinge liegt uns allen am Herzen. Andererseits müssen wir unsere Aufgaben in Lehre und Forschung erfüllen, unsere Studierenden sollen schließlich weiterhin gut ausgebildet werden. Wir haben zum Glück Alternativlösungen gefunden, aber die sind aus unserer Sicht nur für das kommende Wintersemester vertretbar.“

An der Universität Leipzig gibt es aktuell zahlreiche Initiativen zur Flüchtlingshilfe. Die Hochschule bietet Flüchtlingen kostenfrei die Gasthörerschaft an. Grundlage ist eine gültige Aufenthaltsgestattung. In der Universitätsbibliothek erhalten Flüchtlinge kostenfrei eine Gastkarte. Studierende engagieren sich beispielsweise beim Dolmetschen und in mehreren Arbeitskreisen des Studentenrates. Das Orientalische Institut der Universität stellt in Kürze eine kostenfreie Sprachbrücke für Helfer und Flüchtlinge in Form eines Online-Sprechbuches zur Verfügung, das die Kommunikation von und mit Flüchtlingen auch ohne Dolmetscher in Arabisch, Persisch, Kurdisch und Deutsch möglich machen wird. Am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre wurde ein Online-Portal für geflüchtete Akademiker und deutsche Forschungseinrichtungen entwickelt und freigeschaltet. Das Portal soll den Kontakt zwischen in Deutschland arbeitenden und geflüchteten Wissenschaftlern, aber auch zwischen den in Deutschland lebenden Studierenden/Absolventen und geflüchteten Studierenden/Absolventen herstellen.

Zudem hat die Universität inzwischen einen Flüchtlingsbeauftragten, den vor Kurzem emeritierten Anatomie-Professor Günther Fitzl. „Er hat sich dankenswerterweise sofort dazu bereiterklärt und ist nun unser erster Ansprechpartner in Flüchtlingsfragen, nach außen wie nach innen“, sagte Kanzlerin Dräger. „Ich denke, er wird als Koordinator und Moderator vieler Prozesse wertvolle Arbeit leisten.“

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