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Gebäudekomplex in der Karl-Liebknecht-Straße 109/Scharnhorststraße 17

Dauerhafte Graffiti-Galerie auf sanierter Fassade

Bunt und unverwechselbar: Der Gebäudekomplex in der Karl-Liebknecht-Straße 109/Scharnhorst¬straße 17 bleibt ein Ort der Sprayerszene. Gemeinsam mit der Koordinierungsstelle Graffiti (KSG) in Leipzig hat die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft mbH (LWB) im Zuge der Fassadensa¬nierung die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass an der Außenhaut des denkmalgeschützten Hauses in der Leipziger Südvorstadt Szenekünstler dauerhaft ihre Werke zeigen können.

Insgesamt 27 Platten, jede rund zwei Quadratmeter groß, wurden von Sprayern gestaltet und bis Ende April in Höhe der ersten Etage am Haus befestigt. Bei der Gestaltung der „Graffitigalerie Karli 109“ gab es keinerlei thematische Vorgaben für die Künstler. Ziel war und ist es vielmehr, die Viel­falt der Ausdrucksformen sowie der Szene zu zeigen und ihr einen legalen Platz zur Präsentation zu reservieren. „Ihnen wird die Möglichkeit gegeben, ihr Lebensgefühl in ihrer eigenen Bildsprache an prominenter Stelle und in einem Rahmen zu präsentieren, welcher auch die Anerkennung und Wertschätzung für ihre Kultur aufzeigt“, erklärt Sascha Kittel, Leiter der Koordinierungstelle Graftiti in Leipzig. Das Galerieprojekt, dessen Ausstellungen regelmäßig wechseln sollen, sei ein „großer und bedeutender Schritt“ bei der Schaffung von legalen Plätzen für Sprayerkunstwerke. Laut Kittel trage die LWB mit ihrer mutigen Kooperation dazu bei, die „Stadt weiter zu einem attraktiven und zeitgemäßen Ort für alle Generationen zu machen“.

Mit der „Graffitigalerie Karli 109“ wird laut Iris Wolke-Haupt, Geschäftsführerin der LWB, die Unterstützung der legalen Graffiti-Szene fortgesetzt. „Es handelt sich um das erste gemeinsame Vorhaben mit der Koordinierungsstelle Graffiti der Stadt Leipzig“, so Wolke-Haupt. Die LWB nehme auch mit diesem Projekt ihre besondere Verantwortung als kommunales Unternehmen wahr. Zudem profitiere sie davon, denn mit der „Karli 109“ sei ein echter Hingucker entstanden.

An der Verwirklichung der „Graffitigalerie Karli 109“ haben viele unterschiedliche Akteure mitge­wirkt. Die LWB hat die Fläche am Haus als auch das Material für die Kunstwerke zur Verfügung gestellt, die Koordininierungsstelle hat das Projekt organisiert und das Amt für Bauordnung und Denkmalpflege die erforderlichen Genehmigungen erteilt. Nach der „Graffitigalerie Karli 109“ hat die LWB bereits weitere ähnliche Gemeinschaftsvorhaben mit der Koordinierungsstelle Graffiti in der Südvorstadt im Blick, so die zuständige Geschäftsstellenleiterin der LWB, Kerstin Fischer-Ka­mes.

Die LWB unterstützt seit zehn Jahren gemeinsam mit der Stadt Leipzig die alljährliche Street Art Open Air Gallery. Zwischen 30 und 50 erfahrene Künstler und Nachwuchssprayer treffen sich dort im Rahmen einer offenen Werkstatt zum gemeinsamen Sprayen. Die entstandenen Werke sind an Häusern der LWB in der Südvorstadt ausgestellt. 2014 konnten die Bilder, die im Rahmen der Street Art Open Air Gallery entstanden sind sowie ein riesiges Gemeinschaftswerk sogar monatelang am Georgiring und der Wintergartenstraße gezeigt werden. Die LWB hatte einen langen Bauzaun auf­gestellt, der für die seinerzeit längste Open-Air-Graffiti-Schau Leipzigs geeignet war. Interessant: Die fantasievollsten Bilder entwickelten sich zu begehrten Sammlerobjekten. Insgesamt fünfmal bedienten sich Langfinger an den Exponaten.

Indessen ist die Koordinierungsstelle Graffiti weiter engagiert auf der Suche nach mehr legalen Plätzen für die Leipziger Sprayer-Szene. Laut Kittel stoße der präventive Ansatz der Stadt Leipzig „einerseits auf überwältigenden Zuspruch und große Anerkennung“, andererseits scheiterten zu viele der geplanten und dringend notwendigen Projekte bisher an der Finanzierung.

Insbesondere Unternehmen seien zum Mitwirken aufgerufen. Gesucht werden Flächen und/oder

das Geld für die Projekte. Laut Kittel könne der moderne Umgang mit dem Thema Graffiti auch hel­fen, illegale Schmierereien zu reduzieren. „Die vergangenen 30 Jahre haben gezeigt, dass Verbote, Verfolgung und Bestrafung allein nicht zielführend sind“, so der Szenekenner.

Stichwort LWB: Die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft mbH ist ein kommunales Unterneh­men. Alleiniger Gesellschafter ist die Stadt Leipzig. Mit fast 35.100 Wohneinheiten hat die LWB in Leipzig einen Marktanteil von reichlich einem Zehntel.

Stichwort Koordinierungsstelle Graffiti in Leipzig (KSG): Die KSG wurde im November 2015 mit dem Ziel ins Leben gerufen, alle Maßnahmen und Belange im Bereich der Graffitiprävention zentral zu organisieren und den Ist-Stand weite ran die tatsächlichen Bedürfnisse in diesem Bereich anzupassen. Sie befindet sich in Trägerschaft der beiden auf dem Gebiet renommierten und erfolgreichen Vereine Graffitiverein e.V. und urban souls e.V. Unterstützt werden sie von allen städti­schen Institutionen, dem kommunalen Präventionsrat sowie gemeinwohlorientierten Einrichtungen und öffentlichen Unternehmen wie der LWB.

In eigener Sache: Lokaler Journalismus in Leipzig sucht Unterstützer

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Das „Black Triangle“ im Mai 2018. Foto: privat

Foto: privat

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Nach Auschwitz: Schwieriges Erbe DDR. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

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Am Donnerstag gibt es im Landtag die Anhörung zum Whistleblower-Schutzgesetz der Grünen
Valentin Lippmann, Landtagsabgeordneter der Grünen in Sachsen. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserMan durfte ja in den vergangenen Jahren immer wieder zutiefst erschrocken sein, wie staatliche Instanzen mit Whistleblowern und auch Medien umgegangen sind, die verheimlichte Informationen aus Behörden und staatlichen Einrichtungen veröffentlicht haben. Viele dieser überzogenen Aktionen machten deutlich, wie sehr sich das Staatsverständnis diverser Amtsinhaber verschoben hat. Auch indem immer mehr Behördenvorgänge als „geheim“ eingestuft wurden. Da darf man tatsächlich mitzittern, ob ein Grünen-Antrag zu besserem Whistleblower-Schutz in Sachsen durchkommt.