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Leipziger Forscher ausgezeichnet: Bessere Therapie für Kinder und Jugendliche mit Lymphdrüsenkrebs

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    Ein Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig ist im Mai mit dem Günther-Schellong-Preis ausgezeichnet worden. Dr. Dirk Hasenclever nahm den Preis bei einer Konferenz in Washington entgegen für seine langjährige Forschung zum Lymphdrüsenkrebs im European Network for Paediatric Hodgkin’s Lymphoma (EuroNet-PHL). Dieser Krebs trifft oftmals Kinder und Jugendliche, die Therapie birgt besondere Herausforderungen.

    Das Hodgkin Lymphom ist eine bösartige Erkrankung des Lymphsystems und tritt besonders bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf. Chemotherapie und Bestrahlung bieten eine gute Aussicht auf Heilung. Die Herausforderung bei Kindern und Jugendlichen besteht darin, die Therapie so niedrig wie möglich zu dosieren, um Nebenwirkungen auf den noch wachsenden Organismus zu minimieren und Spätfolgen zu vermeiden.

    Seit über 30 Jahren erforscht Dr. Dirk Hasenclever, Wissenschaftler am Institut für medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie (IMISE) der Universität Leipzig, das Hodgkin Lymphom. Er gehört zu den Gründern und heutigen Leitern der europäischen Studiengruppe zum pädiatrischen Hodgkin Lymphom (EuroNet-PHL), an der sich über 18 Länder beteiligen. Hasenclever ist Biometriker: Er misst und analysiert Vorgänge im menschlichen Körper und entwickelt so Therapiemodelle. Die Biometrie ist eine Wissenschafts­disziplin die Biologie und Medizin mit Statistik, Informatik und Mathematik verbindet.

    Für seine langjährige wissenschaftliche Arbeit erhielt Dr. Dirk Hasenclever im Mai den Günther-Schellong-Preis. Eine Jury aus hochrangigen europäischen und US-amerikanischen Medizinern überreichte den Preis beim 3. International Symposium on Childhood, Adolescent, and Young Adult Hodgkin Lymphoma in Washington DC (USA). „Die Auszeichnung ist eine große Ehre für mich und für die Forschungskollegen aus Leipzig, Deutschland und ganz Europa. Wir arbeiten eng zusammen, damit Kinder und Jugendliche mit Hodgkin Lymphom geheilt werden, dazu aber möglichst wenig Chemotherapie und Bestrahlung bekommen. Wieviel ein Patient davon benötigt, hängt vom Schweregrad der Erkrankung und seinem Ansprechen während der Behandlung ab“, betont der Preisträger. Bereits heute kann auch in Schwellen- und Entwicklungsländern das Hodgkin Lymphom hauptsächlich Dank der europäischen Forschung gut behandelt werden. Die Verleihung des Günther-Schellong-Preises an den Biometriker Hasenclever zeigt die wachsende Bedeutung der Biometrie in der medizinischen Forschung. Der Preis ist nach dem 2015 verstorbenen deutschen Kinderarzt Günther Schellong benannt, der wegweisend war für die moderne pädiatrische Hämatologie und Onkologie sowie für die Erforschung und Behandlung des Hodgkin Lymphoms.

    Dr. Dirk Hasenclever stammt gebürtig aus Aachen und studierte bis 1983 Mathematik in Bonn und promovierte 1995 an der Medizinischen Fakultät der Universität Köln mit einem Modell zur Entwicklung von Chemotherapien beim Hodgkin Lymphom. Dieses Modell half eine neue Chemotherapie (BEACOPP) zu entwickeln, welche die Fünf-Jahres-Raten ohne Krankheitsrückfall bei Erwachsenen um 15 Prozent verbesserte. Seit 1995 arbeitet Hasenclever an der Universität Leipzig. Nach dem 59-jährigen Forscher ist ein international verwendetes System zur Risikoeinschätzung beim Hodgkin Lymphom benannt, der „Hasenclever“-Score. 2002 wechselte er in den pädiatrischen Bereich. Hasenclever ist der verantwortliche Biometriker für großangelegte klinische Studien der EuroNet-PHL-Gruppe. Diese werden durch das Zentrum für Klinische Studien der Universität Leipzig betreut, das eng mit dem IMISE kooperiert.

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