Innerhalb der vergangenen vier Wochen mussten an der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie zwei kleine Kinder behandelt werden, die am Markkleeberger See von Rennradfahrern angefahren worden waren. Beide Kinder erlitten schwere Verletzungen. Klinikdirektor Prof. Martin Lacher spricht von zunehmendem rücksichtlosen Verhalten mancher Radfahrer: „Die Wege um die Seen – vom Charakter her eher Flaniermeilen – missverstehen einige als Rennstrecken.“

Anfang August fuhr ein Rennradfahrer am Markkleeberger See einen neunjährigen Jungen an, der zu Fuß unterwegs war. Dieser stürzte dabei. Er erlitt eine komplexe Sprunggelenksfraktur und musste eine Woche im Krankenhaus bleiben. Prof. Lacher kann nicht ausschließen, dass der Junge mit Langzeitfolgen wie einer Sprunggelenksarthrose zu kämpfen haben wird.

Am Dienstag, 5. September, wurde ein fünfjähriges Kind nach einer Kollision mit einem Rennradfahrer ins UKL eingeliefert. Bei dem Jungen, selbst mit einem Rad am Markkleeberger See unterwegs, musste ein schweres Schädelhirntrauma diagnostiziert werden. Er kam zunächst für einen Tag auf die Kinderintensivstation.

Lacher mahnt vor allem die Fahrer schneller Räder, die Wege an den Seen nicht als Rennstrecken zu missbrauchen, da sie ebenso von vielen Familien genutzt würden. „Mehr Rücksichtnahme“, fordert der Kinderchirurg, „gerade bei Unfällen mit Kindern entstehen schnell so schwere Verletzungen wie in diesen Fällen.“

Das Universitätsklinikum Leipzig ist eines der größten Traumazentren für Kinder in Sachsen. Täglich behandeln die Kinderchirurgen Sport- und Radfahrunfälle. In den Sommermonaten zählen sie 20 bis 30 Radfahrerunfälle pro Woche. 30 bis 40 Mal pro Woche müssen Frakturen operativ behandelt werden.

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