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Halbzeitbilanz beim Festival „a cappella“ 2018

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    Sechs von zehn Konzerten (und acht von achtzehn Veranstaltungen) des 19. Festivals „a cappella“ sind vorüber – die Lust auf mehr ist groß. Denn die erste Festivalhälfte 2018 war zum einen herrlich entspannt und zum anderen von großer Leidenschaft geprägt. Das zeigte sich bereits im Einführungsgespräch zum Eröffnungskonzert der Gastgeber amarcord am Freitagabend.

    Dort plauderten der Festivalfotograf, amarcord-Begleiter und bescheidene Feingeist Holger Schneider und sein Namensvetter, amarcord-Bass Holger Krause, ganz angeregt über das bevorstehende Konzertprogramm und dessen Hauptkomponisten Pierre de la Rue sowie das Singen an sich. Und selbst wer hier das erste Mal auf die Leipziger Vokalinstitution amarcord traf, musste gemerkt haben, mit welcher Passion die Sänger an ihr Schaffen gehen (auch nach 25 Ensemblejahren – oder vielleicht gerade deshalb).

    Zumal, wenn es sich um einen ihrer Lieblingsmeister wie Pierre de la Rue handelt, dessen farbenreiche „Missa pascale“ sie mit großer Hingabe sangen und programmatisch geschickt mit gregorianischen Sequenzen und leuchtenden Kompositionen seines Zeitgenossen Loyset Compère verknüpften.

    Feuer und Engagement durchzog auch den Workshop des musikalischen Tausendsassas Juan M.V. Garcia am nächsten Tag. Unkompliziert, humorig und spielerisch vermittelte er den Teilnehmer und Zuhörern schnell anwendbare Grundlagen und Tipps für das Arrangieren von Vokalmusik. In gemeinsamer Arbeit entstand dabei auch ein Arrangement, das amarcord beim Abschlusskonzert des Festivals am 12. Mai singen werden – ein Grund mehr, jenes Konzert auf gar keinen Fall zu verpassen (es gibt schließlich noch Restkarten)!

    Am Abend traten dann Vocal Six aus Schweden (ebenfalls schon 30 Jahre aktiv) eine A-cappella-Rundreise durch die Popmusik (und angrenzende Gebiete) an und sorgten für beste Stimmung im historischen Leipziger Stadtbad. Auch die Octavians aus Jena, Bestplatzierte und Publikumspreisträger des Internationalen A CAPPELLA Wettbewerbs im vergangenen Jahr, nahmen die Festivalbesucher mit auf eine musikalische Reise.

    Ihr Preisträgerkonzert am Montag in der Lutherkirche spannte den musikalischen Bogen von Mittelalter und Renaissance über Traditionals bis zu neueren Pop-Songs und zeigte die achtköpfige Gruppe als ein junges Ensemble, das sich klanglich und stilistisch sicher in viele Richtungen bewegen kann.

    Weiterbildung in Sachen Vokalmusik war am Sonntag mit dem Vortrag von Günter Sonne geboten, der intensiv zu den Leipziger Vokalgruppen des 20. Jahrhunderts (also allem, was vor amarcord und den Prinzen Rang und Namen hatte!) geforscht hat und damit ein lang übersehenes Kapitel Leipziger (Vokal-)Musikgeschichte aufgearbeitet hat. Danach allerdings war der „a cappella“-Sonntag fest in der Hand der Schweizer Gruppe Bliss, die erst ein Familienkonzert gab und am Abend noch ihr aktuelles Programm „Mannschaft“ präsentierte.

    Das Quintett mixt A-cappella-Pop und Comedy auf höchstem Niveau und mit einnehmendem Schweizer Charme und Dialekt. Auch sie waren bei der Konzerteinführung humorvoll-locker, drehten aber im Konzert mit hohem Tempo, knalligem Witz und großer Präzision intensiv auf. Das „a cappella“-Publikum war vollends begeistert.

    Vorläufiger Höhepunkt der Konzertwoche – das Bergfest mit den an der Spitze der A-cappella-Szene thronenden King’s Singers. Die legendär einflussreiche britische Gruppe feiert – mit inzwischen junger Besetzung – aktuell ihr 50-jähriges Bestehen und beweist in seinem Programm ein ums andere Mal, warum dieses Ensemble Ikonenstatus hat.

    Die sechs aktuellen King’s Singers brillieren vor allem bei modernen Kompositionen und treffen speziell mit ihrem Markenzeichen des Close-Harmony-Stils die Zuhörer im Großen Saal des Gewandhauses ins Herz. Herzhafter Jubel auch, als die Festivalhausherren amarcord den (neuen wie ehemaligen) The King’s Singers den „Ehrenpreis des Festivals“ verleihen – originale Dachschiefer der Thomaskirche als Dank und Respektsbekundung für ein A-cappella-Lebenswerk. Das hat sonst nur das Hilliard Ensemble – 2014 ehrten amarcord diese ebenso großen Vorbilder damit im Rahmen des Festivals bei einem ihrer letzten Auftritte vor ihrer Auflösung.

    Nach kurzem Durchatmen geht es in die zweite Hälfte von „a cappella 2018“ – mit Musikern aus dem Kongo, Frankreich und New York sowie ab Mittwoch dem Internationalen A CAPPELLA Wettbewerb für Nachwuchsensembles. Sieben Gruppen treten an und nehmen hoffentlich neben den Wettbewerbspreisen genau das mit, was das Festival „a cappella“ immer wieder und auch dieses Jahr auszeichnet: Impulse für leidenschaftliches Musizieren in einer der schönsten Sprachen und Sparten der Welt.

    1. Internationales Festival für Vokalmusik „a cappella“ Leipzig
    2. – 12. Mai 2018
    3. Internationaler A CAPPELLA Wettbewerb Leipzig
    4. – 12. Mai 2018
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