Auch das amarcord-plus-Konzert aus der Thomaskirche am 1. Mai wird live übertragen

Für alle LeserZu Ostern hat es sich ja mit der aus der Thomaskirche übertragenen Johannespassion schon bewährt als Vorbild: Die Musikgemeinde weltweit ist auch mit Online-Formaten erreichbar, wenn ein Konzert mit Publikum einfach nicht möglich ist. Und so wählt nun auch das Leipziger a cappella-Festival dieses Format, um am 1. Mai die Musikfreunde in aller Welt zu erfreuen. Das Ensemble amarcord wird dazu mit Verstärkung in der Thomaskirche singen und live übertragen.

Die a cappella-Fan-Gemeinde ist am Freitag, 1. Mai, 20 Uhr, virtuell in die Thomaskirche Leipzig eingeladen. Das a cappella-Festival des Ensembles amarcord hätte an diesem Tag wieder die Blicke der Vokalszene nach Leipzig gelenkt und für eine Woche lang die Gesangskunst gefeiert. In Covid-19-Zeiten muss die a cappella-Familie zu Hause bleiben und amarcord sendet das geplante Eröffnungskonzert über ARTE Concert, MDR Kultur und MDR Klassik sowie Deutschlandfunk Kultur (dort dann am 10. Mai) in die Welt.

Das von der Geschichte des Thomanerchores geprägte Programm, das amarcord zusammengestellt hat, vereint Schätze barocker Vokalmusik, von Schein, Schütz und der Bach-Familie, interpretiert von amarcord, Isabel Schicketanz (Sopran), Heidi Maria Taubert (Sopran) und Stefan Kunath (Altus) sowie Sebastian Heindl (Continuo-Orgel).

Die Konzertübertragung ist eine Produktion von Accentus Music in Koproduktion mit MDR und in Kooperation mit ARTE Concert. Nach der Ausstrahlung ist der Abend für einen Monat weltweit, im zweiten Monat europaweit und im dritten Monat in Deutschland und Frankreich in der Mediathek von arte Concert abrufbar. Deutschlandfunk Kultur überträgt das Konzert am 10. Mai, 20:03 Uhr.

Das Eröffnungskonzert führt mit einer Entdeckungsreise ins Mitteldeutschland des 17. und 18. Jahrhunderts und ermöglicht durch die größere amarcordplus-Formation ein Repertoire, welches dem Quintett sonst nicht zur Verfügung steht. Die ausgewählten Werke begleiten die Sänger von amarcord bereits seit ihrer Zeit im Thomanerchor. Im Zentrum des Abends stehen die beiden Motetten von Thomaskantor Johann Sebastian Bach „Lobet den Herrn, alle Heiden“ BWV 230 und „Jesu, meine Freude“ BWV 227.

Von Thomaskantor Johann Hermann Schein erklingen Auszüge aus dem „Israelis Brünnlein“. Heinrich Schütz ist mit Motetten aus der „Geistlichen Chormusik“ vertreten, die er 1648 dem Thomanerchor widmete. Außerdem sind geistliche Werke von eher selten zu hörenden Zeitgenossen zu hören, wie Philipp Heinrich Erlebach und Liebholdt sowie den Bach-Familienmitgliedern Johann Christoph und Johann Michael (Vater von Johann Sebastians erster Frau Maria Barbara).

Internationales Festival für Vokalmusik Leipzig „a cappella“ – die Übertragungen:

arte Concert, 1. Mai, 20:00 Uhr (1 Monat weltweit, 2. Monat europaweit, 3. Monat in Deutschland und Frankreich verfügbar unter www.arte.tv/de/arte-concert/)

MDR Kultur, MDR Klassik am 1. Mai, 20:05 Uhr

Deutschlandfunk Kultur am 10. Mai, 21:05 Uhr

Die Beteiligten amarcordplus:

Isabel Schicketanz, Sopran
Heidi Maria Taubert, Sopran
Stefan Kunath, Altus
Wolfram Lattke, Tenor
Robert Pohlers, Tenor
Frank Ozimek, Bariton
Daniel Knauft, Bass
Holger Krause, Bass
Sebastian Heindl, Continuo-Orgel

Das Programm:

Johann Michael Bach (1648–1694) „Sei lieber Tag willkommen“
Philipp Heinrich Erlebach (1657–1714) „Wer bin ich, Herr Herr“
Liebholdt (gest. 1726) „Habe deine Lust an dem Herren“
Johann Hermann Schein (1586–1630)
– Da Jakob vollendet hatte
– Ist nicht Ephraim mein teurer Sohn
– Nun danket alle Gott
– Israelis Brünnlein, Leipzig 1623

Johann Sebastian Bach (1685–1750) „Lobet den Herrn, alle Heiden“ BWV 230, für vier Stimmen und Basso continuo

Heinrich Schütz (1585–1672)
– Ich weiß dass mein Erlöser lebt
– Herr, auf dich traue ich
– Viel werden kommen
– Geistliche Chor=Music, 1648

Johann Michael Bach „Unser Leben währet siebenzig Jahr“
Johann Christoph Bach (1642–1703) „Der Mensch vom Weibe geboren“
Johann Sebastian Bach „Jesu, meine Freude“ BWV 227

Die neue Leipziger Zeitung Nr. 78: Wie Corona auch das Leben der Leipziger verändert hat

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