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Sommertheater: Herr der Fliegen im Juli & August

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    Eine Gruppe Jugendlicher soll vor einem drohenden Atomkrieg in Sicherheit gebracht werden. Über einer unbewohnten Insel im Pazifik stürzt ihr Flugzeug ab. Von nun an sind die Gestrandeten auf sich allein gestellt und müssen selbst entscheiden, nach welchen Regeln und Werten sie leben wollen.

    Über dieser Frage zerbricht die Gemeinschaft. Während Ralph ein System von Recht und Ordnung aufbauen möchte, steht Jack für Abenteuer, wilde Exzesse und das Recht des Stärkeren. Der Machtkampf zwischen den verfeindeten Lagern spitzt sich immer mehr zu. Aus pubertärem Spiel wird blutiger Ernst und am Ende steht auch das vermeintliche Idyll der Kinder in Flammen.

    Auch 2018 ist das Gefühl stärker denn je, dass das Ende unserer vermeintlich zivilisierten Gesellschaft naht, ein dritter Weltkrieg nicht weit. Eine Generation, aufgewachsen ohne Krieg im eigenen Land, sieht sich erheblichen Vorwürfen (unpolitisch, faul) ausgesetzt, während eine alte Riege von Politiker*innen in den Parlamenten eigene Sache macht.

    Der EU wird monatlich das Ende vorhergesagt, Fremdenfeindlichkeit, Gewalt und politische Willkür werden weltweit wieder salonfähig. Es entsteht eine Gesellschaft, überlagert von Aggressionen, die zur Lust am Töten und totalem Führungsanspruch eskaliert und die stets latente Gefahr der Faschisierung der bürgerlichen Demokratie warnend nahelegt.

    Mit den Konsequenzen müssen vor allem die jungen Erwachsenen zukünftig auskommen und umgehen. Die Inszenierung stellt die Frage, inwiefern infantile Tendenzen für ein derartiges gesellschaftliches System mitverantwortlich sind. Wie kommt es, dass vernunftbegabte Menschen von sich selbst deklassiert werden und faschistoide Tendenzen entwickeln? Wie gehen wir heute mit Schuld, Unschuld, Recht und Gerechtigkeit um.

    Darsteller: Nicolaj Gnirss, Karoline Günst, Elisa Ludwig, Tom Lux, Damian Reuter, Henriette Seier
    Regie: Antje Cordes & Tim Kahn
    Bühne: Felix Lindner & Lorenz Stöger
    Kostüme: Carlotta Schuhmann
    Musik: Gerrit Netzlaff
    Video: Alexander Bach
    Dramaturgie Lukas Schmelmer
    Assistenz: Lindsay Ansell
    Hospitanz: Lena Kolle & Jenny Pohle

    Weitere Termine:
    26. bis 28. Juli + 1. bis 4. & 8. bis 11. August | jeweils 19:30 Uhr

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