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Tausende Teilnehmende erwartet

Sternmarsch für den Erhalt aller Dörfer im Rheinischen Braunkohlerevier

Um gegen die Zerstörung von Dörfern für den Braunkohleabbau zu demonstrieren, ruft die Initiative „Alle Dörfer Bleiben!“ am 23. März zu einem Sternmarsch aus den Dörfern am Tagebau Garzweiler in den akut bedrohten Ort Keyenberg auf. Zur Veranstaltung werden mehrere tausend Teilnehmende aus ganz Deutschland erwartet.

„Mit der Aktion setzen wir uns für den Erhalt aller Dörfer ein. Hier in der Region sind Keyenberg, Kuckum, Ober- und Unterwestrich sowie Berverath bedroht. Es kann nicht sein, dass trotz des Klimawandels immer noch Orte für die Kohle abgebaggert werden. Wir setzen uns gemeinsam und entschlossen für den Erhalt aller Dörfer ein. Wir rufen die Menschen auf, sich mit uns schützend vor die Häuser zu stellen.“ so Barbara Ziemann-Oberherr aus Keyenberg.

Ab 14 Uhr starten am Samstag Demonstrationszüge von verschiedenen Orten im Raum Garzweiler und treffen sternförmig in Keyenberg zusammen. Dort findet eine Abschlusskundgebung mit Redebeiträgen von Tagebaubetroffenen, dem ehemaligen Mitglied der Kohlekommission Antje Grothus sowie Schülerinnen und Schülern von Fridays for Future statt. Weitere Programmpunkte sind das Musik-Ensemble „Beets’n’Berries“ aus der Region und eine Ausstellung zu Umsiedlungen und dem lokalem Widerstand. Für das leibliche Wohl ist gesorgt.

Mit der Aktion soll auch die schwierige soziale Situation für die Menschen vor Ort thematisiert werden. „Die drohende Abbaggerung ist ein extrem schmerzhafter Prozess für uns. RWE provoziert hier mit gezielten Aktionen eine soziale Spaltung und macht uns das Leben schwer. Wir fordern, dass alle Orte erhalten und lebenswert bleiben, aber die Menschen, die umsiedeln möchten, sollen weiterhin gehen können, ohne einen Nachteil zu haben.“ so Barbara Ziemann-Oberherr weiter.

Ähnlichen Situationen sind auch Menschen im Leipziger Revier und in der Lausitz ausgesetzt. In Pödelwitz und Mühlrose schaffen Mibrag und LEAG bereits Fakten, ohne eine Abbaugenehmigung. Aus beiden Revieren reisen Betroffene an, um sich solidarisch zu zeigen. „Ich bin aus der Lausitz hergekommen, um heute mit den Rheinländer*innen für den Erhalt unserer Dörfer zu streiten. Wenn wir etwas bewegen wollen, können wir das nur gemeinsam. Mir geht es auch darum beteiligt zu werden, wenn über die Zukunft der Regionen verhandelt wird. Wir müssen vermeiden, dass nochmal ein Konzern so viel Macht bekommt, stattdessen brauchen wir vielfältige Beteiligungsmöglichkeiten für die Menschen vor Ort.“ so Adrian Rinnert aus der Lausitz.

„Alle Dörfer Bleiben!“ ist eine bundesweite Initiative, in der sich Betroffene aller Braunkohle-Reviere mit Aktiven aus der Klimagerechtigkeitsbewegung gemeinsam gegen Zwangsumsiedlung und Klimazerstörung einsetzen. „Für uns bedeutet Klimagerechtigkeit, dass keine Menschen für die Profite von Konzernen ihr Zuhause verlieren. Weder hier durch die Tagebaue, noch in anderen Teilen der Welt, wo die Folgen des Klimawandels die Lebensgrundlagen der Leute zerstören. Immer mehr Menschen wehren sich gegen diese Zustände: Die Betroffenen der Tagebaue kämpfen dafür, dass ihre Dörfer bleiben und seit Monaten streiken auf der ganzen Welt hunderttausende Schüler*innen für das Klima. Das macht mir Hoffnung.“ erklärt Christopher Laumanns von „Alle Dörfer Bleiben!“.

In den nächsten Monaten sind in allen drei Revieren weitere Aktionen geplant. Informationen zu „Alle Dörfer Bleiben!“ und den weiteren Aktivitäten finden sich unter www.alle-doerfer-bleiben.de.

Auch zivilgesellschaftliche Organisationen wie die Klima-Allianz Deutschland, der BUND und Greenpeace unterstützen die Anliegen der betroffenen Menschen und rufen in einer gemeinsamen Erklärung dazu auf, den Sternmarsch zu unterstützen.

www.alle-doerfer-bleiben.de/aktionen/sternmarsch
www.twitter.com/AlleDoerfer
www.flickr.com/photos/164655810@N04/
www.youtube.com/channel/UCJxEuppBPqfpGZ5vrRQE_eA/

Grünen-Energieexperte fragt besorgt: Ist Braunkohle in Sachsen noch immer Staatsräson?

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Das „Ost-Passage-Theater“. Foto: Michael Freitag

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