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Operationen können viel mehr Adipositas-Patienten helfen

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    "Im Vergleich zu anderen Ländern operieren wir schwer Adipöse in Deutschland zu spät", sagt Prof. Dr. Arne Dietrich, Bereichsleiter Adipositas- und metabolische Chirurgie am Universitätsklinikum Leipzig. "Bei uns kommen im weltweiten Vergleich die Ältesten und die Dicksten auf den OP-Tisch – wenn wir denn operieren. Denn in Schweden, den Benelux-Ländern oder in Frankreich wird viel mehr Adipositas-Patienten operativ geholfen."

    Grund dafür ist, dass in Deutschland Adipositas oft nur als Ergebnis übermäßigen Essens verstanden und damit als selbstverschuldet wahrgenommen wird. „Daraus entstehen Vorbehalte gegen operative Therapiemöglichkeiten, auch bei den Krankenkassen“, so Prof. Dietrich, der zugleich auch Geschäftsführender Direktor der Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie ist. „Dabei nehmen wir keine Schönheitsoperationen vor. Auch steht nicht die Gewichtsreduktion im Vordergrund, sondern die Verbesserung des Gesundheitszustandes.“

    Ursachen von Übergewicht seien nicht ausschließlich Lebensstil und Ernährung. Denn Adipositas sei eine komplexe Erkrankung mit vielen unterschiedlichen Ursachen und Ausprägungen. „Die Stigmatisierung der Betroffenen ist ein großes Problem“, betont der Leipziger Arzt. „Dadurch kann wiederum Stress entstehen, der einen Teufelskreis mit weiterer Gewichtszunahme auslösen kann. Dann bringen konservative Behandlungsansätze wie Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapien nicht wirklich etwas.“

    Deshalb empfehlen die neuen Leitlinien, die eine Kommission unter Leitung von Prof. Dietrich ausgearbeitet hat, eine sofortige Operation bei einem Body-Mass-Index (BMI) von über 50. Gleiches trifft auf Patienten zu, die bei einem BMI größer 40 an Typ 2-Diabetes leiden. „Damit orientiert sich die Entscheidung zur Operation nicht mehr ausschließlich am BMI, sondern vor allem am metabolischen Risikoprofil des Patienten.“

    Bei einer Informationsveranstaltung am 26. Juni wird Patienten, Ärzten und Krankenkassen-Mitarbeitern erläutert, was derzeit möglich ist, um den Betroffenen zu helfen. „Eine Wunderpille wäre ja schön“, so Prof. Dietrich. „Doch eine OP kann vielen Adipositas-Patienten helfen. Sie ist nicht gefährlicher als eine Blinddarm-Operation und wird minimal-invasiv vorgenommen.

    Im vergangenen Jahr haben wir in Leipzig 141 Patienten, in diesem Jahr bis Ende April schon 61 Patienten erfolgreich operiert. Wir können Betroffenen mit einem Therapiewunsch – egal ob operativ oder konservativ – mit einem BMI über 35 nur raten, sich zum Beispiel an unsere Adipositas-Ambulanz für Erwachsene zu wenden.“

    Informationsveranstaltung Adipositas-Chirurgie
    Mittwoch, 26.Juni,
    14 bis 16 Uhr,
    Universitätsklinikum Leipzig,
    Besprechungsraum „Justus von Liebig“,
    Liebigstr. 20, Haus 4.

    Hilfe für schwer Adipöse:
    Adipositas-Ambulanz für Erwachsene Tel.: 0341 97-12418

    Die Leipziger Zeitung Nr. 68 ist da: Game over! Keine Angst vor neuen Wegen

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