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Züge mit Borkenkäfer-Holz rollen aus dem Erzgebirge

Von Sächsisches Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft
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    Am Dienstag (26.5.) hat eine erste Zugladung mit vom Borkenkäfer geschädigtem Holz den Bahnhof Pockau-Lengefeld verlassen. Der Transport umfasst 1.500 Kubikmeter Schadholz, der Zug, der zu einem Sägewerk in Bayern fährt, hat eine Länge von 500 Metern. Für den Transport reaktivierten der Staatsbetrieb Sachsenforst und DB RegioNetz Erzgebirgsbahn den Verladebahnhof in Pockau-Lengefeld.

    „Der Transport von Holz auf der Schiene hat nicht nur große ökologische Vorteile durch die vergleichsweise geringen Emissionen“, unterstrich Umweltstaatssekretärin Gisela Reetz bei einem Vor-Ort-Termin. „Große Mengen auf einen Schlag abzutransportieren, erlaubt auch eine Versorgung weiter entfernt liegender Sägewerke.

    Das ist umso wichtiger, als dass dadurch die Möglichkeit besteht, große Mengen vom Borkenkäfer befallenes Holz in kurzer Zeit aus den Schadregionen zu schaffen. Damit schützen wir die Wälder vor weiteren Schäden durch ausschwärmende Borkenkäfer und können den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduzieren.“

    Utz Hempfling, Landesforstpräsident und Geschäftsführer von Sachsenforst: „Gerade im mittleren Erzgebirge haben wir eine besondere Situation: Einerseits wächst hier in den Wäldern trotz der Schäden mehr Holz als jemals zuvor, anderseits sind die Entfernungen zu den Sägewerken groß. Jetzt muss geschädigtes Holz aber so schnell wie möglich aus den Wäldern.“

    In dem Holz finden insbesondere Borkenkäfer ideale Bedingungen für eine massenhafte Vermehrung. Haben sich genügend Käfer entwickelt, können sie im gemeinsamen Großangriff auch gesunde Bäume zum Absterben bringen.

    Um die Verladung von Holz in Pockau-Lengefeld zu ermöglichen, hat die DB RegioNetz Erzgebirgsbahn den Verladebereich des Bahnhofes instandgesetzt. „Mit der Reaktivierung erhoffen wir uns, langfristige Transportmöglichkeiten für die Wälder der Region zu schaffen und so auch die Entwicklung hier im ländlichen Raum zu unterstützen“, bekräftigte Staatssekretärin Reetz.

    Das Schadholz wird aus einem Umkreis von rund 40 Kilometern um Pockau-Lengefeld aus den Wäldern zum Bahnhof gefahren und dort direkt auf die Züge verladen. Der nächste Abtransport von Pockau-Lengefeld ist für Juni geplant, weitere Transporte sollen folgen.

    „Wir wollen die Verlademöglichkeiten hier in der Region dauerhaft aufrechterhalten“, betonte Hempfling. „Für die notwendige Entwicklung strukturreicher und klimastabiler Mischwälder im Erzgebirge müssen wir jungen Bäumen Licht und Platz zum Wachsen geben. Dafür muss ein Teil der älteren Bäume entnommen werden.“

    Holz ist ein wertvoller und nachhaltig produzierter Rohstoff mit einer guten Klimabilanz. Die Verarbeitung des Holzes schafft langlebige Produkte, bindet Kohlenstoff und ersetzt andere, weniger klimafreundliche Erzeugnisse. Der Holztransport auf der Schiene wird auch in anderen Teilen von Sachsen bereits erfolgreich durchgeführt. Die Holzkunden von Sachsenforst nutzen Bahnhöfe unter anderem in Freiberg, Rechenberg-Bienenmühle, Dresden-Friedrichstadt und Eilenburg, um Holz zu transportieren.

    Hintergrund zu den Waldschäden

    Alleine im vergangenen Jahr haben Borkenkäfer in Sachsen über zwei Millionen Kubikmeter Schadholz auf mehreren Tausend Hektar Wald hinterlassen. Hinzu kommen auch Schäden durch Stürme und Schneebruch. Auch in diesem Jahr erwarten die Experten von Sachsenforst Schäden in einem ähnlichen Umfang. Infolge der starken Austrocknung der Wälder können die Schäden bei einem erneut trockenen Sommer aber auch deutlich höher ausfallen.

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