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Aus- und Weiterbildung sind zentraler Schlüssel zur Fachkräftesicherung im Strukturwandel

Von Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

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    Die Datenerhebung für den vorliegenden Bericht erfolgte zwischen Juli und November 2019. Die Corona-Pandemie, die in den darauffolgenden Monaten alle gesellschaftliche und wirtschaftliche Bereiche massiv beeinflusste, hatte noch keine Auswirkung auf diesen Bericht. Dies muss bei der Interpretation aller Aussagen zwingend berücksichtigt werden. Das IAB-Betriebspanel 2020 wird sich schwerpunktmäßig mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie befassen. Der Bericht 2019 liefert wichtige Anhaltspunkte zur Beschreibung der Ausgangssituation für die Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen.

    Eine zentrale Erkenntnis aus den Ergebnissen der Arbeitgeberbefragung im Jahr 2019 ist die konstant hohe Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften bei weiterhin steigender Beschäftigung.

    „Deutliche Umsatzrückgänge, Kurzarbeit und weitere Herausforderungen der Corona-Krise für die sächsische Wirtschaft und die Beschäftigten sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Thema Fachkräftesicherung auch in Zukunft ganz oben auf der Agenda bleiben wird. Aufgrund des technologischen Wandels und den Anforderungen des Klimaschutzes stehen praktisch alle Wirtschaftsbereiche vor großen Veränderungen.

    Die Qualifizierung der Beschäftigten für die Arbeit der Zukunft spielt eine ganz zentrale Rolle. Allein die aktuellen Entwicklungen des demographischen Wandels und die immer geringer werdende Zahl der zur Verfügung stehenden Erwerbstätigen begründen die herausragende Bedeutung der Fachkräftesicherung,“ so Staatsminister Martin Dulig.

    Der Freistaat Sachen unterstützt die Fachkräftesicherung und -gewinnung aktiv mit seiner Fachkräfteförderung. Seit 2016 wurden über 400 regionale und landesweite Projekte mit einem Volumen von 45 Mio. Euro gestartet. Daneben wurde mit »www.heimat-fuer-fachkräfte« das zentrale Lotsenportal zur Fachkräftegewinnung für Sachsen geschaffen.

    Die für den Wirtschaftsstandort Sachsen benötigten Fachkräfte qualifizieren sich dabei mehrheitlich über berufliche Bildungswege. Dabei werden wirksame Instrumente zur Stärkung der beruflichen Bildung wie die Aufstiegsfortbildung, der Weiterbildungsscheck Sachsen, der Meisterbonus, die überbetriebliche Lehrunterweisung im Handwerk oder die Verbundausbildung vom Freistaat, dem Bund oder der EU gefördert.

    Weitere wichtige Ergebnisse:

    • Positive Beschäftigungsentwicklung in 2019

    Im Vergleich zum Vorjahr ist im Jahr 2019 wieder ein Anstieg der Beschäftigung zu verzeichnen (um 1 %). Damit setzt sich der Beschäftigungsaufbau seit Mitte der 2000er Jahre fort. Unter den ostdeutschen Flächenländern erreicht Sachsen seit 2005 den höchsten Beschäftigungszuwachs. Insbesondere Betriebe, die im Jahr 2010 oder später gegründet wurden, haben im besonderen Maße zu einer positiven Beschäftigungsentwicklung beigetragen.

    • Tarifbindung

    18 Prozent aller sächsischen Betriebe sind tarifgebunden. Damit hat es gegenüber dem Vorjahr 2018 erneut eine Zunahme (+ drei Prozentpunkte) der Tarifbindung gegeben. Im Erhebungszeitraum hatten 43 Prozent aller Beschäftigten Arbeitsverträge mit Tarifbindung (+ drei Prozentpunkte). Ausgehend von einem niedrigen Niveau ist im zweiten Jahr in Folge ein Aufwärtstrend zu verzeichnen.

    Bei Löhnen und Gehältern orientierte sich jeder dritte nicht tarifgebundene Betrieb nach eigener Aussage an einem Branchentarifvertrag.
    Langfristig gesehen setzt sich in Gesamtdeutschland eine deutliche Reduzierung der Tarifbindung fort.

    • Fachkräftebedarf

    Seit 2005 hat sich der Bedarf der sächsischen Wirtschaft nach Fachkräften um ca. 75 Prozent erhöht. Im Vergleich zum Vorjahr (2018) hat sie sich jedoch verringert (-15 Prozent) Ungeachtet dessen bleibt das Thema insgesamt von hoher Bedeutung, denn 41 Prozent aller Betriebe in Sachsen zeigten im ersten Halbjahr 2019 Fachkräftebedarf an.

    • Ausbildungsmarkt

    Von allen sächsischen Betrieben, die 2019 über die formalen Voraussetzungen für eine Ausbildung verfügten, waren 54 Prozent ausbildungsaktiv. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Ausbildungsbeteiligung der ausbildungsberechtigten Betriebe in Sachsen um rund 5 Prozentpunkte erhöht.

    Um Auszubildende zu gewinnen, setzen 44 Prozent der ausbildungsberechtigten Betriebe in Sachsen, zusätzlich zur Ausbildungsvergütung, auf Sach- und Geldleistungen. Dies sind insbesondere betriebliche Prämien, Leistungen zur Unterstützung der Mobilität oder die erlaubte Nutzung von betrieblichem Eigentum bzw. Arbeitsmitteln für private Zwecke.

    Ausbildungsplätze für das Ausbildungsjahr 2018/19 konnten 41 Prozent der sächsischen Betriebe nicht besetzen. Dies ist ein Rückgang von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr.

    Positiv rückläufig ist die Zahl der Ausbildungsabbrüche, die nun bei 16 Prozent liegt (2014: 20 Prozent). Ebenfalls positiv ist der anhaltende Trend der Übernahmen von Ausbildungsabsolvent/-innen, die einen neuen Höchststand erreicht (80 Prozent)

    • Weiterbildung

    Auf weiterhin hohem Niveau bewegt sich die Weiterbildungsbeteiligung der sächsischen Betriebe (54 Betriebe, -1% zum Vorjahr) und Ihrer Beschäftigten (41 Prozent, unverändert). Längerfristig betrachtet nimmt die betriebliche Weiterbildung spürbar zu, wenn auch branchenspezifisch sehr unterschiedlich.

    Insbesondere Un- und Angelernte nehmen stärker als jemals zuvor Weiterbildungsangebote der Betriebe war (2007: 11 Prozent, 2019: 35 Prozent). Weiterbildung findet zunehmend ausschließlich während der Arbeitszeit (66 Prozent) statt und wird meist komplett finanziert vom Arbeitgeber (72 Prozent). Hier gibt es jedoch Unterschiede in den Branchen.

    Hintergrund:

    Das IAB-Betriebspanel ist eine repräsentative Arbeitsgeberbefragung zu betrieblichen Bestimmungsgrößen der Beschäftigung, die jährlich erhoben wird. Für die 24. Welle von Juli bis November 2019 wurden 1.180 sächsische Betriebe befragt. Mit der Stichprobe wurde 1,1 Prozent der Betriebe erfasst.

    Bereits seit dem Jahr 1996 beteiligt sich der Freistaat Sachsen mit einer Aufstockungsstichprobe an der jährlichen repräsentativen bundesweiten Arbeitgeberbefragung durch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB).
    Die vollständigen Ergebnisse sind unter https://www.arbeit.sachsen.de/ abrufbar.

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