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Langer Gang im Dresdner Schloss originalgetreu wiederhergestellt

Der Lange Gang im Dresdner Residenzschloss ist nach fünf Jahren Bauzeit in seiner historischen Fassung um 1730 wiederhergestellt. Heute wurde der 100 Meter lange und 5 Meter breite Raum an die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) übergeben. Zukünftig werden hier rund 500 der prachtvollsten Feuerwaffen aus dem Besitz der sächsischen Kurfürsten erstmals wieder gezeigt. Es handelt sich um die größte Sammlung an königlichen Jagd- und Sportfeuerwaffen des Barocks in Europa.

Finanzminister Hartmut Vorjohann: „Der Lange Gang ist schon für sich genommen ein besonderes Ausstellungsstück. Der Besucher taucht ein in die höfische Pracht des 18. Jahrhunderts und erlebt ein meisterliches Bauwerk mit vielen interessanten Details. Gleichzeitig wird dem Wiederaufbau des Dresdner Residenzschlosses ein weiteres bedeutendes Kapitel hinzugefügt.“

Kulturministerin Barbara Klepsch: „Mit dem Langen Gang erhalten wir ein wichtiges und komplexes Kulturdenkmal zurück – und ein wunderbares Stück Dresden! Damit steigert das Residenzschloss Dresden mit seinen vielfältigen Gebäudeteilen und Ausstellungen seine touristische Anziehungskraft und wird auf unterschiedliche Weise erlebbar und interessant, nämlich mit Architektur, Geschichte, Kultur und Aussicht.“

Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters: „Stück für Stück erstrahlt einer der bedeutendsten kulturellen Leuchttürme im Osten Deutschlands wieder in alter Pracht. Das verdanken wir den Expertinnen und Experten der beteiligten Gewerke, die ihr Können hier auf allerhöchstem Niveau eingebracht haben.

Gleichzeitig ist der Wiederaufbau des Dresdner Residenzschlosses aber vor allem eins: ein besonders gelungenes Beispiel für die Erfolge eines kooperativen, in die Zukunft gewandten Kulturföderalismus in Deutschland. Der Freistaat Sachsen und der Bund arbeiten seit vielen Jahren eng zusammen, um dieses rund 800 Jahre alte Zeugnis vielfältiger kultureller Einflüsse nicht nur zu erhalten, sondern es als europäisches Museum der Kunst und der Wissenschaft leuchten zu lassen. Deshalb habe ich die Restaurierung des Langen Ganges auch sehr gern mit rund 4,5 Millionen Euro aus dem Bundeskulturetat unterstützt.“

Marion Ackermann, Generaldirektorin der SKD: „Kurz vor der Vollendung des Residenzschlosses gewinnen die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden mit der heutigen Übergabe einen wunderbaren Ort für die kurfürstlichen Kunstschätze hinzu. Die einmalige Sammlung von königlichen Waffen der sächsischen Herrscher ist in Qualität und Vollständigkeit unübertroffen. Seit 1733 hatte dieser besonders wertgeschätzte Bestand seinen Aufstellungsort im nun rekonstruierten und restaurierten Langen Gang. Die neue Dauerausstellung wird unseren Besucherinnen und Besuchern in Zukunft die Leidenschaft für das Sammeln in der frühen Neuzeit erfahrbar machen und zwei Jahrhunderte europäischer Kunst und Technologie vermitteln.“

Die Bauarbeiten zur Wiederherstellung begannen im Jahr 2016. Dabei wurde unter anderem die farbige Renaissance-Holzdecke rekonstruiert. Fünf Restauratoren und Theatermaler arbeiteten mit Temperafarben an den 84 Kassettenplatten der Decke. Eine vollständige farbige Fotodokumentation aller Kassettentafeln von 1943/1944 diente als Vorlage. Dargestellt werden u. a. Obst- und Gemüsearrangements, Löwen, Hunde, Kriegerbildnisse und Blüten.

Der Raum erhielt neue Fenster. Auch die mundgeblasenen Butzenglasscheiben sind wieder eingebaut. Anstelle der historischen Gewehrschränke gibt es nun 18 Einbauvitrinen, die die hohen klimatechnischen Anforderungen der Ausstellungsobjekte erfüllen. Eine Klimatisierung des Raumes konnte aufgrund der Porzellankacheln des Fürstenzuges, die sich an der Außenwand befinden, nicht erfolgen.

Die Malerei in den Fensternischen und –leibungen wurde restauriert und mit illusionistischer Malerei in Grisailletechnik ergänzt. Für Überraschung sorgten drei Kaminzüge, die während der Bauarbeiten gefunden worden. Sie zeigen, dass bereits mit der Erstausstattung des Schlosses um 1600 an eine Temperierung gedacht wurde. Nach der Dokumentation wurden diese wieder verschlossen, alle gefundenen Steine blieben am Ort.

Besucher gelangen zukünftig über die Englische Treppe und den Riesensaal in die Gewehrgalerie. Die sogenannte »Jagdtreppe« als Verbindung zwischen dem Langen Gang und dem Georgenbau wurde ebenfalls umgebaut und dient als Fluchtweg und barrierefreier Zugang.

Die auszuführenden Leistungen waren handwerklich besonders anspruchsvoll. Sie wurden eng durch den Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement sowie das Landesamt für Denkmalpflege begleitet.

Die Baukosten betragen rund 11 Millionen Euro. Sie werden von Bund und Land finanziert. Die Baumaßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts. Insgesamt flossen bisher über 360 Millionen Euro in den Wiederaufbau des Dresdner Schlosses.

Der Lange Gang als Verbindungsbau zwischen dem Residenzschloss und Johanneum war einst der Zuschauerraum für die höfischen Turniere und Hetzjagden. Später waren hier die Ahnengalerie der Wettiner und danach die Gewehrgalerie August des Starken und seines Sohnes August III. untergebracht. Nach der Zerstörung 1945 wurde er wieder aufgebaut und bis 2015 durch das Verkehrsmuseum genutzt.

Broschüren zum Wiederaufbau des Dresdner Schlosses

Neu erschienen ist der zweite Teil einer Broschüre zum Wiederaufbau des Dresdner Schlosses. Die Baudokumentation umfasst die Jahre 2008-2019. Die Anfangsjahre bis zum Jahr 2007 sind in Teil eins veröffentlicht. Beide Teile können von Jedermann kostenlos wie folgt bestellt werden: Zentraler Broschürenversand der Sächsischen Staatsregierung, Hammerweg 30, 01127 Dresden, E-Mail: publikationen@sachsen.de oder unter folgendem Link www.publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/36045.

Broschüren: Der Wiederaufbau des Dresdner Schlosses
Teil 1 Eine Baudokumentation bis 2007
Teil 2 Eine Baudokumentation 2008-2019

Die Baumaßnahme im Überblick
Herstellung der Raumfassung um 1730
Raumgröße: 1530 Quadratmeter
Baubeginn: 2016
Fertigstellung: 2020
Kosten: ca. 11 Millionen Euro

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