8.7 C
Leipzig
0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Im „Melder“ finden Sie Inhalte Dritter, die uns tagtäglich auf den verschiedensten Wegen erreichen und die wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen. Es handelt sich also um aktuelle, redaktionell nicht bearbeitete und auf ihren Wahrheitsgehalt hin nicht überprüfte Mitteilungen Dritter. Für die Inhalte sind allein die Übersender der Mitteilungen verantwortlich, die Redaktion macht sich die Aussagen nicht zu eigen. Bei Fragen dazu wenden Sie sich gern an redaktion@l-iz.de.

Opfer des Nationalsozialismus: Erinnerung an den 80. Todestag von Schwester Marie Runkel

Anzeige
Werbung

Mehr zum Thema

Mehr
    Anzeige
    Werbung

    Sie gehörte fast 30 Jahre dem Diakonissenhaus Leipzig an, bis sie im Alter von 62 Jahren dem nationalsozialistischen Vernichtungssystem zum Opfer fiel: Weil die Diakonisse Marie Runkel psychisch erkrankt war, wurde sie am 17. März 1941 in einer Gaskammer der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein ermordet. Zum 80. Todestag wird das Diakonissenhaus seiner ehemaligen Schwester gedenken und in einem würdigen Rahmen an ihr Schicksal erinnern.

    So ist für Mittwoch, 17. März 2021, geplant, dass die Leipziger Diakonissen im kleinen Kreis an einem Stolperstein Blumen niederlegen werden, der seit rund drei Jahren am Portal des Diakonissenhauses an der Georg-Schwarz-Straße zu finden und zum Gedenkort für Marie Runkel geworden ist. Dabei wird auch die Historikerin Dr. Fruzsina Müller anwesend sein, die sich intensiv mit der Geschichte des Diakonissenhauses und mit dem Leben von Schwester Marie Runkel beschäftigt hat. Im Anschluss findet eine Gedenkandacht statt, zu der neben den Diakonissen einige wenige Verantwortliche aus dem Diakonissenhaus und Krankenhaus anwesend sein werden.

    Zur Erinnerung an Schwester Marie Runkel hat das Diakonissenhaus im Jahr 2019 die Gedenk-Broschüre „Engagiert, erkrankt, ermordet“ veröffentlicht. Die Publikation wird bereits an einigen umliegenden Schulen als Unterrichtsmaterial verwendet. Aufgrund der großen Nachfrage wird die Broschüre derzeit nachproduziert und kann bei Interesse kostenfrei im Sekretariat des Leipziger Diakonissenkrankenhauses angefordert werden – bevorzugt telefonisch unter 0341 444-3511 oder per E-Mail an sekretariat-gf-leipzig@diako-leipzig.de.

    „Es ist uns ein wichtiges Anliegen, immer wieder eindringlich an das tragische Schicksal unserer Schwester Marie Runkel zu erinnern“, sagt Dr. Michael Kühne als Rektor des Ev.-Luth. Diakonissenhauses Leipzig. „Ihr Name und ihr uneigennütziger Dienst am Menschen wird für immer untrennbar mit dem diakonischen Auftrag ihres Mutterhauses verbunden sein, dem sie drei Jahrzehnte und damit ihr halbes Leben angehört hat.“

    Zur Person: Marie Runkel

    Geboren am 8. November 1878 in Merseburg, arbeitete Marie Runkel nach dem Besuch der Bürgerschule 13 Jahre lang als Dienstmädchen. Ab 1907 erlernte sie im Diakonissenkrankenhaus Leipzig sowie in anderen medizinischen Einrichtungen den Krankenpflegeberuf. Am 29. November 1913 wurde sie zur Diakonisse eingesegnet. Fortan arbeitete sie als Krankenschwester an der Leipziger Augenklinik, in der Michaelisgemeinde und im Krankenhaus Döbeln. 1921 übernahm sie die Gemeindepflegestation in Böhlitz-Ehrenberg, wo sie bis zum Ausbruch ihrer psychischen Erkrankung im Jahr 1935 tätig blieb.

    Im November 1935 wurde Marie Runkel in die Leipziger Universitätsnervenklinik eingewiesen. Von dort aus kam sie am 5. Dezember 1935 in die Heil- und Pflegeanstalt Leipzig-Dösen. Hier wurde eine Schizophrenie bei ihr diagnostiziert. Am 21. Februar 1941 erfolgte „auf Grund einer Anordnung des … Reichsverteidigungskommissars“ eine Verlegung in die staatliche Heil- und Pflegeanstalt nach Zschadraß, wo sie nur kurz blieb.

    Bereits am 17. März 1941 erfolgte eine erneute Verlegung, nunmehr in die Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein, wo sie unmittelbar nach ihrer Ankunft in der Gaskammer ermordet wurde – gemeinsam mit 81 weiteren aus Zschadraß deportierten Menschen, die allein an jenem Tag der nationalsozialistischen Mordaktion an psychisch kranken und behinderten Menschen („T4“) zum Opfer fielen. Ihre Asche wurde vermutlich hinter dem Tötungsgebäude einen Hang hinabgeschüttet.

    Topthemen

    - Werbung -

    Aktuell auf LZ

    Anzeige
    Anzeige