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Extinction Rebellion enthüllt Denkmal vor dem MDR, um an die Verantwortung der Medien in der Klimakrise zu erinnern


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    Am frühen Morgen haben ca. 40 Aktivist:innen von Extinction Rebellion (XR) vor dem Haupteingang der Leipziger Media City, wo auch der Mitteldeutsche Rundfunk sitzt, ein Denkmal enthüllt. Die Skulptur zeigt eine Hand, die wie ertrinkend aus einem Sockel aus Ölfässern ragt, umgeben von einem Eishaufen.

    Mit der Aktion will die Klimaschutzbewegung den MDR daran erinnern, dass die mediale Berichterstattung eine entscheidende Rolle für den gesellschaftlichen und politischen Umgang mit der ökologischen Krise spielen. Die Aktivist:innen sitzen seitdem mit Abstand und Masken vor Ort und haben den MDR zum Gespräch eingeladen.

    Auf dem Sockel der Skulptur ist eine Aufschrift angebracht, die sich mit dem folgenden Text an den MDR richtet: „27.5.2021 // 419 ppm CO2 // Wir werden nicht sagen können, wir hätten nicht gewusst, was zu tun war“. Ein großes Banner mit der Aufschrift „Klimakrise in die Primetime“ wurde an einem Stahlelement der Media City Leipzig befestigt.

    Bereits am 14. Mai hatte sich Extinction Rebellion in einem offenen Brief [1] an die Intendantin und die Programmdirektionen des MDR gewandt und um ein Gespräch gebeten, jedoch bisher keine Antwort erhalten. Die heutige Aktion soll der Forderung der Aktivist/-innen Nachdruck verleihen, dass der Klimakrise und dem Artensterben mehr Raum in der Berichterstattung des MDR gegeben werden soll.

    „Hier in Ost- und Mitteldeutschland werden wir bereits jetzt ständig mit den Auswirkungen der ökologischen Katastrophe konfrontiert. Doch über Ereignisse wie das Waldsterben, Wetterextreme oder den Verlust der ökologischen Vielfalt berichtet der MDR fast immer nur als losgelöste, voneinander unabhängige Entwicklungen, anstatt die Zusammenhänge zwischen diesen Katastrophen aufzuzeigen,“ sagt Maximilian Grums, Pressesprecher der Aktion.

    Die Kritik von XR bezieht sich sowohl auf die Sichtbarkeit der Ursachen und Folgen der Klimakrise im Programm des MDR, als auch auf die Dringlichkeit, mit der die Bedrohung durch einen ökologische Kollaps sowie die entsprechenden Maßnahmen kommuniziert werden. So kommen laut den Aktivist/-innen weder das rasant schwindende CO² Budget Deutschlands, noch die Gefahr durch das Erreichen von ökologischen Kipppunkten regelmäßig in der allgemeinen Berichterstattung des MDR vor, sondern nur in themenspezifischen Beiträgen z.B. bei MDR Wissen.

    „Der MDR ist das meistgesehene dritte Fernsehprogramm in Mitteldeutschland. Wir haben das tägliche MDR-Nachrichtenprogramm von 19.00-19.50 Uhr über 3 Wochen analysiert und festgestellt, dass von 39 Stunden Nachrichtenzeit nur 5 Minuten über die direkten Auswirkungen der Klimakrise berichtet wurde. Dass der MDR als öffentlicher Sender mit Bildungsauftrag über ein so monumentales Thema wie die Klimakrise derart nachlässig berichtet, ist nicht akzeptabel!“ so Clara Dilger von Extinction Rebellion.

    Die Aktivist/-innen argumentieren, dass der MDR die Ressourcen und Kompetenzen habe, um umfassend und ausführlich über die ökologische Krise und die notwendigen Gegenmaßnahmen aufzuklären. So heißt es beispielsweise in einem Beitrag von MDR Wissen: „Die Klimakrise ist die größte Gesundheitsgefahr des 21. Jahrhundert.“ [2] Deshalb fordert XR die Intendantin und Programmdirektionen auf, die vorhandenen Ressourcen zu nutzen und die Berichterstattung über die Klimakrise zu einer Leitlinie des MDR-Programmes zu machen.

    „Wir sind heute nicht hier, um die freien Medien bei ihrer Arbeit zu behindern. In einer Demokratie spielt eine unabhängige Presse eine herausragende Rolle. Gerade die Coronakrise hat gezeigt, welche enorme Aufklärungsarbeit die Medien leisten können und welchen wertvollen Beitrag sie zur Akzeptanz notwendiger Maßnahmen leisten. Diese Rolle sollte der MDR auch in der ökologischen Krise einnehmen,“ sagt die Aktivistin Jenny Kühl.

    Die Aktion ist Teil eines deutschlandweiten Aktionstags von Extinction Rebellion zum Thema Medien und Klimakrise. In vielen deutschen Städten fanden Aktionen vor Medienhäusern statt, um daran zu erinnern, dass es eine wichtige Aufgabe der Medien ist, die Bevölkerung über die existenzielle Bedrohung durch die ökologische und klimatische Katastrophe zu informieren und über die Zusammenhänge mit wirtschaftlichen, sozialen und politischen Themen aufzuklären.

    Quellen 
    [1] https://extinctionrebellion.de/og/leipzig/presse/offener-brief-den-mdr/
    [2] https://www.mdr.de/wissen/krank-durch-klimawandel-100.html

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