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Warum dürfen keine Tische und Bänke auf den Nahleberg bei Möckern?

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    Der Stadtbezirksbeirat Leipzig-Nordwest lässt nicht locker. Im Juni hatte die Leipziger Stadtverwaltung den Antrag aus dem Leipziger Nordwesten rundweg abgelehnt, den Nahleberg - die einstige Möckernsche Deponie - zu einem „Balkon von Leipzig“ umzubauen. Dazu müsste mit zu vielen Altlasten und möglichen Erosionsschäden gerechnet werden. Aber einfach rundweg ablehnen? Das fanden die Stadtbezirksbeiräte aus Nordwest nicht zielführend. Sie legen nach.

    In der Ratsversammlung am 24. August wird also ein neu formulierter Antrag aus dem Stadtbezirksbeirat Nordwest vorliegen, in dem die Ehrenamtlichen aus dem Nordwesten zwar zugestehen, dass das Umweltdezernat berechtigte Sorgen geäußert hat. Aber das sei ja nun kein Grund, den Antrag rundweg abzulehnen.

    „Viele Argumente im Verwaltungsstandpunkt sind schlüssig und nachvollziehbar. Gleichwohl hätten wir uns gewünscht, dass diese Argumentation nicht in einer bloßen Ablehnung mündet, sondern in einem konstruktiven Alternativvorschlag. Dieser Aufgabe kommen wir nunmehr mit der vorliegenden Neufassung nach“, stellen die Stadtbezirksbeiräte fest.

    Und sie finden trotzdem, dass die Deponie nicht einfach so ungenutzt zwischen Nahle und Neuer Luppe herumstehen sollte. Wobei das mit dem ungenutzt ja nicht stimmt: Hundebesitzer, Jogger und Mountainbiker nutzen den Berg ja längst für ihre Aktivitäten, auch wenn es keine ordentliche Zuwegung gibt und die alte Deponiebrücke über die Neue Luppe seit der Flut von 2013 in einem desolaten Zustand ist.

    Alte Brücke zur Deponie Möckern. Foto: Ralf Julke
    Alte Brücke zur Deponie Möckern. Foto: Ralf Julke

    Zumindest könnten ein paar Maßnahmen am Berg diesen Hügel auch für normale Leute erlebbar machen, finden die Stadtbezirksbeiräte.

    „Die Verwaltung hat erkennbar große Bedenken gegen den Begriff ‚Naherholungsgebiet‘, offenbar wegen unwägbarer Rechtsfolgen. Insofern verzichten wir auf diesen Begriff und stellen auf den Aufenthalts- und Erholungswert des Ortes ab“, schreiben sie. „Ebenfalls gibt es große Bedenken gegen Eingriffe in die Hanglagen und deren Nutzung, etwa für sportliche Zwecke. Auch diese Bedenken sind für uns plausibel. Ohnehin steht für uns der sanierte Plateaubereich im Vordergrund, der sicher begehbar ist und verschiedene Nutzungen ohne bauliche Eingriffe ermöglicht.“

    Aber eigentlich müsste – auch da stimmen sie dem Verwaltungsstandpunkt zu – erst einmal eine rechtmäßige öffentliche Brücke gebaut werden oder der Nutzung geöffnet werden.

    „Aufgrund der inselartigen Lage der Deponie zwischen Luppe, Nahle und Bahnstrecke ist eine Brücke über die Luppe in Verlängerung des östlichen Heuwegs die einzig sinnvolle Zuwegung. Wir gehen davon aus, dass die ehemalige Deponie einer langfristigen Nachsorge bedarf, gerade auch wegen der angesprochenen geotechnischen Situation sowie Altlasten- und Grundwasserproblemen, und dass für diese Nachsorgearbeiten auch entsprechende Technik über die Luppe transportiert werden muss“, heißt es deshalb im Antrag des Stadtbezirksbeirats. „Ein vorläufiger Erhalt der jetzigen, hochwassertechnisch problematischen Brücke und ein späterer Ersatzneubau dürften darum unvermeidlich sein. Von daher bietet es sich an, diese technische Erschließungsbrücke auch für Fußgänger und Radfahrer zu öffnen.“

    Oder sie erst einmal zu reparieren. Denn ohne sichere Geländer wird die Stadt diese Brücke wohl niemandem öffnen.

    Das alles bündelt sich dann in den Antragspunkten, die man jetzt gern im Stadtrat beschlossen sehen möchte, ohne weiter auf die Kostenseite einzugehen. Denn sowohl Zuwegung (für Fußgänger und Radfahrer) wie auch der Bau von Tischen und Bänken auf dem Plateau würden ein paar Dukaten kosten, ohne dass bisher geklärt ist, ob der Sanierungszustand der alten Deponie so eine Bautätigkeit zumindest rechtlich schon erlaubt.

    Der Antrag:

    „Die Stadtverwaltung wird beauftragt, mit geeigneten Maßnahmen den Aufenthalts- und Erholungswert der sanierten ehemaligen Deponie Möckern, speziell ihres Plateaubereiches, zu verbessern.

    Dazu gehören insbesondere:

    – eine eindeutige und sicher nutzbare Zuwegung für Fußgänger und Radfahrer;
    – Aufstellen von robusten Bänken und Tischen auf dem Plateau;
    – eine Öffentlichkeitsarbeit, die zulässige und unzulässige Nutzungen verdeutlicht und die Wertigkeit dieses Ortes herausstellt.“

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