Leipzigs Baudezernat hat eine ganz schnelle Antwort für die Linksfraktion

Gut Ding will Weile haben. Seit einem Jahr fährt die Straßenbahn der Linie 9 nicht mehr nach Markkleeberg, damit hält sie auch nicht mehr am Wildpark. Dafür fährt dort der Bus Nr. 70. Aber auch der hat keine barrierefreie Haltestelle. Ein Unding, fand die Linksfraktion und stellte einen Antrag, dort endlich einen sicheren Überweg über die Koburger Straße zu schaffen. Ruckzuck gab’s eine Antwort.

„In der Koburger Straße zwischen Wildpark und stadteinwärtiger Bushaltestelle sowie dem Parkplatz wird zeitnah ein sicherer Übergang durch einen Fußgängerüberweg und/oder eine Mittelinsel unter Berücksichtigung des künftigen behindertengerechten Bushaltestellenausbau hergestellt“, war das Ansinnen der Linksfraktion.

Das Baudezernat hat gleich reagiert, denn irgendwie war man auch in der Verwaltung und bei den Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB) so weit, das Problem endlich anzugehen. Auch wenn es noch Zeit braucht. Verwaltungen sind nicht so schnell. Da muss erst einmal vorgeplant werden, untersucht, abgewogen, diskutiert und eingeordnet werden, dann muss jemand einen Förderantrag schreiben, der abgesendet, bearbeitet und vielleicht entschieden werden kann. Vielleicht auch nicht.

Komprimiert liest sich das jetzt so: „Im Auftrag der LVB GmbH wird zurzeit die Vorplanung für den behindertengerechten Ausbau der Bushaltestellen Wildpark in der Koburger Straße erarbeitet. In dem Zusammenhang wird auch die Einordnung einer Querungshilfe in diesem Bereich untersucht. Der Ämterumlauf ist für das 1. Halbjahr 2017 geplant. Nach der Ämterabstimmung kann die Entwurfsplanung erarbeitet werden. Die Bauausführung ist, wenn Fördermittel zur Verfügung stehen, für 2018 geplant.“

Man hört schon den CDU-Stadtrat Konrad Riedel grummeln. Denn dieses Tempo bestätigt seine Meinung über die Schwerfälligkeit der Leipziger Planer, in Leipzig ein barrierefreies System von Haltestellen hinzubekommen. Das interessiert ja auch Senioren, die genauso gern wie Familien mit Kindern die Rehe, Elche und Wildschweine im Wildpark besuchen und sich hinterher in der Wildparkgaststätte freuen, dass sie so hübsch ohne Klettern mit dem Bus zum Park gekommen sind.

Nur mit Umsteigen. Denn seit die Linie 9 eingestellt wurde, muss man ja am Connewitzer Kreuz das Fahrzeug wechseln. Barrierefrei zum Glück. Aber in einem hübschen Gedränge, wenn man Glück hat. Meistens hat man keins, weil Bus und Bahn sich mal wieder komplett verfehlt haben.

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BarrierefreiheitWildparkKoburger Straße
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