Die Verwaltungsliebe zum geparkten Blech

Ein zitronensaurer Alternativvorschlag der Stadtverwaltung zur Inneren Jahnallee

Für alle LeserEs ist mühsam, eine Verwaltung zum Handeln zu bewegen, wenn die Verwalter nicht wollen. Das ist vielleicht die wichtigste Lektion, die die Leipziger so langsam lernen müssen, wenn es um den Umgang mit Bürgermeistern und Ämtern geht. Aktuellstes Beispiel ist ja der Zustand in der Inneren Jahnallee. Zur Ratsversammlung am 22. August übergab Volker Holzendorf seine Petition mit fast 6.000 Unterschriften an OBM Burkhard Jung. Seit Juni gibt es auch einen Antrag der Grünen-Fraktion.

Der forderte noch nicht so explizit wie Volker Holzendorf die Anlage von gesicherten Radstreifen auf beiden Seiten der Inneren Jahnallee. Das lässt das etwa komplizierte Verhältnis von Stadtrat und Verwaltung nicht zu – schon gar nicht im Bereich der Straßenverkehrsordnung. Da fungiert die Verwaltung relativ eigenständig und lässt es die Stadträte auch immer wieder gern wissen, dass man sich bei Fragen der Verkehrsregelung von den gewählten Volksvertretern nichts vorschreiben lässt.

Das Einzige, was den Ratsfraktionen möglich ist, ist der Beschluss eines Prüfauftrages. So hatten es die Grünen im Juni auch formuliert. Das Dezernat Stadtentwicklung und Bau hat jetzt einen Alternativvorschlag formuliert und empfiehlt, folgenden Alternativvorschlag anzunehmen:

„Die Ratsversammlung nimmt zur Kenntnis, dass die Verkehrssicherheit in der Inneren Jahnallee kurzfristig mittels verkehrsregelnder Maßnahmen, insbesondere durch die maßvolle Reduzierung des ruhenden Verkehrs hergestellt wird.

Die Ratsversammlung beauftragt den Oberbürgermeister zu prüfen, inwieweit durch eine neue Straßenraumaufteilung die Verkehrssicherheit des Fuß- und Radverkehrs erhöht werden kann. Hierzu sind intensive Abstimmungen mit Händlern, Gewerbetreibenden bzw. deren Interessenvertretern zu führen, um ggf. alternative Andienungslösungen zu finden und zu realisieren. Dabei sind die Belange des ÖPNV und des Event-Verkehrs zu beachten und in angemessener Weise zu berücksichtigen.

Der Stadtrat wird im II. Quartal 2019 über das Ergebnis informiert.“

Das Erste, was auffällt, ist natürlich, dass man sich wieder jede Menge Zeit zum Prüfen ausbedingt. Ein ganzes Jahr, um dann vielleicht einen Vorschlag zu machen?

Die Grünen hatten extra betont, dass „eine weitere Untätigkeit nicht mehr tragbar“ sei. Und die Aktionswoche, die jetzt eine Woche lang in der Inneren Jahnallee zu erleben war, hat ziemlich klar gezeigt, dass die Anlage solcher Radstreifen das Verkehrsgeschehen in diesem schmalen Straßenabschnitt sofort beruhigt.

Das Problem der Leipziger Verkehrssicherheitsbehörde ist: Sie reagiert erst, wenn eine Reihe von gravierenden Unfällen nach demselben Muster passiert sind. Logisch: Dann muss sie auch reagieren. Wer aber die eigene Tätigkeit darauf fokussiert, immer erst zu reagieren, wenn sich die Unfälle häufen, der vergibt die simpelsten Chancen, Straßenverkehr in Leipzig von vornherein sicherer und attraktiver zu machen.

Und dass der sogenannte „ruhende Verkehr“, also die geparkten Autos rechts und links, die Hauptursache für Unfälle aller Art mit unterschiedlichsten Akteuren ist, streitet die Stadt schon lange nicht mehr ab.

Dass die entsprechende Abteilung aber nicht wirklich lernwillig ist, zeigt dann der lange Text, mit dem begründet wird, dass man sich jetzt Zeit bis Mitte 2019 nehmen will: „Die Innere Jahnallee, d.h. der Straßenabschnitt zwischen den lichtsignalgeregelten Kreuzungen Waldplatz und Leibnizstraße, ist ein Straßenabschnitt, der vielfältigste Funktionen auf einer sehr beengten Verkehrsfläche zu erfüllen hat. Deshalb konnten bei dem im Rahmen des Olympia-Sofortprogramms erfolgten Teilumbau im Jahr 2005/2006 keine Radverkehrsanlagen eingeordnet werden.“

Das ist – so simplifiziert – schlichtweg falsch. Denn die „vielfältigen Funktionen“ hat die Straße auch westlich des Waldplatzes und im Ranstädter Steinweg, wo es natürlich Radwege gibt. Bundesstraßen schließen keine Radwege aus. Und als die Straße 2006 eröffnet wurde, waren auch keine Dauerparkplätze an beiden Seiten angeordnet. Die hat just das Dezernat, das jetzt nach Ausreden sucht, erst mal „als Test“ eingeführt und dann einfach belassen, obwohl es die Konflikte schon von Anfang an gab. Die Stadt hat also – ohne wirklich zwingenden Grund – diesen Straßenabschnitt künstlich eingeengt.

Unfallstatistik Innere Jahnallee. Grafik: Stadt Leipzig

Unfallstatistik Innere Jahnallee. Grafik: Stadt Leipzig

Und sie stellt nun salopp fest: „In der Tat kommt es aufgrund der vielfältigen Nutzungen auf engem Raum zu Konflikten der Verkehrsteilnehmer untereinander und auch zu Unfällen. Allerdings ist bei den Unfällen eine Verteilung über den gesamten Straßenabschnitt zu verzeichnen. Eine nähere Untersuchung zu den polizeilich erfassten Unfällen 2014 bis 2016 führte zu dem Ergebnis, dass nirgendwo eine Häufung gleichartiger Unfälle zu verzeichnen ist. Eine oder gar mehrere Unfallhäufungsstellen konnten somit nicht festgestellt werden.

Dennoch wurde unter Federführung der Verkehrsunfallkommission im Jahr 2017 eine anlassbezogene Verkehrsschau durchgeführt, um eventuelle Defizite an der Verkehrsanlage aufzuspüren. Kurzfristig zu behebende, wesentliche Defizite an der Verkehrsanlage konnten in der Inneren Jahnallee nicht festgestellt werden. Das Hauptdefizit ist eher funktioneller Natur und besteht im Fehlen eines sicheren Fahrraumes für Radfahrer. Verbesserungen für den Radverkehr führen somit zwangsläufig zur Einschränkung anderer Funktionen.“

Man liest regelrecht heraus, wie sich das zuständige Amt hier windet. Man weiß, dass die Anlage von Radanlagen die Unfallgefahr deutlich mindert – fängt aber gleich wieder das Lied von den Einschränkungen für andere an – also die Dauerparker in diesem engen Straßenschlauch.

Auch die Unfallzahlen belegen, dass Volker Holzendorf mit seiner Petition recht hat: „Das theoretische Minderungspotenzial für Unfälle mit Radfahrerbeteiligung durch ein Verbot des ruhenden Verkehrs bzw. Markierung durchgehender Radfahrstreifen in der Inneren Jahnallee beträgt 6 von 10 Unfällen im Jahr 2017 bzw. 11 von 20 Unfällen mit Personenschaden über 3 Jahre. Grund dafür, dass nicht alle Radverkehrsunfälle positiv beeinflusst werden können ist, dass durch Minimierung des ruhenden Verkehrs bzw. Markierung eines Radfahrstreifens nur das Gefährdungspotenzial bei den Unfalltypen Längsverkehr, ruhender Verkehr und ggf. Sonstige positiv beeinflusst wird.“

Und? In jedem Fall können zwei von drei Radfahrerunfällen verhindert werden.

Das Sich-Winden geht im Text noch weiter: „Bemerkenswert ist, dass für das Jahr 2017 kein Unfall im Längsverkehr mit Radfahrerbeteiligung bekannt wurde, d.h. trotz beengter Verhältnisse kein Unfall im Zusammenhang mit dem Überholen von Radfahrern auftrat. Unfälle mit Radfahrerbeteiligung stehen auch kaum in Zusammenhang mit der derzeit zugelassenen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h, da Abbiegeunfälle und jene im Zusammenhang mit ruhendem Verkehr bei sehr niedrigen Geschwindigkeiten auftreten.“

Viel Platz an der inneren Jahnallee, wenn keine Autos mehr geparkt werden dürfen. Foto: Michael Freitag

Viel Platz an der Inneren Jahnallee, wenn keine Autos mehr geparkt werden dürfen. Foto: Michael Freitag

Die Straße ist ja so eingeengt, dass im Längsverkehr nun wirklich kaum die Möglichkeit besteht, zu überholen.

Das Problem ist nun einmal der ruhende Verkehr. Der auch die Ursache für die meisten Unfälle ist, wie man lesen kann: „Die Analyse der Unfallsituation weist eine besondere Gefahrenlage gem. § 45 Absatz 9 StVO für den Radverkehr nach, deren Ursache im nicht situationsgerechten angepassten Verhalten von Kfz-Führern zu sehen ist, mit der Lösungsmöglichkeit, mehr Raum durch Verlagerung des ruhenden Verkehrs zu schaffen. Somit ist nicht nur eine Ermächtigung, sondern die Notwendigkeit gegeben, die Verkehrssicherheit mittels verkehrsregelnder Maßnahmen herzustellen.“

Ein erstaunliches Wort: Notwendigkeit.

Dass die Verbannung der Radfahrenden auf die Gustav-Adolf-Straße keinen Sinn macht, gibt das Dezernat auch zu.

Was schon feststeht, sind zwei Maßnahmen zur Reduzierung des ruhenden Verkehrs.

„Diese wären ohnehin umgesetzt worden. Zwar lösen sie nicht das eigentliche Problem, wirken aber zusätzlich positiv auf die allgemeine Verkehrssicherheit:

Im Zusammenhang mit der Umsetzung von Sofortmaßnahmen aus dem Entwurf der Fortschreibung des Luftreinhalteplanes ist vorgesehen, die Verkehrsmenge in der Inneren Jahnallee um täglich bis 3.660 Fahrzeuge auf dann noch 13.220 Fahrzeuge zu reduzieren. Dazu werden die Schaltungen mehrerer Lichtsignalanlagen angepasst.

Aus Gründen der erforderlichen Lärmreduzierung in Umsetzung des gültigen Lärmaktionsplanes ist vorgesehen, für die Innere Jahnallee eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h verkehrsrechtlich anzuordnen. Hierfür sind ebenfalls Anpassungen an Lichtsignalanlagen erforderlich.“

Mit einer Umsetzung ist voraussichtlich im ersten Halbjahr 2019 zu rechnen, schreibt das Dezernat. Was schon verblüfft, weil ja gerade die Dosierung der Fahrzeugströme eigentlich als Sofortmaßnahme im Luftreinhalteplan der Stadt angekündigt wurde. Denn wenn Leipzig in der Straße die Grenzwerte für Stickoxide nicht einhält, droht hier ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge.

Wie schwer sich das zuständige Amt tut, hier schnellstens sichere Radstreifen zu schaffen, wird dann sichtbar, wenn es die Schwierigkeiten aufzählt, die dem (scheinbar) entgegenstehen: „In Auswertung der Wirksamkeit vorgenannter Sofortmaßnahmen kann mittelfristig geprüft werden, ob sich Radfahrstreifen realisieren lassen. Hierzu wäre aber der Andienungsverkehr vollständig zu verlagern. Dies ist mit den entsprechenden Interessenvertretern aus Handel und Gastronomie erst intensiv abzustimmen und es müssen ggf. alternative Andienungslösungen gefunden und realisiert werden.“

Radverkehr bei genügend Platz auf der stadtauswärtigen Seite. Foto: Michael Freitag

Radverkehr bei genügend Platz auf der stadtauswärtigen Seite. Foto: Michael Freitag

Womit wieder zwei völlig verschiedene Probleme vermischt werden: der „ruhende Verkehr“, der die äußeren Fahrspuren dauerhaft blockiert und die Straße auch dauerhaft einengt, und der natürlich notwendige Lieferverkehr. Den müsste auch niemand in andere Straßen „vollständig verlagern“, man denke nur an die Karl-Liebknecht-Straße. Er tritt nun einmal meistens nur punktuell und zeitlich begrenzt auf und vor allem selten im Berufsverkehr, wenn es in der Inneren Jahnallee die größten Probleme gibt.

Noch nicht genug der Bedenken?

Es geht noch weiter: „Radfahrstreifen müssten im Bereich der genannten LSA an die bestehenden Radverkehrsanlagen angebunden werden. Das bedingt z.T. Fahrspurreduzierungen in den LSA-Bereichen, insbesondere an der Leibnizstraße. Deshalb ist eine planerische Untersuchung erforderlich, in deren Rahmen unter Berücksichtigung der neuen Koordinierungsbedingungen Staus vermieden und die Bedingungen für den ÖPNV möglichst verbessert werden können. Diese planerische Untersuchung sollte auf den Erfahrungen der o. g. Sofortmaßnahmen aufbauen, um dauerhaft eine tragfähige Lösung zu erreichen. Dabei sind auch die in der aktuellen Diskussion von verschiedenen Seiten vorgebrachten unterschiedlichen Lösungsansätze abzuwägen.“

Die Rückstaus gibt es schon jetzt, weil sich sowohl am Waldplatz als auch an der Leibnizstraße die vorher zweispurige Bundesstraße abrupt auf eine Spur reduziert. Nicht wegen der Radstreifen, die es ja nicht gibt, sondern wegen der geparkten Autos.

Zusätzlich zum Antrag der Grünen und einem weiteren der Linksfraktion gibt es nun freilich auch die Petition, auf die die Verwaltung auch noch reagieren muss. Und es gibt die Ergebnisse der Fahrradaktionswoche, die ziemlich deutlich zeigen, dass es kein Problem ist, die geparkten Autos aus der Inneren Jahnallee zu verbannen und dafür sichere Radstreifen anzulegen. Überlegen muss man nur, wie man den Andienverkehr möglichst so organisiert, dass die Geschäfte sicher beliefert werden können und der Radverkehr möglichst wenig gestört wird.

Video – Ein Radweg an der Jahnallee (1): Im Gespräch mit Franziska Riekewald (Linke)

Die neue Leipziger Zeitung Nr. 58
Ein Mann mit dem Deutschlandhütchen, beharrliche Radfahrer, ein nachdenklicher Richter und ein hungriges Leipzig im Sommer 1918

Jahnallee
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 
4 Kommentare


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Gastkommentar von Christian Wolff: Abenteuerlicher Beschluss der sächsischen Landessynode
Landesbischof Dr. Carsten Rentzing. Foto: Ernst-Ulrich Kneitschel

Foto: Ernst-Ulrich Kneitschel

Für alle LeserDass die Synode der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens zwischen dem 15. und 18. November 2019 eine schwierige Tagung zu absolvieren hatte, war nach dem Rücktritt von Dr. Carsten Rentzing vom Amt des Landesbischofs vorhersehbar. Die Schwierigkeit lag nicht nur darin, dass Rentzing eine Würdigung seiner Arbeit eingefordert hatte und auch durch den Vorsitzenden der Synode Otto Guse erfuhr.
Sächsischer Flüchtlingsrat verkündet Happy End für Luans Familie – mit einer Ausnahme
Luan Zejneli im Sommer 2019. Foto: SFR

Foto: SFR

Für alle LeserNicht nur Luan Zejneli, sondern auch der Rest seiner in Leipzig verbliebenen Familie darf in Deutschland bleiben. Die sächsische Härtefallkommission, ein Gerichtsurteil und die erfolgreiche Suche nach Ausbildungsplätzen haben das in den vergangenen zweieinhalb Jahren ermöglicht. Der Sächsische Flüchtlingsrat zieht ein entsprechend freudiges Fazit – mit einer Einschränkung: Ein Familienmitglied hatte Deutschland im vergangenen Jahr mehr oder weniger freiwillig verlassen.
Leipziger Gehirnforschung: Wie funktioniert eigentlich die mentale Landkarte in unserem Kopf?
Jacob Bellmund bewegt sich auf der Plattform in einer trapezförmigen virtuellen Umgebung. Foto: DoellerLab

Foto: DoellerLab

Für alle LeserDie meisten Menschen wundern sich überhaupt nicht darüber, dass sie sich in ihrer Umgebung zurechtfinden. Die meisten denken nicht mal darüber nach, wie das eigentlich funktioniert. Aber die Forscher am Leipziger Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften finden diese Frage doch ziemlich wichtig. Denn: Wie funktionieren diese Landkarten im Kopf wirklich? Und was passiert, wenn sie nicht funktionieren?
Am 1. Dezember in der Paul-Gerhard-Kirche: 45. KlassischesKartoffelKonzert in Leipzig
45. KlassischesKartoffelKonzert in Leipzig mit "amarcord". Quelle: NuKLA e. V.

Quelle: NuKLA e. V.

Der Verein Naturschutz und Kunst Leipziger Auwald e. V., veranstaltet am Sonntag, 1.12. 2019 sein 45. Benefizkonzert. Karten für das Konzert sind bei allen bekannten Vorverkaufsstellen in Leipzig & über www.eventime.de sowie über die NuKLA-Homepage erhältich.
Deutsche Nationalbibliothek zeigt: Störenfriede. Kunst, Protest und das Ende der DDR
Gestaltung der Glasfassade des Deutschen Buch- und Schriftmuseums aus Anlass der Ausstellung „Störenfriede“ Foto: DNB, Julia Rinck, CC-BY-SA 3.0 DE

Foto: DNB, Julia Rinck, CC-BY-SA 3.0 DE

Für alle LeserDiktaturen fürchten sich vor unabhängigem Denken, vor unbequemen Fragen und vor Leuten, die sich von den herrschenden Parteien nicht vorschreiben lassen, was sie zu sagen haben und was nicht. Das war auch in der DDR so. Und deshalb gab es eine erstaunliche Vielfalt von subversiven Schriften, die die Unruhe ins Land trugen, lange bevor das viel gerühmte Volk bereit war, auf die Straße zu gehen. Eine Ausstellung im Deutschen Buch- und Schriftmuseum zeigt das jetzt.
Nextbike hat keinen Freefloating-Vertrag, wird aber häufiger Angriffsziel von Brandstiftern
Verbrannte Nextbike-Räder in der Bernhard-Göring-Straße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserFreefloating, was für ein hübscher Anglizismus. Verwendet wird er, wenn Anbieter von Leihfahrzeugen aller Art ihre Fahrzeuge überall im Stadtgebiet abstellen. Die einen machen das mit Miet-Autos, die anderen – bundesweit ja gerade Thema – mit Elektrorollern. Und die Firma Nextbike macht das in Leipzig mit Fahrrädern. Da war CDU-Stadträtin Jessica Heller bestimmt nicht die Einzige, die vermutete, dass Nextbike dafür auch einen richtigen Floating-Vertrag mit der Stadt hat.
Leipzigs Verwaltung sollte spätestens im Sommer 2020 ein Piktogramm für die Fahrradstraßen einsatzbereit haben
Hier mal ein Winterbild aus der KarLi. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSeit im Mai das Jugendparlament beantragte, auch die nördliche Karl-Liebknecht-Straße zur Fahrradstraße zu machen, schaukelt sich auch dieses Thema zum Streitpunkt unter den Ratsfraktionen auf. Die einen fragen, ob die Bernhard-Göring-Straße nicht endlich zur Fahrradstraße werden kann. Die nächsten beantragen: Nur ja nicht die KarLi. Und auf einmal taucht auch hier das Thema Piktogramme auf.
Das große Pratajev Liederbuch II: Die wodka-besinnlichen Lieder aus dem Nachlass eines verschollenen russischen Dichters
The Russian Doctors: Das große Pratajev Liederbuch II. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas ist eigentlich ein Büchlein, zu dem man die CDs der beiden „Halbgötter in Punk“ braucht, die nun seit 16 Jahren als The Russian Doctors durch die ostdeutsche Taiga tingeln: Makarios und Frank Bröker. Denn das, was sie anstellen, lebt tatsächlich von Makarios' eindrucksvoller Stimme und von der Erlenholzgitarre Frank Brökers. Aber richtig angefangen hat ja die Pratajev-Geschichte schon 1997.
Der Stadtrat tagt: Leipzigs Stellplatzsatzung nach dreieinhalb Jahren beschlossen + Video
Baudezernentin Dorothee Dubrau in der OB-Fragestunde am 23. Januar 2019. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserEs hat mehrere Jahre gedauert, es gab zahlreiche Änderungsanträge und es war nur eine knappe Mehrheit: Mit den Stimmen von Linken, Grünen und SPD hat der Stadtrat am Dienstag, den 19. November, die neue Stellplatzsatzung für Leipzig beschlossen. Darin ist geregelt, wie viele Stellplätze für Autos und Fahrräder an Wohnungen, Häusern, Schulen und anderen Einrichtungen mindestens vorhanden sein müssen.
Der Stadtrat tagt: Die November-Sitzung im Livestream und als Aufzeichnung
Der Stadtrat tagt. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserWeil am Mittwoch ein Feiertag ist, findet die November-Sitzung des Leipziger Stadtrats ausnahmsweise an einem Dienstag statt. Am 19. November kommen die Stadträte und Stadträtinnen bereits zum dritten Mal innerhalb von drei Wochen im Neuen Rathaus zusammen. Die L-IZ ist mit einem Livestream vor Ort und wird über ausgewählte Themen berichten.
Schon über 1.000 Anträge für mietpreisgebundenen Wohnungsbau in Leipzig bewilligt
Ein Baukran in Leipzig - aber noch nicht für sozialen Wohnungsbau. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWie kritisiert man eine Landesregierung, die es einfach nicht fertigbringt, bei wichtigen Zukunftsthemen über ihren Schatten zu springen? Ganz sachte. Das Dezernat Stadtentwicklung und Bau macht es jetzt vor in einer Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion. Denn dass die Peanuts aus Dresden nicht reichen, den sozialen Wohnungsbau in Leipzig ausreichend zu finanzieren, ist auch der Leipziger Stadtverwaltung klar.
Am 23. November im Cineplex: Bayerisches Outdoor Filmfestival B/O/F/F
Sächsische Delikatessen. Quelle: CINEPLEX Leipzig

Quelle: CINEPLEX Leipzig

Das Bayerische Outdoor Filmfestival B/O/F/F ist wieder auf Tour und macht am 23.11. zum ersten Mal Station im Leipziger Westen. „Autorenkino im Genre Abenteuer- und Naturfilme, zwischen Heimatliebe und Weltoffenheit“, so beschreiben die drei Macher ihre Filmtour. Gespielt wird in Programmkinos, Kletterhallen, Freiluftkinos, in Biergärten, am See und auf Hütten. Die Vorführung im Cineplex Leipzig ist die einzige Vorstellung in Ostdeutschland.
Sparkassenmuseum Grimma hat in der einstigen Schalterhalle neu eröffnet
Willkommen am historischen Schalter. Foto: Stadt Grimma

Foto: Stadt Grimma

Für alle LeserKlein aber fein. Grimma hat jetzt wieder ein Sparkassenmuseum. Ein Wasserschaden hat dafür gesorgt, dass es vor vier Jahren geschlossen werden musste. Doch seit dieser Woche kann das Sparkassenmuseum in Grimma wieder besichtigt werden. Die Ausstellung wurde neu konzipiert und zog in den ehemaligen Schalterraum der historischen Sparkasse am Grimmaer Markt.
Stadtrundfahrt-Unternehmen will auf Busdurchfahrten durch die Beethovenstraße nicht verzichten
Stadtrundfahrtbusse in der Beethovenstraße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSeit Juni ist die Beethovenstraße Fahrradstraße. Eine Ausschilderung, auf die sich auch viele Anwohner gefreut hatten. Denn damit müsste sich normalerweise auch der Durchfahrtverkehr von Lastkraftwagen deutlich verringern. Und auch die dicken Busse der Stadtrundfahrten dürften hier nicht mehr fahren. Doch diese Busse aus der Straße zu bekommen, ist selbst für Leipzigs Stadtverwaltung ein ganz zähes Unterfangen.
Sachsens Linke hat mit Schaper und Hartmann ein neues Führungsduo
Wahlplakat der Linken zur Landtagswahl 2019. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas Wahlergebnis zur Sächsischen Landtagswahl im September war auch für die Linkspartei eine eiskalte Dusche: 10,4 Prozent. Solche Ergebnisse kannte bisher nur die SPD, die mit 7,7 Prozent diesmal noch schlechter abschnitt. Da war schon klar, dass zum nächsten Landesparteitag abgerechnet werden würde. Der fand am Wochenende in Dresden statt. Und Antje Feiks, die als Landesvorsitzende für das Wahldebakel die Verantwortung übernahm, trat nicht mehr an.