Die Verwaltungsliebe zum geparkten Blech

Ein zitronensaurer Alternativvorschlag der Stadtverwaltung zur Inneren Jahnallee

Für alle LeserEs ist mühsam, eine Verwaltung zum Handeln zu bewegen, wenn die Verwalter nicht wollen. Das ist vielleicht die wichtigste Lektion, die die Leipziger so langsam lernen müssen, wenn es um den Umgang mit Bürgermeistern und Ämtern geht. Aktuellstes Beispiel ist ja der Zustand in der Inneren Jahnallee. Zur Ratsversammlung am 22. August übergab Volker Holzendorf seine Petition mit fast 6.000 Unterschriften an OBM Burkhard Jung. Seit Juni gibt es auch einen Antrag der Grünen-Fraktion.

Der forderte noch nicht so explizit wie Volker Holzendorf die Anlage von gesicherten Radstreifen auf beiden Seiten der Inneren Jahnallee. Das lässt das etwa komplizierte Verhältnis von Stadtrat und Verwaltung nicht zu – schon gar nicht im Bereich der Straßenverkehrsordnung. Da fungiert die Verwaltung relativ eigenständig und lässt es die Stadträte auch immer wieder gern wissen, dass man sich bei Fragen der Verkehrsregelung von den gewählten Volksvertretern nichts vorschreiben lässt.

Das Einzige, was den Ratsfraktionen möglich ist, ist der Beschluss eines Prüfauftrages. So hatten es die Grünen im Juni auch formuliert. Das Dezernat Stadtentwicklung und Bau hat jetzt einen Alternativvorschlag formuliert und empfiehlt, folgenden Alternativvorschlag anzunehmen:

„Die Ratsversammlung nimmt zur Kenntnis, dass die Verkehrssicherheit in der Inneren Jahnallee kurzfristig mittels verkehrsregelnder Maßnahmen, insbesondere durch die maßvolle Reduzierung des ruhenden Verkehrs hergestellt wird.

Die Ratsversammlung beauftragt den Oberbürgermeister zu prüfen, inwieweit durch eine neue Straßenraumaufteilung die Verkehrssicherheit des Fuß- und Radverkehrs erhöht werden kann. Hierzu sind intensive Abstimmungen mit Händlern, Gewerbetreibenden bzw. deren Interessenvertretern zu führen, um ggf. alternative Andienungslösungen zu finden und zu realisieren. Dabei sind die Belange des ÖPNV und des Event-Verkehrs zu beachten und in angemessener Weise zu berücksichtigen.

Der Stadtrat wird im II. Quartal 2019 über das Ergebnis informiert.“

Das Erste, was auffällt, ist natürlich, dass man sich wieder jede Menge Zeit zum Prüfen ausbedingt. Ein ganzes Jahr, um dann vielleicht einen Vorschlag zu machen?

Die Grünen hatten extra betont, dass „eine weitere Untätigkeit nicht mehr tragbar“ sei. Und die Aktionswoche, die jetzt eine Woche lang in der Inneren Jahnallee zu erleben war, hat ziemlich klar gezeigt, dass die Anlage solcher Radstreifen das Verkehrsgeschehen in diesem schmalen Straßenabschnitt sofort beruhigt.

Das Problem der Leipziger Verkehrssicherheitsbehörde ist: Sie reagiert erst, wenn eine Reihe von gravierenden Unfällen nach demselben Muster passiert sind. Logisch: Dann muss sie auch reagieren. Wer aber die eigene Tätigkeit darauf fokussiert, immer erst zu reagieren, wenn sich die Unfälle häufen, der vergibt die simpelsten Chancen, Straßenverkehr in Leipzig von vornherein sicherer und attraktiver zu machen.

Und dass der sogenannte „ruhende Verkehr“, also die geparkten Autos rechts und links, die Hauptursache für Unfälle aller Art mit unterschiedlichsten Akteuren ist, streitet die Stadt schon lange nicht mehr ab.

Dass die entsprechende Abteilung aber nicht wirklich lernwillig ist, zeigt dann der lange Text, mit dem begründet wird, dass man sich jetzt Zeit bis Mitte 2019 nehmen will: „Die Innere Jahnallee, d.h. der Straßenabschnitt zwischen den lichtsignalgeregelten Kreuzungen Waldplatz und Leibnizstraße, ist ein Straßenabschnitt, der vielfältigste Funktionen auf einer sehr beengten Verkehrsfläche zu erfüllen hat. Deshalb konnten bei dem im Rahmen des Olympia-Sofortprogramms erfolgten Teilumbau im Jahr 2005/2006 keine Radverkehrsanlagen eingeordnet werden.“

Das ist – so simplifiziert – schlichtweg falsch. Denn die „vielfältigen Funktionen“ hat die Straße auch westlich des Waldplatzes und im Ranstädter Steinweg, wo es natürlich Radwege gibt. Bundesstraßen schließen keine Radwege aus. Und als die Straße 2006 eröffnet wurde, waren auch keine Dauerparkplätze an beiden Seiten angeordnet. Die hat just das Dezernat, das jetzt nach Ausreden sucht, erst mal „als Test“ eingeführt und dann einfach belassen, obwohl es die Konflikte schon von Anfang an gab. Die Stadt hat also – ohne wirklich zwingenden Grund – diesen Straßenabschnitt künstlich eingeengt.

Unfallstatistik Innere Jahnallee. Grafik: Stadt Leipzig

Unfallstatistik Innere Jahnallee. Grafik: Stadt Leipzig

Und sie stellt nun salopp fest: „In der Tat kommt es aufgrund der vielfältigen Nutzungen auf engem Raum zu Konflikten der Verkehrsteilnehmer untereinander und auch zu Unfällen. Allerdings ist bei den Unfällen eine Verteilung über den gesamten Straßenabschnitt zu verzeichnen. Eine nähere Untersuchung zu den polizeilich erfassten Unfällen 2014 bis 2016 führte zu dem Ergebnis, dass nirgendwo eine Häufung gleichartiger Unfälle zu verzeichnen ist. Eine oder gar mehrere Unfallhäufungsstellen konnten somit nicht festgestellt werden.

Dennoch wurde unter Federführung der Verkehrsunfallkommission im Jahr 2017 eine anlassbezogene Verkehrsschau durchgeführt, um eventuelle Defizite an der Verkehrsanlage aufzuspüren. Kurzfristig zu behebende, wesentliche Defizite an der Verkehrsanlage konnten in der Inneren Jahnallee nicht festgestellt werden. Das Hauptdefizit ist eher funktioneller Natur und besteht im Fehlen eines sicheren Fahrraumes für Radfahrer. Verbesserungen für den Radverkehr führen somit zwangsläufig zur Einschränkung anderer Funktionen.“

Man liest regelrecht heraus, wie sich das zuständige Amt hier windet. Man weiß, dass die Anlage von Radanlagen die Unfallgefahr deutlich mindert – fängt aber gleich wieder das Lied von den Einschränkungen für andere an – also die Dauerparker in diesem engen Straßenschlauch.

Auch die Unfallzahlen belegen, dass Volker Holzendorf mit seiner Petition recht hat: „Das theoretische Minderungspotenzial für Unfälle mit Radfahrerbeteiligung durch ein Verbot des ruhenden Verkehrs bzw. Markierung durchgehender Radfahrstreifen in der Inneren Jahnallee beträgt 6 von 10 Unfällen im Jahr 2017 bzw. 11 von 20 Unfällen mit Personenschaden über 3 Jahre. Grund dafür, dass nicht alle Radverkehrsunfälle positiv beeinflusst werden können ist, dass durch Minimierung des ruhenden Verkehrs bzw. Markierung eines Radfahrstreifens nur das Gefährdungspotenzial bei den Unfalltypen Längsverkehr, ruhender Verkehr und ggf. Sonstige positiv beeinflusst wird.“

Und? In jedem Fall können zwei von drei Radfahrerunfällen verhindert werden.

Das Sich-Winden geht im Text noch weiter: „Bemerkenswert ist, dass für das Jahr 2017 kein Unfall im Längsverkehr mit Radfahrerbeteiligung bekannt wurde, d.h. trotz beengter Verhältnisse kein Unfall im Zusammenhang mit dem Überholen von Radfahrern auftrat. Unfälle mit Radfahrerbeteiligung stehen auch kaum in Zusammenhang mit der derzeit zugelassenen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h, da Abbiegeunfälle und jene im Zusammenhang mit ruhendem Verkehr bei sehr niedrigen Geschwindigkeiten auftreten.“

Viel Platz an der inneren Jahnallee, wenn keine Autos mehr geparkt werden dürfen. Foto: Michael Freitag

Viel Platz an der Inneren Jahnallee, wenn keine Autos mehr geparkt werden dürfen. Foto: Michael Freitag

Die Straße ist ja so eingeengt, dass im Längsverkehr nun wirklich kaum die Möglichkeit besteht, zu überholen.

Das Problem ist nun einmal der ruhende Verkehr. Der auch die Ursache für die meisten Unfälle ist, wie man lesen kann: „Die Analyse der Unfallsituation weist eine besondere Gefahrenlage gem. § 45 Absatz 9 StVO für den Radverkehr nach, deren Ursache im nicht situationsgerechten angepassten Verhalten von Kfz-Führern zu sehen ist, mit der Lösungsmöglichkeit, mehr Raum durch Verlagerung des ruhenden Verkehrs zu schaffen. Somit ist nicht nur eine Ermächtigung, sondern die Notwendigkeit gegeben, die Verkehrssicherheit mittels verkehrsregelnder Maßnahmen herzustellen.“

Ein erstaunliches Wort: Notwendigkeit.

Dass die Verbannung der Radfahrenden auf die Gustav-Adolf-Straße keinen Sinn macht, gibt das Dezernat auch zu.

Was schon feststeht, sind zwei Maßnahmen zur Reduzierung des ruhenden Verkehrs.

„Diese wären ohnehin umgesetzt worden. Zwar lösen sie nicht das eigentliche Problem, wirken aber zusätzlich positiv auf die allgemeine Verkehrssicherheit:

Im Zusammenhang mit der Umsetzung von Sofortmaßnahmen aus dem Entwurf der Fortschreibung des Luftreinhalteplanes ist vorgesehen, die Verkehrsmenge in der Inneren Jahnallee um täglich bis 3.660 Fahrzeuge auf dann noch 13.220 Fahrzeuge zu reduzieren. Dazu werden die Schaltungen mehrerer Lichtsignalanlagen angepasst.

Aus Gründen der erforderlichen Lärmreduzierung in Umsetzung des gültigen Lärmaktionsplanes ist vorgesehen, für die Innere Jahnallee eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h verkehrsrechtlich anzuordnen. Hierfür sind ebenfalls Anpassungen an Lichtsignalanlagen erforderlich.“

Mit einer Umsetzung ist voraussichtlich im ersten Halbjahr 2019 zu rechnen, schreibt das Dezernat. Was schon verblüfft, weil ja gerade die Dosierung der Fahrzeugströme eigentlich als Sofortmaßnahme im Luftreinhalteplan der Stadt angekündigt wurde. Denn wenn Leipzig in der Straße die Grenzwerte für Stickoxide nicht einhält, droht hier ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge.

Wie schwer sich das zuständige Amt tut, hier schnellstens sichere Radstreifen zu schaffen, wird dann sichtbar, wenn es die Schwierigkeiten aufzählt, die dem (scheinbar) entgegenstehen: „In Auswertung der Wirksamkeit vorgenannter Sofortmaßnahmen kann mittelfristig geprüft werden, ob sich Radfahrstreifen realisieren lassen. Hierzu wäre aber der Andienungsverkehr vollständig zu verlagern. Dies ist mit den entsprechenden Interessenvertretern aus Handel und Gastronomie erst intensiv abzustimmen und es müssen ggf. alternative Andienungslösungen gefunden und realisiert werden.“

Radverkehr bei genügend Platz auf der stadtauswärtigen Seite. Foto: Michael Freitag

Radverkehr bei genügend Platz auf der stadtauswärtigen Seite. Foto: Michael Freitag

Womit wieder zwei völlig verschiedene Probleme vermischt werden: der „ruhende Verkehr“, der die äußeren Fahrspuren dauerhaft blockiert und die Straße auch dauerhaft einengt, und der natürlich notwendige Lieferverkehr. Den müsste auch niemand in andere Straßen „vollständig verlagern“, man denke nur an die Karl-Liebknecht-Straße. Er tritt nun einmal meistens nur punktuell und zeitlich begrenzt auf und vor allem selten im Berufsverkehr, wenn es in der Inneren Jahnallee die größten Probleme gibt.

Noch nicht genug der Bedenken?

Es geht noch weiter: „Radfahrstreifen müssten im Bereich der genannten LSA an die bestehenden Radverkehrsanlagen angebunden werden. Das bedingt z.T. Fahrspurreduzierungen in den LSA-Bereichen, insbesondere an der Leibnizstraße. Deshalb ist eine planerische Untersuchung erforderlich, in deren Rahmen unter Berücksichtigung der neuen Koordinierungsbedingungen Staus vermieden und die Bedingungen für den ÖPNV möglichst verbessert werden können. Diese planerische Untersuchung sollte auf den Erfahrungen der o. g. Sofortmaßnahmen aufbauen, um dauerhaft eine tragfähige Lösung zu erreichen. Dabei sind auch die in der aktuellen Diskussion von verschiedenen Seiten vorgebrachten unterschiedlichen Lösungsansätze abzuwägen.“

Die Rückstaus gibt es schon jetzt, weil sich sowohl am Waldplatz als auch an der Leibnizstraße die vorher zweispurige Bundesstraße abrupt auf eine Spur reduziert. Nicht wegen der Radstreifen, die es ja nicht gibt, sondern wegen der geparkten Autos.

Zusätzlich zum Antrag der Grünen und einem weiteren der Linksfraktion gibt es nun freilich auch die Petition, auf die die Verwaltung auch noch reagieren muss. Und es gibt die Ergebnisse der Fahrradaktionswoche, die ziemlich deutlich zeigen, dass es kein Problem ist, die geparkten Autos aus der Inneren Jahnallee zu verbannen und dafür sichere Radstreifen anzulegen. Überlegen muss man nur, wie man den Andienverkehr möglichst so organisiert, dass die Geschäfte sicher beliefert werden können und der Radverkehr möglichst wenig gestört wird.

Video – Ein Radweg an der Jahnallee (1): Im Gespräch mit Franziska Riekewald (Linke)

Die neue Leipziger Zeitung Nr. 58
Ein Mann mit dem Deutschlandhütchen, beharrliche Radfahrer, ein nachdenklicher Richter und ein hungriges Leipzig im Sommer 1918

Jahnallee
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 
4 Kommentare


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Programm bis Mitte Februar im Museum für Druckkunst Leipzig
Blick in die Sammlung des Museums für Druckkunst Leipzig © Klaus-D. Sonntag

© Klaus-D. Sonntag

Der Startschuss für Jahr der Industriekultur in Sachsen fiel letzte Woche in Dresden. Das Museum für Druckkunst freut sich auf ein spannendes Jahr mit tollem Programm. Die Sonderausstellung zum Themenjahr wird die Fotografie in den Fokus rücken.
Der Tag: Proteste gegen Verbote, Faschismus und Auszeichnungen
Das Bundesverwaltungsgericht muss über das Linksunten-Indymedia-Verbot entscheiden. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserLeipzig blickt schon wieder auf einen Protesttag voraus. Sowohl gegen das Linksunten-Indymedia-Verbot als auch gegen eine AfD-Veranstaltung soll es Kundgebungen geben. Es ist aber unwahrscheinlich, dass es erneut eskaliert. In Dresden zeigten Proteste schon heute Wirkung: Der Semperopernball bezeichnete eine Ordensverleihung an den ägyptischen Präsidenten als Fehler. Die L-IZ fasst zusammen, was am Dienstag, den 28. Januar 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Im Februar trifft sich der Nachwuchs zum Jazzen
Foto: Anne Schneemelcher

Foto: Anne Schneemelcher

Rund 100 Kinder und Jugendliche werden vom 21.-23. Februar beim 11. Kids Jazz Festival wieder zeigen, dass Jazz alles andere als out ist. „Vielleicht, weil es Improvisation gibt - und das ist immer etwas Neues und Unvorhersehbares“, beschreibt Saxofonist Tymofy Lysenko den Musikstil. Der 14-Jährige kommt wie andere Bands und Solisten aus der Ukraine. Zum ersten Mal tritt aber auch ein israelisches Ensemble aus der Stadt Herzliya auf. Auch Bands aus Niedersachen, Berlin und Baden-Württemberg werden beim Festival erwartet. Eröffnet wird das 11. Kids Jazz Leipzig vom MDR Kinderchor.
Das System der Ladesäulen für E-Autos wächst auch im Leipziger Umland
Ludwig Martin (Bürgermeister Borsdorf), Uwe Härling (Netzregionsleiter MITNETZ STROM), Gesine Sommer (Leiterin Stabsstelle des Landrates Wirtschaftsförderung/Kreisentwicklung) und Konstanze Lange (enviaM-Kommunalbetreuung) bei defv Inbetriebnahme der Ladestation in Borsdorf. Foto: enviaM

Foto: enviaM

Für alle LeserManchmal hat man ja das Gefühl, der Aufbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos geht viel zu schleppend voran. Als wäre das E-Auto auch nach zehn Jahren immer noch ein Exot, den man mit dem Fernglas suchen muss. Aber dann gibt es doch immer wieder Meldungen, die zeigen, dass einzelne Akteure vor Ort tatsächlich weiterbauen am Ladesäulennetz. Und das betrifft auch die ländlichen Regionen im Leipziger Süden, wo enviaM das Netz ausbaut. Und eine Schnelllade-Pilot-Station gibt es schon im Leipziger Norden.
Die ersten Bäume in der Bornaischen Straße werden gefällt und die Frage nach dem Schienenersatzverkehr ist noch ungeklärt + Update
XL- und XXL-Straßenbahn in der Bornaischen Straße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm Montag, 27. Januar, gab es schon einmal den ersten Hinweis, dass es jetzt wirklich ernst wird in der Bornaischen Straße in Connewitz, die ab März endlich umgebaut und modernisiert werden soll. Das war zwar ursprünglich schon für 2019 geplant gewesen. Aber weil man damals keine „wirtschaftliche Ausschreibung“ mehr hinbekam, wurde das 11-Millionen-Euro-Projekt ins Jahr 2020 verschoben.
Die Reaktionen auf die geplante Ordensverleihung an Abdel Fattah Al-Sisi in Dresden
Die Residenzstadt Dresden an der Elbe. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserIn Sachsen kann man eigentlich froh sein, wenn man keine offiziellen Orden und Ehrenzeichen bekommt. Man geriete dabei in eine Gesellschaft, in der man ständig das Gefühl haben müsste, dass hier eigentlich eher Kumpels ihren Kumpels ein blitzendes Gehänge ans Revers heften. Und es dabei völlig egal ist, was für Skandale der mit Orden Behängte schon auf seinem Kerbholz hat. So wie Abdel Fattah Al-Sisi, der sich 2013 in Ägypten an die Macht geputscht hat.
Ein „Friedensstifter“ beim Dresdner Semperopernball? Al Sisi ist nicht die erste peinliche Kür
Stadtansicht Dresden. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserDas Drama deutete sich schon am 24. Januar an, als die Dresdner PR-Agentur Zastrow + Zastrow die Meldung verschickte: „Ägyptischer Staatspräsident Abdel Fatah El-Sisi bekommt den St. Georgs Orden“. Da sah es noch wie ein Narrenstück aus. Bestimmt hatte sich da nur jemand einen Aprilscherz erlaubt, Bisschen früh im Jahr. Kurz darauf verschickte Zastrow + Zastrow im Auftrag des Dresdner Semperopernballs eine neue Mitteilung. Der Inhalt blieb derselbe. Das Ganze begann zur Farce zu werden. Was ist da los in Dresden?
Sachsen braucht endlich eine andere Politik für die Auen der Flüsse
Die Prießnitzmündung, Foto: BUND Dresden

Foto: BUND Dresden

Für alle LeserManchmal genügt ein Schock, um Politiker wieder zu ernüchtern und dazu zu bringen, eine Politik zu machen, die wirklich Rücksicht nimmt auf die vorhandenen Ressourcen und die Risiken, die entstehen, wenn der Mensch die Folgen für die Umwelt missachtet. So einen Moment gab es 2002, in den Monaten nach der sogenannten „Jahrhundertflut“. Da arbeitete Sachsens Staatsregierung tatsächlich einmal an einem zukunftsfähigen Hochwasserschutzkonzept. Doch der gute Vorsatz war schnell vergessen.
MDR-Wahlarena „Fakt ist …!“: Eine LVZ-Kooperation und zwei unwichtige Kandidatinnen
Ort der Sendung „Fakt ist ...!“ am 27. Jnaur 2020, der LVZ-Sitz am Peterssteinweg. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm 6. Januar 2020 veranstaltete die LVZ bekanntlich ein OBM-Wahlpodium, welches im Nachgang nicht nur freundlich aufgenommen wurde. Einerseits geriet der Fokus auf die Silvesterkrawalle in die Kritik, doch auch die Auswahl der Kandidat/-innen ließ wenigstens zwei Bewerberinnen vermissen und die LVZ+-Strategie verbannte das ganze hinter die Paywall. Wie man eine Wahlkampf-Debatte ausgewogen und fair hinbekommt, zeigte kurz darauf die IHK zu Leipzig mit allen Kandidat/-innen an Bord. Nun, fünf Tage vor der ersten Wahlrunde am 2. Februar, möchte es auch der MDR am heutigen 27. Januar versuchen. Die Vorzeichen scheinen allerdings kurios.
Der Tag: Die Ruhe nach dem Sturm
Während der Demo wurde unter anderem eine Haltestelle beschädigt. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserNie wieder: Das Gedenken an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor genau 75 Jahren dominiert heute die Nachrichten. Aus diesem Anlass gab es in Leipzig und Dresden mehrere Veranstaltungen. Außerdem gibt es Stellungnahmen zu den Ausschreitungen während der Indymedia-Demonstration am Samstag. Die L-IZ fasst zusammen, was am Montag, den 27. Januar 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
14. Lange Leipziger Kriminacht am 11. März Uhr im Blauen Salon
Lange Leipziger Kriminacht PR

Lange Leipziger Kriminacht PR

Die Lange Leipziger Kriminacht hat sich als Buchmesseeinstieg am Mittwochabend seit vielen Jahren erfolgreich etabliert. Der Blaue Salon des Central Kabaretts im Herzen der Messestadt bietet dafür einen besonders exklusiven Veranstaltungsort. Zu hören und sehen ist die Crème de la Crème der deutschsprachigen Krimiautoren – neun Autoren, neun spannende Krimis aus acht Verlagen.
Notenspur und Flügelschlag laden ein zum Erinnerungsweg in die Nacht für Auschwitz-Entronnene am 13. April 2020
Schneeblumengedenkweg 2015. Foto: A. C. Winkler.

Foto: A. C. Winkler.

Für alle LeserAuch in diesem Jahr wird es ihn wieder geben: den Schneeblumen-Gedenkweg am 13. April. So wie 2015, als er zum ersten Mal an eines der beklemmenden Ereignisse zum Ende der NS-Zeit erinnerte. In Auschwitz endete das Lager-Grauen mit der Ankunft der Roten Armee am 27. Januar 1945. In Leipzig wurden die nationalsozialistischen Arbeitslager erst im April vor den heranrückenden alliierten Truppen geräumt.
AKIBA PASS Festival am 1. Februar zu Gast im Cineplex Leipzig
Foto: Cineplex

Foto: Cineplex

Cineplex Leipzig freut sich am Samstag, den 1.2.2020, zum zweiten Mal Gastgeber für das deutschlandweite Anime-Event Akiba Pass Festival zu sein. Jeweils sechs Animes laufen in zwei Sälen hintereinander, als Deutschlandpremieren in ihrer japanischen Originalversion, deutsch untertitelt.
Die schnelle Befriedigungs-Maschinerie und die Einsamkeit eines entzauberten Lebens
Auszug Buchcover. Foto: Blessing-Verlag

Foto: Blessing-Verlag

Für alle LeserEs gibt solche Sätze, die haken sich fest. Da stolpert man schon beim Lesen, macht im Kopf ein Häkchen dahinter – und am nächsten Tag sucht man sich dumm und dusselig, weil man vergessen hat, wo man sie gelesen hat. Man kann sich ja nicht überall ein buntes Fähnchen hinkleben. Schon gar nicht im Internet. War das nun ein verflixter Satz, den Sibylle Berg geschrieben hat oder etwas Hingehauenes von Sascha Lobo? Nein. Es war in diesem Fall ein Satz von Jens-Uwe Jopp. Und wer die neue „Leipziger Zeitung“ hat, kann ihn nachlesen.
Die neue Leipziger Zeitung ist da: Fokus auf die OBM-Wahl
Leipziger Zeitung vom 24. Januar 2020. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWenn man gut eine Woche vor einer wichtigen Wahl eine monatlich erscheinende Zeitung herausbringt, ist klar, wo der Schwerpunkt liegt: Die am 24. Januar erschienene LEIPZIGER ZEITUNG widmet sich auf rund einem Viertel der Seiten der OBM-Wahl am 2. Februar. Außerdem haben wir mit Irena Rudolph-Kokot über Silvester in Connewitz und die anschließenden Diskussionen gesprochen. Weitere spannende Interviews gibt's unter anderem in Bildung und Sport.