Warum nutzt die Stadt nicht die Chance, auch die Situation für Radfahrer am Goerdelerring zu verbessern?

Für alle LeserNatürlich war das generelle Halteverbot in der Inneren Jahnallee ein Fortschritt verglichen mit dem zugeparkten Zustand, der diesen Straßenabschnitt zum zentralen Unfallschwerpunkt der Stadt gemacht hat. Und noch steht die Anlegung von Radfahrstreifen an. Die Stadt prüft noch. Der ADFC aber forderte in logischer Folge durchgehende Radstreifen von Lindenau bis zur Kreuzung Goerdelerring. Und wenn man erst einmal da ist, folgt zwingend die Frage: Wie geht es dort künftig weiter?
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Auch dazu hat sich Leipzigs Fahrradverein schon Gedanken gemacht. Denn es kündigt sich längst das nächste Bauvorhaben an, bei dem wieder einmal Bedingungen für die nächsten Jahre festgezurrt werden.

Die Haltestelle Goerdelerring soll nach den Plänen der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) im Jahr 2020 umgebaut werden. Das Problem aus ADFC-Sicht: Die Bedingungen für Radfahrer sollen sich an der Stelle nicht wirklich verbessern.

„Nach aktuellem Planungsstand werden keine Maßnahmen ergriffen, um die Massenunfallhäufungsstelle zu entschärfen und die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden zu erhöhen. Obwohl die Stadt Leipzig nach der Straßenverkehrsordnung dringend handeln müsste, ergreift sie nicht die Chance, aktiv die Zahl der Unfälle zu reduzieren“, erklärt Matthias Koss vom ADFC.

„Mit dem Umbau bleibt aus Sicht des ADFC Leipzig die Leistungsfähigkeit auf dem Niveau eines Flaschenhalses erhalten. Erschwerend kommt hinzu, dass man durch eine neue Signalisierung die Bedingungen für den Rad- und Fußverkehr deutlich verschlechtert. Die LVB konzentriert sich nicht auf ihre Kernaufgabe, Fahrgäste effizient zu befördern, sondern mit möglichst wenig Geld ihre Betriebskosten zu senken.“

Und wer sich wundert, warum Baustellen in Leipzig immer so überraschend kommen, der darf auch den Hinweis der Landesdirektion nicht überlesen: „Die Antragsunterlagen (Zeichnungen und Erläuterungen) liegen in der Zeit vom 4. März 2019 bis einschließlich 3. April 2019 in der Stadt Leipzig, Neues Rathaus, Martin-Luther-Ring 4-6, Stadtplanungsamt, Zimmer 498 zu den Dienststunden zur allgemeinen Einsichtnahme aus.“

Hat die Stadt Leipzig das irgendwo gemeldet?

Hat sie nicht.

Dabei sind die Radfahrersorgen rund um die Haltestelle bekannt. Selbst das Jugendparlament hat das gerade in einem Antrag formuliert:

„Die Stadtverwaltung wird beauftragt auf der westlichen Straßenquerung der LVB-Haltestelle Goerdelerring eine getrennte Fahrradspur zu errichten. Die Einrichtung einer derartigen Spur würde die Verkehrssicherheit massiv erhöhen, da derzeit die Fahrradfahrenden die reine Fußgehendennutzung missachten, da auf beiden Seiten der Straße Fahrradwege verlaufen. Diese durch eine separate Querung zu verbinden würde die Fußgänger*innen schützen und den Fahrradfahrenden die Querung erleichtern.“

Der ADFC greift hier noch ein bisschen weiter aus. Denn die westliche Querung ist zwar ein Kuddelmuddel und überfordert viele Querende, weil hier die Straßenbahnen auch und gerade in Grünphasen aus den unterschiedlichsten Richtungen einfahren.

Aber an der Ostseite ist die Situation für Radfahrer eigentlich noch trister. An der Löhrstraße müssen sie die Fußgängerüberwege mit nutzen und sich dann gerade auf der Nordseite in die Zickzackführung einordnen, was in der Regel heißt: Absteigen und Schieben. Die Zickzackführung ist zwar zur Sicherheit der Fußgänger eingerichtet, damit sie nicht gleich mit den querenden Straßenbahnen kollidieren. Aber für Radfahrer ist es eine sehr frustrierende Art, von der Richard-Wagner-Straße zur Löhrstraße zu gelangen. Zur Nordstraße kommen sie so erst gar nicht.

Der Vorschlag des ADFC: „Im Zuge der Baumaßnahme schlagen wir vor, wenigstens eine neue Querungsstelle an der Nordstraße zu errichten und mittels Einbahnstraßenregelung in der Nordstraße und Löhrstraße die Querung an der Löhrstraße zu verbessern. Es sollte im ureigensten Interesse der LVB sein, dass ihre Fahrgäste bequem die Haltestellen erreichen können. Die Stadt Leipzig sollte im Sinne der Ratsbeschlüsse darauf hinwirken, dass die Erreichbarkeit der Innenstadt nicht verschlechtert, sondern verbessert wird.“

ADFC plädiert für Radfahrstreifen von Lindenau bis zum Ranstädter Steinweg

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