Auch Neuanwohner am Forstweg müssen es jetzt lernen: Gewässerrandstreifen dürfen nicht bebaut werden

Für alle LeserEs hatte ein bisschen gedauert. Wir hatten ein paar Fragen zu den Entwicklungen und fachlichen Einschätzungen am Forstweg in Böhlitz-Ehrenberg an die Verwaltung gestellt. Die Kolleginnen in der Kommunikation waren auch fleißig, haben auch alle Antworten eingesammelt. Das dauerte wieder ein Weilchen. Und dann ließen wir das Fragenpaket noch liegen, weil einige Antworten ganz unübersehbar davon erzählen, dass manche Antwortgeber gar nicht wissen wollen, was vor Ort wirklich los ist. Und deswegen auch sichtlich falsche Antworten geben.
Anzeige

Die größten Probleme gibt es dabei im Amt für Umweltschutz, das sich nicht einmal geneigt zeigte, die Tatsachen vor Ort zu überprüfen und jetzt in der Antwort einfach noch einmal wiederholt, was man vor einigen Jahren im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens an das Amt für Bauordnung und Denkmalpflege gemeldet hatte.

So etwa zum Abstand zum Wald, der nach dem Sächsischen Waldgesetz 30 Meter betragen muss. Der Grund ist simpel: Feuerstellen sollten nicht in Waldnähe gebaut werden. Die 30 Meter sind ein Sicherheitsabstand. Aber der ist bei den neuen Häusern am Forstweg, die auf einstigem Gartenland, das die Stadt Leipzig verkauft hat, gebaut wurden, eindeutig nicht eingehalten.

Der Wald beginnt gleich an der Alten Luppe, die die Hausgrundstücke begrenzt. Verantwortlich ist hier der Staatsbetrieb Sachsenforst, der ganz sicher gesagt hätte, dass der Waldabstand nicht eingehalten wurde – wenn man ihn nur gefragt hätte.

Ob der nach Wassergesetz einzuhaltende Gewässerrandstreifen eingehalten wurde, darüber kann man streiten. Innerorts muss er auf fünf Meter eingehalten werden und es darf darauf nichts gebaut werden und nichts stehen, was den ungehinderten Wasserabfluss behindert. Außerorts sind zehn Meter frei zu halten.

Neues Pflaster für das Gewässergrundstück? Foto: privat

Neues Pflaster für das Gewässergrundstück? Foto: privat

Auch im Bauordnungsamt ist man sich sicher, dass alles rechtens ablief. Auch wenn man hier eindeutig einen ganzen geschlossenen Häuserriegel in die Abflussbahn des Hanges gebaut hat, der von der Alten Luppe hinaufsteigt bis zur Leipziger Straße. Wer weiß, was bei Starkregen passiert an solchen Hängen, der weiß auch, was diesem Häuserriegel passiert, wenn es regnet. Bei leichterem Regen laufen nur die Garagen voll.

Das mit dem Gewässerrandstreifen mussten die Bewohner der neu gebauten Häuser jetzt lernen. Das hatte ihnen der Hausverkäufer nämlich nicht gesagt, dass sie die Grundstücke bis zur Alten Luppe zwar nutzen dürfen, aber nichts darauf bauen dürfen, auch keine Zäune, Terrassen oder Ziermauern. Das erfuhren sie nun in dieser Woche, denn jetzt erschien ein Leipziger Verwaltungsmitarbeiter, den die auffälligen Abladearbeiten gleich auf dem ersten, noch unbebauten Grundstück am Forstweg auf den Plan gerufen hatten.

Eine Gartenbaufirma war hier beauftragt worden, das Grundstück, auf dem ursprünglich auch noch ein Haus gebaut werden sollte, zu begradigen und gartenbaulich instand zu setzen. Aber die vielen Steine mussten die Gartenbauarbeiter alle wieder aufladen. Das Grundstück ist auch ein direktes Wassergrundstück. Hier darf nichts gebaut werden.

Was die Stadtverwaltung uns zwar so nicht bestätigen will. Aber die Worte des kompetenten Stadtmitarbeiters vor Ort waren deutlich. Und die bekamen auch die Bewohner der schon gebauten Häuser zu hören, die jetzt ihre Gartengestaltungen hinterm Haus alle wieder zurückbauen müssen.

Andere Probleme, die schon vor Baubeginn allzu offensichtlich waren, sind weiterhin ungelöst. Jetzt soll das Regenwasserproblem durch einen neuen Ablaufkanal gelöst werden. Das sieht nach neuen, sehr unkonventionellen Lösungen aus. „Der Stadt Leipzig sind keine entstandenen Verstöße gegen die Umweltschutzgüter bekannt. Unabhängig davon wurde die gesicherte Ableitung von Niederschlagswasser von Grundstücken im Baurechtsverfahren geprüft“, teilte uns die Verwaltung mit.

Das ist schwer zu glauben.

***

Hier der kleine Katalog mit Fragen und Antworten aus der Verwaltung:

1. Wurde bei diesem Bauvorhaben inzwischen die Abstandhaltung nach sächsischem Wassergesetz zur Alten Luppe überprüft? Wenn ja: Mit welchem Ergebnis?

Antwort: Die Abstände des Bauvorhabens zur Alten Luppe nach dem Sächsischen Wassergesetz wurden bereits im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens durch das Amt für Umweltschutz geprüft. Dabei gab es seitens des Fachamtes keinerlei Beanstandungen.

2. Wurde inzwischen die Abstandspflicht zum Wald nach Sächsischem Waldgesetz überprüft? Wenn ja: Mit welchem Ergebnis?

Antwort: Die Abstände des Bauvorhabens zum Wald nach dem Sächsischen Waldgesetz wurden bereits im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens durch das Amt für Stadtgrün und Gewässer geprüft. Im Ergebnis wurde dem Amt für Bauordnung und Denkmalpflege durch das Fachamt mitgeteilt, dass der gesetzlich geforderte Abstand von 30 Metern gemäß § 25 Abs. 3 SächsWaldG eingehalten wird.

3. Hat die bauordnungsrechtliche Prüfung der neu errichteten Häuser mittlerweile stattgefunden? Mit welchem Ergebnis?

Antwort: Die neu errichteten Eigenheime auf den Grundstücken Forstweg 34 und 34 a bis d wurden nochmals am 09.07.2019 durch das Amt für Bauordnung und Denkmalpflege besichtigt. Abweichungen von den geprüften Bauvorlagen waren nicht feststellbar.

4. Stimmt es, dass es für das Grundstück direkt am Forstweg einen Baustopp gab? Womit wird er begründet? Gab es eine offizielle Zurücknahme der Baugenehmigung?

Antwort: Es gab für das Bauvorhaben zu keinem Zeitpunkt einen Baustopp und auch keine Zurücknahme der Baugenehmigung.

5. Wem gehört das unbebaute Grundstück jetzt? Fällt es zurück an die Stadt und wird es wieder mit Bäumen bepflanzt? Oder gibt es dazu noch Rechtsstreitigkeiten etwa mit der Fa. Reinbau?

Antwort: Das Grundstück befindet sich nach Kenntnisstand des Amtes für Bauordnung und Denkmalpflege derzeit im Privateigentum. Gegenwärtig ist beim Verwaltungsgericht Leipzig eine Klage eines angrenzenden Nachbarn gegen die erteilte Baugenehmigung anhängig.
Weitere Informationen liegen dem Amt für Bauordnung und Denkmalpflege nicht vor.

6. Was geschieht mit den Asbestrückständen auf dem Gelände? Wer ist jetzt für eine ordnungsgemäße Beräumung zuständig?

Antwort: Bei einer Vor-Ort-Besichtigung des Geländes am 19.07.2019 wurden seitens der Abfall-/Bodenschutzbehörde drei sehr kleine Bruchstücke Asbest vorgefunden und sichergestellt.
Für eine ordnungsgemäße Beräumung ist grundsätzlich der Grundstückseigentümer verantwortlich.

7. Wie gedenkt die Stadt, die entstandene Verstöße gegen die Umweltschutzgüter zu heilen? Wer wird dafür in die Pflicht genommen? Und wer haftet, wenn – zum Beispiel im Starkregenfall – Grundstücke und Gebäude Schaden erleiden? Fallen dann die Versicherungspflichten auf die Stadt zurück?

Antwort: Der Stadt Leipzig sind keine entstandenen Verstöße gegen die Umweltschutzgüter bekannt. Unabhängig davon wurde die gesicherte Ableitung von Niederschlagswasser von Grundstücken im Baurechtsverfahren geprüft. Die Grundstückseigentümer sind für die Einhaltung umweltrechtlicher Vorschriften verantwortlich. Bei eventuellen Verstößen haben sie für einen gesetzeskonformen Zustand zu sorgen. Umfangreiche Informationen zu Starkregen, so u. a. zu den Objektpflichten für den Eigentümer, können der Broschüre „Wassersensibel planen und bauen in Leipzig – Leitfaden zur Starkregenvorsorge für Bauherren, Hauseigentümer, Planer und Architekten“ entnommen werden.

Die Broschüre kann unter nachfolgendem Link https://www.leipzig.de/fileadmin/mediendatenbank/leipzig-de/Stadt/02.6_Dez6_Stadtentwicklung_Bau/63_Amt_fuer_Bauordnung_und_Denkmalpflege/14771_Brosch_Starkregen_Web.pdf eingesehen werden.

8. Wie geht die Stadt mit dem Umstand um, dass die kurze Zubringerstraße zu den neu bebauten Grundstücken weder die Einfahrt von Abfallfahrzeugen noch von Feuerwehr ermöglicht? Wird es hier noch Veränderungsauflagen für die neuen Besitzer geben? Und wer steht dann dafür finanziell ein?

Antwort: Gemäß des dem Bauvorhaben zugrunde liegenden Erschließungsvertrages für die Errichtung einer Wendeanlage entspricht diese der „Gestaltungsrichtlinie für Erschließungsstraßen in Siedlungsgebieten der Stadt Leipzig“. Gemäß einer Mitteilung des Verkehrs- und Tiefbauamtes vom 08.02.2016 dient der private Stichweg zur Gewährleistung der Wendevorgänge für die Feuerwehr. Nach Abstimmung mit der Stadtreinigung wird der Stichweg nicht von 3-achsigen Abfallsammelfahrzeugen befahren, d.h. die Stadtreinigung wird die Wendeanlage nicht nutzen. Der Standort der Abfallsammelbehälter am jeweiligen Entsorgungstag ist mit der Stadtreinigung abzustimmen. Laut Aussage des für den Erschließungsvertrag zuständigen Verkehrs- und Tiefbauamtes wurde die Wendeanlage von der Branddirektion nach Fertigstellung abgenommen und anerkannt.

Bauleute am Forstweg 34 abgezogen und Bauordnungsamt droht Bürgern mit kostenpflichtiger Nichtauskunft

Hinweis der Redaktion in eigener Sache: Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 500 Abonnenten.

Böhlitz-EhrenbergAlte LuppeForstweg
Print Friendly, PDF & Email
 
2 Kommentare


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Donnerstag, der 3. Dezember 2020: Leipzig knackt die bisherige Corona-Rekordmarke
Trübe Aussichten in Leipzig. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserEs ist ein Rekord, aber kein Grund zum Feiern: Mit 216 neuen Infektionen innerhalb eines Tages hat Leipzig eine neue Höchstmarke seit Beginn der Corona-Pandemie erreicht. Generell zeigt die Kurve in Sachsen weiterhin steil nach oben. Diskussionen über Lockdown, Wirtschaft und Schulen dauern an. Außerdem: Ein Waffen hortender KSK-Soldat darf die U-Haft verlassen. Die L-IZ fasst zusammen, was am Donnerstag, den 3. Dezember 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
„Italienische Wassertemperaturen“ in der Rappbodetalsperre
Wasserwerk in Wienrode. Foto: Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz

Foto: Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz

Für alle LeserDie Botschaft ist angekommen: Wenn unser Klima sich weiter aufheizt, müssen sich auch die Unternehmen etwas einfallen lassen, die unser Trinkwasser bereitstellen. Auch jene, die den Süden Sachsen-Anhalts versorgen – wie die Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz. Denn das dortige Trinkwasser kommt aus der Rappbodetalsperre, die sich möglicherweise aufheizen könnte wie der Gardasee in Italien.
LVB sollen ab 2021 über 60 Millionen Euro Finanzierung durch die L-Gruppe bekommen
Straßenbahn an der Haltestelle Wilhelm-Leuschner-Platz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEile tut Not. Und Corona hat alles durcheinandergebracht. Da konnte man glattweg vergessen, dass der Stadtrat 2018 beschlossen hat, die Finanzierung der Leipziger Verkehrsbetriebe endlich wieder den realen Bedürfnissen anzupassen. Doch festgelegt wurden die neuen Zuschüsse nur für die Jahre 2019/2020. Damit die LVB 2021 nicht im Regen stehen, braucht es jetzt einen schnellen neuen Beschluss.
Premiere für „Il trovatore“: Die Oper Leipzig streamt am 6. Dezember 2020 zum ersten Mal live
Il Trovatore. Foto: Oper Leipzig, Kerstin Nijhof

Foto: Oper Leipzig, Kerstin Nijhof

Für alle LeserDen „Lohengrin“ gab es noch ganz knapp kurz vor Verhängung des zweiten Lockdowns im Opernhaus Leipzig. Aber „Il trovatore“ hat der rigide Besucherstopp komplett erwischt. Da wählt auch die Oper Leipzig jetzt lieber den Weg, die Premiere online zu feiern, sonst ist ja die ganze Mühe für die Inszenierung regelrecht für die Katz. Gestreamt wird die Premiere live am Nikolaustag, dem 6. Dezember.
Fahrgastverband PRO BAHN fordert echten Einsatz zur Revitalisierung von Bahnstrecken
Ein gut ausgebautes Schienennetz ist das Rückgrat der Verkehrswende. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Verkehrszukunft – auch im Sachsen – kann nicht einfach nur aus Autos bestehen. Seit 1990 wurden ganze Regionen vom Schienennetz der Bahn abgeklemmt. Dort ist ein Leben ohne eigenes Autos kaum noch denkbar. Aber wo bleiben die sächsischen Vorschläge zur Wiederbelebung wichtiger Strecken? Der Fahrgastverband PRO BAHN ist verwundert über das Schweigen in Sachsen. Denn anderswo wird längst wieder geplant.
Weitaus mehr „Verdachtsfälle mit Bezug zum Rechtsextremismus“ in der sächsischen Polizei als bisher bekannt
Kerstin Köditz, MdL Die Linke (Archiv 2017, Landesparteitag). Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserErst waren es die Fälle aus Hessen, dann mehrten sich die Nachrichten über rechtsextreme Chat-Gruppen von Polizisten auch aus anderen Bundesländern. Und nun steht auch Sachsen im Fokus, wo sich die Regierung seit Jahren doch stets bemüht hat, dergleichen lieber unter den Teppich zu kehren. Aber falsch verstandener Korpsgeist ist erst recht die ideale Spielwiese für Beamte, die den Staat und die Demokratie verachten.
Schleußig: Ein Leipziger Stadtteillexikon über den besonderen Ortsteil auf der Insel
Schleußig. Ein Leipziger Stadtteillexikon. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEigentlich ist Schleußig der unbekannteste aller Leipziger Ortsteile. Man fährt meistens nur durch oder spaziert am Rand durch die Nonne, vielleicht schippert man auch in der Schute über die Weiße Elster. Aber so richtig greifbar wird der Ortsteil nicht. Er hat kein altes Rathaus, keinen Marktplatz, kein Zentrum. Und dennoch wird es richtig spannend, wenn sich eine Handvoll geübter Autoren mal richtig hineinkniet in die Verschlagwortung von A wie Agricola bis Z wie Zweirad-Woj.
Fabian Schmidt klagt gegen den Teil-Lockdown in Sachsen: „Die Gastronomie ist nicht das Problem, sondern die Lösung“
Gastronom Fabian Schmidt (l.) und Rechtsanwalt David Wirth (r.) gehen juristisch gegen den Lockdown vor. © Antonia Weber

© Antonia Weber

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 85, seit 20. November im Handel31 Jahre alt, verheiratet, zwei Kinder. Fabian Schmidt ist einer von vielen Gastronomen, die mit dem erneuten Lockdown an den Rand ihrer wirtschaftlichen Existenz gedrängt wurden. Als Miteigentümer des erst seit einem Jahr bestehenden Gasthauses Mr. F&F in Jesewitz geht Schmidt juristisch gegen die Einschränkungen vor.
Mittwoch, der 2. Dezember 2020: Kretschmer warnt vor hartem Lockdown im Januar
Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Archivfoto: Matthias Rietschel

Archivfoto: Matthias Rietschel

Für alle LeserDie nächsten Wochen könnten abwechslungsreich werden: ein bisschen Lockdown vor Weihnachten, weniger Lockdown rund um Weihnachten, harter Lockdown nach Weihnachten. Entsprechende Signale sendet zumindest gerade der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer. Außerdem: Auch der Landkreis Leipzig plant Ausgangsbeschränkungen. Die L-IZ fasst zusammen, was am Mittwoch, den 2. Dezember 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Rodig reflektiert: Küsst die Polizisten, wo ihr sie trefft + Video
Brutale Ängste und Panik satirisch aufgespießt. Die PARTEI unter Einsatz ihres Lebens und ihrer Gesundheit auf der Demonstration von „Querdenken“ am 7. November in Leipzig. Foto: Die PARTEI Leipzig

Foto: Die PARTEI Leipzig

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 85, seit 20. November im HandelAllzu häufig ist diese Kolumne gespickt mit fiesen Bemerkungen, hanebüchenen Anwürfen und grundsolidem Klassenhass. Doch heute nicht, meine lieben Leserinnen! Bevor Sie angeödet weiterblättern, möchte ich mich erklären. Denn unerhörte Dinge ereignen sich in diesem Leipzig, das ich meinen Wohnort nenne. Am 07.11. – wie die Vorwahl von Stuttgart. Zufall? – vor nun knapp zwei Wochen, schwamm eine Welle durch die mythosbeladene Innenstadt. Sie haben sicher die Bilder im Interweb gesehen, sich davon erzählen lassen, oder: haben es Ihrem bescheidenen Kolumnisten gleichgetan und haben sich selbst ein Bild gemacht vor Ort.
Das in Leipzig lebende Musikerehepaar Anna-Maria Maak & Sef Albertz sucht Unterstützer fürs zweite Album
Anna-Maria Maak und Sef Albertz. Foto: Florentyn Music

Foto: Florentyn Music

Für alle LeserMit dem neuen Klavieralbum „In the Secret of the World“, welches nach „Resplendences around Bach“ (2018) den dramaturgischen Bogen weiterspannt und damit ein großes künstlerisches Konzept vervollständigt, geben die Leipziger Pianistin Anna-Maria Maak und der Komponist Sef Albertz eine künstlerische Antwort in Zeiten von Corona. Aber damit das Album im Frühjahr erscheinen kann, braucht es noch kräftige Unterstützung.
Bürgerinitiative hat ihren Vorschlag zu gestaffelten Entgeltzuschlägen am Flughafen Leipzig/Halle übergeben
Landeanflug am Flughafen Leipzig/Halle. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserIm November gab es ein zweites Treffen von Vertretern der Bürgerinitiativen aus dem Umwelt des Flughafens Leipzig/Halle mit Vertretern des Sächsischen Umweltministeriums, das mit einer erstaunlichen Zusage endete: Die Bürgerinitiativen durften einen Vorschlag für gestaffelte Entgeltzuschläge für die Starts am Flughafen machen. Das haben sie jetzt auch getan.
Eine Brücke wie keine andere: Wie der Corona-Sommer der Könneritzbrücke zu einem besonderen dichterischen Auftritt verhalf
Die Könneritzbrücke. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserEs gibt diese Orte in einer Stadt, an denen man einfach innehalten muss, weil sie einen ansprechen, unverwechselbar sind und auch noch von einer Schönheit, die ganze Generationen von Künstler/-innen in ihren Bann zieht. So ein Ort ist die Könneritzbrücke, die Schleußig und Plagwitz miteinander verbindet. Der Leipziger Dichter Ralph Grüneberger hat ihr jetzt einen eindrucksvollen kleinen Filmessay gewidmet.
Die Leipzig Charta ist ein herrliches Beispiel dafür, wie Regierungen die nachhaltige europäische Stadt verhindern können
Leipzig aus Charta-Höhe betrachtet. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserWas war das für eine stille Hoffnung 2007, als in Leipzig die erste „Leipzig Charta für eine nachhaltige europäische Stadt“ unterzeichnet wurde und sich auch OBM Burkhard Jung euphorisch gab, was für eine schöne Arbeitsgrundlage das nun werden könnte für wirklich zukunftsfähige Städte in Europa. Am Montag, 30. November, haben nun die EU-Minister für Stadtentwicklung und Raumordnung auf einem informellen Treffen im Zuge der deutschen EU-Ratspräsidentschaft die „Neue Leipzig Charta“ unterzeichnet.
Auch das Schillerhaus gibt es jetzt als kleines Tastmodell in Bronze
Wilma Rambow, Mitarbeiterin für Bildung und Vermittlung am Museum, und Bert Noack, Inhaber der Leipziger Traditionsunternehmens Bronzebildgießerei Noack, geben dem 1:100 Bronzemodell des Schillerhauses den letzten Schliff. Foto: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Katja Etzold

Foto: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Katja Etzold

Für alle LeserWenn die Museen nach ihrer coronabedingten Schließung wieder öffnen dürfen, wartet das Schillerhaus Leipzig in der Gohliser Menckestraße mit neuen Angeboten auf. Dazu gehört auch ein Tastmodell aus Bronze im Maßstab 1:100 gleich hinter dem Eingangsportal. Es ermöglicht insbesondere sehbehinderten und blinden Besuchern, sich eine Vorstellung des historischen Gebäudeensembles zu verschaffen.