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Beim nächsten Auengespräch geht es erstmals um die Entwicklung eines Gesamtkonzeptes für die Leipziger Nordwestaue

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    Am Mittwoch, 11. Dezember, gibt es wieder ein Auengespräch auf Einladung des Projekts Lebendige Luppe. Diesmal geht es um die Arbeitsgruppe, die sich mit dem naturschutzfachlichen Leitbild für die Leipziger Nordwestaue beschäftigt. Die hat sich 2018 gegründet, als so langsam klar wurde, dass man das Problem der Leipziger Aue größer denken muss. Auch der NABU, der im Projekt „Lebendige Luppe“ federführend ist, weiß, dass man darin nur kleine, eigentlich zu kleine Schritte gehen kann.

    Denn die Aue ist mit lauter Hindernissen verbaut, die die Herstellung eines natürlichen Flussregimes unmöglich machen.

    Auf der eigenen Homepage bezieht sich der NABU Leipzig direkt auf Professorin Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, die zur ernüchternden Bestandsaufnahme der deutschen Flussauen 2009 sagte: „Es besteht dringender Handlungsbedarf, den Flüssen wieder mehr Raum zu geben und die Flussauen naturnah zu entwickeln. Denn Auenschutz dient nicht nur dem Naturschutz, er ist zugleich praktizierter Hochwasserschutz und unterstützt angesichts vielfach steigender Hochwassergefahren die notwendige Anpassung an den Klimawandel.“

    „Sieben Jahre nach dem verheerenden Elbehochwasser ist festzustellen: Nach wie vor nutzen wir das Potenzial unserer Flussauen als Rückhaltegebiete bei Hochwasser nur unzureichend. Hier sind in den nächsten Jahren verstärkte Anstrengungen bei Ländern und Gemeinden, aber auch vonseiten des Bundes erforderlich. Gerade in Zeiten des Klimawandels ist es notwendig, den Schutz und die Wiederherstellung der Flussauen als Verbündeten des Hochwasserschutzes in der Öffentlichkeit und bei den Entscheidungsträgern in Politik und Verwaltung stärker zu verankern.“

    Eine Auffassung, die der NABU selbst teilt, wenn er betont: „Flussauen sind gefährdete Lebensräume, obwohl ihr Schutz nicht nur der Natur sondern auch dem Hochwasserschutz dient. Der Handlungsbedarf ist also groß, dennoch sind NABU-Naturschutzprojekte in der Aue nicht unumstritten. Sie sind nur kleine Mosaiksteine, die nicht alle Probleme lösen, lautet ein Vorwurf.“

    „Doch die naturschutzfachlichen Erfolge zeigen, dass auch kleine Anstrengungen sich lohnen. Andere kritisieren Wiesen- und Gewässerpflege oder ökologische Waldbewirtschaftung, sie würden lieber der Natur ihren Lauf lassen. Doch ein solches Nichtstun kann nicht zu einer artenreichen Auenlandschaft führen, solange die Hochwasserdynamik fehlt. Deshalb werden die Naturschutzmacher des NABU aktiv und kümmern sich soweit sie es ermöglichen können um die Tier- und Pflanzenwelt der Aue.“

    Und dass man mit der „Lebendigen Luppe“ schon früher an Grenzen kommt, als noch zum Start des Projekts erwartet, weiß man auch: „Im Projekt ,Lebendige Luppe‘ konnte der NABU weitere Erfahrungen im Bereich Auenökologie und Öffentlichkeitsarbeit sammeln, mit der Gründung der Landesarbeitsgemeinschaft ,Auenentwicklung‘ hat der NABU sein Engagement im Auenschutz ebenfalls intensiviert. Das gibt dem NABU Leipzig bei seiner künftigen Arbeit wichtigen Rückhalt, denn angesichts der ,wachsenden Stadt‘ schrumpft im selben Maße die Natur. Immer neue Konflikte tun sich auf und der NABU Leipzig hat alle Hände voll zu tun, sich für Mensch und Natur in der Aue und in der Stadt zu engagieren.“

    Was am 11. Dezember vorgetragen wird, sind die ersten Schritte hin auf ein Gesamtkonzept (Umsetzungskonzept) für die Leipziger Nordwestaue.

    Seit 2018 hat sich aus diesen Gesprächsrunden eine Arbeitsgruppe bestehend aus Vertreter/-innen der Städte Leipzig und Schkeuditz als auch der Wissenschaft, örtlicher Naturschutzverbände und verschiedener Behörden wie beispielsweise dem LfULG (Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie) und dem Landratsamt Nordsachsen etabliert, die auf den inzwischen weit fortgeschrittenen Arbeiten (naturschutzfachliches Leitbild) des LfULG aufsetzen kann.

    Eine der Grundlagen für die Entwicklung eines solchen Konzeptes, dessen Erarbeitung zunächst abgewartet werden sollte, stellen genau diese Analysen und fachlich fundierten Bewertungen des LfULG in Form eines naturschutzfachlichen Leitbildes für die Leipziger Aue dar, formuliert der NABU das Arbeitsanliegen.

    Und dann wird es ein wenig technisch und auch das Wort Deiche fällt nicht. Aber das Wort darf man durchaus mitdenken, wenn es heißt: „Ein solches Leitbild erstellt ein aus naturschutzfachlicher Sicht optimales Auenszenario, bei welchem jegliche Form von räumlichen Widerständen (z. B.: bereits vorhandene und mehr oder wenig unveränderbare Infrastrukturen und Nutzungen, wie z. B. Verkehrstrassen, Siedlungsstrukturen etc.) unbeachtet bleiben. Ein sich daraus ableitendes Gesamtkonzept, das auf eine kurz-, mittel- aber auch langfristige Umsetzung orientiert ist, muss von diesem Leitbild oft etwas abrücken, da es Rahmenbedingungen gibt, die heute kaum oder nicht mehr zu ändern sind (sogenannte schwer und nicht mehr überwindbare Raumwiderstände).“

    „Andere Bedingungen, wie beispielsweise der Neubau von Infrastruktur (z. B.: Brücken) oder der Verkauf von Grundstücken in der Aue, können und müssen in Zukunft vor dem Hintergrund eines solchen Gesamtkonzeptes anders bewertet und ausgestaltet werden, um dem Leitbild näherkommen zu können. Weiterhin bedarf es zur Erstellung des Gesamtkonzeptes der Einbindung vieler weiterer Akteure, welche oft nicht unbedingt etwas mit Naturschutz zu tun haben, aber die Aue für ihre Belange und Aufgabenerfüllung nutzen.“

    In der ersten Präsentation am Mittwoch, 11. Dezember, wird ein Vertreter der Stadt Leipzig den Entstehungsprozess der Arbeitsgruppe, welche das Gesamtkonzept erarbeitet, nachvollziehen und die Zielsetzung für den Bearbeitungsprozess formulieren. Im zweiten und dritten Vortrag wird je ein Vertreter des BUND und des NABU Leipzig die Forderungen des jeweiligen Naturschutzvereins an ein solches Gesamtkonzept präsentieren.

    Im Anschluss an den Vortrag besteht die Möglichkeit, Fragen an die Vortragenden zu richten.

    Der Infoabend ist kostenlos. Eine Anmeldung unter info@lebendige-luppe.de oder Tel. (0341) 86967550 wird bis zum 9. Dezember erbeten.

    Infoabend am Mittwoch, 11.Dezember, 18 bis 20 Uhr im Kontaktbüro Lebendige Luppe, Michael-Kazmierczak-Str. 25, 04157 Leipzig (Eingang über Coppistraße).

     

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