Der Schnee kam mit Ansage nach Leipzig, auch nach Grünau-Mitte. Eigentlich sollte es bereits in der Nacht beginnen, massiv zu schneien. Das kam nicht so, die ersten Flocken fielen gegen 05.30 Uhr. Der Schneefall wurde dichter und ab 07.00 Uhr waren die ersten Hausmeisterdienste beim Räumen von Hauseingängen und Wegen zu beobachten. Man darf ja auch mal loben.

Ansonsten war schon gestern nichts Gutes zu erwarten, die Ansage auf dem Bahnhof Schkeuditz warnte, dass Bahnsteige nicht geräumt sein werden und besonders auf dem „Blindenleitstreifen“ erhöhte Rutschgefahr bestehen wird. Vielleicht muss man ja generell über die Oberfläche dieser Streifen reden. Es kann doch nicht normal sein, dass sehbehinderte Menschen bei Glätte auf „ihrer Infrastruktur“ zusätzlich gefährdet werden.

Die Treppe der Fußgängerbrücke zum Allee-Center, Foto: Thomas Köhler
Treppe der Fußgängerbrücke zum Allee-Center. Foto: Thomas Köhler

Also gegen 09.00 Uhr auf zur S-Bahn, S-Bahnhof Allee-Center. Die Brücke über die S-Bahn-Gleise und die Treppen zu den Gleisen und zum Allee-Center sind nicht einmal rudimentär geräumt. Auch die Rampe für Rollstuhlfahrende und Menschen mit Kinderwagen liegt voller Schnee. Alte Menschen mit Rollatoren quälen sich dort entlang, auf dem Weg zum Einkaufen, wahrscheinlich aber eher zu den Ärzten im Allee-Center.

Klar, hätten die ja alle zu Hause bleiben können, aber schließlich lassen sich Termine, besonders Arzttermine, nicht so einfach absagen.

Schnee auf der Fußgängerbrücke. Foto: Thomas Köhler
Schnee auf der Fußgängerbrücke. Foto: Thomas Köhler

Wer ist für die Fußgängerbrücke zuständig? Aus einer früheren Anfrage, die Treppe zum Allee-Center betreffend, ist es wohl die Stadt. Ob das auch für den Abgang zu den Gleisen gilt, ist mir unbekannt. Für diese könnte unter Umständen die Bahn zuständig sein.

Ansonsten gilt: Die Gehwege in Grünau-Mitte waren gegen 09.00 Uhr, soweit die Stadt nicht zuständig ist, einigermaßen gut geräumt oder wurden gerade geräumt. Einige, fast schon witzige, Situationen entstehen durch die Grenzen der Zuständigkeiten, man muss zwischen geräumten Wegstrecken manchmal durch 3 Meter Schnee stapfen. Auch das ist nicht wirklich schön.

Eines ist jedenfalls richtig schön: Wie im Titelbild zu sehen, hat das erste Kind bereits den Rodelberg in der Alten Salzstraße erobert. Gegen 12.00 Uhr schaue ich mir das noch einmal an, vielleicht ist dann etwas mehr für die zu Fuß gehenden Menschen getan worden. Dann gibt es noch ein Update.

Update 12:30 Uhr

Zurück in Grünau-Mitte ist die Lage fast unverändert. Die Treppen zur Fußgängerbrücke und auch dieselbe sind nicht geräumt. Die einzige Veränderung ist der festgetretene Schnee.

Treppe zum S-Bahnhof Allee-Center. Foto: Thomas Köhler

Auch wenn es von weitem so aussieht, als wäre da ein geräumter Fußweg. Im Zuge der Stuttgarter Allee zieht sich nur ein Trampelpfad im Schnee.

Fußweg Stuttgarter Allee. Foto: Thomas Köhler

Zum Schluss noch die positive Entdeckung: Die Kinder haben den Rodelberg in Besitz genommen.

Kinder auf dem Rodelberg. Foto: Thomas Köhler

Fazit: Auch wenn die Überschrift „Stadtrandgemecker“ lautet, es soll keine pure Meckerei sein. Es bleibt aber festzustellen, dass die Infrastruktur für zu Fuß gehende Menschen nach dem heutigen Schneefall unzureichend geräumt wurde.

Sollte sich die Wettervorhersage bestätigen und es tatsächlich regnen, dann kommen die Menschen morgen früh hier nirgends mehr hin. Besonders für alte Menschen und Menschen mit Behinderungen ist das kein Zustand.

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DANKE HEIKO! für neunzehneinhalb Jahre Versagen. Aber das jährliche Foto von dir vor dem Streusalzberg in der Geitheiner ist wenigstens immer schön.

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