Nach der Global Space Odyssey 2016

Ein Leserbrief zur GSO 2016: „Einfach nur abstoßend“

Von Matthias K. (Name bek.): Einfach nur abstoßend. Hallo LIZ, in ganz Deutschland hängen die Fahnen auf Halbmast, der Eifelturm wird in Schwarz-Rot-Gold illuminiert, in Washington wird Trauer getragen – und die Leipziger Südstaatler tanzen auf Gräbern! Sie als Presse sollten sich davon distanzieren! Ein bissel Pietät, ein bissel Mitgefühl für die Opfer, ein bissel Anstand und Moral tät´ meiner Nachfolgegeneration ganz gut.

Aber ich habe die Hoffnung aufgegeben. Tut mir leid, „Denk ich Deutschland in der Nacht“ – den Rest kennen Sie …. Die freundlichen Grüße spare ich mir, Matthias K. (und für die Rote SA: XXXXstr. XX – bin knapp 60, behindert, also ein leichtes Ziel)

Antwort d. Redaktion
(Michael Freitag)

Lieber Herr K.,

es ist nicht leicht, auf derartige Leserbriefe wie den Ihren eine nüchterne, geschweige kurze Antwort zu finden. Aber es spricht ein gewisses Unverständnis auf wenigstens zwei Ebenen aus Ihren Zeilen. Und ein bisschen traurig sind sie für mich auch, nicht zuletzt, wegen der Hoffnungslosigkeit. Ihre angegebene Adresse habe ich gelöscht. Nicht weil ich Ihre Befürchtung teile, sondern weil wir grundsätzlich keine Adressen von Privatpersonen veröffentlichen.

Weshalb ich mit einer Frage beginnen möchte. Glauben Sie nicht auch, dass es höchste Zeit wird, sich über Hass und Vorurteile noch viel eingehender zu verständigen? Ich meine nicht Enttäuschung, Frustration oder gar Wut auf etwas oder jemanden, den man kennt. Ich meine dieses zutiefst bohrende Gefühl von totaler Ablehnung, verbunden mit dem Wunsch, anderen Menschen etwas Schlimmstmögliches anzutun oder zu wünschen. Meist Menschen, die man gar nicht kennt.

So wie Sie offensichtlich die Teilnehmer der GSO, ihre Motive und das Ansinnen der Veranstaltung nicht kennen und sie dennoch abzulehnen scheinen. Vielleicht kennen Sie auch die Inhalte vom gestrigen Tage nicht? Sie finden alles dazu nochmals hier zum selber Nachhören. Marco Böhme (Die Linke) spricht übrigens explizit über München und weitere schlimme Vorfälle. Ob ich es noch anders formuliert hätte, lasse ich mal offen.

Hier der Redebeitrag Marco Böhmes einzeln

 

Für uns alle, die wir auch als Presse ein ums andere Mal erkennen müssen, dass gegen Fanatisierungen und Blindheit ganz gleich vor welchem kulturellem Hintergrund wohl ganz am Ende nur Hinwendung und mehr Mit- als Gegeneinander helfen werden, bleibt die Ausgrenzung ein nicht gehbarer Weg. Und auch wir sind nicht immer gut darin, das Richtige zu tun. Doch hinter Ab- und Ausgrenzung wohnt nur noch mehr Hass, Gewalt und neue Opfer. Traurig ist es, dass Sie diesen Weg offenbar bereits voraussetzen.

Zur Verarbeitung solcher Anschläge, Amokläufe oder gar Terrorattentate gehört auch Trauer, vor allem um die Opfer, die Angehörigen und Bekannten der Toten und Verletzten. Aber auch die Frage: Wie ist den Entwicklungen tatsächlich bei allem Wissen um die 100-prozentige Unmöglichkeit nachhaltig beizukommen. Da helfen uns theatralische Anstandsrituale, wie beispielsweise eine Demonstrationsabsage der GSO nicht wirklich weiter.

Gemeinsame Lösungen statt Hass schon. Auch in jedem einzelnen Leben. Miteinander reden (wie gestern auf der GSO) eher, als sich zu vereinzeln. Und zu hassen.

Ob wirklich alle Teilnehmer der Global Space Odyssey (GSO) aus dem Leipziger Süden kamen, möchte ich im Übrigen bezweifeln, auch wurde nicht auf Gräbern getanzt. Ich wurde offen begrüßt, freundlich behandelt und konnte ohne das „Lügenpresse“-Geschrei anderen Ortes, ohne Anfeindungen oder gar irgendwelche Attacken meiner Arbeit nachgehen. Der „roten SA“ bin ich jedenfalls bei der GSO nicht begegnet. Vielen Menschen, die auch den Reden gelauscht haben schon.

Zur nicht erfolgten Absage der GSO vielleicht noch dies. Ich bin nicht darüber informiert, ob die Veranstalter dies erwogen haben, jedenfalls haben sie die GSO nicht abgesagt. Dies trifft ebenso auf das „LVZ Sommerkino“ im Scheibenholz zu, welches gestern die seichte Komödie „Fack ju Göhte“ im Programm hatte. Auch wurde nach diversen Anschlägen in der Türkei, im Irak, Syrien oder anderen Ländern nach meinem Wissensstand noch nie eine Veranstaltungsabsage gefordert. Nach weiteren Informationen gab es auch am 23. Juli 2016 in der gesamten Stadt Leipzig überall Veranstaltungen, welche nicht abgesagt wurden – darunter Konzerte, Freiluft-Theater, Partys usw..

Ein Skandal, „abstoßend“?

Ich glaube eher nicht. Denn vielleicht darf man es auch so sehen: Immer wenn vollkommen irre, fehlgeleitete oder fanatisierte Menschen unsere Gesellschaft attackieren, wollen wir tagelang das gesamte öffentliche Leben lahm legen und uns angstvoll zu Hause verkriechen? Einen Tag danach und nicht in München lebend, Veranstaltungen absagen, wo sich Menschen begegnen und kennenlernen können?

Dann haben Menschen, welche solche Attentate und Amokläufe als ihren Weg ansehen tatsächlich gewonnen. Oft wollen sie nämlich genau dies: uns in den Wahnsinn treiben, in dem sie selbst längst leben. Uns mit Angst überziehen und uns unsere Menschlichkeit, unseren Mut und die Freude am Leben selbst nehmen.

Ich zumindest werde da nicht mitmachen, bei allem Entsetzen …. Die Teilnehmer der GSO gestern offensichtlich auch nicht. Was mitnichten bedeutete, einfach zur Tagesordnung übergangen zu sein. Wenn Sie uns also in Ihrem Schreiben auffordern, uns von der Veranstaltung zu distanzieren, kann ich nur fragen: Warum?

Denn nichts ist wohl leichter, als genau diese Übung der ritualisierenden Trauer, welche manche fälschlicherweise für Anstand, ein Zeichen halten. So wie schon nach all den anderen Anschlägen und Amoktaten.

Ich sehe in solchen Aufführungen vor allem eines. Hilflosigkeit statt neue Überlegungen und Veränderungen in unserer Gesellschaft. Als ein Verhalten, welches uns unter großer Wallung panisch den Rückzug ins heimische Wohnzimmer antreten lassen soll, womöglich in sozialen Netzwerken trauern oder/und hetzen. Und sich noch entschlossener von anderen Menschen abzugrenzen, ja diese zu verachten, wenn sie sich anders als man selbst verhalten oder sind.

Eine Lösung ist dies nicht, null, nicht einmal im Ansatz. Es ist meiner Meinung nach sogar unanständig, oberflächlich und bequem. Eine Beleidigung gegenüber den Opfern solchen Wahnsinns.

Offenbar hat der 18-jährige Täter von München nach allen vorliegenden Informationen genau selbst eine nahezu vollständige Ausgrenzung zu Lebzeiten erlebt. Sie endete auch mit seinem Suizid.

Mit ausdrücklich freundlichen Grüßen, Ihr Michael Freitag

Vielleicht verstehen wir einander besser, wenn ich mir gestatte, Ihnen diesen Text zu empfehlen. Er entstand bereits nach den Anschlägen von Paris 2015.

14. November 2015 auf L-IZ.de „Ich bin müde …“

Nachtrag: Da wir Heinrich Heines Gedicht kennen, hier mal in voller Länge. Vielleicht werden Sie überrascht über das Ende und die Erläuterungen dazu sein (siehe Wiki, zum Einstieg am Ende).

Nachtgedanken
(Heinrich Heine)

Denk ich an Deutschland in der Nacht,
Dann bin ich um den Schlaf gebracht,
Ich kann nicht mehr die Augen schließen,
Und meine heißen Tränen fließen.

Die Jahre kommen und vergehn!
Seit ich die Mutter nicht gesehn,
Zwölf Jahre sind schon hingegangen;
Es wächst mein Sehnen und Verlangen.

Mein Sehnen und Verlangen wächst.
Die alte Frau hat mich behext.
Ich denke immer an die alte,
Die alte Frau, die Gott erhalte!

Die alte Frau hat mich so lieb,
Und in den Briefen, die sie schrieb,
Seh ich, wie ihre Hand gezittert,
Wie tief das Mutterherz erschüttert.

Die Mutter liegt mir stets im Sinn.
Zwölf lange Jahre flossen hin,
Zwölf Jahre sind verflossen,
Seit ich sie nicht ans Herz geschlossen.

Deutschland hat ewigen Bestand,
Es ist ein kerngesundes Land!
Mit seinen Eichen, seinen Linden
Werd ich es immer wiederfinden.

Nach Deutschland lechzt ich nicht so sehr,
Wenn nicht die Mutter dorten wär;
Das Vaterland wird nie verderben,
Jedoch die alte Frau kann sterben.

Seit ich das Land verlassen hab,
So viele sanken dort ins Grab,
Die ich geliebt – wenn ich sie zähle,
So will verbluten meine Seele.

Und zählen muß ich – Mit der Zahl
Schwillt immer höher meine Qual,
Mir ist, als wälzten sich die Leichen
Auf meine Brust – Gottlob! sie weichen!

Gottlob! durch meine Fenster bricht
Französisch heitres Tageslicht;
Es kommt mein Weib, schön wie der Morgen,
Und lächelt fort die deutschen Sorgen.

Heinrich Heine (1797-1856)

Dass es sich demnach um einen Zitatmissbrauch nicht nur bei Ihnen handeln dürfte, können Sie hier (zum Einstieg bei Wiki) nachlesen.

* Leserbrief *Global Space OdysseyGSOMünchen
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