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Alte Feuerwache Ost: Achtung, der Bürger meldet sich zu Wort + Interview

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    Im Rahmen der Abstimmung und Ablehnung eines neuen Schwimmhallenbaus auf dem Otto-Runki-Platz an der Eisenbahnstraße fiel der Name seitens der CDU-Fraktion bereits laut. Die „Ostwache“ in Anger-Crottendorf und deren zukünftige Nutzung am Parkbogen Ost rücken mehr und mehr ins Zentrum politischer Debatten. Sah die CDU-Fraktion noch in der Diskussion um den Runki-Platz hier einen guten Platz für eine Schwimmhalle gegeben und verwies auf die S-Bahn-Anbindung, plant die Stadtverwaltung eigentlich, Teile der Stadtreinigung in der ungenutzten Immobilie unterzubringen. Beides scheint wenig mit dem zu tun zu haben, was sich seit einem Jahr eine Interessengemeinschaft mit bereits 40 Interessenten und der Bürgerverein „Anger Crottendorf“ auf dem Gelände wünschen.

    Die Feuerwehr fährt schon seit einigen Jahren nicht mehr aus den großen Toren an der Gregor-Fuchs-Straße 45/47 heraus. Zwar befindet sich die Feuerwache noch im Besitz der Stadt, in der Fachliegenschaft der Branddirektion, doch sie steht zugenagelt und leer. In Zeiten sich verdichtender Stadträume im wachsenden Leipzig eher ein Kuriosum, längst werden – wie auch das alte Kino der Jugend – verlassene Liegenschaften wieder in Planungen der Stadt einbezogen. Und der Bürger will mitmachen. Nach der IG Fortuna an der Eisenbahnstraße meldet sich nun die IG Ostwache zu Wort und mit ihr nach Eigenauskunft 40 potenzielle Nutzer der derzeit verlassenen Stadtliegenschaft.

    Das Konzept: Ein Stadtteilzentrum mit Werkstätten, Bürotrakt, Café, Veranstaltungsräumen und einem Kinder- und Familienzentrum. Halt ein neuer Treffpunkt und Zentrum für die Crottendorfer.

    Nach den abgeschlossenen Vorplanungen und einem Treffen im Oktober 2016 werden die Initiatoren erstmals am 14. Dezember vor dem Ratssaal auftauchen. Und in die Sitzung mit einer ersten Bürgeranfrage eingreifen. Wissen wollen sie erst einmal, was nun seitens der Stadt mit dem Gelände geplant wird. Und ob man nun einen Gesprächsprozess mit dem Ziel einer Erbpachtvereinbarung in Gang bekommt. Denn die IG soll sich zur Genossenschaft wandeln und diese will dann das Gelände selbsttragend betreiben. Bereits Anfang kommenden Jahres erhofft man sich in Anger-Crottendorf einen Ratsbeschluss in der Sache – ein sportliches Ziel, angesichts der vielen verschiedenen Überlegungen zum Gelände.

    Die alte Feuerwache im Leipziger Osten. Noch steht sie ler und verlassen. Foto: IG Ostwache
    Die alte Feuerwache im Leipziger Osten. Noch steht sie leer und verlassen. Foto: IG Ostwache

    Während also am 14. Dezember (ab 14 Uhr beginnt die Versammlung) die Stadtverwaltung die entsprechende Anfrage im Stadtrat beantworten soll, hat die L-IZ.de bereits die ersten Fragen an die Initiative gestellt. Für die IG Ostwache antwortete Ellinor Balbach.

    Im Rahmen des beginnenden Dialogs und dem Wunsch nach einem Stadtratsbeschluss in Sachen Ostwache: Gibt es bereits eine Fraktion, einen Einreicher für einen Grundsatzbeschluss im Leipziger Stadtrat zum grundlegenden Konzept der IG Ostwache?

    Balbach: Wir haben bereits positive Stimmen aus Fraktionen gehört. Wer konkret einreicht wird sich bald klären. Wir hoffen, schon bei der nächsten Stadtratssitzung im Januar 2017 einen Beschluss zu bekommen, müssen dazu aber auch die Sitzung am Mittwoch abwarten.

    Welche Hindernisse am Konzept kennen Sie bereits in Sachen Verfügbarkeiten, anders lautende Pläne der Stadt mit dem Objekt?

    Balbach: Bis jetzt sind uns keine Hindernisse aufgefallen, die das Konzept unmöglich machen würden. Wir vernehmen immer wieder andere Ideen (Schwimmhalle, Stadtreinigung), aber kennen keine Beschlüsse dazu. Um diese Unsicherheiten zu klären haben wir die Einwohneranfrage formuliert.

    Wie steht die IG Ostwache zu den Überlegungen der Leipziger CDU und der CDU-Fraktion, auf dem Gelände der alten Ostwache eine Schwimmhalle zu errichten?

    Balbach: Gegen eine Schwimmhalle ist zunächst nichts einzuwenden. Allerdings scheint uns der Standort in der Alten Feuerwache unangemessen. Die Gebäude abzureißen, obwohl Konzepte zur Umnutzung bestehen, betrachten wir als ineffizient. Unser Anliegen ist es in erster Linie auf die vielfältigen Bedürfnisse der Nachbarschaft einzugehen. Wie die genauen Pläne / Überlegungen dahingehend auf einen Bau einer Schwimmhalle aussehen, wissen wir leider nicht.

    Ist es denkbar, diese Überlegungen in die Planungen der IG einfließen zu lassen oder widersprechen sich die beiden Überlegungen?

    Balbach: Wenn die Gebäude dafür weichen müssen, dann widersprechen sich die Überlegungen. Der Hof scheint zu klein, wir haben aber bis jetzt auch keine Informationen zu baulichen Überlegungen einer Schwimmhalle dort.

    Wie stehen Sie zu den Plänen der Stadtverwaltung, den Standort Ostwache für die Stadtreinigung umzubauen und nutzbar zu machen aus Sicht der ansässigen Bürger & bei Ihnen gebundenen Initiativen?

    Balbach: Wenn das riesige Gelände mit so viel Potenzial nur in Teilen für einen Wertstoffhof genutzt werden könnte, wäre das sicherlich schade und würde mehr noch dort ansässige BürgerInnen womöglich von einer Nutzung ausschließen. Vielleicht wären in einem solchen Fall zumindest Teilnutzungen möglich?

    Leider ist weder von der Stadtreinigung, noch von Schwimmhallen-Interessierten jemand zu unseren Konzeptwerkstätten erschienen. Demnach konnten wir uns über beide Konzepte noch keine weiteren Gedanken machen. Die Ostwache lebt von Kooperationen und Austausch. Dazu müsste mit uns gesprochen werden.

    Weitere Informationen unter www.ostwache.org

    Das bisherige Konzept der IG Ostwache (PDF)

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    https://www.l-iz.de/bildung/medien/2016/11/in-eigener-sache-wir-knacken-gemeinsam-die-250-kaufen-den-melder-frei-154108

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