Am Mittwoch, 20. Juni, hat der Leipziger Stadtrat das Beteiligungskonzept für die Erstellung des „Masterplan Grün Leipzig 2030“ beschlossen. Es ist einer von den vielen Plänen, von denen man hofft, dass sie auch umgesetzt werden und nicht jahrelang mit Ausreden hingedehnt werden. Denn mittlerweile wird vielen Leipzigern immer deutlicher, was das bedeutet, wenn das Grün aus ihrer Wohnumgebung verschwindet.

Die Erarbeitungsphase des Masterplans sieht vor, die Bevölkerung sowie die Umweltverbände mit verschiedenen Formaten intensiv zu beteiligen. Damit wird es für alle Leipzigerinnen und Leipziger möglich sein, sich für „Mehr Grün in Leipzig“ einzusetzen – z. B. per Online-Abstimmung, in Bürgerforen oder bei Quartiersspaziergängen, begrüßt man beim Leipziger Ökolöwen das Projekt.

„Endlich geht es los, Leipzigs Grün besser zu schützen. Seit März 2017 fordern wir bereits einen Masterplan Grün. Unseren Appell ‚Mehr Grün für Leipzig‘ haben schon über 13.000 Leipzigerinnen und Leipziger unterschrieben und täglich werden es mehr“, sagt Friederike Lägel, Projektleiterin für Umweltpolitik und Naturschutz beim Ökolöwen.

„Eine grüne Stadt ist uns allen wichtig. Wir begrüßen die geplante Bürgermitwirkung, die Bestandteil unserer Forderungen war. Denn Grünflächen haben einen ökologisch und klimatisch bedeutsamen Stellenwert und sind soziale Treffpunkte. Sie steigern die Lebensqualität in den Quartieren, wirken verkehrsberuhigend und fördern die Gesundheit der Bewohnerinnen und Bewohner. Vor allem in stark versiegelten Quartieren übernimmt Stadtgrün die Funktion einer grünen Klimaanlage. Grüne Strukturen müssen nicht nur in den Vierteln geschützt, sondern auch ausgebaut und vernetzt werden.“

Dies lasse sich, so geht sie auf die praktische Seite ein, unter dem Schlagwort strategisches Grünflächenmanagement zusammenfassen.

Mit dem Masterplan Grün soll es konkretisiert werden: Jede freie Fläche muss nach ihren ökologischen, klimatischen und sozialen Merkmalen bewertet werden. Flächen mit hoher Wertigkeit gilt es vor Bebauung zu schützen.

Dazu braucht es einerseits ein „Grünflächenkaufprogramm“ der Stadt, damit wertvolle Grünflächen einen Schutzstatus erhalten.

„Hier ist strategisches Liegenschaftsmanagement gefragt. Andererseits sollen bereits versiegelte Flächen bebaut und keine Grünflächen in Betonwüsten umgewandelt werden. Auch sind Flachbauten in einer schnell wachsenden Stadt nicht mehr zeitgemäß. Daher fordern wir, nicht nur nachhaltig zu denken, sondern multifunktional zu bauen“, formuliert Friederike Lägel die Konsequenzen für die Stadtplanung.

„Des Weiteren muss der Masterplan insbesondere die Grünraum-Vernetzung voranbringen. Ein zusammenhängendes Netz aus Parks, Auwald, Begleitgrün, Straßenbäumen, grünen Hinterhöfen und Fassadenbegrünung, Grünflächen sowie Gründächern wirkt sich positiv auf das Stadtklima aus. Grüne Achsen fördern einen Luftaustausch zwischen Umland und Innenstadt. Durch die Grünraum-Vernetzung entstehen ökologische Trittsteine, die Lebensräume von Tieren und Pflanzen miteinander verbinden und die genetische Vielfalt fördern. Auf diese Weise kann Leipzig einen großen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten. Grüne Verbindungen ermöglichen zudem grüne Alltagsrouten abseits vom motorisierten Verkehr.“

Der Ökolöwe will sich natürlich intensiv in die Erarbeitungsphase des „Masterplan Grün Leipzig 2030“ einbringen, um die Forderungen aus dem Positionspapier „Mehr Grün für Leipzig“ für ein grünes und lebenswertes Leipzig zu vertreten.

Bis 2020 soll Leipzig einen „Masterplan Grün“ bekommen

- Anzeige -

So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:

Keine Kommentare bisher

Schreiben Sie einen Kommentar