Der Kohleausstieg kommt viel zu spät

Am 2. Februar gibt es die Demonstration „Hey KoKo – Kohleausstieg jetzt!“ in Leipzig

Für alle LeserFür die einen kommt der von der Kohlekommission vorgeschlagene Endtermin für den deutschen Kohleausstieg zwischen 2035 und 2038 viel zu früh, für die anderen ist das viel zu spät. Denn damit schafft Deutschland nicht mal seine selbstgesteckten Klimaschutzziele. Besonders hingehalten fühlen sich gerade die Menschen aus den Kohleregionen und den betroffenen Dörfern. Deswegen soll am Samstag, 2. Februar, wieder demonstriert werden – auch in Leipzig.

Am 26. Januar legte die Kohlekommission ihren Abschlussbericht vor. Als Ausstiegsdatum für die Kohleverstromung wurde darin 2038 empfohlen. „Das ist viel zu spät!“, formuliert dazu die Leipziger Gruppe von Ende Gelände und ruft zusammen mit dem BUND Leipzig und weitere Akteuren zur Demonstration „Hey KoKo – Kohleausstieg jetzt!“ am 2. Februar auf. Treffpunkt ist um 12:30 Uhr auf dem Kleinen Willy-Brandt-Platz.

„Was die Kohlekommission beschlossen hat, ist ein fauler Kompromiss und kein Konsens! Ein Kohleausstieg im Jahr 2038 ist viel zu spät und macht das 1,5°C Ziel unmöglich. Unklar bleibt auch, was mit den bedrohten Dörfern passiert. In punkto Kohleausstieg und Klimagerechtigkeit hat die Politik versagt. Wir fordern einen schnellen und sozialverträglichen Kohleausstieg! Für uns, alle zukünftigen Generationen und alle Menschen, die schon jetzt unter den Folgen des Klimawandels leiden“, erklärt Johanna Rothe von Ende Gelände Leipzig.

Und Jens Hausner von der Bürgerinitiative Pro Pödelwitz ergänzt: „Beschlüsse der Kohlekommission stellen keinen gemeinsamen Konsens im Sinne der Tagebaubetroffenen dar. Wir sollen weiter der unsozialen Gewalt der Kohlelobby ausgesetzt sein. Kein sozialer Frieden für die Menschen im Revier. Widerstand weiter notwendig!“

„Mit unserer Demo beteiligen wir uns an der bundesweiten Aktionswoche von Ende Gelände zum Ergebnis der Kohlekommission. Wir wollen den Protest ins Leipziger Land tragen und der Forderung nach größeren Anstrengungen in der Klimapolitik Nachdruck verleihen“, sagt Theresa Berghof von Ende Gelände.

Getragen wird der Protest von einem Netzwerk lokaler Klimaschützer/-innen, wie dem BUND Leipzig, dem SDS Leipzig und Fridays for Future Leipzig. Weiterhin wird es Redebeiträge von Jens Hausner, einer Umweltaktivistin, Jürgen Kasek und Marco Böhme geben.

Fridays for Future Leipzig ist der Leipziger Teil der bundesweiten, grenzübergreifenden Schüler-Protestbewegung gegen die aktuelle Klimapolitik, in der die Schüler ihre berechtigte Sorge artikulieren, dass die heutige (Wirtschafts-)Politik ihnen eine Welt hinterlässt, in der von einem guten Leben keine Rede mehr sein kann.

Nachdem am 18. Januar in über 50 Städten in Deutschland über 30.000 junge Menschen für eine zukunftsfähige Klimapolitik auf die Straße gegangen sind, haben die Schülerinnen und Schüler am 25. Januar direkt vor Ort Druck auf die Mitglieder der Kohlekommission gemacht. Aus über 15 Städten sind sie gemeinsam in Bussen nach Berlin gefahren. Der Kompromiss, der den Bergbaukonzernen das Abschalten der Kohlekraftwerke noch mit Milliarden versüßen soll, kam bei den jungen Leuten gar nicht gut an. Und so machen sie am Samstag wieder mit.

Vom Kleinen Willy-Brandt-Platz aus laufen die Demonstrationsteilnehmer über Goerdelerring und Dittrichring, Thomaskirche, Marktplatz (Zwischenkundgebung) und Grimmaische Straße bis zum Augustusplatz, wo die Abschlusskundgebung am Mendebrunnen, vor dem Gewandhaus stattfinden wird.

Am Ende, so verraten die Veranstalter schon mal, gibt es auch noch eine aufregende Choreographie um 14:30 Uhr.

Kohleausstieg
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