Der Versuch des Berlin-Instituts, sich vom blinden Wachstums-Denken ein bisschen zu lösen

Für alle LeserDas Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung hat sich, als es 2000 gegründet wurde, ein nicht ganz unwichtiges Hauptthema gesetzt: Wie verändern eigentlich die globalen demografischen Veränderungen unsere Welt? Am 29. Juni hat es wieder eine Studie zum Thema veröffentlicht, die deutlich macht, wie sehr eigentlich das heute dominierende Wachstumsdenken mit den Veränderungen menschlicher Gesellschaften kollidiert. Auch wenn es die Autoren so nicht sehen.

Das Problem, das das Institut beschreiben will: „Das Wirtschaftswachstum der Industrieländer hat sich über die Jahre immer weiter verlangsamt. Dahinter stecken strukturelle Gründe wie der demografische Wandel oder eine wachsende Ungleichheit in vielen Staaten. Aus diesem Grund täten die Länder gut daran, sich rechtzeitig auf ein mögliches Ausklingen des Wachstums vorzubereiten.“

Nur: Die vom unbedingten Wachstumsdenken beherrschten westlichen Gesellschaften können sich ein Wirtschaftsmodell ohne permanentes Wirtschaftswachstum nicht vorstellen. Oder etwas anders formuliert: Die maßgeblichen Ökonomen können es nicht – und da die zuständige Politik sich von diesen Leuten beraten lässt, gibt es praktisch keine Idee, wie man aus dem Teufelskreislauf von „Wachstum um jeden Preis“ aussteigen kann.

„Wachstum ist das große Ziel – auf internationalen Gipfeln, in den Wirtschaftswissenschaften, im Grundgesetz oder in den Wahlprogrammen nahezu aller Parteien“, stellt denn auch das Institut in seiner Meldung zur Studie fest.

„Doch ein Wachstum, das den Menschen dient, lässt sich zunehmend schwieriger erreichen“, meint Dr. Reiner Klingholz, Direktor des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung.

Und dann macht das Institut deutlich, dass es selbst in dieser Denkfalle sitzt. Denn: In allen Industrienationen habe sich dieses (Wirtschafts-)Wachstum in der Vergangenheit bereits erheblich reduziert. Zum Beispiel in Deutschland: Dort lag das jährliche Wachstum im Mittel der 1950er Jahre noch bei rund acht Prozent; es halbierte sich in den 1960ern und erreichte im Mittel der Jahre 2011 bis 2016 nur noch rund eineinhalb Prozent. Auch die ersten Schwellenländer folgen längst diesem Abwärtstrend.

Was ein simpler Denkfehler ist. Einfache Prozentrechnung. Je geringer die Wirtschaftskraft eines Landes am Startpunkt ist, umso höher sind in den ersten Jahren logischerweise die Wachstumsraten. Dass (West-)Deutschland in den 1950er Jahren („Wirtschaftswunder“) zweistellige Wachstumsraten erreichte, hat schlicht damit zu tun, dass die Industrie nach Kriegsende am Boden lag und die Wirtschaft, die Städte, die Infrastrukturen erst einmal wieder aufgebaut und in Schwung gebracht werden mussten.

Wenn eine Wirtschaft dann aber sogar fast Vollbeschäftigung erreicht, der Export boomt und ein gehobener Wohlstand für Viele erreicht ist, ist das Erzeugen zweistelliger Wachstumsraten fast unmöglich. Selbst wenn sich der BIP-Austoß der Wirtschaft immerfort im hohen Milliardenbereich bewegt, wird sich der Zuwachs im Vergleich mit einem sowieso schon höheren Grundsockel prozentual immer weiter verringern. Was anfangs vielleicht noch 10 Prozent entsprach, bedeutet zehn Jahre später noch 5 Prozent, 20 Jahre später vielleicht noch 2,5 Prozent.

Das heißt: Selbst wenn eine Wirtschaft wie die unsere jedes Jahr in gleicher Größenordnung wächst, sinkt das prozentuale Wachstum ab.

Für entwickelte Gesellschaften sind 1 bis 1,5 Prozent BIP-Wachstum keine Katastrophe, sondern der Normalzustand. Und man darf auch eines nicht vergessen: Nicht jedes BIP-Wachstum ist auch echtes, belastbares Wirtschaftswachstum. Man denke nur an die oft genug sehr fragwürdigen Geschäftsmodelle mancher Großbanken in den vergangenen Jahren.

Deswegen ist auch Klingholz’ Verweis auf ein „Wachstum, das den Menschen dient“, falsch.

Denn ein solches wird in keinem einzigen Land der Welt gemessen. Gemessen wird nur der Wirtschaftsumsatz, egal, ob er den Menschen dient, aus faulen Wertanlagen, Atombomben oder zerstörter Ackerkrume besteht.

Logisch, dass das eher Leute wie den amerikanischen Harvard-Professor Lawrence Summers, ehemaliger Chefökonom der Weltbank, besorgt, der vor diesem Hintergrund von einer „säkularen Stagnation“ spricht – „von einer Wirtschaftsschwäche, die über einen sehr langen Zeitraum anhält.“

„Denn die wichtigsten Wachstumstreiber der Vergangenheit verlieren an Dynamik: Das Bevölkerungswachstum klingt aus, die Gesellschaften altern und die Produktivität erhöht sich trotz digitaler Revolution immer langsamer“, beschreibt das Berlin-Institut die etablierte und sehr eng fokussierte Sicht auf „Wachstum“. „Die Konsummöglichkeiten der unteren Einkommensschichten nehmen aufgrund steigender sozialer Ungleichheit ab und ökologische Schäden wirken zunehmend bremsend auf die wirtschaftliche Entwicklung.“

Es gibt auch jenseits der etablierten Lehrstühle Wirtschaftstheorien, die genau diese Haltung kritisieren. Und auch für falsch halten. Denn „Konsummöglichkeiten der unteren Einkommensschichten“ nehmen nicht aufgrund „steigender sozialer Ungleichheit“ ab. Als wenn das ein Faktum wäre, das über der menschlichen Gesellschaft liegt: Die soziale Ungleichheit steigt, weil den unteren Einkommensschichten die Einkommen immer weiter gedrückt wurden. Aber sinkender Konsum bedeutet gleichzeitig auch wieder weniger Wachstum. Und es bedeutet Umverteilung der erwirtschafteten Gelder hin in Bereiche, in denen sie nicht mehr produktiv eingesetzt werden – in riesige Aktienfonds zum Beispiel.

„Politiker und Zentralbanken versuchen diese strukturell bedingte Wachstumsverlangsamung mit den klassischen Instrumenten der Konjunkturpolitik zu bekämpfen – mit staatlich geförderten Investitionsprogrammen oder niedrigen Zinsen“, erklärt Klingholz. „Konjunkturpolitik kann aber strukturelle Probleme gar nicht bekämpfen. In der Folge steigen lediglich die weltweiten Schulden.“

Das Problem dabei ist, dass sich Staat, Wirtschaft und Gesellschaft lange Zeit auf ein beständiges Wachstum eingerichtet haben. Klingholz: „In unserer heutigen Organisationsform ist der Staat auf Wirtschaftswachstum angewiesen, um seine Schulden bedienen zu können oder um leistungsfähige Sozialsysteme für eine alternde Gesellschaft zu erhalten.“

Auch die Wirtschaft sei abhängig von Wachstum.

Ohne Wachstum sinken die Gewinnaussichten, der Investitionsbedarf gehe zurück und der technische Fortschritt verlangsame sich, versucht das Berlin-Institut das (falsche) Wachstumsbild in seinen Konsequenzen zu beschreiben. „Dann drohen massive Jobverluste. Wachsende Arbeitslosigkeit und eine erlahmende Wirtschaft schließlich könnten das tiefe Vertrauen der Menschen untergraben, dass es ihnen von Generation zu Generation immer besser geht. Demokratien konnten sich einst unter Wachstumsbedingungen stabilisieren, weil es mehr an breite Bevölkerungskreise zu verteilen gab. Bei einer anhaltenden Stagnation stehen sie vor einer ungewohnten Bewährungsprobe.“

Selbst der Blick auf das Deutschland von heute zeigt, wie falsch dieses Bild ist. Obwohl die Wirtschaft brummt, wird kaum investiert. Unter anderem, weil der Staat massiv auf Einnahmen verzichtet und eine Austeritätspolitik fährt, die ihn als Großinvestor immer wieder ausschaltet. Aber Staat kommt ja in diesen „Wachstumsmodellen“ sowieso nicht vor. Von drohenden massiven Jobverlusten kann derzeit auch keine Rede sein. Im Gegenteil: Es herrscht ein wachsender Mangel an Arbeitskräften. Eben weil sich Gesellschaften viel komplexer austarieren, als es das primitive Wachstumsmodell suggeriert.

Was das Institut dann daraus ableitet im Vorgriff auf einen möglichen Bevölkerungsrückgang wegen zu geringer Geburtenzahlen liest sich dann so: Dass sich aus der Wachstumsschwäche zumindest eine „ökologische Dividende“ ergibt, weil weniger Güter auf den ersten Blick auch weniger Energie- und Rohstoffverbrauch bedeuten, sei laut Klingholz nicht sicher: „Die Politik könnte mit Konjunkturprogrammen reagieren, die Umwelteffekte außer Acht lassen. Sie könnte Umweltvereinbarungen wie das Pariser Klimaabkommen umgehen, weil sie kurzfristig das Wachstum behindern, oder alte, schädliche Technologien wie die Kohleindustrie wieder zum Einsatz bringen.“

Unübersehbar: Das Berlin-Institut begreift nicht einmal den ökologischen Umbau einer Gesellschaft als Wachstumsmoment, kann sich auch nicht vorstellen, dass ein nachhaltiger Wirtschaftsumbau nicht nur deutlich mehr „ökologische Dividende“ mit sich bringt als alle Gedankenspielereien mit einem Ausstieg aus dem Klimaabkommen. Unübersehbar: Das alte, schmalspurige Wachstumsmodell ist überhaupt nicht geeignet, den künftigen demografischen und ökologischen Wandel unserer Gesellschaft zu beschreiben.

Aber so eine Ahnung kommt auch beim Berlin-Institut auf: „Erst wenn Politik und Wirtschaft künftig das Wachstum auf jene Bereiche konzentrieren, die nachweislich zu einer Verbesserung der Umweltsituation beitragen, und gleichzeitig jene Unternehmen vom Markt verschwänden, die für große Umweltschäden verantwortlich sind, hätte säkulare Stagnation unter dem Strich einen ökologischen Nutzen.“

Das aber geht nur über klare Regularien. Etwas, was es in den herrschenden Ökonomie-Modellen gar nicht geben darf.

Und dann fegt man den großspurigen Harvard-Professor Lawrence Summers einfach vom Tisch: „Bisher ist unklar, ob es sich bei dem erkennbaren Wachstumsrückgang tatsächlich um eine säkulare Stagnation handelt.“

Warum zitiert man diesen Mann, der die Deregulierung der Finanzmärkte genauso befürwortete wie den Export von Giftmüll in Entwicklungsländer, dann überhaupt erst? Der Mann gehört eindeutig zum alten, umweltzerstörerischen Wirtschaften. Über ein nachhaltiges Wirtschaftsmodell, das unsere Lebensgrundlagen als Menschheit erhält, hat er nicht mal nachgedacht.

Aber mit reiner Profitgier macht man nun einmal keine zukunftsfähige Wirtschaft.

Was raten dann also die Fährtensucher aus dem Berlin-Institut? „Die betroffenen Länder sollten sich aber auf jeden Fall mit einem ‚Plan B‘ auf eine längerfristige Schwäche vorbereiten und ihre Systeme rechtzeitig von den heutigen Wachstumszwängen befreien – so fordert es das Berlin-Institut. Sie müssen Mittel und Wege für ein Wohlergehen ihrer Bevölkerung bei weniger oder in Abwesenheit von Wachstum finden.“

Stimmt. So irgendwie zur Hälfte.

Die andere Hälfte ist falsch. Der Umbau einer Gesellschaft auf eine andere Art des Wirtschaftens darf nicht als sinnfreier „Plan B“ in der Schublade liegen, er muss ganz offensichtlich Plan A sein, der wirklich verfolgt wird. Stichwort: Klimawandel.

Wir haben überhaupt keine Generation mehr Zeit, unsere Wirtschaftsweise klima- und umweltschonend zu gestalten. Und wir dürfen auch nicht vergessen, dass die bisherige Art des Wirtschaftens auch dazu geführt hat, dass Billionenbeträge virtuellen Geldes um den Erdball rauschen und längst keine Deckung mehr im echten Wirtschaftsleben haben, gigantische Beträge, die ganze Staaten verschlingen oder umpusten können. Geldmengen, die andererseits aber selbst Ergebnis eines Wachstums um jeden Preis sind, nur dass sie immer seltener wieder zurückfließen in die Wirtschaftskreisläufe und damit auch keine wirklich greifbaren Werte mehr erzeugen.

Vieles an den gegenwärtigen Wachstumsmodellen ist nichts als heiße Luft. So kann das tatsächlich nicht weitergehen. Aber solange die alte Schmalspurökonomie die westlichen Wirtschaften intellektuell dominiert, findet ein wirklich nachhaltiges Wirtschaftsdenken sichtlich keinen Platz. Und alle starren wie hypnotisiert auf die Wachstumszahlen.

In eigener Sache: Abo-Sommerauktion & Spendenaktion „Zahl doch, was Du willst“

WirtschaftswachstumBerlin Institut
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Mittwoch, der 8. April 2020: Post von Kretschmer
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer schreibt den Bürger/-innen in der Coronakrise. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserPost vom Ministerpräsidenten bekommt man eher selten. Heute jedoch fand sich wohl in fast allen Briefkästen ein Schreiben von Michael Kretschmer, in dem er die aktuelle Krise thematisiert und Bürger/-innen Mut für die kommende Zeit ausspricht. Derweil gibt es mehr Geld für Unternehmen, ein abgesagtes Volksfest und einen Coronafall in einem Leipziger Seniorenheim. Die L-IZ fasst zusammen, was am Mittwoch, den 8. April 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Gastkommentar von Christian Wolff: In angespannter Zeit – Drei Erinnerungen an Dietrich Bonhoeffer (1906-1945)
Christian Wolff (beim Brückenfest 2018). Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserAm 09. April 1945, also vor 75 Jahren wurde Dietrich Bonhoeffer im Konzentrationslager Flossenbürg von den Nazis ermordet. Zuvor saß er zwei Jahre in Gestapo-Haft in Berlin. Bonhoeffer, gerade 39 Jahre alt geworden, gehört zu den bedeutenden Theologen des 20. Jahrhunderts – vor allem auch deshalb, weil er sehr frühzeitig die zunächst befürwortende, dann zögerliche Haltung der Evangelische Kirche gegenüber dem Nationalsozialismus scharf kritisierte. Und wegen dieser inneren Distanz zur eigenen Kirche in den politischen Widerstand gegen das Terrorregime des Hitler-Deutschland ging.
Organisationen fordern andere Unterbringung der in Dölzig lebenden Asylbewerber/-innen
Erstaufnahmeeinrichtung in Dölzig im Sommer 2015. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserIn Dölzig nahe Leipzig leben mehrere hundert Asylbewerber/-innen auf relativ engem Raum. Die im Angesicht der Coronakrise empfohlenen Abstandsregeln sind so kaum einzuhalten. Deshalb und wegen angeblicher hygienischer Missstände fordern 18 Organisationen in einem Offenen Brief eine bessere Unterbringung der Geflüchteten. Sie schlagen vor, leere Hotelzimmer dafür zu nutzen.
Über 20.000 Menschen pendeln aus dem Ausland nach Sachsen zur Arbeit
Woher ausländische Arbeitnehmer in Sachsen kommen und wo sie arbeiten. Grafik: Arbeitsagentur Sachsen

Grafik: Arbeitsagentur Sachsen

Für alle LeserSeit 2010 ist die Zahl der Grenzpendler in Sachsen um das 37-fache gestiegen, teilt die Arbeitsagentur Sachen in Auswertung zu dem am Dienstag, 7. April, vorgelegten IAB-Kurzbericht mit. Der Anstieg war deutschlandweit am höchsten (Bund: Anstieg um das Dreifache). Der Grund sind vor allem die kurzen Wege aus den Nachbarländern.
Der Knackpunkt sind auch in Deutschland Krankenhäuser, Personal und ITS-Betten
Auch das Leipziger Uniklinikum behandelt Coronafälle. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserWissenschaftler sind Leute, die sich nicht kurzfassen können. Aus gutem Grund: Sie müssen ihre Ansätze und Thesen erklären. Und das passt nun einmal selten in knackige „News-Überschriften“. Wir haben an dieser Stelle schon einmal über eine recht detaillierte Kritik des Leipziger Wissenschaftsverlages zu den aktuellen Corona-Zahlen berichtet. Zahlen, die ja bekanntlich von Land zu Land erstaunlich differieren und zu lauter Mutmaßungen Anlass geben.
In der Corona-Pandemie dominieren in den Netzen Verschwörungstheorien statt Falschmeldungen
Prof. Dr. Thorsten Quandt. Foto: WWU - Matthias Hangst

Foto: WWU - Matthias Hangst

Für alle LeserSchon in ganz normalen Zeiten sorgen Medienangebote, die es mit journalistischen Standards nicht wirklich ernst meinen, sogenannte „alternative Medien“ für Verunsicherung, Verwirrung und Berge von Falschmeldungen gerade in den sogenannten „social media“. Wie sie sich jetzt in Zeiten der Covid-19-Pandemie verhalten, haben Kommunikationswissenschaftler/-innen der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) untersucht.
Für das Publikum daheim: Karl die Große musizieren heute als erste Gruppe im Leipstream
Karl die Große. Foto: Heymo Studio

Foto: Heymo Studio

Für alle LeserDie Corona-Beschränkungen betreffen ja auch sämtliche Konzertveranstaltungen, die dieser Tage stattfinden sollten. Manche Bands und Veranstalter weichen – um das Publikum nicht ganz und gar im Regen stehen zu lassen – auf Livestreams aus. Das machen am heutigen Mittwoch, 8. April, auch die Cammerspiele Leipzig. Ab 21 Uhr sendet LeipStream das erste Mal live aus den Cammerspielen in der Kochstraße 132 und es wird gemütlich.
Der Fahrgastverband Pro Bahn hält die Fahrplaneinschränkungen im Mitteldeutschen S-Bahn-Netz für überzogen
S-Bahn in der Station Wilhelm-Leuschner-Platz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas war dann schon teilweise wie ein Rückschritt in alte Zeiten: Am 1. April stellte die Deutsche Bahn ihr S-Bahn-Angebot im Mitteldeutschen Netz auf Corona-Taktung um, führte auf stark befahrenen Linien Halbstundentakte ein, ließ S-Bahnen auch teilweise wieder im Stundentakt fahren. Und das, wie sie vermeldete, in Absprache mit den zuständigen Bundesländern. Der Fahrgastverband Pro Bahn findet das überzogen.
Erwachsenwerden hinter Gittern: Wie Falk Mrázek 1978 mutig Knast riskierte, um den Weg in die Freiheit zu finden
Falk Mrázek: Erwachsenwerden hinter Gittern. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNancy Aris hat recht, wenn sie im Vorwort zu diesem Buch betont, dass die öffentlichen Erinnerungen an die DDR auseinanderfallen. Die einen meinen, sie hätten nichts auszustehen gehabt. Die anderen können von Repressionen erzählen, die ihr ganzes Leben verändert haben. Manchmal staunt man schon, wie wenig manche Menschen wirklich mitkriegen vom eigenen Leben. Die Geschichte von Falk Mrázek erzählt davon, dass die Verklärung eigentlich nur funktioniert, wenn man die Begegnungen mit der Staatsmacht völlig verdrängt.
Dienstag, der 7. April 2020: Einmal Chemnitz und zurück
Erstaufnahmeeinrichtung in Dölzig im Sommer 2015. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserNachdem ein Bewohner der Asylunterkunft in Dölzig nahe Leipzig die hygienischen Zustände in der Einrichtung kritisiert hatte, wurde er nach Chemnitz verlegt. Nun ist er offenbar zurück in Dölzig. Das Oberverwaltungsgericht Bautzen klärt unterdessen darüber auf, wo und mit wem man sich außerhalb der Wohnung bewegen darf. Die L-IZ fasst zusammen, was am Dienstag, den 7. April 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Sächsische Studierendenvertretung fordert ein „Solidarsemester“
Universität Leipzig, Seminargebäude. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserIn Sachsen hat am Montag, den 6. April, die Vorlesungszeit begonnen. Weil die Hochschulen wegen der Coronakrise aber geschlossen sind, stehen Studierende und Lehrende vor großen Herausforderungen. Ein bundesweites Bündnis, an dem sich auch die sächsische Studierendenvertretung beteiligt, hat deshalb einen umfangreichen Forderungskatalog veröffentlicht. Vieles, was darin steht, fordern auch Linke, SPD und Grüne im sächsischen Landtag.
Freizeitaktivitäten in Coronazeiten: 15 Kilometer Umkreis laut OVG Bautzen
Das alles bestimmende Thema der letzten Wochen - als Graffiti in Leipzig verewigt. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserSeit Wochen drehen sich nun die Debatten um die Frage, was die sächsische Staatsregierung in ihrer erst als Allgemeinverfügung und seit dem 31. März als Verordnung verfassten Ausgangsbeschränkung mit dem „Wohnbereich“ gemeint haben könnte, in welchem man sich zu Spaziergängen, Sport oder Ausflügen bis mindestens zum 20. April 2020 aufhalten müsse. Was die Staatsregierung in ihrer Krisenmaßnahme gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus tunlichst vermied, tat heute das Oberverwaltungsgericht (OVG) Bautzen. Bei der Entscheidung eines Eilantrages eines Dresdners benannte das OVG eine Kilometerzahl für die Bewegung zu Freizeitzwecken in Sachsen. Und klärte zudem die Begleitung von Menschen, die nicht zum eigenen Hausstand gehören.
Ob Beiersdorf sächsische Fördermittel für das neue Werk bekommt, ist noch offen
Traditionsmarke „Florena“. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserFür Leipzig wird es eine neue Unternehmensansiedlung mit 280 Arbeitsplätzen im Leipziger Norden, wenn Beiersdorf dort seine neue Florena-Fabrik baut. Für Waldheim wird es ein echter Verlust. Ob Beiersdorf für den 220 Millionen Euro teuren Neubau im Leipziger Norden auch sächsisches Fördergeld bekommt, ist noch nicht entschieden, teilt Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) auf Anfrage der Landtagsabgeordneten Marika Tändler-Walenta und Nico Brünler (Die Linke) mit.
Linksfraktion fordert Überbrückungszahlungen für Leipzigs Honorarkräfte
Musikschule „Johann Sebastian Bach“. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie vielen zusammengeschusterten Hilfsprogramme in der Coronakrise machen etwas sichtbar, was sonst völlig der Wahrnehmung der fest angestellten Öffentlichkeit entzogen ist: Sie zeigen, wie löcherig die Absicherungen für Solo-Selbstständige und Honorarkräfte tatsächlich ist und wie sehr gerade sie durch die Sparorgien der letzten Jahrzehnte in ihren Honoraren gedrückt wurden. Und jetzt, wo gerade sie schnelle Unterstützung brauchen, sind sie völlig aus dem Blick der Politik verschwunden. Das betrifft auch Honorarkräfte der Stadt Leipzig, sagt Marco Götze.
Nach Lockerung der Kontaktbeschränkungen: „Wir sollten uns stark an Südkorea orientieren“
Prof. Dr. Markus Scholz. Foto: Universität Leipzig

Foto: Universität Leipzig

Für alle LeserIn Leipzig ist die Epidemie zum Erliegen gekommen, auch die Werte für Sachsen und Deutschland lassen hoffen. Die Nettobasisproduktionsrate sinkt, die Maßnahmen der vergangenen Wochen zeigen Wirkung. Das sind Ergebnisse der Berechnung von Prof. Dr. Markus Scholz vom Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie der Universität Leipzig.