Leipzigs neuer Sozialreport 2017

Hinter den schönen Wachstumszahlen brodeln nach wie vor die Sorgen der Wenigverdiener, Familien und Jugendlichen

Für alle LeserKein großer Aufwasch mehr. Früher gab es noch hochkarätige Pressekonferenzen, wenn Leipzigs Sozialbürgermeister den neuen „Sozialreport“ vorstellte. Der Raum war voll, die Besorgnis war groß. Denn Leipzig war eine Stadt mit multiplen sozialen Problemen. Und eigentlich liegt das 120-Seiten-Werk auch schon seit September vor. Es lag lange im Verwaltungsverfahren herum. Nun erfahren auch die Stadträte, was drinsteht. Es steht ein „Nu ja“ drin.

Das dann mit Schleifchen aus der Presseabteilung der Stadt so klingt: „Der Sozialreport 2017 zeigt positive Entwicklungen in Leipzig: Im Jahr 2016 hat sich die Zahl der Leistungsempfänger nach SGB II (Hartz IV) auf den bisher niedrigsten Jahreswert verringert. Insgesamt erhielten 66.819 Personen derartige Leistungen, das entspricht 15 Prozent aller Einwohner im Alter bis 65 Jahre. Auch wurde 2016 mit 7,9 Prozent ein erneuter Rückgang der Arbeitslosenquote verzeichnet. Aktuell (November 2017) liegt die Arbeitslosenquote bei 6,9 Prozent. Im Sozialreport 2017 wird deutlich: Leipzig wächst weiter und ist mit einem jährlichen Einwohnerzuwachs von mehr als zwei Prozent eine der am stärksten wachsenden Städte Deutschlands. Die Einwohnerzahl stieg bis Ende 2016 auf 579.530 Personen an. Das natürliche Bevölkerungswachstum hält an – der Geburtenüberschuss lag im Jahr 2016 bei 868. Es wurden also wieder mehr Menschen in Leipzig geboren als gestorben sind. Der Zuzug nach Leipzig weist 2016 erstmals seit sechs Jahren einen Rückgang auf, das Wanderungssaldo 2016 umfasste aber immer noch 13.193 Menschen.“

Man kann sich auch selbst betrunken reden mit dem Wachstum der Stadt, die natürlich (wieder) als Wirtschaftsknotenpunkt funktioniert. Unternehmen haben sich angesiedelt, der Arbeitskräftebedarf wächst, die Kinderzahl auch.

Tatsächlich beschreibt der „Sozialreport“ eine Stadt, die gerade begonnen hat, zu gesunden. Denn man kann sich die SGB-II-Zahlen auch schöntrinken. Aber wenn immer noch über 66.000 Leipziger auf SGB II angewiesen sind, dann erzählt das von einer manifesten Armut in Teilen der Stadt. Und die gesunkenen Zahlen verraten nicht wirklich, ob die Menschen, die hier nicht mehr gezählt werden, wirklich raus sind aus der Bedürftigkeit.

Die psychologische Komponente fehlt dem Report völlig. Nach wie vor haben 24 Prozent aller Leipziger ein Monatseinkommen unter 1.100 Euro. Wer diesen Wert erreicht, der versucht in Leipzig ganz bestimmt, ohne die erpresserischen Wohltaten des Jobcenters auszukommen. Obwohl viele Hilfsangebote (Leipzig-Pass, Wohnungszuschuss …) auch für etwas höhere Einkommen gültig wären. Aber die beantragt sichtlich kaum jemand, der wenigstens einen mittelprächtig bezahlten Job bekommen hat. Das hat etwas mit Freiheit und Selbstbestimmung zu tun – was man Bürokraten niemals wird erklären können.

Woran sieht man, dass es die Differenz gibt? „Das durchschnittliche persönliche Nettoeinkommen (Median) betrug im Jahr 2016 insgesamt 1.280 Euro und lag damit um 26 Euro höher als im Jahr 2015“, geht der „Sozialreport“ auf die Ergebnisse der Bürgerumfrage ein. Das heißt nun einmal im Klartext: Die Hälfte aller Leipziger geht im Monat mit maximal 1.280 Euro nach Hause. Wer seinen Rentenberater fragt, der erntet bei so einer Summe ein bedauerndes Lächeln. Denn das bedeutet Armut im Alter. Eigentlich auch schon Armut im Arbeitsleben.

Aber Leipzig hütet sich ja nachzufragen, was sich Menschen mit so einem miserablen Einkommen eigentlich noch leisten – und was nicht.

Leipzig ist eine bescheidende Stadt. Man sieht die Armut nicht.

Aber sie ist da. Und sie betrifft bestimmte Bevölkerungsgruppen dauerhaft. Jeder fünfte Leipziger (22,4 Prozent) ist armutsgefährdet. Selbst nach dem deutlich mickrigeren Leipzig-Maßstab sind es 17,1 Prozent.

Ein Grund dafür ist die seltsame deutsche Prozentrechnung. Denn wenn es für die Ärmeren im Land mal ein bisschen mehr gibt, wollen auch die Besserverdienenden mehr – und zwar im selben Verhältnis.

Das liest sich dann so: „Das durchschnittliche Einkommen der einkommensschwächsten 20 Prozent hat sich im Jahr 2016 gegenüber dem Vorjahr geringfügig verringert, während sich das durchschnittliche Einkommen der einkommensstärksten 20 Prozent erhöht hat. Tendenziell sind die Einkommen beider Gruppen in den letzten Jahren aber angestiegen. Während die Einkommen der einkommensschwächsten 20 Prozent von 705 Euro im Jahr 2010 auf 895 Euro im Jahr 2016 und somit um 19,0 % angestiegen sind, legten die Einkommen der einkommensstärksten 20 Prozent von 1.676 Euro auf 1.999 Euro und damit 19,3 % zu.“

Auch so wächst die Kluft immer weiter. Und es sieht – prozentual betrachtet – doch so gerecht aus.

Dass immer wieder Kinder davon betroffen sind, darf durchaus betroffen machen: Die Zahl der Kinder unter 15 Jahren in Bedarfsgemeinschaften wuchs von 16.394 auf 16.811. prozentual sank ihr Anteil – von 23,5 auf 22,7 Prozent. Was am Wachstum der Kinderzahl in Leipzig liegt. Und ganz bestimmt auch an der Frage: Wie viele Eltern verzichten lieber auf Jobcenter-Zuschüsse, wenn sie den Gang in das Amt vermeiden können?

Das ermittelt niemand.

Aber die Stadt bekommt es an mancher Stelle zu spüren. Die Hilfen zur Erziehung stiegen im Aufwand von 64,8 Millionen Euro im Jahr 2014 auf 79,5 im Jahr 2015. Ein Jahr später waren es dann 96,8 Millionen Euro, auch wenn man da die 14 Millionen Euro für unbegleitete minderjährige Ausländer abziehen muss. Bleiben trotzdem fast 83 Millionen Euro, die die Stadt ausgeben musste, weil viele Familien diese Hilfe brauchen. Und weil einfach auch die Anzahl der Hilfefälle steigt.

Was nicht nur mit Geld zu tun hat, sondern auch mit Überforderung: Eltern überfordert, Kinder überfordert … Aber das wird mit den allgemeinem Wachstumszahlen nur zugekittet. Gerade dieses Problem wächst.

Zumindest Sozialbürgermeister Thomas Fabian weiß, dass es hinter der schönen Fassade gewaltig brodelt: „Leipzig befindet sich im Aufschwung. Die Stadt verjüngt sich und mehr Menschen haben Arbeit. Der Sozialreport zeigt diese positiven Entwicklungen, seine Daten lassen aber auch soziale Problemlagen erkennen, es ist noch viel zu tun.“

Packen wir’s an.

Sozialreport
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

CDU, SPD und Grüne haben gar nicht vor, die Schuldenbremse in Sachsen außer Kraft zu setzen
Schöner Sachsen-Euro. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm 4. Dezember tobte eine Meldung durch die Medien, der gerade erst beschlossene Koalitionsvertrag würde Sachsen 12 Milliarden Euro kosten. In die Welt posaunt hatte diese Zahl die „Sächsische Zeitung“. Sie munkelte von einen „internen Papier“, in dem das so stehen sollte. Postwendend sprang im Feuereifer die FDP auf das Thema an. Motto: Die können ja nicht mit Geld umgehen, nur wir!
Wie schlechte journalistische Arbeit das Vertrauen der Bevölkerung zur Presse schädigt
Die Biedermannstraße in Connewitz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIch bin nur ein einfacher Leser diverser Zeitschriften und Magazine. Und ich lebe schon länger in Leipzig. Ich kenne natürlich auch einige andere Menschen aus Leipzig. Ich kenne junge und alte Menschen, reiche und arme, und ich kenne auch andere Stadtteile von Leipzig, nicht nur den, in dem ich zufälligerweise wohne. Aber immer mehr wundert es mich, wie über Leipzig in der Presse und wie in Leipzig über Geschehnisse berichtet wird.
Wiechert, Mintrop & Co.: Die Männer, die 1922 in Leipzig die Deutsche Seismologische Gesellschaft gründeten
Franz Jacobs, Michael Börngen: Wiechert, Mintrop & Co. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEin Stein steht seit 2013 in der Talstraße/Ecke Liebigstraße auf der Wiese des kleinen Parks, der so tut, als wäre er schon immer dagewesen. Jedenfalls nicht in dieser Größe. Auf alten Luftaufnahmen sieht man hier nämlich noch ein imposantes Gebäude stehen: Talstraße 38, das Mineralisch-Petrographische Institut der Universität Leipzig. 1943 wurde es von Bomben getroffen und vernichtet. Aber der Stein erinnert nur beiläufig an das verschwundene Gebäude.
Pyrotechnik bei RBL und Antisemitismus in der LVZ
RBL-Gästeblock zu Beginn der Saison in Osnabrück. Foto: Gepa Pictures

Foto: Gepa Pictures

Für alle LeserDer Fußballverein RB Leipzig hat nach eigenen Angaben elf Hausverbote gegen eigene Fans ausgesprochen. Diese sollen beim Auswärtsspiel in Paderborn am Samstag, den 30. November, an einem Pyrotechnik-Einsatz beteiligt gewesen sein. Ein Sportjournalist der LVZ bezeichnete die Zündler als „Brunnenvergifter“ und griff damit ein jahrhundertealtes antisemitisches Stereotyp auf.
Deutschland nutzt auch Ökosysteme in weit entfernten, oftmals ärmeren Regionen
Zugvögel über Leipzig. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWenn wir an unseren ökologischen Fußabdruck denken, dann denken wir nur an all die Produkte und Leistungen, die wir konsumieren, die weit über die Leistungskraft unseres Landes hinausgehen. Aber Deutschland profitiert nicht nur von Arbeit und Ressourcen vieler ärmerer Länder. Es nutzt auch wie selbstverständlich die Leistungen der dort befindlichen Ökosysteme. Ein Vorgang, auf den jetzt das in Leipzig heimische Umweltforschungszentrum aufmerksam macht.
INTER will Erfolgsserie auch gegen Aufsteiger aus Martinroda fortsetzen
Torgauer Hafenstadion. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Neuer Gast im Torgauer Hafenstadion: Am kommenden Sonntag erwartet der FC International Leipzig erstmalig den thüringischen Landesmeister FSV Martinroda zum letzten Spiel der Hinrunde in der Oberliga-Süd. Angestoßen wird um 13 Uhr unter der Leitung von Schiedsrichter Max Mangold und seinen Assistenten Jonas Belke und Max Stramke.
#Leipzigbecher kommen doch: Die RECUP GmbH hat nun doch noch eine Leipziger Edition aufgelegt
Die neuen RECUP-Becher mit Leipzig-Motiv. Foto: BUND Leipzig

Foto: BUND Leipzig

Für alle LeserDas Projekt ist manchmal eine echte Zitterpartie. Kaum war es angelaufen, drohte dem BUND Leipzig die geförderte Stelle wegzufallen, mit der überhaupt erst einmal genug Partner für das neue Kaffee-Pfandbecher-System gewonnen werden sollten. Die Stelle wurde gesichert. Dafür tat sich dann nach den Sommerferien ein Crowdfunding-Projejkt schwer, mit dem Geld für echte Leipzig-Pfandbecher gesammelt werden sollte.
Heute Premiere in der naTo: Reise ins Unbekannte – Der Kinderplanet
Quelle: Soziokulturelles Zentrum die naTo

Quelle: Soziokulturelles Zentrum die naTo

Innerhalb des soziokulturellen naTo-Projekts »Der Kinderplanet« haben Grundschüler/-innen der Kurt-Masur-Schule ein Theaterstück erarbeitet. Dieses feiert am 5. Dezember nun seine öffentliche Premiere in der naTo.
Linke Abgeordnete will wissen, wie die neue Regierung jetzt beim sozialen Wohnungsbau vorzugehen gedenkt
Zweckentfremdete Wohnungen verschärfen das Wohnungsproblem in den Großstädten. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserFür die linke Bundestagsabgeordnete Caren Lay sieht es wie eine drastische Kürzung aus, für Bundesinnenminister Horst Seehofer ist es eine Fortsetzung der Unterstützung: Nur noch 1 Milliarde Euro wird der Bund ab 2020 für den sozialen Wohnungsbau zur Verfügung stellen, eine halbe Milliarde weniger als bisher. Eine dramatische Entwicklung, findet Juliane Nagel, Stadträtin und Landtagsabgeordnete der Linken. Denn schon jetzt gibt Sachsen zu wenig Geld für Sozialwohnungen.
Neue Regeln zum Bewohnerparken im Waldstraßenviertel
Parkscheinautomat im Waldstraßenviertel. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm 3. Dezember veröffentlichte die Stadt Leipzig ihre Mitteilung zu den neuen Regeln zum Bewohnerparken im Waldstraßenviertel, das am 1. Januar starten soll. Eine Regelung, die zwar irgendwie dem Vorschlag der Freibeuter-Fraktion ähnelte. Aber Sven Morlok, Fraktionsvorsitzender der Freibeuter im Leipziger Stadtrat, kritisiert die von Oberbürgermeister Burkhard Jung vorgeschlagene Ungleichbehandlung trotzdem auf ganzer Linie.
Beim nächsten Auengespräch geht es erstmals um die Entwicklung eines Gesamtkonzeptes für die Leipziger Nordwestaue
Wehr der Neue Luppe. Foto: Maria Vlaic – NABU Sachsen

Foto: Maria Vlaic – NABU Sachsen

Für alle LeserAm Mittwoch, 11. Dezember, gibt es wieder ein Auengespräch auf Einladung des Projekts Lebendige Luppe. Diesmal geht es um die Arbeitsgruppe, die sich mit dem naturschutzfachlichen Leitbild für die Leipziger Nordwestaue beschäftigt. Die hat sich 2018 gegründet, als so langsam klar wurde, dass man das Problem der Leipziger Aue größer denken muss. Auch der NABU, der im Projekt „Lebendige Luppe“ federführend ist, weiß, dass man darin nur kleine, eigentlich zu kleine Schritte gehen kann.
Als ein Virus Napoleon besiegte: Lauter Geschichten über die Lernfähigkeit der Menschen
Sebastian Jutzi: Als ein Virus Napoleon besiegte. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNapoleon kommt sogar zwei Mal vor in diesem Buch. Napoleon macht natürlich neugierig, braucht man nicht große Armeen, um einen Typen wie Napoleon zu besiegen? Aber schon die Bibel wusste es ja: Manchmal genügen ein paar Mücken, Heuschrecken oder Flöhe. Wer genauer hinschaut, findet ganze Legionen von Feldherren, deren Armeen von winzigen kleinen Plagegeistern erledigt wurden. Das wäre ein eigenes Buch wert. Jutzis Buch ist ein Appetitmacher für alle, die dem menschlichen Größenwahn aus guten Vernunftgründen misstrauen.
Am12. Dezember: Buchpremiere: Doppelte Lebensführung. Eine Anthologie aus Sachsen
Quelle: Sächsischer Literaturrat e.V.

Quelle: Sächsischer Literaturrat e.V.

Worüber schreiben die Schriftsteller*innen in diesem Land und was brennt ihnen auf den Nägeln? Diese sächsische Anthologie versteht sich nicht als Bestenlese, sondern als aktuelle, wenn auch zwangsläufig unvollständige Bestandsaufnahme: Sachsens Gegenwartsliteratur spricht in vielen Stimmen und zu ganz verschiedenen Themen. Klassisches Storytelling steht neben lyrisch Verdichtetem, Romanauszug neben Essay und Prosaminiatur. Es ist ein sächsisches Lesebuch entstanden, in dem wir allen Spielarten des Erzählens begegnen und vieles wiedererkennen, was uns bewegt.
MDR trennt sich von Kabarettist Uwe Steimle
Uwe Steimle. Foto: MDR/Axel Berger

Foto: MDR/Axel Berger

Für alle LeserInterviews mit rechten Medien, abwertende Äußerungen über Politiker/-innen und Journalist/-innen sowie als rassistisch und antisemitisch gewertete Aussagen von Uwe Steimle sorgen schon seit Jahren dafür, dass der MDR für seine Zusammenarbeit mit dem Kabarettisten in der Kritik steht. Nun hat sich der Sender von Steimle getrennt. Die am 17. November veröffentlichte Episode von „Steimles Welt“ soll die letzte gewesen sein.
„Jeder ist nur ein Jahr von Hartz IV entfernt“ – Bundesverfassungsgericht stutzt Sanktionen im SGB II
Vielfältige Hilfsangebote, nicht nur für Erwerbslose. © Frank Willberg

© Frank Willberg

Für FreikäuferLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 73, seit 29. November im Handel„Eine Sanktion auf 424 Euro Regelsatz – was willst du Menschen noch wegnehmen?“ Ich sitze Frank Schaefer gegenüber, Vorstandsvorsitzender des Leipziger Erwerbslosenzentrums e. V. (LEZ). Anfang November hat das Bundesverfassungsgericht Sanktionen von mehr als 30 Prozent Leistungskürzung bei Hartz IV für verfassungswidrig erklärt. Was bedeutet dieses Urteil für beziehungsweise in Leipzig? Sind wir noch arm aber sexy?