Sachsen-Monitor 2018

Gerechtigkeit ist eine wirtschaftliche Frage und Heimat eine von sozialem Rückhalt

Für alle LeserNein, die Ausländer sind nicht schuld. In Dresden wurde am Dienstag, 13. November, der dritte „Sachsen-Monitor“ vorgestellt. Und der zeigt zwar, wie fest viele Ressentiments in Sachsen sitzen. Aber er zeigt auch, dass die befragten Sachsen die Ursachen für ihr Unbehagen ganz und gar nicht da sehen, wo es die neuen Populisten behaupten. Gerechtigkeit ist ein sehr handfestes Thema. Und während die Politik über „Flüchtlinge“ streitet, fühlen sich noch mehr Sachsen ungerecht behandelt als im Vorjahr.

„46 Prozent der Sachsen sind der Auffassung, dass es in Deutschland alles in allem eher gerecht zugeht und 49 Prozent meinen, es gehe eher ungerecht zu. Zum bundesweiten Vergleich: 58 Prozent aller Deutschen – 61 Prozent der Westdeutschen und 49 Prozent der Ostdeutschen – sind der Meinung, es gehe in Deutschland alles in allem eher gerecht und 38 Prozent – 36 Prozent der Westdeutschen und 46 Prozent der Ostdeutschen – der Meinung, es gehe eher ungerecht zu.“

Und die Befragten durften auch noch ankreuzen, wo sie die Gründe für die Ungerechtigkeit sehen.

Und es ist keine Überraschung – es sind wirtschaftliche Gründe: die immer noch im Vergleich niedrigen Löhne (40 Prozent), die niedrigeren Rentenaussichten (27 Prozent), soziale Ungerechtigkeit (14 Prozent), keine Würdigung der jahrelangen harten Arbeit (12 Prozent). Die Ausländer als möglicher Grund wurden nur von 5 Prozent der Befragten genannt.

Das ist also ein typisches Schein-Thema, aufgeblasen von rechten und rechtsradikalen Politikern, die davon ablenken wollen, dass die Unzufriedenheit im Osten sehr eindeutige wirtschaftliche Ursachen hat.

Was dann Sachsens Staatskanzleichef Oliver Schenk lieber nicht so stark betonte: „Grundsätzlich fällt auch dieses Jahr die positive und optimistisch beurteilte Entwicklung im persönlichen wie auch im gesamtwirtschaftlichen Bereich auf. Zudem sind die Menschen zu weiten Teilen zufrieden mit dem Geleisteten, dem persönlichen Umfeld und den Lebensbedingungen.“

Auch die grundlegende Zustimmung zur Demokratie sei hoch. Außerdem zeige sich ein großes Interesse an Politik.

Zugleich verwies Schenk auf die weiterhin hohen Ausprägungen von Vorurteilen und Abneigungen gegenüber anderen Personengruppen.

„Die entsprechenden Ergebnisse gehören nach wie vor zur Schattenseite des Sachsen-Monitors. Dies gilt vor allem für Rassismus, eine ablehnende Haltung gegenüber Muslimen oder Sinti und Roma und für den Antisemitismus. Wir müssen die Menschen für Freiheit, Toleranz und Demokratie gewinnen. Und vielleicht sollten wir noch stärker auf diejenigen setzen, die sich nicht von Ressentiments leiten lassen. Das sind nicht nur ein paar Menschen, sondern 70 Prozent.“

Warum sich Sachsen ungerecht behandelt fühlen. Grafik: Freistaat Sachsen, Sachsen-Monitor 2018

Warum sich Sachsen ungerecht behandelt fühlen. Grafik: Freistaat Sachsen, Sachsen-Monitor 2018

Der Staatsminister machte zugleich deutlich, dass Ressentiments und feindselige Haltungen als Problem über Sachsen hinausgingen. Dies zeigten aktuell verschiedene Studien zum Beispiel der Universität Leipzig oder des Mercator-Forums an der TU Dresden.

Schenk wies außerdem darauf hin, dass Sachsen in vielen Politikfeldern die Weichen gestellt habe und daran arbeite, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern. So setze die Staatsregierung auch auf einen deutlich intensiveren Dialog mit den Bürgern.

Dr. Roland Löffler, Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung und Vorsitzender des Beirats Sachsen-Monitor, erläuterte: „Der Sachsen-Monitor zeigt im dritten Jahr hintereinander eine nervöse und gespaltene Mitte der Gesellschaft. Hier Zufriedenheit mit wirtschaftlicher, demokratischer und gesellschaftlicher Entwicklung. Dort soziale Nöte, Abstiegsängste, Skepsis gegenüber Politikern und Parteien.

Die weiterhin hohen ausländerfeindlichen Werte sind ein bleibender Grund zur Sorge. Politik und gesellschaftliche Kräfte sollten überlegen, wie sie diese nervöse Mitte stabilisieren. Politische Bildung und bürgerschaftliches Engagement können ihren Beitrag zu Aufklärung, gesellschaftlicher Teilhabe und Mitverantwortung leisten.“

Tatsächlich aber zeigt der Sachsen-Monitor auch, dass sich sowohl das Gefühl gelebter Demokratie wie auch das Thema Heimat mit dem engsten Lebensumfeld verknüpfen. Dort wird die Erfahrung gemacht, ob Demokratie und Gerechtigkeit funktionieren. Der Verweis darauf, dass es anderswo genauso zerrissen zugeht, ist also wieder eine Ablenkung. Er belegt nur, dass anderswo genauso ratlos agiert wird und das Feld den Rechtsradikalen überlassen wird.

Was für die Sachsen Heimat bedeutet. Grafik: Freistaat Sachsen, Sachsen-Monitor 2018

Was für die Sachsen Heimat bedeutet. Grafik: Freistaat Sachsen, Sachsen-Monitor 2018

Was ja der Topos „Heimat“ ins Zentrum rückt. Heimat hat wenig mit den schönen Urlaubsbildern oder irgendwelchen Kulturwerten zu tun, sondern mit dem Gefühl, sozial akzeptiert und eingebunden zu sein. Aber gerade dieses Gefühl steht unter Beschuss. Und Sachsens Regierung hat bislang keinen Weg gefunden, damit umzugehen.

Aber zumindest ist das Thema für sie jetzt erstmals in den Blickpunkt gerückt.

Erstmals abgefragt wurden Aspekte von Heimat bzw. das Heimatverständnis der Sachsen. Insgesamt 89 Prozent der Befragten ist Heimat eher oder gar sehr wichtig. Gleichzeitig erweist sich, dass der Begriff „Heimat“ eine Vielfalt an Vorstellungen und Emotionen beinhaltet, stellt denn auch die Staatsregierung fest. Auf die entsprechende offene Frage wurde zu 41 Prozent die Familie und Verwandtschaft und zu 30 Prozent Freunde und Bekannte genannt. Zu 15 Prozent ist Heimat ein Gefühl des sich irgendwo Wohlfühlens. 13 Prozent der Antworten umfassen Heimat großräumig als „die Region, das Bundesland, Deutschland“. Und in 10 Prozent der Fälle wird der Ort der Kindheit und des Aufwachsens als Heimat bezeichnet.

Was ja die ganze Heimat-Politik der vergangenen 28 Jahre infrage stellt. Thema verfehlt, könnte man sagen. Es ist keine räumliche Dimension, sondern eine soziale.

Die Ergebnisse im Überblick

Insgesamt schauen die Sachsen weiterhin zufrieden auf das seit 1990 Erreichte und blicken optimistisch in die eigene Zukunft. Grund dafür ist die Wahrnehmung der persönlichen Lebensumstände wie Lebenshaltungskosten, Wohnsituation, Freizeit, soziale Absicherung oder Sicherheit im öffentlichen Raum. Mit diesen Umständen sind – je nach Antwortkategorie – 58 bis 91 Prozent der Sachsen eher oder gar sehr zufrieden. Die Ergebnisse sind im Vergleich zu den Befragungen von 2016 und 2017 weitgehend stabil.

Nach wie vor sorgen sich viele Menschen darum, dass die Gegensätze zwischen Arm und Reich zunehmen. Sie wird von 83 Prozent geteilt. Die Sorgen, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt verloren geht, teilen 78 Prozent der Befragten. Während die Sorge um den gesellschaftlichen Zusammenhalt oder auch um einen Verlust deutscher Kultur und Eigenart gegenüber dem Vorjahr zugenommen hat, ist die Furcht vor einem Arbeitsplatzverlust oder einem Terroranschlag gesunken.

Dass es in Deutschland eher gerecht zugeht, meinen 46 Prozent – gegenüber 49 Prozent der Befragten, die die Zustände als eher ungerecht empfinden. Dieser Wert korrespondiert auch mit der Einschätzung, wonach 45 Prozent der Befragten angeben, sie bekämen weniger als ihren gerechten Anteil.

Die Zustimmung zur Demokratie als Regierungsform wie auch die Beurteilung der demokratischen Praxis sind gegenüber 2017 in etwa gleichgeblieben. Demgegenüber ist das Vertrauen in die demokratischen beziehungsweise staatlichen Institutionen wieder gesunken. Damit entspricht das Institutionenvertrauen in etwa wieder dem Stand von 2016.

Erneut wurde erfasst, was Bürger von einer Demokratie erwarten und ob diese Erwartungen aus ihrer Sicht erfüllt werden. Teilweise deutlich mehr als 90 Prozent der Befragten nennen freie und faire Wahlen, Gleichbehandlung vor Gericht, eine freie Opposition, den Abbau sozialer Ungerechtigkeit oder den Schutz von Minderheitenrechten als eher oder sehr wichtig für eine Demokratie. Allerdings sehen nur 67 Prozent den Schutz von Minderheitenrechten, 45 Prozent die Gleichbehandlung vor Gericht und 21 Prozent den Abbau von sozialer Ungleichheit als eher bzw. voll umgesetzt an. Zugleich meinen 57 Prozent, dass nur direkte Demokratie wahre Demokratie sei.

Der Aussage, wonach ein Mehrheitswille umgesetzt werden solle, auch wenn Parlaments- oder Gerichtsentscheidungen oder das Grundgesetz dagegenstehen, teilen 68 Prozent mehr oder weniger deutlich.

Ressentiments gegen Personen aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeit sind auch in Teilen der sächsischen Bevölkerung verbreitet. So sind 56 Prozent der Sachsen der Meinung, dass Deutschland in einem gefährlichen Maß „überfremdet“ sei. Dieser Wert entspricht dem Vorjahreswert. Ein Indiz, dass der geringe Ausländeranteil im Freistaat wahrgenommen wird, liefert das Ergebnis, dass auch in diesem Jahr deutlich weniger Befragte (21 Prozent) der Auffassung sind, die persönliche Wohnumgebung sei in einem gefährlichen Maße „überfremdet“. Allerdings ist letzterer Wert angestiegen.

Dimap hat zu den Ressentiments drei Gruppen herausgearbeitet. Die Gruppe mit einem geringen Maß an gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit stellt demnach 73 Prozent der Bevölkerung. Diejenigen hingegen, die in der Befragung in hohem Maße den mit Ressentiments behafteten Aussagen zugestimmt haben, machen fünf Prozent aus.

Das Meinungsforschungsinstitut dimap hat in der Zeit vom 28. Juni bis zum 23. August 2018 insgesamt 1.011 Einwohner Sachsens im Alter ab 18 Jahren „face-to-face“ befragt.

Sachsen-Monitor
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Der Stadtrat tagt: Clubs sollen bei Stadtplanung mehr berücksichtigt werden
Ute Elisabeth Gabelmann (Piraten und Freibeuterin). Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserMit Ausnahme der AfD hat der Stadtrat am Mittwoch, den 22. Mai, einstimmig dafür gestimmt, die Interessen der Clubs zukünftig stärker zu berücksichtigen, beispielsweise bei großen Bauvorhaben. Ausgangspunkt war ein Antrag der SPD, zu dem es Änderungsanträge von Linksfraktion und Stadträtin Ute Elisabeth Gabelmann gab.
Der Stadtrat tagt: Die Fortsetzung der Mai-Sitzung im Livestream
Der Stadtrat im Livestream. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserAm Mittwoch, den 22. Mai, kommt der Stadtrat zum zweiten Mal in diesem Monat zusammen. Eigentlich sollte in der Woche der Kommunalwahl keine Sitzung stattfinden. Doch weil die Tagesordnung in der vergangenen Woche unter anderem wegen der Diskussion über das 365-Euro-Ticket nicht abgearbeitet werden konnte, wird die Sitzung nun fortgesetzt. Die L-IZ wird über die wichtigsten Themen berichten und bietet wie gewohnt einen Livestream an.
Der Stadtrat tagt: BUND erhält knapp 30.000 Euro für Mehrwegbecher-Pfandsystem
Norman Volger (Grüne) im Stadtrat. Foto: L-IZ.de

Norman Volger (Grüne) im Stadtrat. Foto: L-IZ.de

Für alle LeserIn der modernen und zunehmend hektischen Welt bleibt für einen gemütlichen Kaffee offenbar immer weniger Zeit. Vor allem Arbeiter und Studierende bestellen häufig einen Coffee to Go, also einen Kaffee für unterwegs. Dies bringt jedoch Müllprobleme mit sich, die der BUND Leipzig mit einem Mehrwegbecher-Pfandsystem eindämmen will. Das dafür nötige Geld hat der Stadtrat bewilligt.
Zur politischen Auseinandersetzung sollte immer auch ein respektvoller Ton und Wortwahl gehören
Baudezernentin Dorothee Dubrau (parteilos). Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserIn den „sozialen Medien“ benimmt sich auch die Leipziger CDU nicht wie ein Waisenknabe. Es wird gehauen und gestochen und draufgehalten, wenn es irgendwie Punkte im Kampf um die Meinungshoheit zu bringen scheint. Als nun aber mal jemand aus einer anderen Partei ähnlich hemdsärmelig dreinschlug, gab’s gleich mal eine Stadtratsanfrage: Darf der denn das?
UFZ-Forschungsreise will herausfinden, was aus Mikroplastik im Ozean wird
Das Forschungsschiff Sonne. Foto: M Hartig / Meyer Werft

Foto: M Hartig / Meyer Werft

Für alle LeserDass riesige Mengen von Plastik in den Meeren treiben und Plastik sogar im 11.000 Meter tiefen Marianengraben auftaucht, das hat sich ja herumgesprochen. Aber was passiert eigentlich, wenn diese Plastikmengen über Jahre zerbröseln und sich in Mikroplastik verwandeln? Was passiert mit Mikroplastik im Meer? Das soll jetzt erstmals das Projekt MICRO-FATE erkunden, das unter Leitung des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) startet.
Verwaltung stimmt Antrag des Jugendparlaments zur Radstation im Hauptbahnhof weitgehend zu
So stellte sich der Ökolöwe 2014 eine Fahrradstation im Hauptbahnhof vor. Grafik: Ökolöwe

Grafik: Ökolöwe

Für alle LeserDie jungen Parlamentarier aus Leipzigs Jugendparlament beobachten sehr aufmerksam, was in der Stadtpolitik passiert. Und sie registrieren auch, wenn wichtige Projekte einfach feststecken und über Jahre nichts geschieht – so wie bei der geplanten Radstation im Hauptbahnhof. Abstellplätze für Fahrräder könnte man schon bauen, hatte das Planungsdezernat dazu mitgeteilt. Aber eine richtige Radstation gäbe es wohl frühestens 2023. Aber den Antrag der Jugendparlamentarier nimmt das Dezernat Stadtentwicklung und Bau dennoch ernst.
Grüne beantragen mehr Klagerechte für anerkannte Verbände im Natur-, Tier- und Denkmalschutz
Baumfällungen im Kanitzsch. Foto: NuKLA e.V.

Foto: NuKLA e.V.

Für alle LeserDass die Umweltpolitik in Sachsen derart mau aussieht und sich die Regierung mit Umweltschutz-Federn schmückt, die gar keine sind, hat auch damit zu tun, dass Umweltvereine so gut wie keine Mitsprache- und auch kaum Klagerechte haben. Vor allem dann, wenn staatliche Instanzen gegen Umweltschutzauflagen verstoßen. Sie können nicht mal damit rechnen, dass ihre fachlichen Einwände überhaupt berücksichtigt werden.
Am 17. Oktober im Täubchenthal: XAVI – Analoge Liebe Tour 2019
XAVI. Quelle: Täubchenthal

Quelle: Täubchenthal

Es war seine allererste Deutschlandtour, die Singer-Songwriter XAVI Anfang des Jahres ankündigte, trotzdem dauerte es keine 24 Stunden bis die erste Show komplett ausverkauft war! Zum Start der „König dieser Straße“ Tour im Mai2019 meldeten dann alle Tourstädte „AUSVERKAUFT“ –was für ein Erfolg! Nun legt XAVI direkt nach und kündigt für Oktober die „Analoge Liebe Tour“an.
Landtagsabgeordnete Juliane Nagel legt eine Broschüre zu „gefährlichen Orten“ und Kontrollbereichen vor
Broschüre „Selber Schuld wer hier rumläuft!“. Cover: Die Linke

Cover: Die Linke

Für alle LeserSachsens Innenminister sind zutiefst davon überzeugt, dass man Kriminalität am besten dadurch in den Griff bekommt, dass man Überwachung und Kontrolle ausweitet. Am besten in Bereichen, wo die sozialen Konflikte unserer Gesellschaft am stärksten sichtbar werden. Die Waffenverbotszone im Leipziger Osten ist nicht das einzige Relikt dieses Denkens. Mit einer Broschüre zu „gefährlichen Orten“ beleuchtet Die Linke jetzt das Problematische dieser Kontrolldrucks.
Leipziger AfD versucht mit der Erinnerung an die Friedliche Revolution Wahlkampf zu machen
Für die Werbeaussage ist allein die werbende Partei verantwortlich. Foto: Bürgerkomitee Leipzig e.V.

Foto: Bürgerkomitee Leipzig e.V.

Für alle LeserAuf Großplakaten mit einem Foto von der Leipziger Montagsdemonstration am 16. Oktober 1989 fordert die Leipziger AfD eine „Wende für Leipzig“. Dieser bewusst hergestellte Bezug zwischen dem Begriff „Wende“ und dem Foto der Montagsdemonstration von 1989 ist – gerade in Leipzig, der „Stadt der Friedlichen Revolution“ – ein Missbrauch dieses einmaligen Ereignisses der jüngsten deutschen Geschichte, kritisiert das Bürgerkomitee Leipzig e. V..
Linksfraktion beantragt jetzt das, was die ÖPNV-Strategiekommission für Sachsen vorgeschlagen hat
Marco Böhme (Landtagsabgeordneter, Die Linke). Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserEs ist mittlerweile über zehn Jahre her, dass Ministerpräsident Georg Milbradt mit Demografiekonferenzen durchs Land zog. Nach seinem Abgang ist das Thema für die Landesregierung regelrecht gestorben, taucht es höchstens noch unter der Überschrift „Vergreisung“ auf. Obwohl auch die immense Landflucht dazugehört. Und die hat mit kaputtgesparten Infrastrukturen zu tun, auch mit einem nicht mehr funktionierenden ÖPNV.
Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ startet Petition: Verfassungsschutz auflösen!
Verfassungsschutzbericht 2018. Cover: Freistaat Sachsen. LfV

Cover: Freistaat Sachsen. LfV

Für alle LeserDer neueste Bericht des Sächsischen Landesamtes für Verfassungsschutz sorgt für Debatten – nicht nur durch das, was falsch drinsteht, sondern erst recht durch das, was nicht drinsteht. Auffallend fehlt. Als wolle das Landesamt ganz bewusst verschleiern, was andere Verfassungsschutzämter selbstverständlich als Gefahr wahrnehmen. Jetzt hat das Leipziger Bündnis „Leipzig nimmt Platz“ eine Petition gestartet, um dieses heikle Amt auflösen zu lassen.
Grüne legen ein ganzes Handlungspaket für Klimaschutz in Sachsen vor
Robin Wood-Aktivisten mit einem simulierten Kohlemeiler auf dem Augustusplatz in Leipzig. Kein Feuer, nur „Diskorauch“. Foto: Marco Arenas

Foto: Marco Arenas

Für alle LeserSachsen eiert mehr in den Kohleausstieg, als dass es ihn gestaltet. Jahrelang weigerte sich die Staatsregierung regelrecht, über Strukturwandel auch nur nachzudenken. Nicht einmal ein belastbares Klimaschutzprogramm hat sie. Und das was drinsteht, wird nur widerwillig angepackt. Jetzt haben die Grünen im Landtag ein Handlungspaket für den Klimaschutz in Sachsen vorgestellt. Quasi als Blaupause. Falls die Regierung tatsächlich mal ein paar Ideen braucht, wie man die Klimaziele von Paris erreichen könnte.
Bündnis Gemeinschaftsschule in Sachsen will bis zum 1. Juni die nötigen Unterschriften für den Volksantrag beisammen haben
Das Bildungsideal eines vergangenen Jahrhunderts. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Mehrheit der Sachsen wünscht sich eine Schule, in der die Kinder länger gemeinsam lernen, nicht nur bis zur vierten Klasse. Doch seit Jahren mauert die regierende CDU, hält am alten Schulsystem mit der frühen Trennung der Kinder fest. Seit September sammelt das Bündnis Gemeinschaftsschule in Sachsen Unterschriften für einen Volksantrag, damit die Bürger selbst entscheiden können, was sie wollen. 40.000 Unterschriften werden gebraucht. Bis zum 1. Juni soll gesammelt werden.
BUND Leipzig kritisiert die Leipziger Wunschliste mit lauter umweltzerstörenden Großprojekten
Kanalisiert und verockert: Pleiße bei Markkleeberg. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs wurde schon viel orakelt darüber, welche Strukturprojekte nun in den Kohleregionen vom Bund finanziert werden, um den Kohleausstieg abzufedern. Die Landkreise und Kommunen haben alle möglichen Projekte angemeldet, ein regelrechter Gemischtwarenladen. Darin auch jede Menge uralter Pläne, die wieder nur die Umwelt schädigen. Der BUND Leipzig warnt davor, ausgerechnet für solche Dinosaurier-Projekte wieder Geld auszugeben und die Umwelt zu zerstören.