Warum auch Leipzigs Lebensstiltypen vor allem eine Frage des Geldbeutels sind

Für alle LeserKann man Lebensstile eigentlich nach dem Einkommen und der Haushaltsaustattung einteilen? Manchen unserer Leserinnen und Leser war ja das zutiefst suspekt. Denn wenn man nach Gunnar Otte nicht reich genug ist für eine gehobene Ausstattung im Haushalt, wird man kein liberaler Bürger und kein reflexiver Mensch. In Leipzig ist ja manches anders als anderswo. Etwa in Augsburg.

Aber Sozialpsychologen wie Gunnar Otte sind ja nicht ganz allein mit ihrer Einschätzung, dass Lebensstile aufs Engste mit dem Lebensstandard und der sozialen Einordnung der Betroffenen verbunden sind. Bildung, Kultur, Reflexion und Beteiligung muss man sich eigentlich erst einmal leisten können. Weshalb man liberale Haltung, Selbstverwirklichung und kulturelle Reflexivität eher in den (gehobenen) Mittelschichten der westlichen Staaten findet.

Wenn es in Leipzig und Erfurt also so deutlich andere Schichtungen als eben in Augsburg gibt, ist das natürlich auch ein Ergebnis der Umbrüche nach 1990, in denen auch die ostdeutsche Intelligenz nicht nur massive Brüche in ihrem Berufsleben erlebte, sondern ebenso wie viele Arbeiter regelrecht pauperisiert wurde.

Deswegen findet man in Leipzig garantiert jede Menge „Reflexive“ und auch moderne Menschen ganz unten, in einer Lebenswelt mit „niedrigem Ausstattungsgrad“. Was wohl auch auf jüngere Akademiker zutrifft, wenn man nur an die miserablen Beschäftigungsverhältnisse im Hochschulbereich denkt.

Was ja bedeutet: Eigentlich braucht man ein gutes Einkommen, um sich ein reflexives und kulturvolles Leben leisten zu können. Nur steht in Leipzig halt die „akademische Avantgarde“ zusammen mit den Niedriglöhnern, Malochern und „Heimzentrierten“ bei Aldi an der Kasse und eher nicht mit Henkelkorb auf dem Frischemarkt.

Ich spitze das mal zu. Aber das gehört nun einmal zu den Verwerfungen im Osten, die selten bis nie thematisiert werden. Und die – gerade bei den jungen Akademikern – dazu führen wird, dass auch sie wieder abwandern, auch und gerade die Frauen. Was ja auch in dem von Kerstin Lehmann gezeichneten Lebensbaum zu den Lebenseinstellungen der Leipziger steckt.

Leipziger Lebensbaum 2017. Grafik: Stadt Leipzig, Quartalsbericht 3 / 2018

Leipziger Lebensbaum 2017. Grafik: Stadt Leipzig, Quartalsbericht 3 / 2018

Denn dass Leipzig so ab dem 28. Lebensjahr einen deutlichen Männerüberschuss hat, darf schon verwundern, wenn doch Leipzigs Hochschulen besonders viele Frauen anziehen. Vom 19. bis 24. Lebensjahr hat Leipzig einen Frauenüberschuss. Und dann? Die Antwort kann nur lauten: Dann verliert Leipzig die jungen Frauen wieder, weil die Stadt diesen gut ausgebildeten Frauen keine ordentlichen Jobs anbieten kann.

Nicht in der Forschung (befristete Projekte), nicht im akademischen Lehrbetrieb (befristete Stellen), augenscheinlich auch nicht in der Wirtschaft oder in der Verwaltung. Familienfreundlichkeit? Pustekuchen.

Über die Verwaltung und die miesen taktischen Spielchen bei der Besetzung von Leitungsfunktionen, wenn es um Frauen geht, schreibe ich hier jetzt lieber nichts. Wir haben mindestens eine Fraktion im Stadtrat, die kluge Frauen in Leitungspositionen nicht sehen will. Und das hat fatale Folgen in einer eh schon auf den OBM zugeschnittenen Verwaltung.

Falk Abel macht im neuen Quartalsbericht etwas sehr Einfaches: Er bereitet die Verteilung der nach Otte abgefragten Lebensstiltypen nach Ortsteilen auf und malt entsprechende Karten, die freilich auf den ersten Blick bestätigen, dass die in der Gesamtstatistik dominierenden Lebensstiltypen der „Aufstiegsorientierten“ und der „Heimzentrierten“ auch auf den Stadtkarten dominieren.

Wenn das beides Parteien wären, würden die „Aufstiegsorientierten“ die meisten Direktmandate holen und die „Heimzentrierten“ die zweitstärkste Kraft und der „natürliche Koalitionspartner“ sein.

Auffällig sind die Lebensgenießer, die „Hedonisten“, die ausgerechnet dort dominieren, wo Linke und Grüne ihre höchsten Wahlergebnisse in Leipzig einfahren: in Südvorstadt, Connewitz, Waldstraßenviertel. Was sich möglicherweise deckt mit „Stilprotest“ und „gegenwartsbezogener Genuss- und Konsumorientierung“. Aber wo bleiben da die Nachdenklichen, die Reflexiven, die in keinem einzigen Ortsteil wirklich die dominierende Gruppe sind?

Auch an zweiter Stelle taucht das „Reflexive“ im Stadtbild nicht auf, erst an dritter Stelle, und da wird es in gewisser Weise spannend, denn da sticht Zentrum-Südost (mit den großen Studentenwohnheimen und einigen Universitätsquartieren) genauso heraus wie das Zentrum-Süd mit seinen vielen Ärzten und Rechtsanwälten und das Grafische Viertel.

Augenscheinlich gehört wirklich ein gutes Einkommen dazu, wenn man in der Gruppe der Reflexiven landen möchte. Oder was eben nach Otte als reflexiv gilt. Was dann auch zum Ergebnis hat, dass man sich in diesem gehobenen Mittelstand auch Wohnungen leisten kann, die in diesen gehobenen Lagen liegen.

Die „Reflexiven“ sind mit 84 Prozent die Gruppe mit der höchsten Zufriedenheit gegenüber dem eigenen Wohnviertel. Am unzufriedensten sind die „traditionellen Arbeiter“, die sich – ähnlich wie die „Heimzentrierten“ – oft nicht wirklich aussuchen können, in welcher Ecke sie wohnen möchten.

Was wir ja auch schon mehrfach thematisiert haben: Die Gentrifizierung ist in Leipzig schon längst im Gang.

Und gerade die hier als Wohnorte der „Reflexiven“ ausgezeichneten Innenstadtquartiere zeichnen sich nun einmal durch eine zunehmende Homogenisierung der Bewohner aus, die es sich leisten können müssen, hier zu wohnen. Und da sie es sich leisten können, nehmen kulturelle Einrichtungen mit 84 Prozent in ihrem Leben auch einen großen Raum ein. Man kann sich Kultur nicht nur leisten – man kann sich auch kurze Fußwege direkt in Oper und Gewandhaus leisen.

Kleinräumige Verteilung der Lebensstiltypen in Leipzig. Grafik: Stadt Leipzig, Quartalsbericht 3 / 2018

Kleinräumige Verteilung der Lebensstiltypen in Leipzig. Grafik: Stadt Leipzig, Quartalsbericht 3 / 2018

Oder mal so gesagt: Leipzig ist längst eine Stadt, die über die Einkommen kräftig auseinanderdriftet.

Aber die Otte-Kriterien zeigen eben auch, dass gesellschaftliche Teilhabe (zu der eben das Wohnen genauso gehört wie die Kultur) in Deutschland direkt vom Einkommen abhängt. Dass viele gut gebildete und nachdenkliche Leipziger eben nicht im „gehobenen Ausstattungsgrad“ landen, hat genau damit zu tun.

Was spätestens bei der Frage danach sichtbar wird, ob die Befragten sich eine Mieterhöhung leisten können: Die Gruppen mit gehobenem Ausstattungsgrad (zu denen auch die Reflexiven gehören) zeigen mit 55 bis 58 Prozent die geringsten Sorgen um eine Mieterhöhung. Bei den anderen Gruppen fällt die Unbesorgtheit auf 27 bis 39 Prozent.

Und die „Gehobenen“ können sich in der Regel auch größere Wohnungen mit mehr Platz für Bibliothek und Fitnessraum leisten, während „Unterhaltungssuchende“, Hedonisten und Heimzentrierte sichtlich Probleme bei Miet- und Energiekostenzahlung haben.

Die niedrigeren Einkommen gehen also auch sofort damit einher, dass selbst die normalen Wohnkosten oft zum Problem werden. Logisch, dass dann auch sofort das reale Interesse an Kultur und die Möglichkeit, Kultur auch wahrzunehmen, deutlich auseinanderklaffen. Bei Heimzentrierten finden z. B. 53 Prozent Kultur wichtig – aber nur 30 Prozent nehmen sie auch war. Bei Konventionalisten liegt das Verhältnis bei 77 zu 50.

Und bei den (gut verdienenden) Reflexiven bei 84 zu 74. Wer sich also Kultur leisten kann, schätzt nicht nur ihre Bedeutung höher ein, sondern nutzt sie auch öfter. Was im Gegenzug eben auch bedeutet: Die Leipziger Subventionen für Hochkultur kommen eigentlich wieder vor allem den Besserverdienenden zugute.

Die Leipziger Lebensstiltypen. Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2017

Die Leipziger Lebensstiltypen. Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2017

Vielleicht erklärt das einige Schieflagen in der Leipziger Stadtpolitik: Die politischen „Macher“ entstammen ja ebenfalls vor allem dem gehobenen Mittelstand und machen eben vor allem Politik für den gehobenen Mittelstand, bei den ÖPNV-Fahrpreisen genauso wie bei der Kultur oder in der Wohnungspolitik.

Man steckt eben in seiner Haut und sieht – frei nach Marx – die Welt mit den Augen seiner Klasse, seiner Nachbarn und der Leute, die man auf Festen und Preisverleihungen immer wieder trifft. Man bedient also freudig stets die Interessen der Leute, mit denen man sich auch auf Stehempfängen und Jubiläumsfeiern regelmäßig trifft und für die Zeitung freudestrahlend ablichten lässt.

Und ein paar von den armen Socken, die mal Stadtrat spielen dürfen, freuen sich bärisch darüber, hier auch mal mit den Wohlduftenden beisammenstehen zu dürfen. Im Grunde macht diese seltsame Aufblätterung der Lebensstiltypen erst richtig sichtbar, dass Leipzig längst eine gespaltene Stadt ist mit einem selbstgerechten Grüppchen der Arrivierten, einer dicken Gruppe der Leute, die für den Aufstieg alles tun, und einer ziemlich großen Gruppe von Einsichtigen, die auf Teilhabe schon des Geldes wegen sichtlich verzichten.

Ob freiwillig, ist eine völlig andere Frage.

Die entscheidet sich schon, wenn man an einem Hochzeitstag das Ersparte zusammenwürfelt und sich überlegt, ob es für ein Gewandhauskonzert reicht oder doch nur für ein Festtagsbierchen aus dem Supermarkt.

Warum Leipzig so viele Heimzentrierte hat und eindeutig zu wenig liberales Bürgertum

 

Quartalsbericht
Print Friendly, PDF & Email
 
4 Kommentare


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

These #17: Funktionierender Wettbewerb bedeutet nicht: „Hauptsache billig.“
Kalender-These #17 – April 2020. Foto: MJA Leipzig e.V.

Foto: MJA Leipzig e.V.

Für alle LeserDamit Wettbewerb im sozialen Bereich nicht zu Monopoleismus und unsozialem Handeln führt, braucht es tragfähige Rahmenbedingungen. Geiz ist geil! Leanmanagement, Input – Output, Transformation, Globalisierungsprozesse, Controlling, Marktorientierung, Konkurrenz, Digitalisierung, Gewinn und Rentabilität. Was haben diese Begriffe mit der Sozialen Arbeit zu tun? Was sind Ihre ersten Gedanken, wenn Sie an Soziale Arbeit denken? Etwa an das Primat der Effizienz, an Marktanalysen oder gar an Wettbewerb?
Dienstag, der 31. März 2020: Wer ohne „triftigen Grund“ rausgeht, muss bis zu 150 Euro zahlen
Hinsetzen ist kurz erlaubt, Buchlesen wohl eher nicht. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserIn Sachsen ist zwar weiterhin nicht klar geregelt, wo genau man sich außerhalb der eigenen Wohnung aufhalten darf, doch dafür steht nun fest, was man zahlen muss, wenn man gegen die neue Rechtsverordnung verstößt. Diese gilt bis zum Ende der übernächsten Woche. Das diesjährige „Courage“-Konzert sollte zwar erst danach stattfinden, wurde aber bereits jetzt verschoben. Die L-IZ fasst zusammen, was am Dienstag, den 31. März 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Vier Corona-Fälle in den eigenen Reihen: Wie ist die Leipziger Polizei derzeit aufgestellt?
Polizeieinsatz. Foto: Lucas Böhme

Foto: Lucas Böhme

Für alle LeserDie Covid-19-Pandemie fordert das Gemeinwesen massiv. Manche Kommentare sehen im Angesicht der unsichtbaren Gefahr auch die Stunde des Staats gekommen, der seinen Bürgern hilft und zugleich Ausgangsbeschränkungen zur Not per Zwang durchsetzt. Doch wie ist die Situation bei denen, die mit der Ausübung des Gewaltmonopols betraut sind? Sind die intern auf eine Häufung von Corona-Infektionen vorbereitet? Die L-IZ hat bei der Polizeidirektion Leipzig nachgefragt.
Saisonabbruch und neuer Vorstand: Viel in Bewegung bei den L. E. Volleys
Der neue L.E. Volleys-Vorstand (von links): Thomas Bauch, Stefan Roßbach, Martin Ivenz, Katja Weiße, Thomas Nicklisch und Stefan Schulze. Foto: L.E. Volleys

Foto: L.E. Volleys

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 77, seit 27. März im HandelSeit dem 12. März steht es fest: Für die L.E. Volleys ist die Saison in der 2. Bundesliga vorzeitig beendet. Als Maßnahme zur Eindämmung des Coronavirus sah sich die Volleyball Bundesliga (VBL) gezwungen, erstmals in ihrer Historie eine Saison abzubrechen. Nur sechs Tage später beschloss die VBL, dass die gesamte Saison 2019/20 in der 2. Bundesliga nicht gewertet wird.
Engpässe bei Atemmasken: Leipzigs Kliniken warten auf „Erkrankungswelle“
Momentan hält das St. Georg etwa 300 Betten für Corona-Patienten frei. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserNoch immer steigen die Zahlen der mit Corona infizierten Personen in Deutschland, noch immer bereiten sich Kliniken intensiv auf die „Erkrankungswelle“ vor. In Sachsen sind inzwischen 2.084 Infektions- und 13 Todesfälle bestätigt, wie Gesundheitsministerin Petra Köpping mitteilte. Leipzig zählt insgesamt 320 (Stand 31.03.). Der Peak, so sagte es Oberbürgermeister Burkhard Jung (62, SPD) am Montag in einer Online-Bürgersprechstunde von Leipzig Fernsehen, werde in Leipzig für die Zeit um Ende April/Anfang Mai erwartet. Währenddessen ist die Rede von Versorgungsengpässen in deutschen Krankenhäusern. Atemmasken und ausreichend Schutzkleidung fehlen an allen Ecken und Enden, Lieferungen kommen verspätet oder gar nicht an. Wie sieht es in den hiesigen Krankenhäusern aus?
Am 3. April erscheint das neue Album von Dota: „Kaléko“
Dota: Kaléko. Cover: Dota

Cover: Dota

Für alle LeserAm 21. März begrüßte ein Gedicht von Mascha Kaléko die Besucher des Rewe-Supermarkts am Connewitzer Kreuz und wir nutzten die Gelegenheit, auch einen Videoclip von Dota Kehr und Felix Meyer zu empfehlen, in dem sie das Gedicht „Zum Trost“ von Mascha Kaléko interpretieren. Die 1907 geborene Dichterin spielt auf dem neuen Album von Dota eine ganz zentrale Rolle. Und wenn alles gut geht, gastiert Dota am 15. August open air auf der Bühne des Geyserhauses mit den Liedern des neuen Albums „Kaléko“, das am 3. April erscheint.
Stadtbezirksbeirat Ost fordert Schutz für den Radstreifen vor der Sparkasse in der Dresdner Straße
Die Dresdner Straße kurz vor der Kurve. Archivfoto: Ralf Julke

Archivfoto: Ralf Julke

Für alle LeserWie schwer es ist, wichtige Verbesserungen im Leipziger Verkehr auch gegen die Bequemlichkeit einiger Zeitgenossen durchzusetzen, zeigt die Geschichte um die Radfahrstreifen in der Dresdner Straße. 2017 wurde hier die erste Hälfte auf der Südseite aufgetragen. Dann entfachten die Leipziger Autolobbyisten einen veritablen Mediensturm. Das Aufmalen auf der Nordseite wurde ausgesetzt und erst auf Druck aus dem Stadtrat 2019 umgesetzt. Aber einige Autofahrer ignorieren den Radstreifen bis heute, kritisiert der Stadtbezirksbeirat Ost.
Kein Masterplan in den Schubladen, bedachtsames Agieren und die Sache mit dem Föderalismus in einer Krisensituation
Dr. Hendrik Träger. Foto: Swen Reichhold

Foto: Swen Reichhold

Für alle LeserDie Corona-Pandemie stellt bisher nie dagewesene Anforderungen an das Krisenmanagement der Bundesregierung. Obwohl es für eine solch schwierige Situation keinen Masterplan gibt, handele sie im Vergleich zu anderen Regierungen fokussiert und agiere bedacht, ohne Panik zu verbreiten, sagt Politikwissenschaftler Dr. Hendrik Träger (38) von der Universität Leipzig. Aber: „Bei der Kommunikation besteht noch Potenzial nach oben.“
Die neuen Holzjoche für die Glocken der Thomaskirche Leipzig sind jetzt auf dem Turm
Ein Joch wird zum Turm der Thomaskirche hochgehoben. Foto: Thomaskirche - Bach e.V.

Foto: Thomaskirche - Bach e.V.

Für alle LeserTrotz aller Beschränkungen aufgrund der Corona-Kontaktsperre laufen natürlich viele Projekte weiter, wo es ohne großen Menschenauflauf zugeht. So wie beim Glockenprojekt der Thomaskirche. Am vergangenen Freitag, 27. März, hat die Thomaskirche den nächsten Meilenstein im Zuge der Restaurierung des historischen Geläuts der Thomaskirche erreicht. Die neuen Holzjoche und Klöppel für die beiden großen Glocken, Gloriosa und Hilliger, wurden per Kran in die untere Glockenstube gehoben.
Feine Auslese: 100 Minuten Überleben im Wirrwarr der Gegenwart mit Paul Bokowski
Paul Bokowski: Feine Auslese. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserOb das mit seiner Lesetour ab dem 22. April klappt, ist völlig offen. Die meisten Lesetermine zu seiner frisch zur Buchmesse erschienenen Hör-CD musste Paul Bokowski absagen. Der Bursche ist neu im Programm von Voland & Quist. Seine Bücher erschienen bislang bei Goldmann. Aber Lesebühnen leben ja auch davon, dass die Vortragenden ihren unverwechselbaren Vortragsstil entwickeln. Der zuweilen sehr schwarze Humor muss auch zu hören sein.
Montag, der 30. März 2020: Ausgangsbeschränkungen sollen noch Wochen andauern
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDie Ausgangsbeschränkungen in Sachsen werden wohl noch mindestens drei Wochen andauern, kündigte Ministerpräsident Kretschmer heute auf einer Pressekonferenz an. Es gibt aber auch gute Nachrichten: Das Hilfsprogramm für kleine Unternehmen und Selbstständige ist heute gestartet und ab Mittwoch dürfen die Wochenmärkte wieder öffnen. Die L-IZ fasst zusammen, was am Montag, den 30. März 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
teilAuto: „Wirtschaftshilfen werden für uns unverzichtbar sein“
Foto: teilAuto.net

Foto: teilAuto.net

Für alle LeserMit der eingeschränkten Mobilität greift die Corona-Krise auch die Geschäftsgrundlage von teilAuto an. Das Carsharing-Unternehmen verzeichnet deutlich weniger Nachfragen und reduziert vorerst seinen Fuhrpark. Die Mitarbeiter gehen in Kurzarbeit. Die Firma hofft, dass die Krise „absehbar überwunden wird.“ Pressesprecherin Franzisika Wilhelm zur aktuellen Lage.
Initiative „Teamsport Sachsen“: Wie SC DHfK, Icefighters, HCL, RB, Lok und die BSG in ein Boot kamen
So wie hier der Alfred-Kunze-Sportpark sind die Leipziger Sportstätten dicht. Gemeinsam kämpfen die Vereine nun um ihr wirtschaftliches Überleben. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 77, seit 27. März im HandelVor drei Wochen flogen und rollten die Bälle noch durch Leipzig, freuten sich die Icefighters auf ihr erstes Playoff-Abenteuer, kämpfte die BSG Chemie gegen den Abstieg, der 1. FC Lok um den Aufstieg, RB Leipzig um die Deutsche Fußball-Meisterschaft und der SC DHfK um einen komfortablen Platz in der Handball-Bundesliga der Männer. Nichts von alledem wird so schnell eintreten. Corona bremst den Sport aus.
Redet mit uns! Redet miteinander! Und lernt was aus der Situation!
Klassenraum - mal ohne Lehrer. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserSeit zwei Wochen sind auch die Schulen in Sachsen dicht. Die Schüler/-innen und Lehrer/-innen sitzen zu Hause und versuchen irgendwie mit den technischem Möglichkeiten, die sie haben, für die Kinder und Jugendlichen einen einigermaßen funktionierenden Unterricht aufrechtzuerhalten. Aber diese schnelle Umstellung auf „home schooling“ aufgrund der Corona-Pandemie legt auch unbarmherzig offen, wie wenig die Schulen auf so eine Ausnahmesituation vorbereitet sind. Der Landeselternrat schreibt deshalb einen mahnenden Brief an die Verantwortlichen.
JVA Leipzig: Situation momentan „insgesamt entspannt“ – bisher kein Corona-Fall
Blick aus einer Zelle der JVA Leipzig. Foto: Andreas Herrmann

Foto: Andreas Herrmann

Für alle LeserDie momentane Situation rund um die weltweite Ausbreitung des neuartigen Virus' Covid-19 fordert auch Bereiche heraus, die von vielen Menschen gern aus der Wahrnehmung verbannt werden – so etwa das Gefängnis und der Strafvollzug. Die Justizvollzugsanstalten (JVA) Leipzig und Dresden sehen sich den Problemen derzeit gewachsen.