Statistischer Quartalsbericht Nr. 3/2018

Warum auch Leipzigs Lebensstiltypen vor allem eine Frage des Geldbeutels sind

Für alle LeserKann man Lebensstile eigentlich nach dem Einkommen und der Haushaltsaustattung einteilen? Manchen unserer Leserinnen und Leser war ja das zutiefst suspekt. Denn wenn man nach Gunnar Otte nicht reich genug ist für eine gehobene Ausstattung im Haushalt, wird man kein liberaler Bürger und kein reflexiver Mensch. In Leipzig ist ja manches anders als anderswo. Etwa in Augsburg.

Aber Sozialpsychologen wie Gunnar Otte sind ja nicht ganz allein mit ihrer Einschätzung, dass Lebensstile aufs Engste mit dem Lebensstandard und der sozialen Einordnung der Betroffenen verbunden sind. Bildung, Kultur, Reflexion und Beteiligung muss man sich eigentlich erst einmal leisten können. Weshalb man liberale Haltung, Selbstverwirklichung und kulturelle Reflexivität eher in den (gehobenen) Mittelschichten der westlichen Staaten findet.

Wenn es in Leipzig und Erfurt also so deutlich andere Schichtungen als eben in Augsburg gibt, ist das natürlich auch ein Ergebnis der Umbrüche nach 1990, in denen auch die ostdeutsche Intelligenz nicht nur massive Brüche in ihrem Berufsleben erlebte, sondern ebenso wie viele Arbeiter regelrecht pauperisiert wurde.

Deswegen findet man in Leipzig garantiert jede Menge „Reflexive“ und auch moderne Menschen ganz unten, in einer Lebenswelt mit „niedrigem Ausstattungsgrad“. Was wohl auch auf jüngere Akademiker zutrifft, wenn man nur an die miserablen Beschäftigungsverhältnisse im Hochschulbereich denkt.

Was ja bedeutet: Eigentlich braucht man ein gutes Einkommen, um sich ein reflexives und kulturvolles Leben leisten zu können. Nur steht in Leipzig halt die „akademische Avantgarde“ zusammen mit den Niedriglöhnern, Malochern und „Heimzentrierten“ bei Aldi an der Kasse und eher nicht mit Henkelkorb auf dem Frischemarkt.

Ich spitze das mal zu. Aber das gehört nun einmal zu den Verwerfungen im Osten, die selten bis nie thematisiert werden. Und die – gerade bei den jungen Akademikern – dazu führen wird, dass auch sie wieder abwandern, auch und gerade die Frauen. Was ja auch in dem von Kerstin Lehmann gezeichneten Lebensbaum zu den Lebenseinstellungen der Leipziger steckt.

Leipziger Lebensbaum 2017. Grafik: Stadt Leipzig, Quartalsbericht 3 / 2018

Leipziger Lebensbaum 2017. Grafik: Stadt Leipzig, Quartalsbericht 3 / 2018

Denn dass Leipzig so ab dem 28. Lebensjahr einen deutlichen Männerüberschuss hat, darf schon verwundern, wenn doch Leipzigs Hochschulen besonders viele Frauen anziehen. Vom 19. bis 24. Lebensjahr hat Leipzig einen Frauenüberschuss. Und dann? Die Antwort kann nur lauten: Dann verliert Leipzig die jungen Frauen wieder, weil die Stadt diesen gut ausgebildeten Frauen keine ordentlichen Jobs anbieten kann.

Nicht in der Forschung (befristete Projekte), nicht im akademischen Lehrbetrieb (befristete Stellen), augenscheinlich auch nicht in der Wirtschaft oder in der Verwaltung. Familienfreundlichkeit? Pustekuchen.

Über die Verwaltung und die miesen taktischen Spielchen bei der Besetzung von Leitungsfunktionen, wenn es um Frauen geht, schreibe ich hier jetzt lieber nichts. Wir haben mindestens eine Fraktion im Stadtrat, die kluge Frauen in Leitungspositionen nicht sehen will. Und das hat fatale Folgen in einer eh schon auf den OBM zugeschnittenen Verwaltung.

Falk Abel macht im neuen Quartalsbericht etwas sehr Einfaches: Er bereitet die Verteilung der nach Otte abgefragten Lebensstiltypen nach Ortsteilen auf und malt entsprechende Karten, die freilich auf den ersten Blick bestätigen, dass die in der Gesamtstatistik dominierenden Lebensstiltypen der „Aufstiegsorientierten“ und der „Heimzentrierten“ auch auf den Stadtkarten dominieren.

Wenn das beides Parteien wären, würden die „Aufstiegsorientierten“ die meisten Direktmandate holen und die „Heimzentrierten“ die zweitstärkste Kraft und der „natürliche Koalitionspartner“ sein.

Auffällig sind die Lebensgenießer, die „Hedonisten“, die ausgerechnet dort dominieren, wo Linke und Grüne ihre höchsten Wahlergebnisse in Leipzig einfahren: in Südvorstadt, Connewitz, Waldstraßenviertel. Was sich möglicherweise deckt mit „Stilprotest“ und „gegenwartsbezogener Genuss- und Konsumorientierung“. Aber wo bleiben da die Nachdenklichen, die Reflexiven, die in keinem einzigen Ortsteil wirklich die dominierende Gruppe sind?

Auch an zweiter Stelle taucht das „Reflexive“ im Stadtbild nicht auf, erst an dritter Stelle, und da wird es in gewisser Weise spannend, denn da sticht Zentrum-Südost (mit den großen Studentenwohnheimen und einigen Universitätsquartieren) genauso heraus wie das Zentrum-Süd mit seinen vielen Ärzten und Rechtsanwälten und das Grafische Viertel.

Augenscheinlich gehört wirklich ein gutes Einkommen dazu, wenn man in der Gruppe der Reflexiven landen möchte. Oder was eben nach Otte als reflexiv gilt. Was dann auch zum Ergebnis hat, dass man sich in diesem gehobenen Mittelstand auch Wohnungen leisten kann, die in diesen gehobenen Lagen liegen.

Die „Reflexiven“ sind mit 84 Prozent die Gruppe mit der höchsten Zufriedenheit gegenüber dem eigenen Wohnviertel. Am unzufriedensten sind die „traditionellen Arbeiter“, die sich – ähnlich wie die „Heimzentrierten“ – oft nicht wirklich aussuchen können, in welcher Ecke sie wohnen möchten.

Was wir ja auch schon mehrfach thematisiert haben: Die Gentrifizierung ist in Leipzig schon längst im Gang.

Und gerade die hier als Wohnorte der „Reflexiven“ ausgezeichneten Innenstadtquartiere zeichnen sich nun einmal durch eine zunehmende Homogenisierung der Bewohner aus, die es sich leisten können müssen, hier zu wohnen. Und da sie es sich leisten können, nehmen kulturelle Einrichtungen mit 84 Prozent in ihrem Leben auch einen großen Raum ein. Man kann sich Kultur nicht nur leisten – man kann sich auch kurze Fußwege direkt in Oper und Gewandhaus leisen.

Kleinräumige Verteilung der Lebensstiltypen in Leipzig. Grafik: Stadt Leipzig, Quartalsbericht 3 / 2018

Kleinräumige Verteilung der Lebensstiltypen in Leipzig. Grafik: Stadt Leipzig, Quartalsbericht 3 / 2018

Oder mal so gesagt: Leipzig ist längst eine Stadt, die über die Einkommen kräftig auseinanderdriftet.

Aber die Otte-Kriterien zeigen eben auch, dass gesellschaftliche Teilhabe (zu der eben das Wohnen genauso gehört wie die Kultur) in Deutschland direkt vom Einkommen abhängt. Dass viele gut gebildete und nachdenkliche Leipziger eben nicht im „gehobenen Ausstattungsgrad“ landen, hat genau damit zu tun.

Was spätestens bei der Frage danach sichtbar wird, ob die Befragten sich eine Mieterhöhung leisten können: Die Gruppen mit gehobenem Ausstattungsgrad (zu denen auch die Reflexiven gehören) zeigen mit 55 bis 58 Prozent die geringsten Sorgen um eine Mieterhöhung. Bei den anderen Gruppen fällt die Unbesorgtheit auf 27 bis 39 Prozent.

Und die „Gehobenen“ können sich in der Regel auch größere Wohnungen mit mehr Platz für Bibliothek und Fitnessraum leisten, während „Unterhaltungssuchende“, Hedonisten und Heimzentrierte sichtlich Probleme bei Miet- und Energiekostenzahlung haben.

Die niedrigeren Einkommen gehen also auch sofort damit einher, dass selbst die normalen Wohnkosten oft zum Problem werden. Logisch, dass dann auch sofort das reale Interesse an Kultur und die Möglichkeit, Kultur auch wahrzunehmen, deutlich auseinanderklaffen. Bei Heimzentrierten finden z. B. 53 Prozent Kultur wichtig – aber nur 30 Prozent nehmen sie auch war. Bei Konventionalisten liegt das Verhältnis bei 77 zu 50.

Und bei den (gut verdienenden) Reflexiven bei 84 zu 74. Wer sich also Kultur leisten kann, schätzt nicht nur ihre Bedeutung höher ein, sondern nutzt sie auch öfter. Was im Gegenzug eben auch bedeutet: Die Leipziger Subventionen für Hochkultur kommen eigentlich wieder vor allem den Besserverdienenden zugute.

Die Leipziger Lebensstiltypen. Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2017

Die Leipziger Lebensstiltypen. Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2017

Vielleicht erklärt das einige Schieflagen in der Leipziger Stadtpolitik: Die politischen „Macher“ entstammen ja ebenfalls vor allem dem gehobenen Mittelstand und machen eben vor allem Politik für den gehobenen Mittelstand, bei den ÖPNV-Fahrpreisen genauso wie bei der Kultur oder in der Wohnungspolitik.

Man steckt eben in seiner Haut und sieht – frei nach Marx – die Welt mit den Augen seiner Klasse, seiner Nachbarn und der Leute, die man auf Festen und Preisverleihungen immer wieder trifft. Man bedient also freudig stets die Interessen der Leute, mit denen man sich auch auf Stehempfängen und Jubiläumsfeiern regelmäßig trifft und für die Zeitung freudestrahlend ablichten lässt.

Und ein paar von den armen Socken, die mal Stadtrat spielen dürfen, freuen sich bärisch darüber, hier auch mal mit den Wohlduftenden beisammenstehen zu dürfen. Im Grunde macht diese seltsame Aufblätterung der Lebensstiltypen erst richtig sichtbar, dass Leipzig längst eine gespaltene Stadt ist mit einem selbstgerechten Grüppchen der Arrivierten, einer dicken Gruppe der Leute, die für den Aufstieg alles tun, und einer ziemlich großen Gruppe von Einsichtigen, die auf Teilhabe schon des Geldes wegen sichtlich verzichten.

Ob freiwillig, ist eine völlig andere Frage.

Die entscheidet sich schon, wenn man an einem Hochzeitstag das Ersparte zusammenwürfelt und sich überlegt, ob es für ein Gewandhauskonzert reicht oder doch nur für ein Festtagsbierchen aus dem Supermarkt.

Warum Leipzig so viele Heimzentrierte hat und eindeutig zu wenig liberales Bürgertum

 

Quartalsbericht
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 
4 Kommentare


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Geändertes Umweltinformationsgesetz in Sachsen: Ein Ups von der SPD-Fraktion
Der Lausitzer Energiekonzern LEAG will den Tagebau Nochten im Örtchen Mühlrose weiterführen – wofür 200 Menschen umgesiedelt werden sollen. Foto: Fritz Brozio

Foto: Fritz Brozio

Für alle LeserIm Laufe des 20. Februar 2019 nahm die SPD-Fraktion im sächsischen Landtag zum überraschend geänderten Umweltinformationsgesetz (UIG) Stellung. Und man räumt ein, dass die nun weiter verstärkte Intransparenz in der Kohlebranche Sachsens eine Art Kollateralschaden darstellt. Was man sehr bedauere. Um genau diese Erklärung im letzten Satz der Wortmeldung eigenhändig wieder abzuräumen. Und irgendwie doch mitzuteilen: tja, Pech gehabt, Greenpeace. Der Sächsische Rechnungshof soll doch lieber keine Auskunft über Umweltinformationen und Finanzen der Kohlekonzerne erteilen.
„Lieber Haft als Kohlekraft“: Klimaaktivisten besetzen erneut Bagger im Tagebau Schleenhain
Protest gegen den Kohleabbau. Foto: Reisegruppe Digger

Foto: Reisegruppe Digger

Für alle LeserZum zweiten Mal in diesem Monat haben Klimaaktivisten einen Kohlebagger im Tagebau Vereinigtes Schleenhain besetzt. Sie protestierten damit gegen den Kohleabbau, aber auch gegen die Inhaftierung anderer Aktivisten. So befinden sich nach mehr als zwei Wochen immer noch drei Personen, die einen Bagger in der Lausitz besetzt hatten, im Gefängnis. Ein Amtsgericht verurteilte zudem eine ehemalige Bewohnerin des Hambacher Forstes in erster Instanz zu einer Freiheitsstrafe.
Am 3. April im Haus Auensee: The KOOKS – Tour 2019 mit Special Guests Blossoms
The Kooks. Lets go sunshine PR

The Kooks. Lets go sunshine PR

The Kooks melden sich mit ihrem lang ersehnten, fünften Studioalbum „Let’s Go Sunshine“ mit einer ungestümen, mutigen Mischung aus Melancholie und Euphorie zurück. Seit 2015 arbeitete die Band an dem Album, und bereits während ihrer grandiosen, bei uns komplett ausverkauften Best-of-Tour, die sie rund um die Welt führte, haben die Briten immer wieder an den neuen Songs gefeilt und sie ansatzweise schon live vorgestellt.
Das Sächsische Umweltinformationsgesetz wurde Ende 2018 geändert, um Greenpeace von Kohleinformationen abzuschneiden
Der Tagebau in Deutzen. Foto: Matthias Weidemann

Foto: Matthias Weidemann

Für alle LeserEinen ziemlich dicken Hund hat jetzt netzpolitik.org aufgedeckt. Denn bislang gab es in Sachsen noch eine winzige Möglichkeit, Zahlen zu den Sicherungsleistungen für die Braunkohletagebaue zu bekommen – über den Landesrechnungshof. Ein Weg, den Greenpeace nutzen wollte und den jetzt die sächsische Regierungskoalition durch eine flotte Änderung im Umweltinformationsgesetz (UIG) verbaut hat.
Nur 5 Prozent der geförderten Ladeinfrastruktur für E-Autos wurden in Sachsen bislang auch gebaut
Elektroauto vorm Alten Rathaus. Archifoto: Ralf Julke

Archivoto: Ralf Julke

Für alle LeserIrgendetwas macht der Bundesverkehrsminister falsch. Vielleicht, weil er keine Vorstellung davon hat, wie man eine neue Technologie im Verkehrsnetz voranbringt. Andere Länder wie Norwegen und Schweden haben längst beschlossen, wann bei ihnen das Benzin-Zeitalter zu Ende geht, und bauen die Infrastruktur für Elektrofahrzeuge massiv aus. Nur in Deutschland funktioniert nicht einmal die hochbürokratische Förderung. Der Ausbau der Ladestruktur kleckert vor sich hin.
Grüne und Ökolöwe bangen um die restliche Artenvielfalt am Wilhem-Leuschner-Platz
Das künftige Baugrundstück an der Windmühlenstraße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWas ist eigentlich auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz los? Am Dienstag, 19. Februar, um 9:15 Uhr gab es eine kleine Protestdemo zu einer Ausstellung im Neuen Rathaus. Dort werden aktuell in der Unteren Wandelhalle die Preisträgerentwürfe für den Neubau des Instituts für Länderkunde zwischen Windmühlenstraße und Brüderstraße gezeigt, einem kleinen parkähnlichen Stück Grün am Wilhelm-Leuschner-Platz. Aber das scheint nun wichtige Vogelreviere zu verdrängen.
Neue Herbsttermine in Dresden & Leipzig: Alexa Feser auf A! Tour
Alexa Feser © Rian Heller

© Rian Heller

Am 10. Mai erscheint „A!“, ALEXA FESERs neues Album. Darauf lässt die Sängerin tief blicken, so tief, wie man es in der deutschen Pop-Landschaft selten erlebt und erst recht nicht von einer Künstlerin, die man als starke, erfolgreiche Frau kennt. Mit „Zwischen den Sekunden“ (2017) erreichte sie Platz 3 der deutschen Album-Charts, ihre Songs wie „Wunderfinder (feat. Curse)“, „Medizin“ und „Wir sind hier“ wurden millionenfach gestreamt, ihre Konzerte sind ausverkauft.
Bekommen die Leipziger jetzt doch noch das „Pathos-Denkmal“ aus den USA vor die Nase gesetzt?
Die „Runde Ecke“. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWas gestern beschlossen wurde, muss heute nicht mehr gelten. Augenscheinlich brauchen Leute mit wilden Ideen nur ein bisschen Geduld, um dann bei der Stadt Leipzig doch zu erreichen, was sie sich wünschen. Zum Beispiel die Aufstellung eines Pathos-Denkmals in Bronze (wie es die LVZ 2008 nannte) von zwei mal acht Meter Ausmaß irgendwo im Leipziger Stadtraum. Am liebsten direkt vor der Runden Ecke. Eigentlich ein Knockout fürs Leipziger Freiheitsdenkmal.
Wie sieben Köche die Herstellung der Leipziger Flussaue verhindern
Der Burgauenbach. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Diskussion über die Baumfällungen im Leipziger Auenwald sind nicht nur hitziger und heftiger geworden in den letzten Wochen. Die Vorstöße des NuKLA, dessen Mitstreiter regelrecht entsetzt sind über das Fällen wichtiger starker Biotop-Bäume, zeigen Wirkung. Denn postwendend erscheinen jedes Mal, wenn die Kritik formuliert wird, alarmistische Beiträge in der LVZ. So wie wieder am 18. Februar: „Leipziger Auwald ohne Eichen: Forscher warnen vor Artensterben“.
Polizei durchsucht Wohnungen der „Thügida“-Anführer – auch Alexander Kurth betroffen
Alexander Kurth (Die Rechte) bei LEGIDA. Foto: Alexander Böhm

Foto: Alexander Böhm

Für alle LeserUnter den zahlreichen rechtsradikalen „Bürgerbewegungen“, die sich in den vergangenen Jahren im Osten Deutschlands gegründet haben, gehört „Thügida“ zu den bekanntesten und aktivsten. Doch die mittlerweile als „Volksbewegung“ auftretende Organisation könnte weiter an Bedeutung verlieren. David Köckert, eine der Führungsfiguren, sitzt seit Monaten in Untersuchungshaft. Am Dienstag, den 19. Februar, durchsuchte die Polizei im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen Köckert mehrere Wohnungen – auch die des Leipziger Neonazis Alexander Kurth.
365 Euro im Jahr: Ökolöwe sammelt Unterschriften für Wiener Modell im Leipziger ÖPNV
Moderne XL-Straßenbahn am Augustusplatz. Foto:Ökolöwe

Foto: Ökolöwe

Für alle LeserDie jüngste Vorlage zum Luftreinhalteplan hat es wieder vor aller Augen geführt: Mit kosmetischen Maßnahmen löst Leipzig weder seine Luftschadstoffprobleme noch die im Verkehr. Und im ÖPNV ist seit dem letzten Luftreinhalteplan 2009 viel zu wenig passiert. Jetzt hängt auch der neue Nahverkehrsplan wieder nach. Und der Ökolöwe Leipzig appelliert dafür, in Leipzig das attraktive Wiener Modell einzuführen.
Ulf Schirmer macht 2022 Schluss: Oper Leipzig sucht neuen Intendanten
Intendant und Generalmusikdirektor Ulf Schirmer. Foto: Alexander Böhm

Foto: Alexander Böhm

Für alle LeserDie Oper Leipzig sucht einen neuen Intendanten. Wie die Stadt am Montag mitteilte, wird Ulf Schirmer seinen Vertrag über Juli 2022 hinaus nicht verlängern. Die Trennung sei im Einvernehmen erfolgt und trage der weiteren privaten Lebensplanung des Opernchefs Rechnung.
Fluglärmaktivisten stellen ihre Minimalforderungen für die Leipziger Stadtratswahl vor
Flugzeug beim Flug übers Leipziger Stadtgebiet. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNicht nur Landtagswahlen sind in diesem Jahr in Sachsen. Leipzig wählt in diesem Jahr am 29. Mai auch einen neuen Stadtrat. Und es gibt gefühlt noch viel mehr große und schwierige Themen, die den Leipzigern auf den Nägeln brennen, als zur letzten Stadtratswahl. Einfach auch deshalb, weil in den vier Jahren nichts wirklich Helfendes passiert ist. So geht es auch beim Fluglärm zu. Und augenscheinlich haben das mittlerweile mehrere Parteien auf der Liste und fragen bei den Fluglärminitiativen an, was denn nun eigentlich gemacht werden soll.
Grüne schnüren ein richtiges Bio-Landwirtschafts-Paket für Leipzig
Im Projektgebiet von „stadt PARTHE land“. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSeit Jahren laufen die Diskussionen um die Umweltschäden in der und durch die intensive Landwirtschaft, zuckt der Landwirtschaftsminister die Schultern, wenn es um Nitrat im Grundwasser, belastete Flüsse, schwindende Artenvielfalt und Bodenverluste geht. Und tut nichts. Leipzig als Besitzer von immerhin noch 1.800 Hektar landwirtschaftlicher Fläche könnte etwas tun. Mit acht Stadtratsanträgen wollen die Grünen die Leipziger Verwaltung dazu bewegen, es auch wirklich zu tun.
Chance auf renommierte Literaturpreise für zwei sehr aufmerksame Autorinnen
Luise Boege. Foto: Tobias Neumann

Foto: Tobias Neumann

Für alle LeserManchmal klappt es, da erreichen auch Bücher, die in der L-IZ besprochen wurden, die Aufmerksamkeit der großen Buchpreis-Jurys. Das ist gerade in zwei sehr eindrucksvollen Fällen der Fall: Anke Stelling wurde mit ihrem Roman „Schäfchen im Trockenen“ für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Am 22. Februar kann man die Autorin auch im Schauspiel Leipzig erleben. Und der kleine Leipziger Verlag Reinecke & Voss freut sich über die Nominierung seiner Autorin Luise Boege für den BDI-Literaturpreis „Text und Sprache“.