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Mittwoch, 20. Januar 2021

44 Prozent der Neurentner in Mitteldeutschland gingen 2018 mit „Rente mit 63“ in den Ruhestand

Von Ralf Julke

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    Es gibt sie tatsächlich, auch in Mitteldeutschland: die Menschen, die sich einen vorgezogenen Ruhestand leisten können. Sie nutzen die Chance, mit 63 Jahren abschlagsfrei in Rente zu gehen. Die Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland hat Zahlen dafür vorgelegt und ist über den hohen Anteil durchaus etwas verblüfft.

    2018 haben in Mitteldeutschland rund 95.000 Versicherte erstmals eine Altersrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten. Das waren rund 2.000 Ruheständler mehr als noch 2017. In Sachsen erhielten im vergangenen Jahr insgesamt 43.648 Menschen erstmals eine Altersrente, in Sachsen-Anhalt 26.140 und in Thüringen 24.649.

    Und dann die kleine Überraschung: Die meisten Neurentner – rund 44 Prozent – bezogen die sogenannte „Rente mit 63“. Diese abschlagsfreie Altersrente nach 45 Versicherungsjahren erhielten im vergangenen Jahr in Mitteldeutschland mehr als 41.000 Versicherte, davon 19.170 in Sachsen, 10.999 in Sachsen-Anhalt und 10.955 in Thüringen.

    Die Regelaltersrente dagegen nahmen 2018 in diesen Bundesländern nur rund 22.000 Versicherte (ca. 23 Prozent) erstmals in Anspruch (10.149 in Sachsen, 6.164 in Sachsen-Anhalt und 5.757 in Thüringen). Im bundesdeutschen Vergleich ist das eine Besonderheit. Den gesamtdeutschen Zahlen zufolge ging bundesweit fast jeder zweite Versicherte (340.000 von 784.000) in die Regelaltersrente. Das Rentenalter für diese Rentenart liegt zurzeit für den Geburtsjahrgang 1954 bei 65 Jahren und acht Monaten. Bis 2031 steigt die Regelaltersgrenze auf 67 Jahre.

    Und für viele Beschäftigte steht eben doch die Frage: Schaffen sie es überhaupt bis zum Renteneintrittsalter oder müssen sie früher aufhören – aus gesundheitlichen Gründen zum Beispiel? Oder weil es partout keine altersgerechten Arbeitsplätze gibt.

    Das steckt nämlich im nächsten Posten, der zeigt, dass viele Ostdeutsche auch dann früher in Rente gehen (müssen), wenn das für sie den Verlust bei der Rentenhöhe bedeutet.

    Eine solche Altersrente für langjährig Versicherte haben im letzten Jahr in Sachsen 11.639, in Sachsen-Anhalt 7.850 und in Thüringen 5.969 Ruheständler neu in Anspruch genommen (in Mitteldeutschland insgesamt waren es 25.458). Diese Rente wird frühestens ab Erreichen des 63. Lebensjahres gezahlt. Erforderlich ist dafür eine Versicherungszeit von 35 Jahren. Doch sie hat einen Haken: Pro Monat des vorzeitigen Rentenbezugs gibt es dann freilich einen Abschlag von 0,3 Prozent.

    Diese drei Arten von Rentenzugang machen zusammen rund 93 Prozent aller Rentenzugänge aus.

    Die restlichen Rentenzugänge entfielen auf die Altersrente für schwerbehinderte Menschen, die Altersrente für langjährig unter Tage Beschäftigte und die auslaufende Altersrente für Frauen und Altersrente wegen Arbeitslosigkeit/Altersteilzeitarbeit.

    Insgesamt wurden am Ende des vergangenen Jahres bundesweit rund 18,2 Millionen Altersrenten gezahlt – in Mitteldeutschland waren es mehr als 2,3 Millionen (1.112.629 in Sachsen, 613.615 in Sachsen-Anhalt, 576.921 in Thüringen). Die gesetzliche Rentenversicherung hat für die Zahlung der Altersrenten 2018 rund 215 Milliarden Euro ausgegeben.

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