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Gerade in systemrelevanten Berufen sind die Monatseinkommen deutlich unterm Durchschnitt

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    Vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Freistaat Sachsen verdienten im Jahr 2019 im Produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich einschließlich aller Sonderzahlungen im Durchschnitt 42.183 Euro brutto, meldete das Statistische Landesamt am 29. April. Das sind rund 2,4 Prozent mehr als 2018. Vollzeitbeschäftigte Frauen verdienten 2019 durchschnittlich 40.058 Euro und erzielten somit 92,8 Prozent des Verdienstes ihrer männlichen Kollegen, der bei 43.178 Euro lag.

    Die bezahlte Wochenarbeitszeit betrug durchschnittlich 39,5 Stunden. Wie das Statistische Landesamt weiter mitteilt, erhöhten sich die Bruttomonatsverdienste ohne Sonderzahlungen 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 2,3 Prozent auf durchschnittlich 3.268 Euro (Deutschland: 3. 994 Euro; +2,9 Prozent).

    In den aufgrund der Corona-Pandemie im Fokus stehenden systemrelevanten Wirtschaftsbereichen erzielten vollzeitbeschäftigte Fachkräfte 2019 im Durchschnitt folgende Bruttomonatsverdienste:

    – in Krankenhäusern (zum Beispiel in der Gesundheits- und Krankenpflege) 3.281 Euro,
    – in Altenheimen 2.702 Euro und
    – im Lebensmitteleinzelhandel 1.840 Euro.

    Der Durchschnittsverdienst aller Fachkräfte im Produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich betrug zum Vergleich 2.785 Euro brutto pro Monat. Der Anteil an Teilzeitarbeit war im Gesundheits- und Sozialwesen mit 57,9 Prozent sowie im Einzelhandel mit 53,6 Prozent am höchsten. Der Durchschnitt im Produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich lag dagegen bei 27,4 Prozent.

    Die erwähnten systemrelevanten Fachkräfte identifizieren die Statistiker mit der „Leistungsgruppe 3“: Arbeitnehmer/-innen mit schwierigen Fachtätigkeiten, für deren Ausübung in der Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung, zum Teil verbunden mit Berufserfahrung, erforderlich ist.

    Und der Blick auf deren Einkommen zeigt: Egal, wo sie tätig sind – sie verdienen im Schnitt deutlich weniger als die sonstigen Beschäftigten im selben Wirtschaftsbereich. Besonders deutlich wird das in Krankenhäusern, wo Pflegekräfte deutlich weniger verdienen als das ärztliche Personal. Andererseits sind hier die Einkommen wieder deutlich höher als im Bereich „Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln“ oder im Lebensmitteleinzelhandel.

    Und gerade die beiden letzten Wirtschaftsbereiche zeigen ja, dass sie auch in Epidemien weiterhin systemrelevant sind. Es fließt in Deutschland also viel zu wenig Geld in die wirklich wichtige Nahrungsmittelversorgung. Hier zeigt die Billigpreispolitik der großen Einzelhandelskonzerne fatale Folgen, die sich in ihrer Schärfe auch nach Corona zeigen werden, denn gerade die Bauern haben bei diesem Preisdruck längst massive Existenzprobleme.

    Und der Blick auf die Krankenhäuser zeigt nur die halbe Wahrheit, denn dort sind eher nicht die Einkommen das Problem, sondern die auf Kante gesparten Arbeitsbedingungen mit überlangen Schichten, viel zu geringem Personaleinsatz und entsprechender Überlastung für Ärzt/-innen und Pflegekräfte. Mit Lohnerhöhungen kann man sich hier nicht freikaufen. Die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten müssen sich deutlich verbessern.

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