Das ganze Land wirkt wie erstarrt. Zwar tut sich auch in anderen Jahren im Februar recht wenig auf dem Arbeitsmarkt. Aber seit einem Jahr gibt es im Bund eigentlich eine Regierung, die mit einem „richtig fetten“ Sondervermögen jede Menge Anreize geben könnte, die Konjunktur in Deutschland zu beleben.

Doch das Geld verpufft. Verleppert sich letztlich im Löcherstopfen, während die Schulden auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene weiter wachsen. Und das merkt man eben auch an der Leipziger Arbeitsmarktstatistik.

Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Leipzig im Februar 2026 gleich geblieben, meldet die Arbeitsagentur Leipzig. 31.428 Menschen waren arbeitslos gemeldet, genauso viele Personen wie im Januar, aber 2.666 Personen bzw. 9,3 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Die Arbeitslosenquote betrug 9,0 Prozent und war identisch zum Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 8,4 Prozent.

„Erfahrungsgemäß beobachten wir in den ersten beiden Monaten des Jahres eine Querbewegung, bei der sich Arbeitslosenbestand und -quote auf einem ähnlichen Niveau bewegen, ohne größere Ausschläge nach oben oder unten. Das darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Arbeitsmarkt weiterhin unter Druck steht.

Unternehmen und Beschäftigte stehen gleichzeitig vor anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen. Entscheidend ist deshalb, jetzt vorausschauend zu handeln: Wir empfehlen Unternehmen, frühzeitig mit uns über Qualifizierungsbedarfe ihrer Beschäftigten ins Gespräch zu kommen.

Und gerade für junge Menschen ist jetzt ein guter Zeitpunkt, sich aktiv mit ihrer Zukunftsplanung über eine passende Ausbildung oder Studium auseinanderzusetzen. Hierbei unterstützt unsere Berufsberatung tatkräftig“, erklärt Steffen Leonhardi, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Leipzig.

Miese Karten für Berufsanfänger

Nur was machen die Unternehmen? Wie die regelmäßigen Konjunkturumfragen der IHK zeigen, halten sie sich bei Investitionen und Neueinstellungen seit Monaten deutlich zurück, sparen lieber beim Personal. Und schauen immer unruhiger nach Berlin, ob es diese Koalition überhaupt noch fertigbringt, Impulse für die Wirtschaft zu setzen.

Bringt sie natürlich nicht fertig. Dazu bräuchte man Ideen, wie man Konjunkturimpulse setzt. Und gleichzeitig dafür sorgt, dass die Menschen Geld in der Börse haben und Bock auf Zukunft. Auf eine Zukunft, die nicht so aussieht wie in den Echokammern der im Gestern Hängengebliebenen.

Aber wen interessiert die Jugend? Derzeit augenscheinlich niemanden. Allein die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahre stieg im Jahresverlauf um 295 auf 3.062. Und das einfach deshalb, weil die Arbeitgeber nicht einstellen. Und das trifft immer häufiger Berufsanfänger mit Hochschulabschluss. „Vom Hörsaal ins Jobcenter“ titelte im Dezember der MDR.

Da bildet ein Land jede Menge kluger Köpfe aus – und verbaut dann die Chancen, dass dieses Wissen genutzt wird, um auch die Wirtschaft wieder wettbewerbsfähig zu machen. Denn das wird oft vergessen, dass es auch „die Wirtschaft“ selber ist, die an ihrer Wettbewerbsfähigkeit arbeiten muss.

Wenn aber die satten Konzerne der Deutschland AG bei den Ministern in Berlin antichambrieren, damit alles beim Alten bleibt (bei dem Spritschluckern genauso wie im Heizungskeller), verbaut das die überfälligen Innovationen, ohne die eine Wirtschaft nun einmal nicht wettbewerbsfähig wird. Oder bleibt.

Das Ergebnis: Lähmender Stillstand auf allen Ebenen.

Sieht es wenigstens in Sachsen besser aus?

Nein. Auch die Arbeitslosigkeit in Sachsen blieb im Februar konstant auf hohem Niveau. Insgesamt sind im Februar rund 157.500 Männer und Frauen im Freistaat ohne Arbeit. Das sind 51 Personen mehr als im Januar und rund 7.300 mehr als im Februar 2025. Damit liegt die Arbeitslosenquote weiterhin bei 7,3 Prozent.

„Die Arbeitslosigkeit steigt nicht weiter, wenngleich die Beschäftigung abnimmt und die Nachfrage nach Arbeitskräften auf geringem Niveau verharrt. Damit ist die Lage am Arbeitsmarkt unverändert schwierig und vor allem geprägt von wirtschaftlichen Unsicherheiten. Eine Trendwende ist im Moment nicht abzusehen. Umso wichtiger ist es, dass die Menschen und Arbeitgeber weiter auf unsere Arbeit und Unterstützung bauen. Allein in den vergangenen vier Wochen konnten über 13.000 Menschen mit unserer Unterstützung eine Arbeit oder Qualifizierung aufnehmen“, sagte Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Lauter schöne Worte, die im Grunde ausblenden, dass es auf allen Ebenen an wirklich ernsthaften Konjunkturimpulsen fehlt.

Zahlen zum Leipziger Arbeitsmarkt im Februar 2026

Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 7.056 Personen arbeitslos. Davon kamen 3.397 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 5.103 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 1.914 eine Erwerbstätigkeit auf.

Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 12.971 Personen (60 Personen mehr als im Vormonat und 2.411 Personen mehr als vor einem Jahr).

Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 18.457 Arbeitslose registriert (60 Personen weniger als im Vormonat, aber 255 Personen mehr als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden 59 Prozent aller Arbeitslosen betreut.

In der Grundsicherung (Jobcenter) sank die Zahl der Bedarfsgemeinschaften im Vorjahresvergleich um 953 (entspricht -3 Prozent) auf insgesamt 30.447.

Hierbei wurden im Berichtsmonat insgesamt 38.303 erwerbsfähige Bürgergeldberechtigte betreut, das waren 1.309 Personen weniger (-3 Prozent) als vor einem Jahr.

Die Unternehmen suchen weiterhin Mitarbeitende: 1.125 Stellen wurden im Februar neu gemeldet (+152 mehr als im Vormonat und 15 mehr als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, Baugewerbe, Gesundheits- und Sozialwesen, Handel Instandhaltung und Reparatur von Kfz, Verarbeitendes Gewerbe.

Aktuell befanden sich damit 5.215 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.

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