Kommentar: Endlich populistisch – Die CDU Leipzig versuchts als Spaßpartei

Für alle LeserOb es noch lustig ist, soll der Betrachter oder Wähler befinden. Die agierenden CDU-Vorstandsmitglieder und Stadträte der CDU finden sich zumindest derzeit wahnsinnig Facebook. Wichtig sind nur noch (nach wie vor kleine) Reichweiten und politische Mitbewerber, die sich über den verzapften Unsinn aufregen – denn nur das möchte man derzeit. Es ist das AfD-Schema, etwas zu behaupten und abzuwarten, was die Anderen tun. Ob Drogenprävention, Attacken gegen Werk 2, Conne Island oder gleich ganz Connewitz – nichts scheint derzeit zu billig, um nicht noch einmal mittels striktester Vereinfachungen für „unser Leipzig“ ventiliert zu werden. Das Bild vom Autounfall, bei dem man nicht wegsehen kann, ist im Leipziger Wahlkampf zurück.

Es gäbe wirklich vieles zu besprechen in diesem Bundestagswahlkampf 2017, doch derzeit sieht es nicht so aus, als ob die Leipziger CDU im Sinne selbst der eigenen, meist älteren Wähler darauf Lust hätte. Verkorkste Rentenreformen, sinkende Altersbezüge und -armut und was all dies gerade für die Billiglöhnerstadt Leipzig im „Jobwunder“ bedeutet, ist ein Bundesthema, an welchem ihre Partei seit den letzten Wahlen immer wieder negativ mitgewirkt hat. Nicht wichtig, sollen die Leute doch Riestern mit dem nicht vorhandenen Geld.

Der Dieselskandal, der ab 2018 trotz aller Umweltzonenbemühungen der Stadt zu Fahrverboten auch in Leipzig führen dürfte – ein Versäumnis, wenn nicht gar eine organisierte Vertuschungsaktion des Unionspartners CSU und des Ministers Alexander Dobrindt im Namen der barmenden Autoindustrie. Schuld werden am Ende die EU für ihre bösen Regeln gegen den Abgastod in Ballungszentren und der OBM der Stadt sein, denn irgendwer wird zu Maßnahmen greifen müssen.

Eine bessere Finanzausstattung gerade für wachsende Kommunen wie Leipzig und somit auch mehr Geld für Integrationsarbeit vor Ort und gern auch vielleicht für mehr Personal im Ordnungsamt: kein Thema für CDU-Finanzminister Wolfgang Schäuble, welcher statt Investitionen mal wieder Steuererleichterungen verspricht. Dass diese vor allem bei Gutverdienern eine Rolle spielen, ist sattsam bekannt – demnach eher kein Wahlkampfschlager für Leipzig, wo die Lohnnebenkosten wie Kassenbeiträge und Rentenzahlungen eine weit größere Bedeutung haben.

Selbst das Thema Flüchtlinge geht eigentlich nicht: man ist in der Regierungskoalition, welche gerade den nächsten Großkonflikt im Nahen Osten füttert und eifrig Waffen an den im Jemen kriegführenden und stark iranfeindlichen Herrscherclan in Saudi-Arabien liefert. Und so für neue Flüchtlingsbewegungen sorgen wird. Ganz davon abgesehen, was der beim G20 neu eingeschlagene, letztlich kolonialistische Weg der „Wirtschaftsförderung“ in Afrika am Ende an Elend bedeuten wird, weil es zur Ernährung der Welt keine neuen Jobs mehr braucht.

Woher sollen die Themen der CDU Leipzig also kommen?

Es hat gute Gründe, wenn man seitens der CDU Leipzig und ihrer beiden jungen Sprecher, Stadtrat Michael Weickert und Eric Buchmann gerade das AfD-Spiel neu erfindet und dabei leider hinter bereits geklärte Fragen zurückfällt: Wir reißen mal alles aus dem Zusammenhang, nennen das Problem „Links“ und versuchen es mit Wählerverdummung. Hat ja auch immer gut geklappt bislang: Wer interessiert sich schon wirklich für Politik? Der Rest ist reines Polit-Framing. Wiederhole etwas unzulässig Vereinfachtes so oft es geht („sozial ist, was Arbeit schafft“) und wenn jemand dagegen argumentiert: mach dich über ihn lustig.

Der Oberbürgermeister (SPD) ist schuld, wenn in der Stadt Polizei fehlt? Wen ficht es an, dass dies ein Landesthema, also eines der regierenden CDU und vor Ort das der mit rund 2.400 Beamten unterbesetzten Polizei ist. Gib die Antwort: Hahaha, aber ihr seid Schuld an Hamburg und Jürgen Kasek war auch vor Ort. Es ist egal, ob das eine mit dem anderen etwas zu tun hat: Hauptsache das Bild eines randalierenden Mobs bleibt im Gedächtnis. So zwingt man andere zu argumentieren und verbirgt, dass man keine eigenen Argumente hat und natürlich selbst auch nicht in Hamburg war.

So diskutiert übrigens auch niemand über soziale Verwerfungen, die in überfüllten Klassen von genervten Lehrern nicht mehr ausgeglichen werden können. Aber die sind ja so oder so Sache des Elternhauses, Debatte beendet – der Rest ist Sozialismus.

Von Connewitz geht angeblich linksextreme Gewalt aus? Beschwere dich über die Tonart deines Gegenübers, wenn er genervt darauf hinweist, dass 2016 immerhin 215 organisierte Rechtsradikale durch Connewitz marschierten und Ladengeschäfte zerschlugen. Oder im thüringischen Themar eine Horde wildgewordener Mitmenschen den Hitlergruß zeigen. Zeige damit, dass er nur ablenken will und nicht zu den Anständigen gehört – denn in Themar wurde ja nur dem Nationalsozialismus gehuldigt, aber nichts kaputt gemacht. Denn die Anständigen wollen nur ihre Ruhe und keine Diskussionen, selbst dann nicht, wenn man sich mal dringend über Gewalttäter in den Reihen der Polizei unterhalten müsste. Dann doch lieber einen gesamten Stadtteil namens Connewitz mit knapp 20.000 Einwohnern diskriminieren – der Thomas de Maiziére hat’s schließlich auch gesagt.

„Die Autopolitik der Stadt Leipzig ist links-grün und außerdem ideologisch“ (hier gemeint Dorothee Dubrau, parteilos) getrieben und möchte „verbieten“. Während bei BMW Leipzig längst verbissen am E-Auto geschraubt wird, alternative Verkehrskonzepte in hochverdichteten Städten wie Leipzig in aller Munde sind und in Berlin die ersten 100 selbstfahrenden Elektrobusse durch die Stadt rollen (und Arbeitsplätze für Geringqualifizierte vernichten), ist zu betonen, dass es das Recht der freien Entscheidung im Leben gibt. Wenn die Straßen dann täglich mehr und mehr überfüllt sind, weil deine Wähler alle einzeln mit dem eigenen SUV durch die City zur Arbeit wollen, schlage einen Tunnel auf dem Cityring vor, der von allen bezahlt werden muss. Und der neben dem jahrelangen noch größeren Verkehrschaos beim Bau erst in etwa 15 Jahren fertig wird.

Suggeriere, dass keinen Pkw zu haben ein Verzicht ist und auch zukünftig jeder seine Brötchen mit dem Auto kaufen kann. Vermeide unbedingt, den anstehenden Transformationsprozess der Autoindustrie anzusprechen, von Teilen der Aussagen könnten die Menschen verunsichert sein …

Oder mach es ganz einfach, mach es wie derzeit die Leipziger CDU. Bediene das letzte Gebiet, was noch übrig bleibt. Law and Order – die gute alte Sicherheit. Aber vorsicht: nur gut, wenn Sicherheit ohne die soziale Frage für Kriminalität diskutiert wird. Ein Thema, welches neben – man ahnt es – besseres Vorankommen auf Autobahnen – sogar für Armin Laschet und somit einem der blassesten CDU-Kandidaten aller Zeiten in Nordrhein-Westfalen genügte, eine allzu selbstgewisse Hannelore Kraft (SPD) aus dem Amt zu drängen. Um nun übrigens gleich wieder weniger Polizisten zu planen, als versprochen.

Nimmt man die Vorschläge der derzeitigen Facebook-Trolle mal im Spaß ernst …

So kommt folgendes CDU-Szenario dabei heraus. Die Stadt Leipzig entzieht dem Conne Island und dem Werk 2 – in diesem sind nach Auskunft des Hauses CDU-Mitglieder mutmaßlich entweder aus alters- oder frühkindlichen Angstgründen praktisch nie zu Besuch – die städtischen Fördermittel in Höhe von sagen wir mal 350.000 Euro gesamt. Anschließend räumt die aufgestockte Ordnungsbehörde – denn mit den dafür frei werdenden Mitteln werden vielleicht 10 Mitarbeiter neu eingestellt (die, die sonst Knöllchen an falsch parkenden Autos anbringen) – widerrechtlich das nicht in Stadtbesitz befindliche „Deutsche Bahn“-Gelände „Black Triangle“.

Und kontrolliert ab sofort präventiv alle Konzerte im Leipziger Süden und Osten, bei Demonstrationen wird sofort reingeknüppelt, wenn irgendwer sich vermummt (Hitlergruß zeigen wird erst später verfolgt). Überhaupt, Demonstrationen? Ein CDU-Mitglied geht nicht auf Demos, sondern in die Kirche.

Menschen, die nach all dem noch das Conne Island oder Werk 2 betreten, werden vom Ordnungsamt Leipzig nicht nur flächendeckend überwacht, sondern auch umgehend nach Kauf der Eintrittskarte verhaftet. Warum, wird später ermittelt – immerhin haben sie versucht, linksextrem verseuchtes Gebiet zu betreten? Mindestens aber haben sie etwas getan, was der anständige Jung-CDUler niemals tun würde: ein alternatives Jugendzentrum besucht.

Zudem wird zukünftig auf erfolgreiche und friedliche Gesprächslösungen wie bei der 2016 besetzten ehemaligen Zulassungsstelle an der Prager Straße verzichtet und die Ordnungsamtsdamen rollen bedrohlich winkend mit dem Fahrrad vor (der Verkehr, der Verkehr). Anschließend räumen sie gegen den Willen des privaten Immobilienbesitzers mit vorgehaltenem  „Knöllchen-Gerät“ Etage um Etage – die Junge Union bildet auf der Straße ein Ehrenspalier und darf die Altersgenossen beim Gang aus dem Gebäude einmal anspucken.

Schluss mit lustig …

Es sind konzertierte Aktionen und werden demnach von allen CDU-Vorständen bis hin zu CDU-Mitgliedern getragen. Losgelassen hat die bei OBM-Wahlen in Leipzig letztlich dauerscheiterternde Partei ihre „jungen Wilden“, also die Hoffnungsträger für die Zukunft. Um sich ein neues Profil zu verschaffen. Das bisherige: wenig aktiv arbeiten und dennoch gewählt werden, wie 2013 Bettina Kudla. Diese Zeiten sind mit dem in Leipzig ziemlich CDU-nahen Auftreten der AfD endgültig vorbei. Da kam auch die Debatte um G20 gerade recht, auch wenn niemand der Tönenden dabei war und Parteikollege und Polizeipräsident Bernd Merbitz bereits auf die Normalität polizeilicher Ermittlungen verwies.

Während also die Leipziger CDU durch ihre zwei Stadtverbandssprecher Michael Weickert und Eric Buchmann auf Werk 2 und Conne Island eindrischt, die Helden von Hamburg lobt (gemeint ist hier die vollkommen überforderte, teils verheizte Polizei in einem katastrophalen Einsatz), ist fast vergessen, dass der eigene Parteikollege auf Landesebene in Sachsen vor nicht mal einem Monat auf die Notwendigkeit der Sparsamkeit beim Landespersonal hinwies und von Neueinstellungen so recht nichts mehr wissen will.

Für Unwissende: Finanzminister Georg Unland (CDU) meint damit auch und vor allem Polizeibeamte und Lehrer.

Dass es mindestens schwer unsachlich ist, was die CDU Leipzig bis hin zum Stadtrats-Fraktionsvorsitzenden Frank Tornau gerade im Netzwahlkampf treibt, ist klar. Dass viele Themen in der vorgebrachten Form auch bei der AfD gut aufgehoben sein könnten, eher trauriges Zeichen für eine Partei in sommerlicher Randalestimmung. Ob sich einige auch ein bisschen dafür schämen, unbekannt. Der Leipziger CDU scheint nach einem mageren „Leitlinien-Papier für Leipzig“ jedoch gerade jedes Thema Recht, um sich im Wahlkampf selbst ganz rechts zu verorten und Richtung mitte-links zu keilen. Ob es Leipzig in der Extremismus- oder Gewaltprävention wirklich hilft, wenn soziokulturelle Arbeit eingeschränkt wird, ist eigentlich keiner Debatte würdig. Doch ebendies ist der CDU gerade egal – nur die Reichweite zählt.

Würde man das alles wirklich ernst nehmen, müsste man sagen: Bei so viel bewusst vorgetragenem, kommunalpolitischem Unverstand hätte man auch Bettina Kudla durchaus noch einmal zur Bundestagswahl antreten lassen können. Sie hätte den neuen AfD-Kurs der Leipziger CDU bei gleicher lokaler Inkompetenz glaubhafter vertreten, wenn auch auf Twitter. Schade um die vertane Zeit – die neueste Generation der Leipziger CDU-Politik scheint derzeit neben dem Facebook-Abitur keine größeren Anstrengungen zu unternehmen, sich konstruktiv an der Gestaltung der Stadt beteiligen zu wollen.

Stattdessen setzt sie auf einen weitgehend sinnfreien „Law and Order“-Kurs, zeigt sich gegenseitig die Reichweitenauswertung von Facebookposts und heizt sich tagelang an einem „No Cops“-Graffiti im Leipziger Süden auf. Ganz so, als ob ihr Abendland mit der Spraydose zerstört würde.

Zur Abo-Sommerauktion & Spendenaktion „Zahl doch, was Du willst“

* Kommentar *
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Zivilisationskollaps: Woher das gnadenlose Wachstumsdenken mit all seinen panischen Ängsten in unseren Köpfen kommt
Thomas Liebsch: Zivilisationskollaps. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserOb die Menschheit überlebt, das entscheidet sich jetzt. Nicht auf irgendeiner Konferenz mit mutlosen Staatsoberhäuptern, nicht in irgendeiner Konzernzentrale, nicht in einem Forschungslabor. Sondern in Ihrem Kopf. Nirgendwo sonst. Sie entscheiden, ob die Menschheit in einer Heißzeit verglüht, ob die Ökosysteme zusammenbrechen oder unsere Wirtschaftsgrundlagen. Ganz am Ende des Buches lässt Thomas Liebsch einen kleinen Hoffnungsschimmer zu. Einen ganz kleinen.
Dienstag, der 7. Juli 2020: Ermittlungen im Fall Oury Jalloh stocken schon wieder
Im Januar 2017 beklebten Aktivisten unter anderem in Leipzig mehrere Werbekästen. Foto: Black Rose

Foto: Black Rose

Für alle Leser/-innenDie Arbeit der Sonderermittler, die im Fall Oury Jalloh für etwas Aufklärung sorgen sollen, ist offenbar ins Stocken geraten. Wie „Spiegel Online“ berichtet, sollen sie nicht direkt mit Richtern und Staatsanwälten reden dürfen. In Sachsen gibt es derweil einen Ausblick auf künftige Coronaregeln und sechs neue Fälle in Leipzig. Die L-IZ fasst zusammen, was am Dienstag, den 7. Juli 2020, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.
Dessau ist nicht nur Bauhaus-Stadt: Vor 20 Jahren ermordeten Neonazis den Mosambikaner Alberto Adriano
Einige Menschen aus der Dessauer Black Community gedenken am 11. Juni 2020 am Tatort im Stadtpark dem ermordeten Alberto Adriano. Der Dritte von rechts ist Amadi Indjai, Imam der Islamischen Gemeinde Dessau. Foto: Luise Mosig

Foto: Luise Mosig

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 80, seit Freitag, 26. Juni im HandelZwischen zwei Bäumen im Dessauer Stadtpark flattert ein Plakat mit 182 Namen. Einer von ihnen ist Alberto Adriano, elfte Zeile, vierter von links. Das Plakat trägt die Überschrift „Todesopfer rechtsextremer und rassistischer Gewalt, 1990–2011“. Alberto Adriano wurde vor 20 Jahren, in der Nacht auf den 11. Juni 2000, von drei Neonazis brutal zusammengeschlagen. Drei Tage später verstarb er im Krankenhaus. Der aus Mosambik stammende Fleischermeister war als Vertragsarbeiter in die DDR gekommen, hinterließ eine Ehefrau und drei Kinder.
Ticketverlosung zur Doppel-Lesung im Schillerhausgarten: Leipziger Dichterlese I+II
Schillerhaus in Gohlis. Archivfoto: Ralf Julke

Archivfoto: Ralf Julke

VerlosungLieder, Gedichte, Gitarrenmusik erklingen zur „Leipziger Dichterlese I+II“ am Sonntag, dem 26. Juli, im Schillerhausgarten. Zehn Lyrikerinnen und Lyriker aus unserer Stadt tragen an diesem einzigartigen Ort eigene Songs und Gedichte vor und trotzen damit der viermonatigen Zwangspause. Freikäufer haben die Möglichkeit, je 1 x 2 Freikarten zu gewinnen.
Einige Tipps vom ADFC Leipzig für das richtige Verhalten von Radfahrer/-innen im Zusammenhang mit Lkw an Kreuzungen
Auch wenn es sich ungewöhnlich anfühlt: Wird der geradeausfahrende Radverkehr links neben dem rechtsabbiegenden Kfz-Verkehr geführt, erhöht sich die Sicherheit für den Radverkehr deutlich. Foto: ADFC Leipzig

Foto: ADFC Leipzig

Für alle LeserAm Montag, 22. Juni, wurde in Leipzig wieder eine Radfahrerin von einem rechtsabbiegenden Lkw erfasst und starb noch an der Unfallstelle. Das Thema tödliche Fahrradunfälle in Zusammenhang mit Lkw ist leider nicht neu, stellt der ADFC Leipzig fest. Bereits im Februar dieses Jahres haben der ADFC Bundesverband und der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) e. V. in einem Positionspapier Forderungen an die Politik gestellt, um die Abbiegesituation an Kreuzungen zu verbessern und den Konflikt LKW – Radfahrende zu entschärfen.
Omas for Future und Parents for Future wollen OBM Burkhard Jung 1.000 Klimawünsche übergeben
Klimawunschzettel-Aktion in der Leipziger Petersstraße. Foto: Parents for Future Leipzig

Foto: Parents for Future Leipzig

Für alle LeserAm Mittwoch, 8. Juli, wird der Stadtrat über das Sofortmaßnahmenprogramm des OBM zum Klimanotstand abstimmen. Tags drauf, am 9. Juli, gibt es in der Kongresshalle die klimapolitische Stunde, in der sich der Stadtrat zwei Stunden lang mit den akuten Problemen des Klimawandels für Leipzig beschäftigen wird. Und die Leipziger „Parents for Future“ sowie die „Omas for Future“ wollen dem Oberbürgermeister bei der Gelegenheit ihre ganz besonderen Wünsche übergeben.
Grüne sehen gute Chancen für ihre Antragsliste zum Klimanotstands-Sofortmaßnahmen-Programm des OBM
Transparent vorm Neuen Rathaus 2019. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserWas so mancher befürchtet hatte, passiert gerade: Nachdem Leipzig mit einer großen Kraftanstrengung seine Soforthilfeprogramme für den hiesigen Mittelstand aufgelegt hat, der coronabedingt in die Krise rauschte, drohen jetzt harte Verhandlungen um den Leipziger Doppelhaushalt 2021/2022. Und auch für den Klimaschutz droht das Geld knapp zu werden, obwohl Leipzig mitten im Klimanotstand steckt.
Das Sofortprogramm des OBM zum Klimanotstand reicht bei weitem noch nicht aus
Der Physiker und „Scientist for Future“ Dr. Christoph Gerhards erklärte am 20. Mai 2019, wann es kippt. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserEs ist zwar ein echtes Novum, dass Oberbürgermeister Burkhard Jung ein Sofortprogramm zum Klimanotstand der Stadt Leipzig vorlegt, das der Stadtrat nun beschließen soll. Aber auch aus Sicht der Leipziger „Scientists for Future“ schafft es das Programm nicht ansatzweise, Leipzig auf den Kurs zu bringen, seine Klimaziele für das Jahr 2026 zu erreichen. Dann hat Leipzig nämlich sein Co2-Budget rechnerisch völlig aufgebraucht, ohne dass die Emissionen tatsächlich spürbar gesunken sind.
Linke beantragt eine transparente Berichterstattung zum sozialen Wohnungsbau in Leipzig
Entwicklung der Bodenpreise und der Grundstücksverkäufe in Leipzig. Grafik: Stadt Leipzig

Grafik: Stadt Leipzig

Für alle LeserÜberhaupt nicht zufrieden mit der im Mai vorgelegten „Wohnungsbauförderkonzeption 2020“ des Dezernats Stadtentwicklung und Bau zeigt sich jetzt die Linksfraktion. Wenn die Fraktionen Schulnoten verteilen dürften, wäre dieser Änderungsantrag wohl so etwas wie ein „ungenügend“. Denn so wie die bisherige Förderung gestrickt war, entsteht nicht einmal ein Drittel der benötigten „Sozialwohnungen“ pro Jahr.
Prekäre Arbeitsplätze passen nicht zu einem Wohnungsmarkt mit steigenden Mieten
Die Befürchtungen zu den negativen Entwicklungen der nächsten zehn Jahre. Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2018

Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2018

Für alle LeserSo eine Leipziger Bürgerumfrage macht vieles sichtbar, was mit einiger politischen Klugheit geändert werden könnte. Aber Politik ist nicht immer klug. Oft genug ist sie interessengesteuert. Und wenn es um richtig viel Geld geht, wird sie geradezu undurchschaubar. Das spüren auch die Leipziger/-innen, auch wenn sie ziemlich ratlos den steigenden Mieten gegenüberstehen und immer mehr das dumme Gefühl haben, dass sie sich Wohnen in Leipzig vielleicht bald nicht mehr leisten können.
Während der Corona-Zeit fit bleiben: So gelingt es

Foto: Pixabay

Die vergangenen Wochen waren ohne Frage keine einfache Zeit. Insbesondere in Bezug auf die eigene Fitness macht die außergewöhnliche Corona-Lage einem das Leben schwer. Inzwischen sind zwar die ersten Fitnessstudios wieder geöffnet, doch mit den strengen Hygiene- und Abstandregelungen sind die Workouts dort nur in eingeschränktem Maße möglich. Auch Sportvereine können ihre Angebote derzeit noch nicht wieder anbieten. Höchste Zeit also, sich auch anderweitig fit zu halten. Wie das geht, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Montag, der 6. Juli 2020: Verfassungsschutz und AfD bleiben Thema für die Sommerpause
Dirk-Martin Christian, Präsident des sächsischen Landesamtes für Verfassungsschutz. Foto: SMI / Isabelle Starruß

Foto: SMI / Isabelle Starruß

Für alle Leser/-innenDie Parlamentarische Kontrollkommission des sächsischen Landtags hat sich heute mit der Frage beschäftigt, ob der Verfassungsschutz rechtswidrig Daten von AfD-Abgeordneten gespeichert hat. Eine Antwort darauf wird es wohl erst nach der Sommerpause geben. Rechte Umtriebe gab es am Wochenende in Liebertwolkwitz, wo die Polizei eine Gartenparty auflöste. Die L-IZ fasst zusammen, was am Montag, den 6. Juli 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Wachauer Festival-Nächte 2020 – Corona bedingtes Alternativprogramm
Die Kirchenruine in Wachau. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Corona bedingt können die Wachauer Festival-Nächte 2020 nicht wie geplant stattfinden. Gemeinsam mit der Stadt Markkleeberg und dem Landkreis Leipzig konnte jedoch kurzfristig eine Alternativ-Variante erarbeitet werden, um das beliebte, alljährlich in der Kirchenruine Wachau stattfindende, Festival nicht ausfallen lassen zu müssen.
KulturKino zwenkau: Braunkohlenbergbau in Film und Literatur
Abschiedsdisco © DEFA-Stiftung Rigo Dommel

© DEFA-Stiftung Rigo Dommel

Im sächsischen Jahr der Industriekultur 2020 haben sich der Bergbau-Technik-Park e.V., das Soziokulturelle Zentrum KuHstall e.V. und das KulturKino zwenkau zusammengeschlossen, um im Landkreis Leipzig eine Veranstaltungsreihe zum Thema Braunkohlenbergbau in Film und Literatur zu veranstalten. An sehr unterschiedlichen Orten wird es Gelegenheit geben, Spielfilme, Dokumentationen, Kurzfilme und Literatur der letzten 40 Jahre zu diesem Thema zu erleben.
Linksfraktion beantragt die Entwidmung der Beethovenstraße direkt vor der Unibibliothek
Die Beethovenstraße kurz vor der Bibliotheca Albertina. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSeit einem Jahr ist die Beethovenstraße offiziell Fahrradstraße. Aber viele Radfahrer/-innen haben nicht das Gefühl, dass die blauen Schilder irgendetwas geändert hätten. Noch immer drängen sich hier die Kraftfahrzeuge durch, als müssten sie auf Radfahrer und Fußgänger keine Rücksicht nehmen. Die Linksfraktion sieht da nur einen logischen Folgeschritt: Der Straßenraum vor der Bibliotheca Albertina muss entwidmet werden.