Wer in den Kultureinrichtungen der Stadt das Familienticket lösen möchte, muss häufig das Kleingedruckte lesen: Wie viele Kinder sind erlaubt, wer gehört alles zur Familie und vieles mehr? Auf Initiative der SPD möchte die Stadt das nun ändern und vereinfachen. Fast einstimmig hat der Stadtrat beschlossen, einheitliche Regeln zu finden.

Betroffen sind neben den kulturellen Eigenbetrieben auch der Zoo und die Sportbäder. Die Kalkulation der Preise soll weiter in der Verantwortung der jeweiligen Betriebe bleiben. Die SPD übernahm letztlich einen Änderungsantrag des Kinder- und Familienbeirates. Dieser hielt zusätzlich schriftlich fest, dass keine Familienform benachteiligt werden dürfe. Zudem soll die Stadt darauf hinwirken, dass sich nichtstädtische Unternehmen der Initiative anschließen.

Der Stadtrat votierte fast einstimmig für den Antrag. Lediglich CDU-Stadtrat Michael Weickert enthielt sich. Linke-Stadtrat Siegfried Schlegel regte zudem an zu prüfen, ob der Leipzig-Pass auch für Familien ausgestellt werden kann.

Der Oberbürgermeister wird nun also beauftragt zu prüfen, ob und wie alle Einrichtungen der Stadt Leipzig und ihrer Töchter, die Eintrittsgelder erheben und bei denen Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren nicht ohnehin freien Eintritt haben, eine einheitliche Gestaltung des Umfanges der Familienkarten erzielen können.

Hierbei soll lediglich die Ticketstruktur, also der mögliche Personenkreis betrachtet werden, auf den die Familientickets zugeschnitten sein sollen. Die Kalkulation der Preise für die jeweilige Einrichtung soll davon unberührt bleiben.

Weiterhin soll nun „möglichst eine große Familienkarte für zwei Erwachsene (Eltern, Paare, auch gleichgeschlechtlich o.ä., aber auch Großeltern) mit bis zu fünf Kindern und eine kleine Familienkarte mit einem Erwachsenen und bis zu drei Kindern in Betracht gezogen werden. Berücksichtigt werden sollen dabei alle Kinder bis 18 Jahre.“, so der Beschluss.

Die Debatte zum Familienticket am 31.01.2018 im Stadtrat. Quelle: Stadt Leipzig

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