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Gibt es überhaupt Überlegungen, den lauten Einsatz von Laubbläsern zu beschränken?

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    Es geht vielen Leipzigern so – auch vielen, die in den tausenden Büros der Stadt arbeiten. Sie können kaum ein Fenster öffnen, ohne dass draußen irgendein Zeitgenosse mit einem lauten Gerät hantiert – im Sommer wird der Rasen gemäht, dann kommen die Baumsäger und mit dem Laubfall die Laubbläser. Es wird nicht mehr gefegt, sondern lautstark gepustet und Dreck aufgewirbelt. Die Grünen haben da ein paar berechtigte Fragen.

    Auch die städtischen Straßenreiniger sind immer öfter mit Pusterohr unterwegs, dasselbe in den städtischen Parks. Und das verursacht nicht nur über Stunden einen nervtötenden Lärm.

    „Laubbläser und Laubsauger kommen zum Einsatz, um im Herbst die Blätter von Fußwegen und Straßen zu entfernen, insbesondere da Leipzigs Straßenreinigung das Laub der Straßenbäume unter parkenden Fahrzeugen hervorblasen muss. Zusätzlich nutzen Hausmeister die Geräte zur Reinigung der Gehwege von Laub und Schnee und auch für sonstigen Einsatz“, stellt die Grünen-Fraktion im Leipziger Stadtrat jetzt in einer Anfrage an die Verwaltung fest.

    „Sie kommen leider auch zum Einsatz, obwohl mechanische, muskelbetriebene Geräte wie Besen und Harke den gleichen Effekt hätten und dafür nicht mehr Zeit benötigt würde, sehr zum Leidwesen von Anwohnenden in Wohnquartieren und Erholungssuchenden in öffentlichen Anlagen. Besonders absurd erscheinen solche beobachtete Situationen, wenn mühsam nasses Laub von nassen Parkwegen (Anton-Bruckner-Allee) mittels Laubbläsern zu entfernen versucht wird. Der Einsatz von Laubbläsern und Laubsaugern ist aber auch schon im Wald und sogar auf den Friedhöfen beobachtet worden!“

    Und es geht nicht nur um den Lärm dabei. Die Geräte haben noch mehr schädliche Wirkungen.

    „Laubbläser und Laubsauger haben auch gravierende Nebenwirkungen, denn sie schaden der Gesundheit“, können die Grünen attestieren. „Die Lärmentwicklung dieser Geräte ist bis zu 120 db hoch. Geregelt ist die Benutzung von Laubbläsern in der 32. BimSchVO, damit dürfen am Wochenende und außerhalb festgelegter Zeiten (zwischen 9 und 13 Uhr und zwischen 15 und 17 Uhr) keine Laubbläser genutzt werden. Die Abgase der benzinbetriebenen Laubbläser tragen zur Luftverschmutzung bei (u. a. CO2, Ozon).

    Mit den Geräten werden Feinstaub, Bakterien, Viren, Pilzsporen aufgewirbelt und von Kindern wie Erwachsenen eingeatmet. Laubbläser bedeuten zerstörerische Eingriffe in die Welt der Klein- und Kleinstlebewesen. Wegen der enormen Luftgeschwindigkeit und Hitze werden Insekten, Würmer, Spinnen und Asseln aber auch unter Laubhaufen schutzsuchende Igel und andere Kleinlebewesen vernichtet und deren Rückzugsgebiet und Winterschutz entfernt.“

    Und da wundert sich die Grünen-Fraktion, warum so ein Thema nicht in den Plänen der Stadt zur Luftreinhaltung vorkommt: „Da die Umgebungsluft durch Laubbläser temporär verschmutzt und belastet wird, ist dies ein Thema mindestens für den Leipziger Luftreinhalteplan und für den Lärmaktionsplan.“

    Die Untersagung zur Benutzung solch lauter Geräte in bestimmten Zeiten findet sich auch in der Leipziger Polizeiverordnung, wo es heißt: „Darüber hinaus dürfen werktags (Montag bis Samstag) in der Zeit von 07:00 – 09:00 Uhr, 13:00 – 15:00 Uhr und 17:00 – 20:00 Uhr auch Freischneider, Grastrimmer, Graskantenschneider, Laubbläser und Laubsammler nicht benutzt werden.“

    Aber augenscheinlich rüsten sich immer mehr Hausmeisterdienste mit den Geräten aus und es gibt immer weniger Zeiten, in denen nicht eins dieser Geräte die ganze Straße verlärmt.

    Und das ergibt für die Grünen drei nicht ganz beiläufige Fragen:

    – Welche eingrenzenden Regeln zum Einsatz von Laubbläsern und Laubsaugern sind der Stadtverwaltung aus anderen Kommunen bekannt und wie werden diese bewertet?

    – Sieht die Stadtverwaltung die Laubbläser und Laubsauger kritisch und wird zukünftig die Reduzierung des Einsatzes auf das nötige Maß vorschreiben, auch im Hinblick auf die Fortschreibung des Luftreinhalte- und Lärmaktionsplans?

    – Welche Überlegungen gibt es in der Stadtverwaltung bzw. in der Stadtreinigung, zur weitergehenden praktischen Begrenzung des Einsatzes der Laubbläser und -sauger in Leipzig?

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    3 KOMMENTARE

    1. Schreckliche Geräte, diese Laubbläser.
      Kommt man denn mit einem Laubbesen und dem entsprechend langen Stiel nicht unter parkende Autos? Von beiden Seiten?
      Positiv: vor einigen Tagen wurde in der Mockauer Str mit Besen und Laubbesen das Laub vom Gehweg und an den Straßenrändern entfernt. Bitte mehr davon.

    2. Ich finde diese Regelungen gut zu wissen, werde ich doch ca. einmal die Woche von solchen Dingern geweckt zwischen 7 und 8 in der früh, als genau in der Tiefschlafphase wenn ich Nachtschicht hatte. Nächstes Mal werde ich den Hausmeister darauf ansprechen.

    3. Was nützen denn selbst die zurzeit geltenden Regeln, wenn es niemand gibt, der die Einhaltung kontrolliert oder gar das Verletzen sanktioniert?

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