„Erste Hilfe“ für Leipziger Clubszene zu Zeiten von Corona: IG Livekommbinat bietet Club-Soliticket

Für alle LeserSeit über einer Woche hat es sich schon ausgetanzt: Zahlreiche Leipziger Clubs und Veranstaltungshäuser hatten vorsorglich bereits vor der offiziellen Anweisung ihre Türen geschlossen, um ihren Anteil daran zu leisten, die Ausbreitung des Coronavirus‘ zu verhindern. Inzwischen ist von durchtanzten Nächten nur noch zu träumen, angestanden wird nicht mehr vorm Szeneclub, sondern vor dem Supermarkt. Wie die Kulturlandschaft in Leipzig aussehen wird, wenn die schlimmste „Corona-Zeit“ überstanden ist, vermag niemand zu sagen.

Die Interessengemeinschaft Livekommbinat Leipzig bietet seit dem heutigen Montag ein Club-Soliticket, das vom 21.05.2021 bis zum 19.02.2022 gültig sein wird, zur Unterstützung der hiesigen Clubszene an und ruft zum Spenden auf. Mit dem „kleinen Club-Soliticket“ für 10 Euro oder dem „großen Club-Soliticket“ für 25 Euro soll schnelle und direkte Hilfe geleistet werden. Das kleine Ticket zählt als direkte Spende, für das große Ticket arbeiten die Clubs an einer Gegenleistung, wie der Eintritt zu einem Clubabend nach Wahl.

„Wir sind durch die Bank weg von Insolvenz bedroht. Gehälter, Mieten und sonstige laufende Kosten können nicht mehr bezahlt werden und das jeweils in einem individuellen Maß“, schreibt die IG in einer Mitteilung.

Mit dem Kauf eines Tickets werden die Distillery, das Institut für Zukunft, der TV-Club, das UT Connewitz, das Conne Island, das Noch Besser Leben, das mjut, die Moritzbastei, das WERK 2 sowie das elipamanoke unterstützt. 50 Cent pro Ticket gehen an TixForGigs. Wichtig sei momentan vor allem die koordinierte Hilfe, heißt es von der IG.

„Es ist wichtig, gemeinsam Spenden zu sammeln und sie solidarisch wirklich den Clubs zukommen zu lassen, die sie aktuell am meisten brauchen und nicht denen, die medial am stärksten auftreten. Denn nur ein breites Angebot schafft einen breiten Horizont und jede Spielstätte wäre ohne die anderen nicht die gleiche, weder in ihrer Wirkung noch in ihrer Position in der Stadt.“

Die Verwaltung kündigte schon vor Tagen Unterstützung an und arbeite an einem Soforthilfeprogramm. „Die Möglichkeiten der Kommune, Einnahmeausfälle und Notsituationen zu kompensieren, sind begrenzt. Ich habe deshalb die sächsische Staatsministerin für den Bereich Kultur und Tourismus gebeten, so schnell als möglich mit allen Vertretern der Kulturräume Sachsen zu beraten, wie die Kulturlandschaft im Freistaat zeitnah und konkret unterstützt werden kann“, verkündete Leipzigs Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke am 19. März.

Mit dem Bündnis aus IG Livekommbinat Leipzig e.V., Initiative Leipzig+Kultur e.V. und Kreatives Leipzig e.V. sei man im regelmäßigen Austausch über die aktuelle Lage und mögliche Maßnahmen.

„Der Kreativität sind jetzt viele Grenzen gesetzt, die größte scheint leider die finanzielle zu sein“, macht die IG die aktuelle Lage deutlich. Wer den Clubs direkt helfen möchte, kann hier eines der Club-Solitickets erwerben:

https://www.tixforgigs.com/de-DE/Event/34722/club-soliticket-soli-ticket-fur-die-leipziger-clubszene-leipziger-clubs-und-spie

Weitere Hilfe können Bürger leisten, indem sie das Geld für bereits gekaufte Veranstaltungskarten nicht zurückverlangen.

Eine Spendenaktion für die freie Kunstszene im Leipziger Raum ist außerdem der Kulturschirm, der vom Grote und Thomas Kulturprojektbüro ins Leben gerufen wurde. Hier kann man die Kampagne unterstützen:

https://www.startnext.com/leipziger-kulturfallschirm

In der (Corona-)Krise: Unabsehbare Folgen für Leipziger Kulturbetriebe

 

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Foto: Ralf Julke

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Juso-Chef Kevin Kühnert will Olaf Scholz unterstützen. Foto: Stefan Müller, Flickr (CC BY 2.0)

Foto: Stefan Müller, Flickr (CC BY 2.0)

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