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Grüne machen einen Kompromissvorschlag zur Finanzierung der Umweltbibliothek Leipzig

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    Im März schlug der Ökolöwe Alarm: Nachdem die Stadt die Umweltbibliothek im Haus der Demokratie vier Jahre lang mit 70.000 Euro gefördert hat, hatte das Umweltdezernat die Förderung in diesem Jahr kurzerhand wieder halbiert. Man fühlt sich im Umweltdezernat nicht wirklich zuständig für diese spezielle Bibliothek. Aber so geht das nicht, finden die Grünen, und stellen einen Kompromissantrag.

    „Der Stadtrat bekennt sich zum Erhalt der Umweltbibliothek Leipzig als wichtigem Erbe der Friedlichen Revolution und unverzichtbarem Bestandteil der Umweltbildung und -information in Leipzig“, formuliert die Grünen-Fraktion in ihrem Antrag. „Die Finanzierung der Umweltbibliothek für das Jahr 2020 und 2021 wird von der Stadt mit jeweils 60 T € gesichert.“

    Also 10.000 Euro weniger als bisher – aber nicht so eine Kürzung, dass die Bibliothek dann schon in Bälde schließen müsste. Immerhin wirbt der Ökolöwe bei seinen Mitgliedern derzeit ja auch um Spenden für die Umweltbibliothek, sodass eine überschaubare Kürzung möglicherweise aufgefangen werden kann. Aber eine sofortige Halbierung der Mittel für die Bibliothek, die nun einmal schon vom Angebot her keine großen Besucherfrequenzen erzeugt, würde das ziemlich schnelle Aus bedeuten.

    Die Grünen erinnern daran, dass die Bibliothek auch ein Thema besetzt, das mit der Friedlichen Revolution 1989 niemals vom Tisch war. Auch heute tut sich Politik (auch die Leipziger Lokalpolitik) schwer mit Natur- und Umweltschutz

    Die Grünen dazu: „Die Umweltbibliothek Leipzig ist eine der größten deutschen Umweltbibliotheken, die sich in freier Trägerschaft befinden. Gegründet 1988 durch die AG Umweltschutz beim Jugendpfarramt Leipzig, ist sie als Reaktion auf staatliche Zensur und Desinformation fest in die friedliche Revolution 1989 eingeschrieben. Unter den 22.000 Sammelobjekten befinden sich u. a. 150 Ausgaben von Periodika und Einzelveröffentlichungen der kirchlichen Umweltgruppen der DDR als Sonderbestand, aber auch ,Graue Literatur‘ aus Bundes-, Landes- und Kommunalbehörden, Vereinen, Verbänden und Instituten.

    Dieses Erbe der Vorwendezeit, der Friedlichen Revolution aber auch der Umweltarbeit der letzten 30 Jahre gilt es sichtbar zugänglich zu bewahren. Die Umweltbibliothek Leipzig ist mit ihrem Gesamtbestand von 22.000 Objekten und mehr als 77 Veranstaltungen im Jahr 2019 die größte Umweltbibliothek Deutschlands. Die Umweltbibliothek schließt damit auch eine Bestandslücke bei den Stadtbibliotheken.“

    Und während das Umweltdezernat dafür plädiert, die Umweltbibliothek lieber dem eigenen Umweltinformationszentrum (UiZ) einzuverleiben (und damit Geld zu sparen), hat die Umweltbibliothek auch eine historische Verbindung mit dem Ökolöwen, der 1990 als Sammlungsbewegung der Leipziger Umweltbewegten entstand.

    Die Grünen: „Nach wie vor ist die mehrfach ausgezeichnete Umweltbibliothek eine zentrale Informationsstelle in Umweltfragen in der Region, die von Schülerinnen, Studenten und Pädagogen bis hin zu Verwaltungsmitarbeiterinnen und Planungsbüros genutzt wird und den Bestand auch per Fernleihe bereitstellt. Der Betrieb der Umweltbibliothek in der seit 1990 befindlichen Trägerschaft durch den Ökolöwen Leipzig e. V. gerät seit vielen Jahren an seine Grenzen. Bereits in den letzten Jahren wurden Kosten gesenkt und viele Öffnungszeiten und Veranstaltungen im Ehrenamt durchgeführt.“

    Dass die Stadtverwaltung nun beabsichtigt, die Fördermittel ab 2020 um 50 Prozent zu reduzieren, bedeutet für die Umweltbibliothek eine Schließung auf Raten, „die weder der historischen Bedeutung noch der wachsenden Relevanz von Umweltbildung in dieser Zeit gerecht wird. Dies ist insbesondere auch deswegen unverständlich, da die Nutzerzahlen trotz Einschränkung, in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen sind“, so die Grünen.

    Das vorgeschlagene Budget in Höhe von 60.000 Euro im Jahr für 2020 und 2021 erlaube es, die Umweltbibliothek mit einer konzeptionellen Weiterentwicklung in die Zukunft und eine dauerhaft tragfähige Trägerschaft ab 2022 zu führen.

    „Dafür kommt einerseits die Beibehaltung der Trägerschaft des Ökolöwe Leipzig am bestehenden Standort mit einem festen Finanzierungsbetrag infrage als auch eine andere, kommunale Trägerschaft z. B. durch das Umweltinformationszentrum, die Stadtbibliothek o.a.“, gehen die Grünen zumindest auf den Vorstoß des Umweltdezernats ein.

    „Denkbar ist zum anderen eine Trägerschaft der Stadtbibliothek und Präsentation des Bestands in einer gut mit dem ÖPNV erschlossenen Stadtteilbibliothek mit dem Schwerpunkt der Umweltbildung. Ebenso möglich erscheint die Integration in das Umweltinformationszentrum oder das neue Naturkundemuseum. Dabei sollte das Angebot durch moderne bibliothekarische Präsentationsformen und Medien ergänzt werden, die insbesondere für Schulklassen attraktiv ist. Die historische Bedeutung der Bibliothek sollte sowohl am bisherigen Standort des Hauses der Demokratie, als auch an einem neuen Standort auf geeignete Weise gewürdigt werden.“

    Und so ergänzen die Grünen ihren Antrag dann noch um den Vorschlag, dass der Oberbürgermeister „bis zum III. Quartal 2020 ein Konzept zur Sicherung und langfristigen Weiterentwicklung der Umweltbibliothek“ vorlegen solle, die Stadt also auch ein Stück Verantwortung für die Bibliothek übernimmt, die man jetzt so gern auf Schmalkost setzen will.

    Die Umweltbibliothek des Ökolöwen steht vor den gleichen Finanzproblemen wie schon 2014

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