Der Stadtrat tagt: Paternoster, es wird teuer! + Video

Für alle LeserEr ruckelt, er zuckelt, er bleibt gern mal stehen: Der Paternoster im Neuen Rathaus soll von Grund auf saniert werden, damit er in Zukunft zuverlässiger funktioniert. Bisher hat er das nicht getan, denn er wurde immer nur dann repariert, wenn es akut notwendig war. Bereits im Februar hat die Linksfraktion im Stadtrat auf das Problem aufmerksam gemacht und dazu aufgefordert, das launige 80er-Jahre-Schmuckstück zu retten, unter anderem mit Einnahmen aus der Gästetaxe.

Das Dezernat Stadtentwicklung und Bau schätzt die Kosten auf rund eine halbe Million Euro – von außen betrachtet ziemlich viel Geld für einen Paternoster der nicht wirklich von Touristinnen und Touristen genutzt werden darf, sondern nur von den Mitarbeitenden des Rathauses. Denen zudem ein funktionierender moderner Fahrstuhl sowie einige Treppen zur Verfügung stehen.

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hatte einen Vorschlag zur Finanzierung eingebracht: Um sich die Kosten für die Anschaffung der seltenen Ersatzteile zu sparen – dafür rechnet das Baudezernat derzeit mit 40.000 Euro – sollen die beiden ungenutzten Paternoster im Matthäikirchhof ausgeschlachtet werden. Diese stehen laut den Grünen nicht unter Denkmalschutz. Zudem seien ihre Teile nur wenige Jahre im Einsatz gewesen.

Und so haben die Abgeordneten im Stadtrat heute gezeigt, wie groß ihr Herz für ihren vom Aussterben bedrohten „Liebling“ ist: Mit großer Mehrheit wurde beschlossen, dass Oberbürgermeister Burkhard Jung die vorgeschlagenen Maßnahmen prüfen lässt. Da waren sich alle Fraktionen einig. Nur der Vorschlag der Grünen wurde von CDU, AfD und SPD abgelehnt, konnte sich aber mit den Stimmen aus Links-, Grünen- und Freibeuterfraktion durchsetzen.

Damit ist zumindest ein Schritt in Richtung Paternoster-Rettung getan. Momentan ist das angabegemäß beliebteste Fortbewegungsmittel der städtischen Verwaltung auch wieder einmal außer Betrieb – es hatte einen kleinen Vorfall mit einem Malerfachbetrieb gegeben. Oberbürgermeister Jung soll gemäß Beschluss noch bis zum Jahresende 2020 über die Ergebnisse der Prüfung informieren, sowie dem Rat eine Vorlage mit den entsprechenden Reparaturmaßnahmen präsentieren.

Die Debatte vom 16. September 2020 im Stadtrat

Video: Livestream der Stadt Leipzig

Stadtrat entscheidet im nächsten Doppelhaushalt, ob der Paternoster im Neuen Rathaus eine Generalkur bekommen kann

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Foto: L-IZ.de

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