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Ökolöwe schlägt vor: Auf dem agra-Gelände wäre eine Mountainbikestrecke gut aufgehoben

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    In der Ratsversammlung am 11. November gab es erst einmal nur den ersten Teil eines Ratsbeschlusses zum Mountainbiking im Leipziger Auwald. Da ging es erst einmal um die Trampelpfade und illegalen Mountainbikestrecken im südlichen Auwald. Die Grünen-Fraktion hatte noch einen eigenen Antrag geschrieben, der die Stadt auffordert, legale Mountainbikestrecken zu schaffen. Und der Ökolöwe hätte da auch schon eine Idee.

    Beraten und möglicherweise beschlossen werden soll der Grünen-Antrag in der Ratsversammlung am 16. Dezember. Möglicherweise findet die Stadtratsmehrheit auch eher den Verwaltungstandpunkt toll, der dem Thema eher etwas ausweicht, obwohl man in einem Punkt mit den Grünen ganz übereinstimmt: „Des Weiteren wird die Verwaltung beauftragt, bei neu angelegten Strecken im Leipziger Auwald stärker einzugreifen und deren Beseitigung zu veranlassen.“

    Aber Fakt ist nun einmal auch: Die Mountainbikes sind in der Welt und die Leute, die welche gekauft haben, wollen damit irgendwie auch wild durchs Gelände brettern. Und wo es keine legalen Pisten gibt, ufert der Spaß in den Auenwald aus, wie auch der Leipziger Ökolöwe feststellt: „Leipzig hat zwar eine fest etablierte Mountainbike-Szene, aber keine einzige offizielle Strecke. Es braucht Lösungen! Wir Ökolöwen haben da einen Vorschlag.“

    Der Umweltverband sieht selbst mit großem Entsetzen, was da inzwischen alles mitten im streng geschützten Auwald entstanden ist: „Die Mountainbikestrecken am Floßgraben und im Wolfswinkel im Auwald, die Strecke im Volkspark Kleinzschocher, auf dem Nahleberg oder im Park Lößnig-Dölzig werden geduldet oder eben auch von der Stadt Leipzig abgerissen. Da sie in Schutzgebieten liegen, sind die Trails laut Gesetzeslage nicht erlaubt.

    Radfahren oder Mountainbiken ist darüber hinaus im Wald nur auf den Straßen und Wegen gestattet. Das regelt das Waldgesetz (SächsWaldG § 11). In der freien Landschaft ist dieses Verbot im Sächsischen Naturschutzgesetz (SächsNatSchG § 27) verankert. Wir Ökolöwen machen uns stark für eine Lösung, die auch naturverträglich ist.“

    Mit dem Grünen-Antrag soll die Stadt Leipzig freilich auch zusammen mit der Mountainbike-Szene prüfen, wo offizielle Trails angelegt werden können.

    „Allerdings bezieht sich der Antrag nicht auf alle Schutzgebiete“, fügt nun der Ökolöwe seine Kritik an. „Denn alle Schutzgebiete sind der Natur vorbehalten und wichtige Rückzugsorte für viele (seltene) Tier- und Pflanzenarten. Aufgrund ihrer Schutzwürdigkeit müssen Störungen und Beeinträchtigungen dieser Gebiete vermieden werden. Durch Bau und Nutzung der Mountainbike-Trails werden diese Bereiche stark beeinträchtigt. In vielen dieser Mountainbike-Strecken sind breite Zonen mit nacktem und stark verfestigtem Untergrund entstanden. So hat zum Beispiel die Strecke auf dem Nahleberg nicht nur das entstandene Biotop zerstört, sondern auch die Erdschicht, die diesen alten Schuttberg schützen soll.“

    Mit üblen Folgen, wie Michael Billig hier schon 2019 berichtete.

    Die Leipziger Stadtverwaltung müsse also offizielle Mountainbike-Trails im Stadtgebiet schaffen, um die Zerstörungen in den Schutzgebieten zu beenden, stellt der Ökolöwe fest. Denn bisher gibt es nur in Lützschena-Stahmeln eine offizielle Möglichkeit für den Dirtbike-/Downhill-Sport.

    Der alternative Vorschlag des Ökolöwen: eine offizielle Strecke auf dem agra-Gelände. Denn wie das Dezernat Stadtentwicklung und Bau im Oktober auf eine Anfrage der Linksfraktion hin erklärte, will die Stadt im ersten Quartal 2021 nun endlich einen Vorschlag vorlegen, wie man mit dem agra-Gelände künftig umgehen will. Über den Erhalt der Messe- und Veranstaltungskapazitäten ist man da bislang nicht hinausgekommen. Logisch, dass der Ökolöwe hier eine Chance sieht, noch ein paar Ideen mit unterzukriegen.

    „Nicht nur, dass hier gerade ein Entwicklungskonzept geschrieben wird und sich eine neue Mountainbike-Strecke mitplanen lässt“, stellt der Ökolöwe fest. „Dieses Gelände hat auch eine optimale Lage, denn es liegt im Einzugsbereich der Bikerszene, zwischen Wolfswinkel und dem Trail in Lößnig-Dölzig. Darüber hinaus gehört das agra-Gelände der Stadt und kann zukünftig abseits von großen Hauptstraßen ideal durch die Aktivachse Süd mit dem Rad erreicht werden. Wir Ökolöwen sind uns sicher: In Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und der Bikerszene könnte sich auf dem agra-Gelände richtig gut biken lassen!“

    Der Stadtrat tagte: Mehr Maßnahmen gegen Trampelpfade und Mountainbikestrecken in südlichen Auenwald + Video

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