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Trotz Corona: Stadt und Kommunalwirtschaft wollen 2021 knapp 900 Millionen Euro investieren

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    Die LVB wollen endlich in die Beschaffung von E-Bussen einsteigen, das letzte Stück Elstermühlgraben soll geöffnet werden, das Klinikum St. Georg baut ein neues Ambulanzgebäude und der Lindenauer Markt wird endlich umgebaut. Die Stadt Leipzig und ihre Kommunalbetriebe haben sich wieder eine Menge vorgenommen für 2021, auch wenn diesmal von der investierten Milliarde keine Rede ist.

    Knapp 900 Millionen Euro summieren sich auf, wenn die Stadt und ihre Töchter ihre geplanten Investitionsbudgets für 2021 zusammenrechnen.

    Denn trotz absehbarer Steuereinbrüche infolge des Corona-Lockdowns soll kräftig investiert werden. Die Stadt Leipzig und die Kommunalwirtschaft planen Investitionen von rund 889 Millionen Euro. Geld soll vor allem in die Infrastruktur fließen, um frische Impulse für die regionale Wirtschaft zu setzen. Neben den erwünschten Effekten auf Wachstum und Beschäftigung kommen viele der großen Investitionen auch der Umwelt zugute. Auch für Investitionen in die soziale und digitale Infrastruktur sind schwerpunktmäßig Mittel eingestellt.

    „Gerade in diesen Monaten, in denen auch die Leipziger Wirtschaft in schweres Fahrwasser geraten ist, muss die Stadt das Signal setzen: Wir investieren, wir arbeiten weiter, wir bereiten uns vor auf die Zeit nach der Pandemie“, sagte Oberbürgermeister Burkhard Jung am Freitag, 19. Februar, bei der Vorstellung der Investitionspläne.

    „Die Kommune ist einer der wichtigsten Investoren in einer Region; wir sind Treuhänder für die Steuergelder der Bürgerinnen und Bürger. Dieses Geld in die Zukunft zu investieren – in Klimaschutz, in Mobilität, in Bildung und digitale Infrastrukturen – soll gerade jetzt unser wichtigstes Ziel sein.“

    Kitas, Gymnasium, Schlachthofbrücke

    Die geplanten Investitionen der Stadt Leipzig selbst belaufen sich in diesem Jahr auf insgesamt 289 Millionen Euro. Ein Schwerpunkt liegt auf dem weiteren Ausbau von Kita-Betreuungsplätzen und der Erweiterung des Schulnetzes.

    So entsteht in der Tarostraße ein Kita-Neubau für 105 Kinder mit Retentionsgründach – Regenwasser wird dabei von der Grünfläche aufgenommen und fließt verzögert ab, um vor allem Überschwemmungen zu vermeiden – und in der Nachbarschaft zum Technischen Rathaus ein 5-zügiges Gymnasium mit einer gestapelten 3-Feld-Sporthalle und dazugehörigen Sportfreianlagen. Die untere der beiden Sporthallen soll als behindertengerechte paralympische Vereinssport- und Wettkampfhalle ausgebaut werden.

    Bus auf der Schlachthofbrücke. Foto: Ralf Julke
    Bus auf der Schlachthofbrücke. Foto: Ralf Julke

    Rund 21,6 Millionen Euro sollen in diesem Jahr in das Leipziger Straßennetz fließen. Auf dem Investitionsplan stehen unter anderem die Sanierung der Schlachthofbrücke in der Südvorstadt, der Ausbau der Althener Straße in der Ortsdurchfahrt Engelsdorf sowie die Neugestaltung des Lindenauer Marktes.

    Zudem startet 2021 das zu Jahresbeginn vorgestellte Aktionsprogramm Radverkehr, das in einem Zeitraum von zwei Jahren kurzfristig wirksame Infrastrukturmaßnahmen in Höhe von rund 8,7 Millionen Euro auf den Weg bringen soll.

    Wichtigste Maßnahmen im Bereich der Wirtschaftsförderung, die 2021 rund 10 Millionen Euro investieren wird, sind der Breitbandausbau, die weitere Erschließung des Industriegebietes Seehausen 2 sowie der Bau des Wissenschafts- und Gewerbeparks „EnergyCity Campus“. Auf den Thekla-Feldern sollen Forschungseinrichtungen und Unternehmen der Energiewirtschaft angesiedelt werden.

    Neue LWB-Wohnungen, Heizkraftwerk Süd, E-Busse

    Die Kommunalwirtschaft plant in diesem Jahr rund 650 Millionen Euro zu investieren. An der Spitze stehen dabei die Unternehmen der Leipziger Gruppe und die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft. So plant die LWB Investitionen von insgesamt rund 137,3 Mio. Euro, u. a. errichtet das Unternehmen in der Landsberger und Saalfelder Straße zwei Neubauten mit insgesamt 406 mietpreisgebundenen Wohnungen und einer integrierten Kita mit 165 Plätzen.

    Die Stadtwerke investieren 2021 insgesamt 181,7 Millionen Euro. Schwerpunkte sind Investitionen in die Daseinsvorsorge und zugleich in den Klimaschutz: das neue Heizkraftwerk Leipzig Süd und der Abschluss der Modernisierung der Gas- und Dampfturbinenanlage in der Eutritzscher Straße.

    Das GuD-Kraftwerk der Stadtwerke Leipzig. Foto: L-IZ.de
    Das GuD-Kraftwerk der Stadtwerke Leipzig. Foto: L-IZ.de

    Die Wasserwerke planen 83,4 Millionen Euro ein – für die Ertüchtigung des Kanalnetzes und für die Erweiterung der Blockheizkraftwerk-Anlage im Klärwerk Rosental zur Eigenenergiegewinnung aus Faulgas.

    Die Leipziger Verkehrsbetriebe planen mit Investitionen in Höhe von 137,5 Millionen Euro. Schwerpunkte sind die Beschaffung neuer Stadtbahnfahrzeuge und klimafreundlicher E-Busse.

    Alte Messe, St. Georg, Zoo

    Rund um die Messehalle 12 auf der Alten Messe wird ebenfalls kräftig investiert. Die Leipziger Entwicklungs- u. Vermarktungsgesellschaft (LEVG) plant 2021 die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts der Messehalle, in dem das Stadtarchiv seinen Standort hat, mit Übergabe erster Büroflächen an das Amt für Jugend und Familie.

    Außerdem sollen die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt beginnen, in dem ebenfalls Flächen für die Stadtverwaltung vorgesehen sind. Die LEVG plant ein Gesamtinvestitionsvolumen von 24,5 Millionen Euro. Auch der Leipziger Gewerbehof (LGH) investiert in die Messehalle 12. Die Flächen sollen perspektivisch an Unternehmen im Bereich Gesundheitswirtschaft und Life Sciences vermarktet werden.

    Das Klinikum St. Georg plant 2021 mit Investitionen von 52,1 Millionen Euro. Schwerpunktmäßig werden ein Eltern-Kind-Zentrum und ein neues Ambulanzgebäude gebaut. Damit sollen die vor- und nachklinischen Behandlungen am Standort Eutritzsch zentralisiert sowie Arbeitsplätze geschaffen und gesichert werden.

    Die Oper beendet die Sanierung der Musikalischen Komödie und das Gewandhaus plant die Sanierung seiner Nordfassade mit dem Austausch der Einscheibenverglasung gegen eine Zweischeibenverglasung mit Wärmeschutzisolierung und UV-Schutz.

    Der Zoo arbeitet weiter an der Sanierung des Aquariums – die Eröffnung ist noch in diesem Jahr geplant. Zudem entsteht ab dem Frühjahr 2021 die neue Wasserwelt „Feuerland“, die Pinguinen und Robben ein neues Zuhause bieten soll. Insgesamt sind dafür 2021 rund 13,4 Millionen Euro geplant.

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