Seilbahnen kennt man bislang vor allem aus dem Urlaub, beispielsweise um Berge nicht zu Fuß bewältigen zu müssen. Künftig könnte sich diese Form der Fortbewegung auch in deutschen Städten zu einem gewohnten Bild entwickeln. Entsprechende Diskussionen laufen seit Jahren. Am Mittwoch, dem 13. Juli, stand das Thema auf Antrag der CDU-Fraktion auch im Leipziger Stadtrat auf der Tagesordnung. Einen wirklich nennenswerten Beschluss gab es dazu jedoch nicht.

Beschlossen wurde lediglich der folgende Satz: „Nach der geplanten Veröffentlichung des Leitfadens für die Implementierung von Seilbahnen in deutschen Städten als Bestandteil des ÖPNV vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr Ende des Jahres 2022 wird der Stadtrat in 2023 über die Ergebnisse, Potenziale und möglichen nächsten Schritte informiert.“

Hintergrund dieses Beschlusses sind Pläne des Bundesverkehrsministeriums, die Inbetriebnahme von Seilbahnen in deutschen Städten intensiver zu prüfen. Bereits 2019 wurde zu diesem Zweck ein Arbeitskreis im Ministerium eingerichtet. In sechs deutschen Städten – darunter Leipzig – fanden Workshops zu dem Thema statt.

Das Bundesverkehrsministerium sieht zahlreiche Vorteile in den Seilbahnen: Sie seien klimafreundlich, relativ günstig zu bauen und zu betreiben, rund um die Uhr einsatzbereit, könnten Hindernisse wie Häuser überwinden und müssten sich die Fahrbahn nicht mit anderen Verkehrsteilnehmer/-innen teilen.

CDU-Stadträtin Sabine Heymann betonte in der Ratsversammlung, dass ein attraktiver ÖPNV und die Konkurrenz um immer knapper werdende Flächen große Themen in Leipzig seien. „Da bietet es sich theoretisch an, in die Luft zu gehen.“ Leipzig sollte sich gegebenenfalls um ein Pilotprojekt bemühen. „Ohne Fördermittel können wir kaum ein Projekt im ÖPNV umsetzen“, so Heymann.

Die CDU ließ den oben zitierten Satz aus dem Verwaltungsstandpunkt abstimmen. Mit wenigen Ausnahmen stimmte der Stadtrat diesem zu.

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