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Die Grüne Keiljungfer hat am Bauprojekt Pleiße nichts geändert

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    Im Januar kündigte die LMBV an, dass sie im Mai mit der Störstellenbeseitigung in der Pleiße beginnen wird. Immerhin ein Projekt, das 2014 auf Einspruch der Umweltverbände hin eingestellt werden musste. Es war nicht absehbar, ob die Arbeiten den Lebensraum der Grünen Keiljungfer beeinträchtigen. Doch die Libelle stört augenscheinlich nicht.

    Bislang war das Kommunale Forum Südraum Leipzig Auftraggeber. Das bleibt auch so. Mit der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) kommt jetzt der eigentliche Bergbausanierer im Leipziger Südraum als Bauträger zum Zug.

    „Die Maßnahme zur Störstellenbeseitigung wurde durch den Zweckverband Kommunales Forum Südraum Leipzig beim Sächsischen Oberbergamt beantragt. Nach Prüfung wurde dieser als Maßnahme zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards (u. a. Gewässertourismus) dem § 4 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung eingeordnet“, erklärt das Unternehmen auf Anfrage. „Damit ist die LMBV als Projektträger durch das Sächsische Oberbergamt beauftragt worden, diese Maßnahme zu planen und zu realisieren. Vorhabensträger und Bauherr bleibt der Zweckverband Kommunales Forum Südraum Leipzig.“

    Und welche Änderungen hat nun insbesondere der Nachweis der Grünen Keiljungfer bewirkt? Hatte der Nachweis der Insektenart überhaupt Auswirkungen auf die Gestalt des Projekts, mit dem ein Teil der Pleiße für motorisierte Boote befahrbar gemacht werden soll, im Grunde ein Vorgriff auf die Zeit, in der auch eine noch zu projektierende „Wasserschlange“ eine Verbindung von der Pleiße zum Markkleeberger See herstellt?

    „Der Nachweis der Grünen Keiljungfer hat auf die technisch-technologischen Planungen/Ausführungen keine Änderungen bewirkt“, teilt die LMBV nun mit. „Es sind alle naturschutzfachlichen Bedenken ausgeräumt und im Baugeschehen werden keine offenen Fragen geklärt.“

    Was dann auch die geplanten Eingriffe in Ufer und Böschungen betrifft. Auf diese wird keineswegs verzichtet, betont die LMBV. „Die notwendigsten Eingriffe in Ufer und Böschungen entsprechen dem zugrunde liegenden Planfeststellungsbeschluss vom 23.10.2009 und wurden nicht verändert.“

    Trotzdem hat sich im Vergleich zum ursprünglichen Projekt etwas verändert: Ein wesentlich längerer Gewässerabschnitt wird ausgebaut.

    2014 war der Gewässerausbau im 1. Bauabschnitt (BA) von Station km 3+450 bis Station km 3+628 ausgeschrieben, betont die LMBV.

    Dieser Bauabschnitt wird beibehalten. Aber gleichzeitig will man die Bauarbeiten weiter flussaufwärts ausweiten.

    In der Beschreibung der LMBV: „In der jetzigen Ausschreibung wird neben dem 1. BA auch der 2. BA von Station km 3+628 bis Station km 4+187 und der 3. BA von Station km 4+187 bis Station km 5+123 im Gewässer ausgebaut.“

    Der ganze bearbeitete Abschnitt weitet sich also auf 1.637 Meter Fließstrecke aus.

    Und die Umformung der Böschung unterhalb des Agra-Wehres behält man bei. Hier soll die Pleiße künftig nicht mehr wie ein schnurgerader Kanal aussehen, wie er im vergangenen Jahrhundert hier gebaut wurde. Vom ursprünglichen Charakter der Pleiße ist ja erst wieder etwas zu sehen, wenn man flussabwärts auf Connewitzer Gebiet kommt.

    Damals – so berichtet ja auch der Verein Neue Ufer – wurde die Pleiße in diesem Gebiet massiv verändert: „Zwischen Regis-Breitingen und Markkleeberg wurde die Pleiße auf einer Länge von ca. 35 Kilometern nahezu vollständig und teilweise bis zu viermal verlegt und um etwa 10 Kilometer verkürzt.“

    Ergebnis ist ein schnurgerader Kanal, an dem natürlich auch wichtige Unterbrechungen für besondere, eigentlich zum Fluss gehörende Biotope fehlen. Eine solche Nische soll jetzt künstlich gebaut werden.

    Mit den Worten der LMBV: „Als Übergang zwischen neuer Gewässersohle und Sohle unterhalb des Agra-Wehres ist auf einer Länge von 46 m eine flach geneigte, ökologisch durchgängige Sohlgleite mit Beckenstruktur herzustellen. Weiterhin werden für die naturnahe Gewässer- /Uferstrukturgestaltung Landschaftsbauarbeiten durchgeführt. Die Sohlbefestigung unterhalb der Brückenbauwerke erfolgt mittels Wasserbausteinschüttung.“

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    2 KOMMENTARE

    1. Es gibt keine Störstellen.
      Es gibt einen rechtswidrigen Gewässerausbau, für eine rechtswidrige Gewässernutzung. Initiiert von einem rechtswidrigen Konstrukt namens Steuerungsgruppe. In der – oh Wunder – alle Behörden (Planung, Beantragung, Genehmigung, Durchführung) vertreten sind. Dörfliche Inzucht ist dagegen Evolution. Interessenkonflikte? Demokratische Kontrolle? M. a. W. :Rechtsstaat?

      Die wirklichen Feinde der Demokratie sitzen in den Ämtern und Behörden, bestenfalls in einer Wahlfunktion. Die, die ganz subtil Demokratie und Rechtsstaat von innen aushöhlen und den Gewinn aus dem dreckigen Geschäft wem auch immer in den Rachen schieben. Die jedenfalls nicht das Gemeinwohl repräsentieren.

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