Landtagsmehrheit stimmt Grünen-Antrag zur Rettung von Pödelwitz und Obertitz nicht zu

Für alle LeserAm Donnerstag, 6. September, stand der Antrag der Grünen-Fraktion „Tagebauerweiterung jetzt ausschließen – Fortbestand der Dörfer Pödelwitz und Obertitz sichern“ im Sächsischen Landtag zur Abstimmung. Es war eine Gelegenheit, ein Zeichen gegen den Raubbau an der sächsischen Kulturlandschaft zu setzen und zu zeigen, dass Sachsen den Klimawandel ernst nimmt. Aber es zeigte auch, wie Sachsen beim Nichtausstieg aus der Kohle tickt.

Den Ausschlag gab am Ende der Landtagsdebatte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD), der sich vor allem auf die rechtlichen Aspekte des Antrags beschränkte und betonte, dass es vor allem um korrektes Verwaltungshandeln ginge. Mit dem Fall Heuersdorf habe der Fall Pödelwitz nichts zu tun, da Pödelwitz – anders als Heuersdorf vor 20 Jahren – keine eigenständige Gemeinde mehr sei, für deren Auflösung es ein eigenes Landesgesetz brauchte.

Die Grünen hatten das ins Spiel gebracht, weil gerade das harte Ringen um das Heuersdorf-Gesetz gezeigt hatte, dass knallharte Versorgungszwänge vorhanden sein müssen, um ein Dorf bergbaurechtlich beseitigen und die Kohle darunter zum Betrieb eines Kraftwerks wie Lippendorf abbauen zu können. Sonst ist die Auflösung des Dorfes vor Gericht nicht durchsetzbar.

Das aber ist bei Pödelwitz nicht gegeben. Dulig erwähnte diese Zwänge nicht einmal. Man merkte deutlich, dass er klimapolitische Denkansätze strikt vom verwaltungskorrekten Handeln trennt. Und in Sachen Pödelwitz sei bislang alles rechtens gelaufen. Es hätte 2010 eine Debatte der Pödelwitzer selbst gegeben, bei der sich 90 Prozent für Verkauf und Umzug entschieden.

2012 habe es den Umzugsvertrag mit Groitzsch gegeben. Und ganz raus aus der Debatte seien die Dörfer Obertitz und Pödelwitz auch nicht. In der 2011er Fassung des Braunkohleplans seien die Kohlefelder unter den Dörfern nun einmal als Vorbehaltsflächen ausgewiesen. Außerdem werde über die Planentscheidung zu Obertitz sowieso erst 2025 entschieden.

Rein rechtlich könne man auch niemandem verbieten, sein Grundstück zu überteuerten Preisen an ein Bergbauunternehmen zu verkaufen. Das sei die Entscheidung jedes Einzelnen.

Aus Sicht der Regierung gäbe es also keinen Grund, jetzt irgendetwas vorab zu beschließen.

Was Dr. Gerd Lippold logischerweise auch in seinem Schlusswort anders sah. Denn damit wird die Ungewissheit für die Pödelwitzer wieder auf Jahre bleiben. Und der Vorgang sei ein ganz schlechtes Beispiel, denn damit würde dem Einzug von Investoren Tür und Tor geöffnet. Sie bräuchten den betroffenen Bürgern nur entsprechende lukrative Kaufangebote unterbreiten und schon könnten sie ein ganzes Dorf leer kaufen. Und damit – ganz rechtmäßig – vollendete Tatsachen schaffen.

Nur das Recht jener zehn Prozent der Pödelwitzer bleibt auf der Strecke, die sich gegen die Zerstörung ihres Dorfes stemmen.

Denn gebraucht wird die Kohle unter Pödelwitz zur Sicherung des Betriebs im Kraftwerk Lippendorf nicht. Die ist mit den genehmigten Kohlemengen bis 2040 gesichert – auch wenn Lippold davon ausgeht, dass Lippendorf wohl sogar schon vor 2030 vom Netz geht.

Die Abstimmung im Landtag zu abendlicher Stunde verlief dann wieder wie gewohnt: Der Antrag der kleinen Fraktion wurde mit Mehrheit abgelehnt.

***

Die Rede von Dr. Gerd Lippold zum Antrag „Tagebauerweiterung  jetzt ausschließen – Fortbestand der Dörfer Pödelwitz und Obertitz sichern“ (Drs 6/14447) in kompletter Länge:

Sehr geehrter Herr Präsident,
sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

wir reden jetzt über das mitteldeutsche Braunkohlerevier. Wir reden im Jahr 3 nach Paris und während in Berlin eine Kommission über den konkreten Pfad im Kohleausstieg diskutiert, über das einzige Vorhaben in ganz Deutschland, in dem noch ein neues Tagebauerweiterungsvorhaben in ein neues bergrechtliches Planfeststellungsverfahren gebracht werden soll.

Wir reden nicht über irgendein Vorhaben, sondern über ein Vorhaben, das weitere sächsische Dörfer zerstören würde. Gegen einen unbedingt bleibewilligen Teil der Bevölkerung und gegen den erklärten Willen der betroffenen Gemeinde.

Pödelwitz, ein rund 700 jähriges Dorf mit einer vielfach denkmalgeschützten Gebäudesubstanz, hat den 30jährigen Krieg überstanden, die napoleonischen Kriege, die Katastrophen des 20. Jahrhunderts. Es hat, auf Kohle stehend, den extensiven DDR-Kohlebergbau überlebt. Und jetzt, am Ende des Kohlezeitalters, soll es noch nach dem Jahr 2020 für immer verschwinden, wenn es nach dem Bergbauunternehmen Mibrag geht.

Greenpeace-Aktivisten und Gerd Lippold am Tagebau Schleenhain. Foto: Grüne Landtagsfraktion Sachsen

Greenpeace-Aktivisten und Gerd Lippold am Tagebau Schleenhain. Foto: Grüne Landtagsfraktion Sachsen

Warum geht das nicht nur das Bergbauunternehmen, die Betroffenen sowie Gerichte und das Oberbergamt was an, sondern auch ganz unmittelbar und mit maßgeblicher eigener Handlungsfähigkeit dieses hohe Haus? Weil dem Sächsischen Landtag dabei eine entscheidende Rolle zukäme. Der sächsische Landtag müsste dazu – so bestimmt es der Artikel 88 der sächsischen Verfassung – ein Landesgesetz verabschieden.

Aus demselben Grund, weshalb der Landtag vor etwa 20 Jahren ein Landesgesetz verabschieden musste, um Heuersdorf gegen den Widerstand der Gemeinde und eines Teils ihrer Bewohner aufzulösen und damit den Weg zur Abbaggerung zu ebnen. Dieses Heuersdorfgesetz wurde damals zunächst einmal vom sächsischen Verfassungsgerichtshof gekippt, weil es keine ausreichende Begründung des ganz überwiegenden Gemeinwohlinteresses angesichts der weitreichenden Konsequenzen gab.

Erst mit einer Reihe von Gutachten, die damals, vor 20 Jahren, lange vor Energiewende und völkerrechts-, europarechts- sowie bald bundesrechtsverbindlichen Klimaschutzzielen, noch in der Lage waren, die Notwendigkeit zur Inanspruchnahme von Heuersdorf zur Deckung des Kohlebedarfs des Kraftwerks Lippendorf bis zum Jahr 2040 zu begründen, konnte in einem zweiten Anlauf ein verfassungskonformes Gesetz beschlossen werden. Die Heuersdorfer verloren ihre Heimat. Dort, wo bis 2010 noch das Dorf war, ist jetzt die tiefste Stelle des Tagebaus Vereinigtes Schleenhain.

Mit dem Opfer von Heuersdorf allerdings, hieß es damals, sei immerhin der Kohlebedarf von Lippendorf abgesichert.

Das bedeutete bereits damals: die Kohle unter Pödelwitz wird für den Betrieb des Kraftwerks bis zum Jahr 2040 nicht gebraucht. Das heute absehbare Betriebsende liegt übrigens in ALLEN existierenden, blockscharfen, mit dem nationalen Klimaschutzplan kompatiblen Szenarien noch deutlich VOR 2040.

In Kenntnis und Abwägung verschiedenster Faktoren im Kraftwerk Lippendorf und im mitteldeutschen Revier wage ich zu prognostizieren: es ist nicht unwahrscheinlich, dass das sogar bereits vor 2030 der Fall sein wird.

Die Kohle unter Pödelwitz wird nicht gebraucht. Das folgte bereits aus der Begründung des Heuersdorfgesetzes. Das gilt heute umso mehr. So bleibt heute einzig der Fakt, dass die MIBRAG komplett auf eigenes Risiko zig Millionen in die Hand genommen hat, um das Dorf Pödelwitz abzusiedeln.

In der Hoffnung, dadurch am Ende einen Zugriff zu erleichtern, der eine zwar keineswegs notwendige, aber aus Sicht des Unternehmens ökonomischere Abbauführung im Abbaufeld Peres des Tagebaus Vereinigtes Schleenhain ermöglichen würde.

Wenn ein Unternehmen der Meinung ist, Leuten irgendwo ein Mehrfaches des Verkehrswertes für ihre Grundstücke und Häuser bieten zu wollen oder ihnen irgendwo neue Häuser zu errichten, so kann es das tun. Das ist unternehmerische Freiheit. Daraus allerdings ableiten zu wollen, die Rendite einer solchen Risikoinvestition sei in verfassungsfester Weise zum Gemeinwohlinteresse zu erheben, um sogar Zwangsabtretungsverfahren und Auflösung einer Gemeinde gegen deren Willen zu rechtfertigen, das muss man selbst unter sächsischen Bedingungen als kompletten Realitätsverlust sehen.

Minister Dulig stand in einer der letzten Befragungen hier und meinte, er könne nicht anders, als dem Verfahren um die Tagebauerweiterung Pödelwitz seinen Lauf zu lassen. Er könne nicht anders, als zu prüfen und gegebenenfalls zu genehmigen. Wissen Sie was die MIBRAG sagt? Die sagen, sie könnten nicht anders. Und weisen dabei auf den Minister und seine Behörde zurück!

Die könnten in Ergebnisverantwortung gegenüber ihren Gesellschaftern gar nicht anders, als eine Tagebauerweiterung einschließlich Abbaggerung eines Dorfes zu planen und zu beantragen, wenn diese verglichen mit dem Schutz des Dorfes die billigere Option sei. Die könnten nicht anders als das zu versuchen, weil die Genehmigungsfähigkeit eben nicht ausgeschlossen sei.

Die Genehmigungsfähigkeit einer konkreten Tagebauerweiterung aber steht nicht im Bundesberggesetz, Herr Minister. Die wird per Landesentwicklungsplan und Braunkohleplan geschaffen – oder eben auch nicht. Und zwar von der Staatsregierung. Sie können sich mit ihrer nachgeordneten Behörde hier nicht abducken.

Doch Sie müssen noch nicht mal selbst mit der Staatsregierung aktiv werden, um per Landesentwicklungsplanung und Braunkohleplanung Zukunftssicherheit auf im Fall Pödelwitz zu schaffen.

Denn jeder Versuch zur Abbaggerung zusätzlicher sächsischer Gemeinden für die Braunkohle ist bereits heute grundsätzlich chancenlos. Für die Auflösung von Gemeinden gegen deren Willen bedürfte es eines verfassungskonformen Landesgesetzes. Anders als vor 20 Jahren im Fall Heuersdorf mit dem Heuersdorfgesetz ist heute, im Zeitalter des Kohleausstiegs, aber keine verfassungskonforme Gestaltung eines solchen Gesetzes mehr vorstellbar.

Der Landtag kann bereits heute feststellen, dass ein solches Gesetz nicht mehr beschlussfähig wäre. Damit könnte umgehend Planungssicherheit für die betroffenen Menschen und für das Bergbauunternehmen geschaffen werden. Das machen wir mit unserem Antrag klar.

Der Landtag kann hier und heute feststellen, dass die materiellen Voraussetzungen für ein solches, verfassungskonformes Gesetz bereits heute ganz offensichtlich nicht mehr gegeben sind. Und Sie Herr Minister, können morgen, dem Gebot der einfachen, zweckmäßigen und zügigen Durchführung von Verwaltungsverfahren folgend, mitteilen, dass Sie einen Antrag auf Genehmigung in einem bergrechtlichen Planfeststellungsverfahren bereits jetzt für entbehrlich halten.

Wenn Sie eine solche Absicht dem Unternehmen frühzeitig mitteilen, schafft das Planungssicherheit für alle Betroffenen und vermeidet gestrandete Investitionen UND die Zuspitzung symbolträchtiger Konflikte.

Wenn Sie von diesen Möglichkeiten keinen Gebrauch machen wollen, Herr Minister, so ist das Ihre eigene Entscheidung. Aber Sie können sich dabei weder hinter dem Bergrecht noch hinter Landes- und Regionalplanung verstecken. SIE sind es in Ihrem SPD-geführten Ministerium, der hier in den Geschichtsbüchern stehen würde als derjenige, der bereit war, in Deutschland in einem wirklich sinnlosen letzten Akt noch ein letztes Dorf der Kohle zu opfern.

Oder eben auch dafür, an dieser Stelle mal Haltung gezeigt zu haben und klar und zitierfähig für die Vernunft angetreten und eine eigene Entscheidung gefällt zu haben, bevor das auch ohne Ihr Zutun Realität wird. Doch es steht mir nicht zu, der SPD hier Hinweise für ihren Wahlkampf zu geben.

Ich bitte um Zustimmung zu unserem Antrag und erwähne noch einen letzten Aspekt:
Wir wissen bereits heute, dass auch Heuersdorf hätte weiter existieren können. Denn es wird am Ende der Kohleverstromung in Lippendorf und Schkopau im Revier noch bereits genehmigte Kohle übrig sein und unter der Erde bleiben.

Ich denke, liebe Kolleginnen und Kollegen, wir stehen auch in der Pflicht. In der Pflicht, am inzwischen zum bundesweiten Symbol gewordenen Pödelwitz wieder gut zu machen, was wir den Heuersdorfern damals mit einem Beschluss, der den Untergang ihrer Heimat besiegelt hat, angetan haben.

Das aussichtslose Vorhaben der MIBRAG zur Tagebauerweiterung sollte endlich gestoppt werden

PödelwitzKraftwerk LippendorfVereinigtes Schleenhain
Print Friendly, PDF & Email
 
2 Kommentare


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Die Schulschließungen wegen Corona haben Mütter besonders belastet
Die Auswirkungen des Homeschoolings auf die Eltern. Grafik: DAK

Grafik: DAK

Für alle LeserZuletzt merkten ja auch endlich die Regierenden, dass nicht die Wirtschaft am meisten gelitten hat unter dem Shutdown. Der größte Teil der Last wurde auf Familien mit Kindern abgeladen. Eltern waren auf einmal zum Zuhausebleiben verdonnert, weil Kindertagesstätten und Schulen schlossen. Und das oft in Wohnungen, in denen überhaupt kein Platz für Homeoffice und Homeschooling war. Die psychischen Folgen waren dramatisch, wie die DAK jetzt feststellt.
Linksfraktion beantragt eine neue Leipzig-Anleihe und eine Verlängerung des Schuldenabbaus bis 2050
Steffen Wehmann (Linke) im Stadtrat. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserAm 3. Juni gab die Bundesregierung den Inhalt ihres 130-Milliarden-Euro-Konjunkturpaketes bekannt. Darin enthalten sind auch konkrete Unterstützungen für die Kommunen, die mit einbrechenden Steuereinnahmen zu rechnen haben. Nicht nur 2020, sondern wohl auch in den Folgejahren. Das wird die Diskussion auch um den Leipziger Haushalt anheizen. Die Linksfraktion hat schon mal ihren Handschuh in den Ring geworfen.
Digitale Klimarallye, anders wirtschaften und jede Menge Ansprechpartner für ein weltverträgliches Leben in Leipzig
Mit dem UiZ können Jugendliche einzeln oder in Teams per App auf Klima-Rallye durch Leipzigs Innenstadt gehen. Foto: UiZ Julia Zimmerhäkel

Foto: UiZ Julia Zimmerhäkel

Für alle LeserDie Ökofete musste schon abgesagt werden wegen Corona. Aber wie ist das mit den ganzen Veranstaltungen, die der Leipziger Ökolöwe für die Leipziger Umwelttage geplant hatte? Die Themen Klima und Artenschutz werden ja nicht weniger brisant, bloß weil Corona vorerst größere Veranstaltungen verhindert. Dann machen wir es eben digital, beschloss der Ökolöwe.
Drei Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt am 6. und 7. Juni in Leipzig
Der Freizeitpark Rabet im Leipziger Osten. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserHeute wird auch in Leipzig gegen Rassismus demonstriert. Die Gruppe „Series Be:“ ruft für den 6. Juni unter dem Titel ‚STAND UP, SPEAK UP, SHOW UP‘ zu einer Demonstration gegen Rassismus und Polizeigewalt auf. Um 14 Uhr startet die Auftaktkundgebung am Augustusplatz, die Route verläuft über den Leipziger Innenstadtring, durch die Südvorstadt vorbei am Amerikanischen Konsulat und dem Bundesverwaltungsgericht bis zum geplanten Ende am Wilhelm-Leuschner-Platz. Die nächste Demo gibt es am Sonntag, 7. Juni.
Leipzigs Verwaltung möchte auch die Jahnallee nicht umbenennen
Blick in die Jahnallee. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserMan wird sie nicht so einfach los, diese alten Rauschebärte und Nationalisten. Schon bei der Umbenennung der Arndtstraße gab es ja nach dem Stadtratsbeschluss heftige Reaktionen, die augenscheinlich auch das Leipziger Verwaltungsdezernat beeindruckt haben. Weshalb man dort jetzt mit einem ganzen Berg von Argumenten versucht, das Ansinnen, auch noch die Jahnallee umzubenennen, abwehrt. Dabei wäre der Vorschlag Frankfurter Allee nur eine Rückbenennung.
Regionalliga-Saison abgebrochen, NOFV erklärt Lok zum Meister, Chemie feiert Klassenerhalt
Viermal durfte Lok gegen Nordhausen jubeln. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserDer 1. FC Lokomotive Leipzig ist erstmalig Meister der Regionalliga Nordost. Das entschied der Nordostdeutsche Fußballverband mit einem einstimmigen Votum für den Saisonabbruch am Freitag. Auf der Präsidiumssitzung wurde außerdem entschieden, dass es keine sportlichen Absteiger geben wird. Die BSG Chemie Leipzig hält damit nach dem Aufstieg im Vorjahr die Klasse.
Freitag, der 5. Juni 2020: Vor dem „Black Lives Matter“-Demowochenende
Antirassistische Demonstration im September 2019. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserRassismus, Polizeigewalt und die „Black Lives Matter“-Bewegung dominieren seit Tagen die Schlagzeilen. Für das Wochenende sind in Leipzig mehrere Demonstrationen angekündigt; die wohl größte am Sonntag um 13 Uhr vor dem Hauptbahnhof. Die „taz“ enthüllt derweil, dass eine Leipziger Burschenschaft offenbar den „Rassenkrieg“ plante. Die L-IZ fasst zusammen, was am Freitag, den 5. Juni 2020, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.
Berliner Luft in der Kirchenruine Wachau – Konzert mit „clair-obscur“
Die Kirchenruine in Wachau. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Am 12. Juni 2020, 19.00 Uhr spielt das Saxophonquartett der Berliner Philharmoniker „clair-obscur“ in der Kirchenruine Wachau, Kirchplatz 1. Das Konzert mit dem Titel „Berliner Luft“ findet im Rahmen des Festivals „Sommertöne“ statt. Die Saxophonisten der Berliner Philharmoniker gastieren 2020 zum ersten Mal bei den Sommertönen, doch ihr hervorragender Ruf eilt ihnen voraus.
Sexuelle Übergriffe auf Frauen: Serientäter kommt in Psychiatrie
Serientäter Martin L. (r.), hier mit seinem Anwalt Stefan Wirth, muss in die Psychiatrie. Foto: Lucas Böhme

Foto: Lucas Böhme

Für alle LeserEs war eine absehbare Entscheidung: Nach einer Reihe brutaler Übergriffe auf junge Frauen in Leipzig wurde der geständige Täter vom Landgericht wegen Schuldunfähigkeit freigesprochen, aber in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen.
Ensembles von Oper, Leipziger Ballett und Musikalsicher Komödie im Westbad
Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

An fünf aufeinanderfolgenden Wochenenden werden Oper, Leipziger Ballett und Musikalische Komödie ab dem 12. Juni 2020 jeweils Freitag und Samstag zur Veranstaltungsreihe „Vorstellungskraft voraus!“ mit einem eigenen Programm wieder auf der Bühne im Westbad zu sehen, hören und erleben sein.
FES-Papier wirbt für weitere Unterstützung für eine echte Mobilitätswende in Deutschland
LVB-Baustelle in der KarLi 2014. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie lange diskutierte Abwrackprämie für Pkw war dann zum Glück nicht mehr Bestandteil des am 3. Juni bekannt gegebenen Konjunkturpakets der Bundesregierung. Da dürften auch die Autor/-innen eines Positionspapiers der Friedrich-Ebert-Stiftung aufgeatmet haben, die schon befürchteten, dass nun wieder Milliarden in den Verbrenner investiert werden, die dringend für eine richtige Mobilitätswende gebraucht werden. Den Corona-Shutdown hatten sie zur Gelegenheit genommen, dieses Papier zu verfassen.
Antrag der AfD-Fraktion zur Aufhebung der Leipziger Umweltzone macht nicht mal aus Gesundheitsgründen Sinn
Einfahrt in die Leipziger Umweltzone an der Hohentichelnstraße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIm Corona-Shutdown kam auch ein Großteil des Leipziger Verkehrs zum Erliegen. Auch die Bahnen und Busse der LVB leerten sich, weil die Leipziger/-innen zu Hause blieben oder lieber aufs Fahrrad umstiegen. Gleichzeitig trommelten die Umweltverbände für eine deutliche Verbesserung der Radwegesituation, während die AfD geradezu das Gegenteil beantragte: die Aufhebung der Umweltzone. Ein Antrag, der selbst aus epidemologischer Sicht Quatsch ist, wie das Umweltdezernat jetzt feststellt.
„Stunde der Gartenvögel“ bestätigt: Auch in Sachsen ist das große Blaumeisen-Sterben angekommen
Blaumeise bei der Fütterung. Foto: NABU / Rita Priemer

Foto: NABU / Rita Priemer

Für alle LeserNoch im März war die Meisenwelt in Ordnung: Die Blaumeisen waren die ersten, die die Birken vorm Fenster besetzten und sich erst einmal sattfutterten, bevor sie an ihr Tagwerk gingen. Ihnen folgten dann die lärmenden Spatzen. Doch dann wurde es auf einmal still im April, verschwanden die Blaumeisen. Nur die Spatzen kamen wie gewohnt. Und die diesjährige „Stunde der Gartenvögel“, die vom 8. bis 10. Mai stattfand, bestätigte, dass das Blaumeisensterben auch in Sachsen angekommen ist.
Fachausschuss verweigert der Vorlage zum Erweiterungsbau der Apollonia-von-Wiedebach-Schule seine Zustimmung
Der geplante Anbau der Apollonia-von-Wiedebach-Schule. Grafik: Stadt Leipzig

Grafik: Stadt Leipzig

Für alle LeserSo geht das nicht wirklich. Als das Dezernat Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule im Mai die Vorlage zum Erweiterungsbau der Apollonia-von-Wiedebach-Schule öffentlich machte, fielen nicht nur die Anrainer aus allen Wolken. Das neue Projekt hatte mit den Auskünften und Ankündigungen aus den Vorjahren nichts mehr zu tun. Am 10. Juni soll eigentlich die Ratsversammlung über den Bau entscheiden. Aber jetzt gibt es auch eine Petition.
Pirna an einem Tag: Die Stadt, in der der kleine Tetzel die falsche Berufswahl traf
Uwe Winkler / Kristina Kogel: Pirna an einem Tag. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWohin nur am Wochenende? Das fragen sich ja viele Leute, die dann aus lauter Verzweiflung wieder am Cossi landen. Oder in der City Schlange stehen für ein Eis. Dabei ist Sachsen voller Reiseziele, für die sich auch ein kurzer Entschluss lohnt. Zug raussuchen, Rucksack packen und einfach mal nach Pirna fahren. Das wäre so ein Zielvorschlag, wenn einem Delitzsch, Torgau und Grimma schon zu nahe sind.