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Im August gibt es jetzt das 2. Klimacamp Leipziger Land in Pödelwitz

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    Seit Februar gibt es zwar die Vorschläge der Kohlekommission zum Ausstieg aus der Kohleverbrennung. Aber einen realen Fahrplan zum Abschalten der Kohlekraftwerke gibt es noch immer nicht. Sachsens Regierung ist nicht einmal bereit, den ungewissen Zustand für die vom Kohlebergbau bedrohten Dörfer zu beenden. Und so findet in diesem Sommer das nunmehr zweite Klimacamp im bedrohten Dorf Pödelwitz im Leipziger Süden statt.

    Vom 3. bis zum 11. August findet zum zweiten Mal das Klimacamp Leipziger Land statt, teilen die Veranstalter mit, die schon im Vorjahr eine große Resonanz auf ihre Protesteinladung bekommen konnten. Mit dem Klimacamp wird der Protest für Klimagerechtigkeit an einen Ort gebracht, an dem die Ursachen und Folgen der Klimakrise sichtbar sind: Noch immer droht dem Dorf Pödelwitz die Abbaggerung und den Anwohnenden der Verlust ihres Zuhauses. Der Konzern Mibrag möchte trotz der sich verschärfenden Klimakrise Pödelwitz eliminieren, um an die Braunkohle unter dem Dorf zu gelangen.

    Zum Camp werden rund 1.000 Menschen erwartet. Das vielfältige Bildungs- und Kulturprogramm befasst sich damit, wie ein schneller, fairer Kohleausstieg und ein Wandel hin zu einer sozial-ökologisch gerechten Gesellschaft gelingen kann. Zahlreiche Veranstaltungen richten sich an die Menschen aus der Region. Ein Höhepunkt ist das Dorffest am Sonntag, 4. August, in Pödelwitz.

    In einem sind sich die Veranstalter einig: Braunkohle ist einer der klimaschädlichsten Energieträger, der die Klimakrise rasant beschleunigt. Die Folgen wie etwa Dürren, Stürme oder Fluten betreffen vor allem Menschen in Ländern des globalen Südens, die am wenigsten dazu beigetragen haben. Das Klimacamp macht auf diese globale Ungerechtigkeit aufmerksam.

    Das Klimacamp 2018. Foto: Luca Kunze
    Das Klimacamp 2018. Foto: Luca Kunze

    „Wir fordern Klimagerechtigkeit! Ein sofortiger Kohleausstieg ist notwendig, um drohende globale Klimafolgen einzudämmen. Dabei ist wichtig, dass ein sozial-ökologischer Strukturwandel nicht zulasten der Beschäftigten und Menschen in der Region geht“, erklärt Nina Beck als Pressekontaktfrau des Camps. „Mit dem Camp kämpfen wir auch gegen eine rechte, menschenverachtende Politik, die durch die Leugnung des menschengemachten Klimawandels und mit einem rassistischen Weltbild ein gutes Leben für alle verhindert, hier im Leipziger Land und weltweit.“

    Trotz der fatalen sozialen und ökologischen Folgen will die Mibrag den Tagebau Vereinigtes Schleenhain erweitern. Die Dörfer Pödelwitz und Obertitz sollen dieser Profitgier zum Opfer fallen. Sie hat zwar (noch) keine Abbaugenehmigung für das Kohlefeld unter Pödelwitz. Die Betrieberlaubnis für den Tagebau Vereinigtes Schleenhain reicht völlig aus, das Kohlekraftwerk Lippendorf bis zum Ende seiner Laufzeit mit Kohle zu versorgen.

    Trotzdem hat die Mibrag schon das halbe Dorf Pödelwitz aufgekauft und die Bewohner der Gehöfte zur Umsiedlung überredet.

    Jens Hausner von der Initiative „Alle Dörfer bleiben“ aus Pödelwitz spricht für jene Pödelwitzer, die sich nicht rauskaufen lassen wollen: „Den Tagebau zu erweitern, ist angesichts der Klimakrise ein Unding. Auch nach den Ergebnissen der Kohlekommission müssen wir Tagebau-Betroffenen weiter in Unsicherheit leben. Um gemeinsam dafür zu kämpfen, dass keine weiteren Dörfer zerstört werden, haben wir uns mit Betroffenen aus dem Rheinland, der Lausitz und dem Leipziger Land organisiert und die Initiative ‚Alle Dörfer bleiben‘ gegründet.“

    Auf dem Camp wird das nächste bundesweite Vernetzungstreffen der Initiative stattfinden.

    Auch die Degrowth-Sommerschule ist dieses Jahr wieder zu Gast auf dem Camp.

    „In einer Welt mit begrenzten Ressourcen ist unendliches Wirtschaftswachstum nicht möglich und führt zu sozialer und ökologischer Ausbeutung. Dass wir radikal umdenken müssen, sehen wir hier vor Ort und auf der ganzen Welt. In 20 mehrtägigen Kursen erarbeiten die Teilnehmenden Konzepte für eine Welt, die ein gutes Leben für alle ermöglicht“, berichtet Ruth Krohn, Pressesprecherin der Sommerschule.

    Das Klimacamp Leipziger Land ist Teil einer wachsenden globalen Bewegung für Klimagerechtigkeit. Seit Monaten streiken freitags zehntausende Schüler*innen auf der ganzen Welt für unser aller Zukunft. Für den 21. und 22. Juni sind im rheinischen Braunkohlerevier von Alle Dörfer bleiben, Ende Gelände, Fridays For Future, Campact, dem BUND und Greenpeace Proteste angekündigt, zu denen viele tausend Teilnehmende erwartet werden.

    Alle Veranstaltungen des Camps sind öffentlich und Menschen aus der Region sind herzlich eingeladen, das Klimacamp zu besuchen.

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    1 KOMMENTAR

    1. Mit dem Camp kämpfen wir auch gegen eine rechte, menschenverachtende Politik, die durch die Leugnung des menschengemachten Klimawandels und mit einem rassistischen Weltbild ein gutes Leben für alle verhindert, hier im Leipziger Land und weltweit.“
      Um dann fortzufahren:
      „Trotz der fatalen sozialen und ökologischen Folgen will die Mibrag den Tagebau Vereinigtes Schleenhain erweitern. Die Dörfer Pödelwitz und Obertitz sollen dieser Profitgier zum Opfer fallen.“

      Die „rechte, menschenverachtende Politik“ (und umwelt- und heimatzerstörende Politik) wurde gemacht von CDU/CSU, FDP und SPD. Das sind die für die zu recht angegriffene Kohlepolitik Verantwortlichen. Daß die AfD den Klimawandel leugnet und den Kohleabbau (so, wie die anderen auch) fortführen will, ändert daran nicht die Bohne.

      Und nein, die Mibrag ist kein Unternehmen der AfD. Sie bekommt ihre Betriebserlaubnis von den jeweiligen Bergbehörden, die Teil der Verwaltung der jeweiligen Wirtschaftsministerien sind. In Sachsen SPD geführt.

      Man sollte Verantwortlichkeiten schon klar benennen. Die AfD hat keine politische Verantwortung. Auch wenn sie diese will, sie hat diese Verantwortung nicht.
      Die Verantwortung hatten und haben in Wahrheit CDU/CSU, SPD und FDP, im Bund oder den jeweiligen Ländern. Wer das verharmlost, muß sich nicht wundern, wenn die in Zukunft so weiter machen. Und das machen die, was mit dem Kohle“kompromiss“ gerade gezeigt wird.
      Der Fingerzeig auf die AfD hilft vor allem den Braunkohlebefürwortern in CDU/CSU, FDP und SPD. Denen wird die Gelegenheit gegeben, sich hinter der AfD zu verstecken und Verantwortung zu leugnen.

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